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Hobbes - Mensch von NAtur aus Böse?

Frage: Hobbes - Mensch von NAtur aus Böse?
(11 Antworten)


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Die Frage selbst ist mir eigentlich völlig egal.
Doch habe ich heute einen Text bzw. seinen Text über das Thema gelesen und ich finde nicht ein einziges Argument, was seine theorie bestätigt. Also ich finde keine Begrüdung von ihm ausgehen. Kennt ihr welche?
Frage von shiZZle | am 16.02.2009 - 21:19

 
Antwort von GAST | 16.02.2009 - 21:33
Allgemein:
Das Kind wird als "wildes Wesen" geboren und muss in eine Gemeinschaft mit ihren Regeln, Werten und Normen erst hineinwachsen.
Von sich aus ist der Säugling auf seine Bedürfnisse beschränkt, die ebenso wie beim Kleinkind rein egoistisch sind. Rücksichtnahme, Zusammenarbeit, Kompromisse etc. müssen "erlernt" werden und sind offenbar nicht "von Natur aus" vorhanden.

Hobbes selber:
Hobbes geht im Prinzip von diesem Grundverständnis aus. Ohne Regierung wären wir alle im "Ursprungszustand". Als von Geburt an egoistische Wesen hätte so jeder ein subjektives Recht auf alles - und das würde zu nichts als Konflikten, Krieg usw. führen.

Jetzt nur mal als solches betrachtet, nicht von mir kommentiert. Meintest du das?


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Antwort von shiZZle | 16.02.2009 - 21:38
Das von dir ist klar, das weiß ich. Aber Hobbes selbst, hat irgendwie keine Argumente. Ich sehe darin (was du jetzt geschrieben hast zu Hobbes), kein Argument, sondern viel mehr eine Folge aus diesem "Bösen". Doch WARUM der Mensch von NAtur aus Böse sein soll, sagt er nicht. (so bin ich der auffassung)


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Antwort von auslese | 16.02.2009 - 21:40
Grundsätzlich muss man sagen, dass Hobbes in einer Zeit gelebt hat, in der es Bürgerkriege und zu häufigen Aufruhren kam. Dadurch, dass er das aktiv miterlebt hat, war er quasi "vorgeschädigt.

Sein "Naturzustand" beschreibt ein gesellschafltiches - von Willkür und absoluter Freiheit geprägtes - System ohne Staat; den Krieg „aller gegen alle“. Der Mensch ist nach seiner Auffassung kein soziales Wesen, sondern ein unpolitischer Privatbürger. Er geht soweit, dass er sagt: Der Mensch ist dem „Menschen ein Wolf“, da: Machtgewinn, Selbsterhaltung, Besitzvermehrung elementare Attribute unserer Existenz sind.
Darüber hinaus zeigen wir gegenüber unseren Mitmenschen Skepsis, Konkurrenz, Angst (man will selbst der Stärkste sein), Feindseligkeit, Neid und Desinteresse.

(Und wie ich sehe komm ich zu spät.. - naja, vllt hilfts trotzdem)


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Antwort von shiZZle | 16.02.2009 - 21:54
Ne kommst nicht zu spät. Das was er sagt, stelle ich noch gar nicht in Frage. Ich würde es aber gerne. Doch fehlen mir seine Argumente. Er macht Annahmen, die du schon erwähnt hast, aber begründet diese nicht.

 
Antwort von GAST | 16.02.2009 - 21:55
Ach, jetzt kommt die auslese dazwischen. ;)

Hobbes erlebte schon früh in seiner Kindheit Bürgerkriege - siehe ausleses Post. Sowas prägt wirklich.

Hobbes geht nicht davon aus, dass es so etwas wie eine angeborene Moral o.ä. gibt. Jeder Mensch hat seine ganz eigenen, egoistischen Vorstellungen davon, was gut und böse ist, z.B. Dahinter steht ein mechanistisches Menschenbild, das davon ausgeht dass wir keinen freien Willen haben, sondern alles determiniert ist.

"Denn was ist das Herz als eine Quelle? Was sind unsere Nerven als ein Bündel von Fäden?" (Hobbes, frei übersetzt)

Hobbes geht, jetzt mal sehr verkürzt gesprochen, davon aus, dass Eindrücke aus der Welt z.B. auf unsere Augen "drücken" und dieser Druck dann über unsere Sinnesorgane und Nerven weitergegeben wird an unser Inneres - wir sind also letztlich wie Maschinen, die auf Knopfdrücken reagieren. Das einzige, was uns laut Hobbes angeboren, also von Gott mitgegeben ist, sind unsere Sinne, unsere Gedanken und somit unsere Fähigkeit zu denken/zu schlussfolgern. Aufgrund der Tatsache, dass uns so etwas wie Moral o.ä. nicht angeboren ist (bis zu einem gewissen Maß), sondern wir letztlich wie Maschinen, gebaut von einem Schöpfer, sind, muss uns alles, was uns menschlich macht, anerzogen werden.

Einfach ist das nicht, ich habe mich auch selber nicht im Detail mit Hobbes auseinander gesetzt. :)


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Antwort von shiZZle | 16.02.2009 - 21:58
Das was er sagt, ist mir klar. Doch sagst du selbst: Hobbes geht davon aus....laut Hobbes....

Doch seine Begründungen? Ich habe mir den Text 3 mal durchgelesen...und nichts. Er stellt eine Theorie auf...erläutert diese, und sagt, sie sei richtig...doch es fehlt komplett die Begründung.


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Antwort von auslese | 16.02.2009 - 22:05
Die Begründung ist: Er hat nen "Schaden", da er den Krieg miterlebt hat.


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Antwort von shiZZle | 16.02.2009 - 22:06
ahh okay. Das war nämlich auch mein Gedanke. Habs echt immer und immer wieder gelesen und versucht argumente herauszufiltern, aber der listet da nur behauptungen auf.

 
Antwort von GAST | 16.02.2009 - 22:39
Hatte jetzt keine Lust alles zu lesen, aber mal eine kleine, aber ganz wichtige Anmerkung: Hobbes hat niemals gesagt, dass der Mensch von Natur aus böse ist. im Gegenteil, er ist frei von jeder Wertung. Der Egoismus von dem hobbes spricht ist psychologischer Egoismus, nicht moralischer Egoismus. Deswegen kann man nicht von böse sprechen. Weiterhin zu sagen ist, dass er den Naturzustand nur als hypotetischen Zustand angesehen hat, nicht als historische Tatsache.

 
Antwort von GAST | 16.02.2009 - 22:44
Zitat:
Das einzige, was uns laut Hobbes angeboren, also von Gott mitgegeben ist, sind unsere Sinne, unsere Gedanken und somit unsere Fähigkeit zu denken/zu schlussfolgern. Aufgrund der Tatsache, dass uns so etwas wie Moral o.ä. nicht angeboren ist (bis zu einem gewissen Maß), sondern wir letztlich wie Maschinen, gebaut von einem Schöpfer, sind, muss uns alles, was uns menschlich macht, anerzogen werden.

Einfach ist das nicht, ich habe mich auch selber nicht im Detail mit Hobbes auseinander gesetzt. :)

Dass du dich nicht viel damit beschäftigt hast, merkt man, denn für Hobbes spielt Gott keine Rolle, das war bei john Locke so.

Zitat:
Doch seine Begründungen? Ich habe mir den Text 3 mal durchgelesen...und nichts. Er stellt eine Theorie auf...erläutert diese, und sagt, sie sei richtig...doch es fehlt komplett die Begründung.

Du hast Leviathan 3 mal komplett gelesen? Respekt! Man kann nicht nur einen textauszug lesen und dann meinen, man müsste alles wissen. Diese Theorien vom gesellschaftsvertrag sind ziemlich komplex, und man muss wirklich sehr aufmerksam lesen. Was genau hast du denn gelesen?

 
Antwort von GAST | 16.02.2009 - 22:54
Shattered_Soul, ich gebe gerne zu mich damit nicht im Detail beschäftigt zu haben. Gott habe ich mit reingebracht, weil Maschinen gebaut werden - und diese Denke auf Menschen übertragen wird. Hobbes selber macht zum Schöpfer tatsächlich keine Angabe.

Das wäre übrigens mal interessant, gibt es sicherlich was zu. Hobbes selber ist Sohn eines Pfarrers... wenn ich gerade nicht falsch liege?

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