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Freiwilligendienst nach der Schule - Welche Optionen gibt es? (FSJ, FÖJ, BFD und Co)

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FSJ, FÖJ, BFD und Co. - Welche Freiwilligendienste gibt es nach der Schule?


Du hast deinen Haupt- oder Realschulabschluss oder das Abitur in der Tasche, möchtest dir vor der Aufnahme eines Studiums oder einer Ausbildung aber erstmal eine Auszeit vom Lernen nehmen und dich stattdessen sozial oder gemeinnützig engagieren. Vielleicht möchtest du auch ein paar Pluspunkte für soziales Engagement in deinem Lebenslauf sammeln? Dann könnte ein Freiwilligendienst das Richtige für dich sein.

Doch welche Möglichkeiten gibt es da für junge Leute? Welche Voraussetzungen musst du mitbringen? Wie unterscheiden sich die verschiedenen Dienste? Und was bedeuten eigentlich die ganzen Abkürzungen? Wir erklären FSJ, FÖJ, BFD und Co. und geben Tipps, wie du die passende Stelle für dich findest.



FSJ - Das Freiwillige Soziale Jahr


Das FSJ ist ein Freiwilligendienst, den du meist im sozialen Bereich absolvierst. Es dauert zwischen sechs und 18 Monaten, in Ausnahmefällen sind bis zu zwei Jahre möglich. In der Regel bist du jedoch, wie der Name bereits verrät, für ein Jahr in einer sozialen Einrichtung tätig. Mögliche Einsatzorte sind zum Beispiel:

• Krankenhäuser
• Sozial- und Pflegedienste
• Altenpflegeheime
• Kindertagesstätten
• Einrichtungen für Behinderte
• Rettungsdienste
• Kirchengemeinden
• Jugendzentren

Auch wenn die Mehrzahl der Stellen im sozialen Bereich angeboten wird und das klassische FSJ dort angesiedelt ist, gibt es noch eine Reihe weiterer Einsatzbereiche, in denen du ein sogenanntes FSJ Kultur, FSJ im ökologischen Bereich (FÖJ), FSJ in der Denkmalpflege (FDJ), FSJ in der Politik, FSJ im Sport machen kannst. Auch ein FSJ Digital befindet sich derzeit in der Testphase. Einsatzgebiete der jeweiligen Dienste sind zum Beispiel:

• Denkmalschutz/-pflege-Vereine
• Gedenkstätten
• Politische Stiftungen
• Menschenrechtsorganisationen
• Naturschutzorganisationen
• Theater
• Museen
• Radio- und Fernsehsender
• Kulturvereine

Voraussetzungen und rechtlicher Rahmen


Um ein FSJ antreten zu dürfen, musst du deine Vollzeitschulpflicht erfüllt haben und darfst nicht älter als 27 Jahre alt sein. Das bedeutet, FSJ-ler sind in der Regel zwischen 15 und 27 Jahre alt. Das FSJ wird auf Länderebene geregelt, die Umsetzung wird also von deinem Einsatz-Bundesland koordiniert.

Die juristischen Rahmenbedingungen des Programms regelt das Jugendfreiwilligendienstgesetz, kurz FSJ-Gesetz . Darin ist festgesetzt, dass es sich bei einem FSJ zwar nicht um ein reguläres Arbeitsverhältnis handelt, FSJ-ler jedoch rechtlich gleichgestellt sind mit Auszubildenden. Die arbeitsrechtlichen Vorschriften bezüglich Arbeitszeit, Urlaubsanspruch, Pausen, etc. gelten für dich also auch während deines Freiwilligendienstes.

Neben deinem Einsatz in der Einrichtung, den du in Vollzeit 38-40 Wochenstunden ableistest, steht dir während des FSJs auch eine pädagogische Begleitung in Form von drei jeweils ein-wöchigen Seminaren zu, die zentral vom Land oder dem Träger organisiert werden.

Während dieser Seminare, in denen du mehr über deine Rechte und Pflichten als FSJ-ler, den Dienst selbst und seine Geschichte erfährst, lernst du auch viele andere Freiwillige kennen, kannst dich mit ihnen austauschen und dir unter Umständen wertvolle Tipps für deinen Einsatzort mitnehmen. Die Seminare sind verpflichtend, in deiner Einrichtung stellt man dich für diese Zeit von deinen Aufgaben frei.

Bekommt man Gehalt im FSJ?


Da es sich bei einem FSJ nicht um ein klassisches Arbeitsverhältnis handelt, steht dir auch kein reguläres Gehalt zu. Im FSJ-Gesetz ist jedoch ein „angemessenes Taschengeld“ für die Freiwilligen vorgesehen, welches sich zwischen 150 und 363 Euro bewegt. Zusätzlich stehen dir Verpflegung, kostenlose Arbeitskleidung, deine Fahrtkosten zur Arbeitsstelle sowie - falls deine Eltern nicht in der Nähe deines Einsatzortes wohnen - eine Unterkunft zu. Darüber hinaus haben deine Eltern bis zu Vollendung deines 25. Lebensjahres im FSJ weiterhin Anspruch auf Kindergeld.

Wie finde ich ein FSJ?


Am besten überlegst du dir zuerst, in welchem Bereich du gerne deinen Freiwilligendienst ableisten würdest. Denke darüber nach, welche gesellschaftlichen Themen dich besonders interessieren und wo du dich dort einbringen möchtest. Vielleicht hast du auch schon einen Berufs- oder Studienwunsch, für den dir dein FSJ wertvolle Erfahrung bieten kann.

Deine konkrete Suche kannst du dann entweder über die Datenbanken der verschiedenen Träger (DRK, Johanniter, ASB, Caritas, AWO, Diakonie, etc.) beginnen, oder du bedienst dich direkt der Google-Suche. Eine Liste aller zugelassenen Träger, sortiert nach Bundesländern, findest du zum Beispiel hier (Link).

Bei deiner Bewerbung solltest du vor allem deutlich machen, warum dich der Bereich und die genaue Einrichtung interessiert und was du dir vom FSJ dort erhoffst. Mache der Einrichtung deutlich, warum du genau der/die Richtige für den Job bist und warum man dich unbedingt einstellen sollte.

Dem Anschreiben fügst du einen Lebenslauf über deine bisherigen Tätigkeiten bei. Falls du bereits Ehrenämter oder Ferienjobs in einem ähnlichen Bereich übernommen hast, kannst du auch deine Zeugnisse/Referenzen von dort beilegen. Manche Träger schicken dir außerdem noch einen Bewerbungsfragebogen, den du deinen Unterlagen ausgefüllt beilegen solltest.

Link: Wie schreibt man eine gute Bewerbung?
Link: In unserem Forum findest du Infos und Muster-Bewerbungen

Erkundige dich rechtzeitig nach den Bewerbungsfristen und achte darauf, dass deine Unterlagen rechtzeitig eingehen, sonst musst du unter Umständen ein ganzes Jahr warten bis du einen neuen Anlauf starten kannst.

Welche Vorteile bringt mir ein FSJ bei der Job- oder Studienbewerbung?


Ein FSJ wird bei Arbeitgebern gern gesehen. Es zeigt, dass der Bewerber neben gemeinnützigem Engagement auch Verantwortungsbewusstsein, Belastbarkeit, Teamgeist und Zielstrebigkeit mitbringt - alles Kompetenzen, die jeder Chef gerne in seinem Team sieht.

An vielen Universitäten oder Hochschulen gibt es zudem Bonussysteme, in denen ein FSJ eine gewisse Punktzahl bringt. Je nach Studienfach wird dir das FSJ als Vorpraktikum angerechnet und du musst kein ebensolches mehr absolvieren. Bei den Auswahlverfahren mancher Unis gilt ein Freiwilligendienst ebenfalls als Bonus und kann den entscheidenen Ausschlag zum Studienplatz geben.

Darüber hinaus kann dir ein FSJ helfen, dir selbst über deine berufliche Zukunft klarer zu werden. Du gewinnst nach der Schule ein weiteres Jahr um dir zu überlegen, in welche Richtung du gern gehen würdest, bekommst den Kopf vom Lernen frei und sammelst erste wichtige Erfahrungen über Berufstätigkeit im Allgemeinen. Vielleicht stolperst du auch durch Zufall über deinen Traumjob. Auf jeden Fall lernst du viel über dich selbst und andere Menschen. Ein FSJ ist also niemals verschwendete Zeit.

Ist ein FSJ im Ausland möglich?


Ein FSJ ist prinzipiell natürlich auch im Ausland möglich. Eine Beschränkung hinsichtlich der Länder gibt es nicht, allerdings muss der Träger, über den du den Freiwilligendienst ableistest, seinen Hauptsitz in Deutschland haben und hier zugelassen sein.

Für ein FSJ im Ausland musst du mindestens 16 Jahre alt sein, viele Träger stellen erst ab 18 Jahren ein. Für die Finanzierung bist du in weiten Teilen selbst verantwortlich, da die staatlichen Fördermittel für Auslands-FSJs mit der Abschaffung des Wehr- und Zivildienstes im Jahr 2011 stark gekürzt wurden.

Somit musst du An- und Abreise, deine Unterkunft und Verpflegung vor Ort, eventuelle Visa und Sprachkurse selbst bezahlen. Manche Träger beteiligen sich anteilig an den Kosten, du solltest jedoch ein eigenes Finanzierungskonzept aufstellen.

Viele FSJ-ler suchen sich im Freundes- und Familienkreis Sponsoren, die ihnen etwas zum Auslandsaufenthalt beisteuern und halten den Spenderkreis im Gegenzug per Mail oder in Form eines Blogs auf dem Laufenden.

Für deine gesetzlichen Versicherungskosten, die zusätzliche Auslandskranken- und Unfallversicherung kommen auch nach den Fördermittelkürzungen die Träger auf. Auch mit einem Taschengeld darfst du im Auslands-FSJ rechnen.

Die wichtigsten Unterschiede zum Bundesfreiwilligendienst


Im Unterschied zum FSJ gibt es beim Bundesfreiwilligendienst keine Altersbeschränkung: Auch wer älter als 27 Jahre ist, kann den vom Bund organisierten Freiwilligendienst antreten. Der BFD wurde vor einigen Jahren eingesetzt, um den Zivildienst zu ersetzen und steht seitdem Männern und Frauen jeder Altersklasse ab Beendigung der Schulpflicht offen.

Er kann mit Abständen von fünf Jahren beliebig oft wiederholt werden, die Rahmenbedingungen und der rechtliche Hintergrund sind ansonsten ähnlich zu denen im FSJ. Auch im BFD wird kein Gehalt gezahlt. Das maximale Taschengeld liegt hier jedoch bei 381 Euro. Einen Bundesfreiwilligendienst kannst du im Gegensatz zum FSJ ausschließlich in Deutschland absolvieren.

Wie geht es jetzt weiter:

Link zum Artikel: Unsere Tipps für die perfekte Bewerbung
Inhalt
Du hast die Schule hinter dir und suchst nun nach einer sinnvollen Aufgabe?
Immer mehr Schüler möchten sich sozial engagieren oder mit einer freiwilligen Aufgabe ihre Lebenslauf aufwerten. Wenn du magst, kann dieser Freiwilligendienst sogar im Ausland sein.

Wir unterstützen dich bei der Auswahl der geeigneten Aufgabe für dich und natürlich auch bei der späteren Bewerbung.

Was es an Möglichkeiten gibt:
- FSJ: Freiwilliges Soziales Jahr
- Hintergrundinfos: Gehalt? Bewerbungsprozess? Anforderungen?
- Wie finde ich ein FSJ?
- Vorteile für dich durch ein FSJ
- FSJ im Ausland
- Unterschiede zum Bundesfreiwilligendienst BFD (1270 Wörter)
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30.03.2018 von Webmaster
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