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Erkenntnistheorie: Naiver Realismus und John Locke

Frage: Erkenntnistheorie: Naiver Realismus und John Locke
(keine Antwort)

 
Heyyy,

ich schreibe bald eine Philosophieklausur und habe megaaaaa schiss davor.

Ich habe ein paar Aufgaben, von denen ich denke das solche vorkommen, aber ich komme net ganz klar mit allen, also wäre super lieb, wenn ihr mir helfen würdet.

Also erst mal sind das zwei Texte eins über den naiven Realismus und das andere über John Locke:

Naiver Realismus

Würde man also einen Erwachsenen, der noch nie systematisch über seine Vorstellungen von der Welt nachgedacht hat, befragen, so wäre die folgende Antwort denkbar:
"Die Welt besteht aus Menschen, Tieren, Pflanzen und Gegenständen sowie Sonne, Mond und Sternen. Alles existiert unabhängig von uns in Raum und Zeit. Wir nehmen sie und auch Vorgänge in der Natur mit unseren Sinnesorganen so wahr, wie sie in Wirklichkeit sind.
Das von uns erworbene Wissen über die Welt gründet sich auf Beobachtung und Erfahrung. Dabei wird die Realität, vergleichbar dem Vorgang des Fotografierens, durch die Sinne in unseren Geist projiziert. In dem Erkenntnisvorgang nimmt der erkennende Mensch deshalb eine passive, die Gegenstände der Umgebung nehmen eine aktive Rolle ein."
"Aber ich kann doch den Erkenntnisvorgang insofern frei gestalten, dass ich meine Aufmerksamkeit auf diesen Gegenstand oder jenes Ereignis richte, also leiste ich doch bei der Erkenntnis einen eigenständigen Beitrag, indem ich manches auswähle, anderes übergehe", könnte man einwenden. Diesen Einwand würde unser fiktiver Erwachsener wohl gelten lassen, gleichzeitig aber betonen, dass dies kein Gegenargument sei. Denn sobald jemand einen Gegenstand wahrnehme, habe er keinen Einfluss mehr auf den Inhalt seiner Beobachtung, der Inhalt dränge sich ihm gleichsam auf. Die oben dargestellt Weltanschauung wird in der Philosophie auch als Abbildtheorie oder Naiver Realismus bezeichnet. Mit "naiv" soll angezeigt werden, dass viel Vertreter dieses Standpunkts ihr Weltbild nicht kritisch hinterfragen und eine solche Problematisierung oft als typisch philosophische Spitzfindigkeit ablehnen. Auf die Idee, beispielsweise die Existenz eines vor mir stehenden Tisches anzuzweifeln, kann nach ihrer Meinung nur ein Philosoph kommen, der seinen gesunden Menschenverstand verloren hat.

Der zweite Text:

Nehmen wir also an, der Geist sei, wie man sagt, ein unbe-schriebenes Blatt ohne alle Schriftzeichen, frei von allenIdeen; wie werden ihm diese dann zugeführt? Wie gelangt erzu dem gewaltigen Vorrat an Ideen, womit ihn die geschäfti-ge schrankenlose Fantasie des Menschen in nahezu unendli-cher Mannigfaltigkeit beschrieben hat? Woher hat er all dasMaterial für seine Vernunft und für seine Erkenntnis? Ich ant-worte darauf mit einem einzigen Worte: aus der Erfahrung.Auf sie gründet sich unsere gesamte Erkenntnis, von ihr leitetsie sich schließlich her. Unsere Beobachtung, die entwederauf äußere sinnlich wahrnehmbare Objekte gerichtet ist oderauf innere Operationen des Geistes, die wir wahrnehmen undüber die wir nachdenken, liefert unserm Verstand das gesam-te Material des Denkens. Dies sind die beiden Quellen der Er-kenntnis, aus denen alle Ideen entspringen, die wir habenoder naturgemäß haben können.3.Wenn unsere Sinne mit bestimmten sinnlich wahrnehmba-ren Objekten in Berührung treten, so führen sie dem Geisteine Reihe verschiedener Wahrnehmungen von Dingen zu,die der mannigfach verschiedenen Art entsprechen, wie jeneObjekte auf die Sinne einwirken. Auf diese Weise kommenwir zu den Ideen, die wir von gelb, weiß, heiß, kalt, weich, hart, bit-ter, süß haben, und zu allen denen, die wir sinnlich wahrnehm-bare Qualitäten nennen. Wenn ich sage, die Sinne führen siedem Geist zu, so meine ich damit, sie führen von den Gegen-ständen der Außenwelt her dem Geist dasjenige zu, was indemselben jene Wahrnehmungen hervorruft. Diese wichtigeQuelle der meisten unserer Ideen, die ganz und gar von unse-ren Sinnen abhängen und durch sie dem Verstand zugeleitetwerden, nenne ich Sensation.4. Die andere Quelle, aus der die Erfahrung den Verstandmit Ideen speist, ist die Wahrnehmung der Operationen deseigenen Geistes in uns, der sich mit den ihm zugeführtenIdeen beschäftigt. Diese Operationen statten den Verstand,sobald die Seele zum Nachdenken und Betrachten kommt,mit einer anderen Reihe von Ideen aus, die durch Dinge derAußenwelt nicht hätten erlangt werden können. Solche Ideensind: wahrnehmen, denken, zweifeln, glauben, schließen, erkennen, wollen und all die verschiedenen Tätigkeiten unseres eige-nen Geistes. Indem wir uns ihrer bewusst werden undsie in uns beobachten, gewinnen wir von ihnen für unse-ren Verstand ebenso deutliche Ideen wie von Körpern,die auf unsere Sinne einwirken. Diese Quelle von Ideenliegt ausschließlich im Innern des Men-schen, und wenn sie auch kein Sinn ist, dasie mit den äußeren Objekten nichts zu tunhat, so ist sie doch etwas sehr Ähnliches und könnte füglichals innerer Sinn bezeichnet werden. Wäh-rend ich im ersten Fall von Sensation rede,so nenne ich diese Quelle Reflexion, weil dieIdeen, die sie liefert, lediglich solche sind,die der Geist durch eine Beobachtung sei-ner eigenen inneren Operationen gewinnt.Im weiteren Fortgang dieser Abhandlungbitte ich demnach unter Reflexion dieKenntnis zu verstehen, die der Geist vonseinen eigenen Operationen und von ihrenEigenarten nimmt, auf Grund derer Ideen von diesen Opera-tionen in den Verstand gelangen können. Zweierlei Dinge al-so, nämlich äußere materielle Dinge als die Objekte derSensation und die inneren Operationen unseres Geistes als dieObjekte der Reflexion, sind für mich die einzigen Ursprünge,von denen alle unsere Ideen ihren Anfang nehmen.

Die Aufgaben sind folgende:

1)
Erläutere in welchen Punkten die Überzeugungen Lockes mit denen des naiven Realismus übereinstimmen.

2)
Welche Bedeutung haben "innere Sinne" und "innere Wahrnehmung"?

3)
Geben Sie den Unterschied zwischen "Sensation" und "Reflexion" an und machen Sie deutlich inwiefern Locke den naiven Realismus überschreitet.

4)
Stellen Sie die Ergänzungen zu Locke, dass die komplexere Varieante der empirischen Theorie Bertrand Russel dar.


Ich bin echt auf Hilfe angewiesen, wäre super lieb, wenn ihr mir helfen würdet.

Liebe Grüße
GAST stellte diese Frage am 16.12.2007 - 17:24





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