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Römische und Griechische Antike (Vergleich, Geschichtsklausur)

Alles zu Rom, Römer und Römisches Reich

Geschichtsklausur Jahrgangsstufe 11: Griechische und römische Antike


Note: 13 P

Der Geschichtsschreiber Sallust (86 – 35 v. Chr.) über die Gründe für den Niedergang der Römischen Republik
>>Im Übrigen war die Unsitte, dass es politische Parteien und Cliquen mit all den üblen Begleiterscheinungen gab, erst vor wenigen Jahren in Rom aufgekommen, und zwar infolge der Friedenszeit und des Überflusses an allen Dingen, die die Menschen für besonders wichtig erachteten. Denn bis zur Zerstörung Karthagos [146 v. Chr.] verwalteten Volk und Senat von Rom miteinander die Republik auf friedvolle und maßvolle Weise und es gab keinen Wettstreit um Ruhm oder Herrschaft über andere. Furcht vor dem Feind hielt die Bürgerschaft bei guten Sitten. Sowie diese Furcht aufhörte, da freilich begann leider das, was gute Zeiten gerne mit sich bringen: Zügellosigkeit und Übermut. Deshalb wurden die Zustände mit der Ruhe, die die Bürger in schlechten Zeiten so ersehnt hatten, seit sie sie bekommen hatten, schlimmer und betrüblicher. Denn die Nobilität begann ihr Ansehen, das Volk seine Freiheit zu missbrauchen, jeder nahm, raffte und raubte für sich, was er wollte. So wurde alles in zwei Parteien gespalten und die Republik, die in der Mitte lag, auseinandergerissen. Dabei konnte sich die Nobilität durch ihren Zusammenschluss besser durchsetzen, die Macht des Volkes aber, die wegen der großen Menge locker und zerstreut war, vermochte weniger. Nach dem Willen von wenigen Leuten wurde Außen- und Innenpolitik gemacht. In den Händen dieser Leute lagen auch Staatsschatz, Provinzen, Ämter, Ruhmestitel und Triumphe. Das Volk hatte unter Kriegsdienst und Not zu leiden. Die Beute in den Feldzügen teilten sich die Feldherren gierig mit einigen Freunden. Inzwischen wurden die Eltern oder die jungen Kinder der Soldaten, wenn diese an einem mächtigen Nachbarn grenzten, von ihren Höfen vertrieben. So kam mit diesem Machtanspruch der Nobilität Habsucht ohne Maß und Grenzen auf, beschmutzte und verwüstete alles, kannte nichts Hohes noch Heiliges mehr, schließlich richtete sie sich selbst zu Grunde. Denn sowie sich in der Nobilität Männer fanden, die wahren Ruhm ungerechter Macht vorzogen, geriet die Bürgerschaft in Bewegung und es entstand eine Spaltung der Bürger ähnlich einem Erdbeben.<<
(Sallust: Krieg gegen Iugurtha 41.)

Aufgabenstellung:

  1. Gebe in eigenen Worten die Gründe wieder, die Sallust für den Niedergang der Römischen Republik verantwortlich macht. (18/20P)

  2. Erörtere die Thesen Sallusts unter Einbeziehung deines Wissens über die römische Antike . (22/25P)

  3. Der römische Politiker Cicero (106 – 43 v. Chr.) äußert sich in seiner Rede ‚Pro Flacco’ über den Niedergang des attischen Reiches und stellt den hier geschilderten Staatsaufbau Athens dem Rom gegenüber: „Wenn im Theater in allen wichtigen Angelegenheiten unerfahrene, ungebildete Menschen zusammensaßen, dann nahmen sie unnütze Kriege auf, dann stellten sie verbrecherische Menschen an die Spitze ihres Staatwesens, dann jagten sie Bürger, die sich bestens um den Statt verdient gemacht hatten, aus der Bürgerschaft.“ Nimm zu dieser Äußerung Ciceros Stellung. (14/15P)


Lösungen:


Aufgabe 1:
Sallust berichtet in seinem Text „Krieg gegen Iugurtha 41.“ über einige Gründe für den Untergang der Römischen Republik.
Der Sittenverfall, der durch die Zeit des Friedens und dem Übermaß an begehrten Gütern zustande gekommen sei, und sich in dem Wettstreit um Ruhm und Macht äußere, sei einer dieser Gründe, schreibt Sallust. Die obere Schicht der Bevölkerung habe begonnen ihre soziale Prestige und das Volk seine Freiheit zu missbrauchen. Politik würde nach dem Willen nur weniger, der Nobilität, gemacht werden. Als einige von ihnen begonnen hätten, Ruhm der Habsucht vorzuziehen [an dieser Stelle setzt er Ruhm und Macht in Beziehung ], wäre ein tiefer Spalt zwischen diesen Männern und der übrigen Nobilität entstanden. Dieser habe die Republik auseinandergerissen, so Sallusts Meinung.
[Lediglich der Punkt der ‚Cliquenwirtschaft’ kommt etwas zu kurz.]

Aufgabe 2:
Den Sittenverfall, den Sallust anspricht, hat es wohl wirklich gegeben. Das 1. Jahrhundert v. Chr. War geprägt von Männern wie z.B. Catilina, die darauf aus waren, an die Macht zu gelangen, egal mit welchen Mitteln. Während früher für den Römer die Republik über alles ging, seine Rechte und seine Freiheit auf diese zugeschnitten und ausgerichtet waren, herrschte im 1. Jahrhundert v. Chr. Die Stimmung vor, eigene politische Interessen durchzusetzen. Die Macht wurde auf einige wenige reduziert, die Heeresreform des Marius führte ebenfalls zu einer Umverteilung der macht. Oblag die Heeresgewalt bis zu diesem Zeitpunkt dem Senat, wurde sie jetzt auf die Reichsten verteilt.
Die Kriege Ende des 2. Jahrhundert v. Chr. Führten zu einem Überfluss an Reichtum und Sklaven. Die Reichen wurden noch reicher, die Gier wurde genährt.
[Hinweis auf die zunehmende Armut der Bauern, ihre Vertreibung von den Höfen]
Die Spaltung der Bürger, die Sallust beschreibt, stellt den Konflikt zwischen den Optimaten und den Popularen dar. Die Optimaten waren gegen Reformen, wollten die alten Traditionen bewahren und die Macht der Republik wieder erstarken lassen. Die Popularen dagegen waren für das Volk, für eine Umverteilung, für Reformen. Während die Gracchen im 2. Jahrhundert v. Chr. Noch für diese Ziele sterben mussten, gelang es Marius durch seine Heeresreform als Erster das Konsulat ein zweites Mal anzutreten. Der Senat verlor an Macht, ein Bürgerkrieg zwischen den Optimaten und den Popularen brach aus. Ein letztes kurzes Aufbäumen der Republik konnte ihren Niedergang nicht verhindern.
[Die These der ‚Langeweile’ aufgrund des Friedens wurde vernachlässigt]

Aufgabe 3:
Cicero sagt in dem Zitat aus, das griechische Volk hätte in Volksversammlung und im Rat der 400 bzw. 500 durch Unerfahrenheit und Unbildung zu unnützen Kriegen geführt. Die falschen, nämlich verbrecherische Menschen seien an die Spitze der Regierung gewählt und diejenigen, die dem Staate Gutes wollten, ihm Gutes taten, wären vertrieben, ins Exil geschickt, worden.
Wenn er dies nun dem römischen Staatsaufbau gegenüberstellt, drückt er damit implizit aus, Rom hätte diese Fehler nicht gemacht.
Aber stimmt das auch? Sind nicht durch Wahlen der Volksversammlung auch in Rom verbrecherische Menschen an die Macht gekommen?
In Rom wurden die Beamten ebenfalls von „unerfahrenen, ungebildeten“ Menschen aus dem einfachen Volk gewählt.
[Unterschiedliches Stimmrecht, siehe Zenturiats-Komitien]
[Arm – Reich => Unterschiedlicher Bildungsgrad]
In Griechenland war die Dauer, wie lange ein Amt zu bekleiden war, ebenso wie in Rom beschränkt. Anfangs konnten in Rom zwar nur die Patrizier ein Amt inne haben, allerdings änderte sich dies im Laufe der Zeit, so dass auch Plebejer die Ämterlaufbahn einschlagen konnten. (siehe z. B. Marius)
Der Areopag, das „wachsame Auge“ auf die Regierung, bestand aus ehemaligen Archonten, der Senat der Römer bestand aus ehemaligen Konsuln, später aus ehemaligen Beamten.
Ein Unterschied besteht darin, dass in Rom im Gegensatz zu Griechenland kein Losverfahren mehr angewandt wurde.
Letztendlich ist die römische Verfassung eine Verbesserung der griechischen, allerdings konnte diese Verbesserung nicht verhindern, dass auch die römische Verfassung, die Republik, unterging.
Inhalt
3 Aufgaben:
1)Der Untergang der Römischen Republik (im 1. Jahrhundert v. Chr.)
2)Einbeziehung des eigenen Wissens zu 1) und das Erörten von Sallusts These (siehe oben)
3)Vergleich: Attische Verfassung - Römische Verfassung (1080 Wörter)
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07.12.2007 von unbekannt
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