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Das römische Klientelwesen / Patronat

Alles zu Rom, Römer und Römisches Reich

Das römische Klientelwesen


Das römische Klientelwesen war ein typisch alt-römisches Gesellschaftsphänomen, welches schwerpunktmäßig in den Zeiten der 2.Republik zum Alltag zählte, in späteren Jahrhunderten und gegen Ende der partiell-demokratischen Zeit, mit dem Aufstieg des Augustus, aber zusehends an Bedeutung verlor.
Der Begriff Klientelwesen beschreibt ein Verantwortungsverhältnis zwischen Klient und Patron, von diesem abgeleitet ist ebenfalls der zweite Name dieses Systems, namentlich Patronat. Der Klient kam hierbei in den weitaus meisten Fällen aus den unteren, mittelosen und gesellschaftlich benachteiligten Schichten des römischen Staates und war dadurch gezwungen sich einflussreicheren Gönnern unterzuordnen, den sogenannten Patronen. Diese waren gesellschaftlich und finanziell besser gestellte Bürger, die mit ihren Klienten gerne diese Personenbindung eingingen und sie bei Bedarf finanziell oder im Falle von gerichtlichen Prozessen durch Einfluss und Rhetorik unterstützten, als Gegenleistung hierfür konnten sie den Respekt und andere Dienste von ihren Klienten einfordern.
Dar die Mehrheit der Patronen vorallendingen auf die Belegung von wichtigen politischen Ämtern versiert war, stellte die Wahlstimme der Klienten das wichtigste Gut dar, welches selbige (die Klienten) den Patronen anbieten konnten. Dass es keine besonders sichere Anlage war, wurde aus der Tatsache ersichtlich, dass viele der Klienten auf die Unterstützung von mehreren Patronen angewiesen waren und so zusehends in Intressenskonflikte gerieten, welchen ihrer Patronen sie wählen sollten.
Im Laufe der Geschichte schwangen sich besonders charismatischen Feldherren zu Patronen ihrer Soldaten auf, diese (die Soldaten) konnten von ihrem niedrigen Sold kaum leben und zur Alterssicherung waren sie auf Ländereien und weitere finanzielle Unterstützung angewiesen, dies führte besonders gegen Ende der Republik dazu, dass viele Soldaten, die noch wesentlich engere Personenbindung, als Klient ihres Kommandeurs eingingen. Hierdurch konnten sich die Feldherren der Unterstützung ihrer Soldaten unter allen Umständen sicher sein, was die Position des Senats und seine Macht immer mehr untergrub.
Trotz allem hielt sich dieses mehr oder weniger symbiotische Gesellschaftssystem bis über das Ende der Republik und die Einführung der Monarchie hinaus, auch wenn es in Folge der Entdemokratisierung des Römischen Staates und dem damit einhergehenden Wertverlust der Wählerstimme, erheblich an Bedeutung verlor.
Historisch gesehen ähnelt dieses Verfahren der Personenbindung, unter anderem, dem später aufkommenden Lehnswesen, welches ebenfalls maßgeblich auf dem Verantwortungsverhältnis zwischen Lehnsherr und seinem Vasall fußte, welcher im Gegenzug für das Recht das Land seines Lehnsherrn zu nutzen, Abgaben und Frondienste entrichten musste.
Ein relativ modernes Beispiel bietet die, seit Anfang des 20.Jahrhunderts vermehrt auftauchende, italienische Cosa Nostra, welche durch ein ähnliches System der Personenbindung an Paten funktioniert und somit vielleicht als Wiederbelebung des Klientelwesens im kriminellen Milieu zu sehen ist.
Inhalt
Die Aufgabe lautete:
Welche Bedeutung kam dem röischen Klienelwesen zu? Vergleicht dieses gesellschaftspolitische Beziehungssystem mit anderen euch aus der Geschichte und Gegenwart bekannten Formen.
Als Quelle habe ich das "Kursbuch Geschichte- von der Antike bis zur Gegenwart" vom Cornelsen-Verlag benutzt und einen text von grit wagner verwendet. (412 Wörter)
Hochgeladen
15.05.2008 von unbekannt
Schlagwörter
Rom | Klientelwesen | gesellschaftspolitisches Beziehungssystem | Patronat | Patron | Klient
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