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Siegmund Freuds Theorie "Ich, Es und Über-Ich"

Frage: Siegmund Freuds Theorie "Ich, Es und Über-Ich"
(8 Antworten)

 
Hey Leude,

ich schreib morgen ne Arbeit in "Werte und Normen", über Siegmund Freud und seine Theorie "Ich, Es und Über-Ich". Hat das jemand schonmal gehabt und kann mir dazu ein paar Infos geben?

Mfg tim
GAST stellte diese Frage am 18.01.2006 - 15:24


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Antwort von Philos18 (ehem. Mitglied) | 18.01.2006 - 15:27
Es = Wenn wir auf die Welt kommen, leben wir ziemlich direkt und hemmungslos unsere physischen (der Wille zum Essen) und psychischen (der Wille zur Nähe oder Wärme) Bedürfnisse aus.
Dieses Trieb- oder Lustprinzip im Menschen ist das „Es“.

Ich = Das Es bleibt ein Leben lang im Menschen.
Aber langsam lernt der Mensch, seine Lüste unter Kontrolle zu halten und sich dadurch seiner Umgebung anzupassen.
Er lernt, das Lustprinzip mit dem Realitätsprinzip abzustimmen; er baut ein Ich auf, das jene regulierende Funktion übernimmt.
Obwohl er Lust auf etwas hat, kann er sich nicht mehr einfach hinsetzen und schreien, bis seine Wünsche oder Bedürfnisse befriedigt werden.

Über-Ich = Schon als kleines Kind wird der Mensch mit ethischen Prinzipien vertraut gemacht. Noch als Erwachsener hört er den Nachhall solcher moralischer Anforderungen und Verurteilungen.


Das Über-Ich steht dem Ich gegenüber, weil er den Menschen Bescheid gibt, wenn der Mensch erotische oder sexuelle Wünsche hat.

Kleine Kinder spielen gern mit ihren Geschlechtsorganen rum.
Wenn das Kind dafür geschmäht wird entwickelt er ein Schuldgefühl, das im Über-Ich gespeichert wird. Das gespeicherte bleibt für viele Menschen ein Leben lang erhalten, das bleibt allem Sexuellen untrennbar verbunden.

Was bewusst ist, ist wie die Spitze des Eisbergs, die aus dem Wasser ragt. Unter der Wasseroberfläche – oder unter der Schwelle des Bewusstseins – sitzt das Unterbewusstsein.

Der Ausdruck „das Unbewusste“ bezeichnet alles, was der Mensch verdängt hat; d. h. alles, was der Mensch vergessen wollte, weil es unbehaglich, unschicklich oder ekelhaft ist. Wenn der Mensch Wünsche oder Lüste hat, die für sein Bewusstsein – oder für das Über-Ich – unerträglich sind, stopft er sie ins Unterbewusstsein.

...aus meinen Notizen...


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Antwort von Philos18 (ehem. Mitglied) | 18.01.2006 - 15:30
...der Mann heißt Sigmund ;-)

 
Antwort von GAST | 18.01.2006 - 15:32
@Philos18
...besser geht`s nimmer!


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Antwort von Philos18 (ehem. Mitglied) | 18.01.2006 - 15:37
evtl. noch die Definition:

-das Es, älteste Instanz, " sein Inhalt ist alles, was ererbt, bei Geburt mitgebracht, konstitutionell festgelegt ist, v.a. also die aus der Körperorganisation stammenden Triebe " ;
-das Ich, dies lernt Reize kennen, speichert sie im Gedächtnis, vermeidet überstarke Reize, begegnet mäßige Reizen durch Anpassung und verändert die Außenwelt zu seinem Vorteil; es zensiert das Es, strebt nach Lust und vermeidet Unlust;
-das Über- Ich ist der " Niederschlag der langen Kindheitsprobe ", die Macht der Institutionen, der Moral, der Religion etc.

" Man sieht, dass Es und Über- Ich bei all ihrer fundamentalen Verschiedenheit die eine Übereinstimmung zeigen, dass sie die Einflüsse der Vergangenheit repräsentieren, das Es den der ererbten, das Über- Ich im wesentlichen den der von anderen übernommenen, während das Ich hauptsächlich durch das selbst Erlebte, also Akzidentelle und Aktuelle bestimmt wird. "

 
Antwort von GAST | 18.01.2006 - 15:39
Loooooooool hab ich jetzt mit Sigmund Jähn verwechselt hab mich schon gewundert was der mit Werten und Normen will ;P

 
Antwort von GAST | 18.01.2006 - 15:39
@ philos...........echt mal gut erklärt.besser könnt ichs auch nicht^^

 
Antwort von GAST | 18.01.2006 - 15:39
Eigentlich heißt er gar nicht Sigmund Freud, sondern Sigismund.

Der Mensch ist ein triebhaftes Wesen und wird von 2 Grundtrieben beherrscht: dem libidinösen, sexuellen und dem destruktiven, aggressiven Trieb.So spricht Freud von einem Lebenstrieb und einem Todestrieb. Ziel aller Triebe ist immer Spannungsreduktion und Lustgewinn.

Tiefenpsychologie

Allgemein:
In der Tiefenpsychologie wird vor allem die Bedeutung des Unbewussten hervorgehoben.
Sie geht hauptsächlich auf Sigmund Freud (Wiener Neurologe und Psychiater) zurück.
Sigmund Freud wird also als Begründer der Psychoanalyse angesehen.

Psychischer Apparat:
Der Psychische Apparat ist nach der Theorie Freuds ein Modell, das versucht die Struktur der Psyche bildhaft wiederzugeben.

a) Topographisches Modell
Das topographische Modell (bis ca.1920) unterscheidet drei “topische” (räumliche) Systeme,
das Unbewusste, Vorbewusste und das Bewusste.
Während das Unbewusste vorwiegend aus verdrängten Inhalten besteht, denen der Weg ins
Bewusstsein verwehrt ist, enthält das Vorbewusste prinzipiell bewusstseinsfähige Inhalte (z.B.
ein Name, der mir entfallen ist, mir jedoch nach Überlegung wieder einfällt). Das Bewusste
wird dem Unbewussten schroff gegenüber gesetzt.

Das Bewusste:
•Alles, was ich weiß und bewusst wahrnehme
Das Unbewusste:
•Alles, was mir nicht bewusst ist
•Dinge, die unbewusst verleugnet oder verdrängt werden
•Vitale Triebansprüche
Das Vorbewusste:
•Material, das zwar nicht ständig bewusst ist, aber nahezu beliebig reproduziert und erinnert werden kann.

b) Das Persönlichkeitsmodell
Das Persönlichkeitsmodell (ab ca. 1920) ist differenzierter: Es unterscheidet die Instanzen Es,
Über-Ich und Ich, wobei das Es ganz dem Unbewussten angehört, aber auch das
Über-Ich und das Ich unbewusste Anteile enthalten. Während das Es den Bereich der Triebe und
der mit ihnen verbundenen Vorstellungen repräsentiert, ist das Über-Ich der Zensor des Ich. Das
Ich versucht zwischen den Ansprüchen des Es, den Ansprüchen des Über-Ich und der Realität zu
vermitteln.

Über-Ich:
•Enthält: Normen, Verbote/Gebote, Ideale, Gewissen, moralische/ethische Wertvorstellungen
•Ist Richter oder Zensor des Ich
•Forderung nach Anpassung: “Du sollst”
Ich:
•Kontrolle, Wahrnehmen, Denken
•Realitätsangepasste Verwirklichung Kompromisse
•Vermittlung: Über-Ich, Es, Realität: “Du darfst”
Es:
•Triebe animaler Form
•Verdrängungen
•Befriedigung der Triebe: “Es will”
Verdrängung:
Bei der Verdrängung versucht das Subjekt Triebwünsche oder trieborientierte Vorstellungen ins Unbewusste zurückzustoßen oder dort festzuhalten. Dieser Vorgang verläuft für das Subjekt unbewusst. Häufig ist die Verdrängung mit einem Abwehrvorgang verbunden, der vom Ich ausgeht. Die Verdrängung ist der wichtigste Abwehrmechanismus.
Freud: “Die Verdrängungslehre ist der Grundpfeiler, auf dem das Gebäude der Psychoanalyse beruht.”.

Übertragung:
In der Übertragung wird Vergessenes aus der Vergangenheit wiederbelebt und auf den Analytiker (oder andere Person) in der Gegenwart bezogen. Auf das Objekt der Übertragung werden Gefühle und Reaktionen gerichtet, deren Ursprung in der Vergangenheit nicht mehr bewusst ist. Die Übertragung ist ambivalent, sie umfasst positive, zärtliche, wie negative, feindselige Einstellungen. Für die psychoanalytische Praxis ist die Übertragung nach Freud das mächtigste therapeutische Instrument, dessen Wert gar nicht überschätzt werden kann. Sie ist ein Weg unbewusste Verdrängungen aufzudecken, an das verdrängte “Material” gebundene Affekte zu wiederholen, vergessene Konflikte aus der frühen Kindheit wiederzubeleben und noch einmal zu erleben. Durch die Reaktivierung seiner unbewussten Wünsche in der Übertragung wird sich der Patient dieser Wünsche bewusst. Wenn die Konflikte in der Beziehung zum Analytiker nicht erneut durchlebt werden, lassen sie sich nicht auflösen.

 
Antwort von GAST | 18.01.2006 - 16:07
Joa, bei wikipedia hab ich auch schon geguckt^^ fand die Erklärung aber nich besonders verständlich.... die erste Erklärung von Philos, fettes thx @all^^

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