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Gedicht-Analyse zu Heinrich Heines "Die Wanderratten"

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Analyse : "Die Wanderratten"


In dem Gedicht "Die Wanderratten", geschrieben von Heinrich Heine, geht es um Ratten, die mit lauter negativen Eigenschaften beschrieben werden. Dann wird noch beschrieben, wie sie in die Stadt kommen und dass sie von den Bürgern gefürchtet werden.
Das Gedicht hat 14 Strophen mit jeweils vier Versen. In jeder Strophe ist das Reimschema des Paarreims vorzufinden. Das Metrum ist der Jambus. Allerdings liegt dieser nicht regelmäßig vor. So bildet er eine Ausnahme, beispielsweise in Zeile fünf und sechs : "Sie wandern viel tausend Meilen, ganz ohne Rasten und Weilen"
Das Gedicht ist sehr erzählend geschrieben. Das lyrische Ich wird erst in Zeile 31 eingebracht. "Sie rücken heran, ich höre schon ihr Pfeifen - Die Zahl ist Legion" Kurz nach dem Auftauchen des lyrischen Ichs wird der Ausruf "o wehe !" (Z. 29 ; 33) verwendet. Dies verdeutlicht, dass das lyrische Ich die Ratten wirklich fürchtet. In der ersten Strophe liegt eine dreifache Anapher vor(Z. 2-4) "Die hungrigen und Satten. Die Satten bleiben gnügt zu Haus, die hungrigen aber wandern aus" Diese Anapher steht in Verbindung mit einer Antithese (hungrig und satt) Durch diese Gegenüberstellung von Gegensätzen macht Heinrich Heine deutlich, dass er nicht alle Ratten über einen Kamm schert.
In der zweiten Strophe gibt es zwei Alliterationen (Z. 6 ff.) : "Ganz ohne Rasten und Weilen, gradaus in ihrem grimmigen Lauf" und "Nicht Wind noch Wetter hält sie auf" Hierbei werden zwei Worte aus dem selben Wortfeld verwendet, um die Situation noch stärker zu verdeutlichen. In der dritten Strophe das gleiche: (Z.9. f.) :"Sie klimmen wohl über die Höhen , sie schwimmen wohl durch Seen"Hier werden die Begriffe "klimmen" und "schwimmen" aus dem Bereich Sport verwendet, um die körperliche Anstrengung der Ratten zu verdeutlichen.
In der vierten Strophe ist es ganz ähnlich, in Zeile 16: "Ganz radikal, ganz rattenkahl" Diese beiden eher negativen Adjektive werden den Ratten zugeschrieben, im Bezug auf ihr Äußeres.
In der fünften Strophe werden die Ratten als gottlos beschrieben. (Z.21 f.) : "Die radikale Ratte weiß nichts von einem Gotte" Die Gottlosigkeit war die Menschen zu der Zeit etwas besonders Schlimmes, da für die damalige Bevölkerung Religion sehr wichtig war.
Auf Religion wird auch in der sechsten Strophe angespielt . (Z. 27 f.): "Er denkt nicht, während er säuft und frißt, daß unsere Seele unsterblich ist" Damit meint Heinrich Heine das Leben nach dem Tod, an das die Christen glauben, er meint, die Ratten versündigen sich, ohne an Gott und das jüngste Gericht zu denken.
In der siebten Strophe wird Bezug auf die Ängste der Ratten genommen, jedoch wird gesagt, dass sie keine haben. (Z.25 f.) : "So eine wilde Ratze, die fürchtet nicht Hölle, nicht Katze" Dies lässt die Ratten noch bedrohlicher wirken. Auch in dieser Strophe ist eine Synonymie vorhanden. (Z. 27) : "Sie hat kein Gut, sie hat kein Geld"
In der achten Strophe taucht erst mals das lyrische Ich auf (Z.31 f.) : "Sie rücken heran, ich höre schon ihr Pfeifen - die Zahl ist Legion" Das Sprichwort "Die Zahl ist Legion" hat seinen Ursprung im alten Testament und Legion war der Name eines Mannes, dem ein böser Geist ausgetrieben wurde. Das Wort "Legion" steht auch für eine starke Gruppe, dessen Zahl nicht bekannt ist. So wird die Scharr von Ratten wieder mit etwas Religiösem aber auch Bedrohlichem in Verbindung gebracht. Des Weiteren benutzt das lyrische Ich den Ausruf " oh wehe!", welcher seinen Gefühlen gegenüber den Ratten ausdruck verleiht. Es fürchtet sie. Dieser Ausruf wird in der neunten Strophe wiederholt. (Z.33): "o wehe! Wir sind verloren"
In der zehnten Strophe heißt es "Die Glocken läuten die Pfaffen" (vgl. Z39) Die Pfaffen, also Pfarrer oder Priester, stehen hier sinnbildich für die allgemeine Religion, das Glockenläuten deutet auf Gefahr, also in diesem Falle auf die Gefährdung der Religion, hin, da die Ratten sich der Stadt nähern. Früher wurden, bei sich nähender, Gefahr die Glocken geläutet um die Bevölkerung zu warnen.
In Zeile 40 wird der Staat als "sittlich" bezeichnet. Diese Eigenschaft steht ganz im Gegensatz zu den Ratten.
In der elften Strophe verdeutlicht ein Asyndeton (Z. 41 ff.) :"Nicht Glockengeläute, nicht Pfaffengebete. nicht hochwohlweise Senatsdeskrete, auch nicht Kanonen, viel Hundertpfünder" die Hilflosigkeit der Bürger. Diese wird auch verdeutlicht dadurch, dass die Kinder angesprochen werden, welche die hilflosesten Menschen sind. (Z. 44): "Sie helfen euch heute, ihr lieben Kinder !"
In der zwölften Strophe werden Metaphern benutzt, wie "fangen" (vgl. Z.47) und "springen" (vgl. Z.48) Mit dem Satz "Man fängt nicht die Ratten mit Syllogismen, sie springen über die feinsten Sophismen" (Z.44) mach Heinrich Heine deutlich, dass sich bei den Ratten bloß um eine Metapher für Menschen handelt und verdeutlicht, dass das einfache Volk nicht gegen diese mit ihren Waffen ankommt. Man kann sie nicht mit Argumenten überzeugen ( "fangen" ) und sie fallen nicht auf Scheinbeweise hinein
( "springen darüber" )
Die dreizehnte Strophe führt Beispiele auf, wie die Ratten zu überzeugen wären. Hierbei wird die Metaphorik des Essens verwendet, da die Ratten, wie in der ersten Strophe bereits erwähnt wurde, hungrig sind. (vgl. Z.1 - 4) Zum Beispiel "Suppenlogik" (Z.46) ; "Knödelgründe" (Z.46) ; "Argumente von Rinderbraten" (Z.47) und noch weitere. Die beiden Wortarten aus den Wortfeldern Essen und Argumentieren , die eigentlich nicht zusammen passen, werden hier in einen Zusammenhang gebracht. Sie symbolisieren jeweils die Ratten (Essen) und den Staat (Argumentieren).
In der vierzehnten und letzten Strophe wird das Prinzip weiter geführt. Hier wird die Metaphorik des Essens mit dem Wortfeld Kommunikation verbunden. "Schweigender Stockfisch, in Butter gesotten"
Die Ratten stehen in dem Gedicht also für die allgemeine Bevölkerung, die an die Adligen Forderungen stellen, die sie arm ist. Die Adligen halten diese Forderungen jedoch für nicht gerechtfertigt.
Das Gedicht macht den Eindruck als wäre der Autor wirklich nicht zufrieden mit den Zuständen, die damals herrschten. Allgemein passt das Gedicht in die Epoche Vormärz, da es die schlechten Lebensbedingungen, die es damals in der Nachkriegszeit gab. Die Leute forderten wieder mehr von den Politikern, sie wollten weniger Not und Armut. So kann gesagt werden, dass das Gedicht, Vormärz-spezifisch, politik- und gesellschaftskritisch ist.
Inhalt
Einbettung in die Zeit des Vormärz, Gesellschaftskritik, Nachkriegszeit, Stilmittel
Das Gedicht wird auf sprachliche und inhaltliche Auffälligkeiten untersucht, zum Schluss folgt ein Resumé (1040 Wörter)
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19.03.2013 von OnShrooms
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