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Friedrich Dürrematt - Die Physiker - Charakterisierung von Newton und Einstein

Alles zu Friedrich Dürrenmatt  - Die Physiker

Newton und Einstein



Der Physiker Alec Jasper Kilton wohnt unter dem Falschnamen Herbert Georg Beutler im Irrenhaus und spielt einen Verrückten vor, der sich für Newton hält. Ebenso sein Gegenspieler Joseph Eisler, der unter dem Namen Ernst Heinrich Ernesti in das Irrenhaus kam und sich angeblich für Einstein hält. Beide sind in Wirklichkeit jedoch Agenten rivalisierender Geheimdienste. Einstein ist Agent des Ostens, Newton Agent des Westens. Die beiden Agenten haben das gleiche Ziel, nämlich die Beschaffung der »Weltformel«, damit diese den unterschiedlichen Systemen (West / Ost) nutzbar gemacht werden kann.

Beide benehmen sich zuerst als Irre, die sich für die genialen Physiker Newton und Einstein halten. Newton allerdings gibt im Gespräch mit dem Inspektor zu, gar nicht Newton zu sein, sondern in Wirklichkeit Einstein. Er berichtet dem Inspektor, dass er nur vorgebe, Newton zu sein, um Herr Ernesti (Einstein) nicht zu beunruhigen. »Wenn Ernesti nun erführe, dass ich in Wirklichkeit Albert Einstein bin, wäre der Teufel los« (S.21).

In den weiteren Akten wird aber deutlich, wer sie wirklich sind. Beide haben eine Krankenschwester umgebracht, wie es auch Möbius tut, um sich vor der Entlarvung zu schützen. Durch den sinnlos scheinenden Mord an den Schwestern bleibt ihre angebliche Verrücktheit aber glaubhaft, ihr Aufenthalt gesichert. So musste Newton seine Krankheit »durch einen Mord endgültig beweisen« (S.63).

Nachdem sich das Irrenhaus in ein »Gefängnis« verwandelt hat, scheint es für Newton dringend geworden zu sein, mit Möbius zu reden. »Ich will nämlich hinaus« (S.62), gesteht er Möbius und erzählt ihm, wer er wirklich ist, nämlich Kilton, »der Begründer der Entsprechungslehre« (S. 62) und gleichzeitig Geheimagent. Einstein kommt den beiden bzw. Newton zum gleichen Zeitpunkt auf die Schliche und schaltet sich sofort ein. Auch er gibt zu, »Mitglied eines Geheimdienstes« (S.64) zu sein und ist »der Entdecker des Eisler-Effekts« (S.64).

Newtons Einstellung zur Wissenschaft und Verantwortung zeigt sich deutlich im Gespräch mit Möbius:

»Es geht um die Freiheit unserer Wissenschaft und um nichts weiter. Wir haben Pionierarbeit zu leisten und nichts außerdem. Ob die Menschheit den Weg zu gehen versteht, den wir ihr bahnen, ist ihre Sache, nicht die unsrige« (S.70)

Er spricht über die Verantwortung der Wissenschaft. Newton plädiert für freies Forschen und Lehren und verfolgt das Ziel einer freien Wissenschaft, obgleich er sich auch bewusst ist, dass er für die westliche Macht einen ungeheuren Dienst leistet. Daraufhin meint Einstein, Newton sei »ein jämmerlicher Ästhet« (S.70). Einstein selbst geht es vor allem um die mit der Wissenschaft verbundene Macht.

Letztlich müssen beide Physiker - wenn auch mit anderem Wissenschaftsverständnis -Möbius gegenüber ihre Unfreiheit in Bezug auf die Machtpolitik zugeben. Beide beziehen sich auf die »Landesverteidigung« (S.72, S.73). Diese hat den Wunsch nach dem Besitz der »Weltformel«, um die Landesverteidigung und den Ausbau der Macht sicherzustellen. Der Besitz der Weltformel würde dem jeweiligen Gesellschaftssystem bzw. dem jeweiligen Staat die absolute Macht auf Erden verheißen.

Schließlich jedoch kann Möbius die beiden Physiker überzeugen, ihren Plan fallen zulassen und gemeinsam mit ihm in für die Freiheit der Menschheit im Irrenhaus zu weiter zu leben.

Er plädiert an ihre Vernunft, dass eine solche Weltformel nicht Vorteile bringe, sondern den »Untergang der Menschheit« (S.73).

Um sich selbst nicht zu verraten (gegenüber Frl. Doktor beispielsweise) fahren sie mit dem Verrücktsein fort; mit gutem Gewissen, die Menschheit gerettet zu haben, was sich aber als Fehler herausstellt.

Auch sie scheitern wie Möbius an Frl. Doktor von Zahnd. Haben sie doch weder die »Weltformel« für sich nutzbar machen können, noch die Menschheit gerettet.
Inhalt
Beschreibung und Charakterisierung der Hauptpersonen Newton und Einstein aus Friedrich Dürrenmatts "Die Physiker". (560 Wörter)
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24.11.2003 von unbekannt
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