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Die Leiden des jungen Werther und Nicolai "Parodie" von Goethe

Alles zu Johann Wolfgang von Goethe  - Die Leiden des jungen Werthers

Hausaufgabe


Erörterung: Ist die Kritik, die Nicolai in seiner Parodie am Werther übt im Kern berechtigt?
Johann Wolfgang von Goethe hat 1774 „Die Leiden des jungen Werther“ geschrieben, welches in ganz Europa einen Kult hervorrief. Der Briefroman vertrat die Epoche des Sturm und Drangs, weswegen es von den Aufklärer verachtet wurde.
Der deutsche Aufklärer Friedrich Nicolai schrieb aus diesem Grund 1775 die Parodie „Freuden des jungen Werthers“.
Die Parodie beginnt damit, dass Albert wieder nach Hause kehrt
und Lotte fragt, weswegen Werther wieder bei ihnen zu Hause war. Lotte gesteht ihm was passiert ist, woraufhin Albert überraschenderweise Werther Lotte überlässt und Werther sogar vom Selbstmord abhält. Schließlich heiraten Lotte und Werther, durch einen Ehestreit gehen sie jedoch auseinander, aber Albert schafft es die beiden wieder zu versöhnen. Nun ziehen sie in ein Haus, wo ihr Glück jedoch durch einen Nachbar gestört wird. Werther verkauft das Haus und kauft ein neues Grundstück und lebt so weiterhin glücklich mit Lotte und seinen acht Kindern.
Mit dieser Änderung des Endes übt Nicolai Kritik an dem Roman von Goethe. Denn er lässt Werther nicht nur nach seinem Gefühlen handeln, sondern auch nach seinem Verstand, was man daran erkennt, dass sich Werther Arbeit sucht, nachdem das Geld wegen der Krankheiten aufgebraucht ist.
Jedoch stellt sich die Frage, ob es Nicolai eigentlich berechtigt ist, das Ende des Romans zu verändern und somit Kritik an Goethe’s Werther auszuüben.
Um diese Frage umfassend beantworten zu können, muss man es von verschiedenen Seiten betrachten und ebenfalls die verschieden Epochen näher betrachten.
Goethe schrieb die Leiden des jungen Werther im Stile des Sturm und Drang. Er baute in sein Roman typische Merkmale des Sturm und Drangs ein, wie zum Beispiel die Naturverbundenheit und das Handeln nach den Gefühlen. Der Sturm und Drang ist die Epoche von 1767 bis 1785 und wird auch Geniezeit bezeichnet. In dieser Epoche treten die Emotionen in den Vordergrund und der Verstand in den Hintergrund. Das Handeln nach Gefühlen ist sehr wichtig und jeder einzelne Individualist wird mehr geachtet und das Handeln jedes einzelnen Individuum wurde mehr geschätzt. Die Regeln und neue Erkenntnisse aus der Wissenschaft wurde von ihnen abgelehnt.
Im Gegensatz dazu standen die Inhalte der Epoche der Aufklärung. Diese wird zeitlich auf das 17. und 18. Jahrhundert datiert. In der Aufklärung galt es als sehr wichtig immer nach der Vernunft zu handeln, das Handeln nach den Gefühlen wurde als falsch bewertet.
Die Erneuerungen aus der Entwicklung und die Erkenntnisse aus der Wissenschaft wurde sehr geschätzt. Regeln waren für die Vetreter ebenso sehr wichtig und wurden immer eingehalten.
Um die Frage noch besser beantworten zu können muss man die Folge aus dessen epochenbezogenen Handeln betrachten.
In der von Goethe geschriebenen Roman handelt Werther strikt nach den Merkmalen des Sturm und Drang und Albert ist ein Vertreter der Aufklärung.
In dieser Fassung verachtet Werther die Regeln, was sich anhand der Textstelle belegen kann, in der Werther an Wilhelm schreibt, dass er mit der Arbeitsweise des Gesandten nicht zufrieden sei, da dieser zu sehr an Regeln festhält und durch Gefühle hervergebracht Inversionen und ähnliches nicht akzeptiert. Ebenso hätte Werther in der Parodie, wenn diese von Goethe geschrieben wäre, anders gehandelt. Nachdem sein Kind gestorben wäre, wäre er wieder in tiefe Depressionen gefallen und hätte sich nicht um eine Arbeit gekümmert .
Ebenso wäre er daran kaputt gegangen, als sich Lotte einem jungen Geniestürmer nähert.
Außerdem sieht man anhand des von Goethe geschriebenen Romans, dass das strikte Handeln nach den Gefühlen, schließlich zu einem Selbstmord führt.
Nur dadurch, dass Werther in der Parodie auch nach der Vernunft handelt, bewirkt, dass er am Ende wirklich glücklich ist. Denn ohne der Vernunft hätte er sich keine Arbeit gesucht um Geld zu verdienen. Auch hätte er nicht das mit Mühe zusammengesparte Haus und Garten an den Nachbarn verkauft und ein neues gekauft.
Nur dadurch das er nachdenkt, was besser für sein weiteres Leben ist und auch danach handelt, verhilft ihm zu einem glücklichem Leben.
Aus diesem Grund, kann man sagen, dass die von Nicolai ausgeübte Kritik an Goethes Roman berechtigt ist. Man kann nur glücklich leben, wenn man ab und zu auch mal nach dem Verstand handelt und nicht immer nach den Gefühlen.
Inhalt
Hierbei handelt es sich um eine Erörterung mit der Fragestellung: Ist die Kritik, die Nicolai in seiner Parodie am Werther übt im Kern berechtigt? Es werden mehrer Pro und Contra Argumente verwendet.Dabei werden die beiden verschiedenen Epochen beachtet und erläuert.

(Deutsch, ) (692 Wörter)
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10.03.2006 von unbekannt
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