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Hat Judas Jesus nicht am meisten geliebt?

Frage: Hat Judas Jesus nicht am meisten geliebt?
(26 Antworten)

 
Er war schließlich als einziger fähig die Vorhersage Jesus (das er (jesus) von einem der seinigen verraten würde) zu erfüllen.
Bedarf es nicht einer viel größeren Liebe, den Freund, den Geliebten, den Mesias gehen zu lassen (in das Himmelreich), und die Schuld allein auf sich zunehmen, als ihn einfach bei sich zu behalten? War es andersrum nicht sogar egoistisch der anderen 11 Jünger ihn nicht zu verraten, da sie jesus nur für sich allein wollten? hat judas nicht erst jesus aus seiner menschlichen hülle befreit? Kann ein scheinbarer Verrat auch Befreiung bedeuten?
GAST stellte diese Frage am 10.11.2011 - 15:11


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Antwort von cleosulz | 10.11.2011 - 16:48
Interessanter Gedanke.
Einer musste ja dafür sorgen,
dass die Prophezeihung/Vorhersage in Erfüllung ging.

Was ist deine Meinung?
Weshalb dieser Denkanstoß - Hausi?
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Antwort von FeetFirst | 13.11.2011 - 21:44
Interessanter aber auch irgendwie ein schwieriger Gedanke, mit dem ich mich nie befasst habe.

Ich habe mir immer Gedacht, dass Jesus von der Identität des Täters wusste, ihn jedoch aus Nächstenliebe nicht seinen anderen Jüngern zum Fraß vorwerfen und somit schützen wollte.
Verdächtig ist, dass Judas den Sack voll Gold annahm. Typischer für Heiligenviten ist eher ein Märtyrertum - den Glauben und Jesu nicht zu verraten.


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Antwort von sozio-path | 13.11.2011 - 22:08
Zitat:
War es andersrum nicht sogar egoistisch der anderen 11 Jünger ihn nicht zu verraten, da sie jesus nur für sich allein wollten? hat judas nicht erst jesus aus seiner menschlichen hülle befreit? Kann ein scheinbarer Verrat auch Befreiung bedeuten?


Klingt ein bisschen nach evangelikalem Kindergottesdienst.

Wenn man in die Oberstufe kommt, lernt man, dass die Evangelien lange nach dem Tode Jesu gschrieben wurden und jeweils eine bestimmte Intention verfolgten. Der Abendmahlsbericht etwa ist keine historische Erinnerung an ein Mahl, sondern eine Sakramentsstiftung für die Gläubigen, weil Jesu Tod und seine Heilsbedeutung ja schon feststanden.

Der Hinweis auf den Verrat durch Judas darin ist aus Psalm 41,10 herausgesponnen: "Auch mein Freund, dem ich mich vertraute, der mein Brot aß, tritt mich unter die Füße." Ob sich dahinter eine wirkliche Erinnerung an einen historischen Vorgang verbirgt, ist nicht auszumachen.

Über irgendwelche Beweggründe des Judas lässt sich nichts sagen, weil sie rein spekulativ wären.

Dass dahinter eine Befreiung Jesu aus seiner menschlichen Hülle stecken sollte, klingt nach evangelikalem Gedankengut. Nach dem Glaubensbekenntnis der großen Kirchen war Jesus ganz Mensch und ganz Gott - kein Gott in einer menschlichen Hülle, der der Befreiiung bedurft hätte.

Das wäre jetzt ungefähr das Niveau Reli GK oder LK. ^^

 
Antwort von GAST | 13.11.2011 - 23:05
Reli hab ich schon seit der 4. klasse nicht mehr gehabt also kann ich mit evangelikalem kindergottesdienst ganz gut leben, dass die evangelien nach dem tode jesus geschrieben wurden und das sie bestimmte intentionen verfolgen war mir auch klar, die ganze bibel ist eine zusammenstellung von autoren mit verschiedenen intentionen, aber ich gebe zu meine beschäftigung mit den evangelien war im besten fall oberflächlich, mich interessiert das alte testament sowieso mehr, zumindest kenn ich mich da vlt. etwas besser aus. aber trotzdem beantwortet es nicht meine frage, auch wenn eine antwort natürlich immer spekulation bleibt, kann man ja mal spekulieren.
ich bin übrigens agnostiker und stelle nur fragen und behaupte nicht, dass es so war oder nicht.


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Antwort von juxhurra | 13.11.2011 - 23:10
Damit könnte ich aber recht viele Morde rechtfertigen, oder nicht? Wenn ich wirklich glaube, dass die "menschliche Hülle" etwas lästiges und hinderliches ist, was mich vom "Himmelreich" fernhält...? Da könnte ich nen irren Serienkiller für nen Buch oder nen Film erschaffen;)


mfg


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Antwort von sozio-path | 13.11.2011 - 23:41
Zitat:
Damit könnte ich aber recht viele Morde rechtfertigen, oder nicht? Wenn ich wirklich glaube, dass die "menschliche Hülle" etwas lästiges und hinderliches ist, was mich vom "Himmelreich" fernhält...?


Es bedeutet, dass Jesus nicht wirklich auf der Erde gelitten hätte. Die Menschen hätten dann nur seine menschliche Hülle foltern können, dem göttlichen Selbst/Geist konnten sie damit nichts anhaben. Dieser Jesus hätte auch keine Selbstzweifel oder Ängste zu haben brauchen. Er war quasi unantastbar.

Wer sowas glaubt, pflegt leicht eine gewisse Jenseitsneigung. Wichtig ist, das "richtige" Bewusstsein der eigenen (= geistigen) Göttlichkeit zu haben. Was sonst auf der Erde passiert, ist nicht so wichtig.


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Antwort von sozio-path | 13.11.2011 - 23:56
Zitat:
ich bin übrigens agnostiker und stelle nur fragen und behaupte nicht, dass es so war oder nicht.


Aber die Fragen kommen ja irgendwo her. Hier klingt es stark nach Gnosis. http://de.wikipedia.org/wiki/Gnostizismus#Hauptmerkmale_der_Gnosis

Aber ansonsten kann man als Agnostiker doch gut mit dem oben skizzierten biblischen Befund leben. Markus war bemüht, Jesus als Messias aus dem AT zu legitimieren. Ob er Judas Jesus deswegen verraten ließ, weil es so im AT prophezeit wurde, oder ob es tatsächlich ein ähnliches historisches Ereignis gab und er dafür Anknüpfungspunkte im AT suchte, ist nicht mehr auszumachen.

Das Erzählmotiv, dass alle Jünger Jesus verlassen, stammt ebenso aus dem AT (Sach 13,7).

Spekulationen wären dann reine Phantasie. Beliebt ist die Vermutung, Judas habe Jesus zur Offenbarung seiner Herrlichkeit zwingen wollen und dann aus Enttäuschung Selbstmord begangen.

 
Antwort von GAST | 13.11.2011 - 23:57
pflegt leicht eine gewisse Jenseitsneigung

jenseitsneigung könnte bei mir schon stimmen, ich war ihm so nah wie man ihm nur sein kann ohne bleibende schäden wie zb den tod davon zutragen.


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Antwort von Warrior_Orochi (ehem. Mitglied) | 14.11.2011 - 08:53
Ein Agnostiker würde sich derlei Fragen niemals stellen, da es für ihn einfach irrelvant ist. Er streitet weder ab, noch befürwrotet er. Es ist ihm so gesehen einfach gleich.

Ob Judas` Liebe am größten war, ist auch zunächst irrelevant. Fakt ist allerdings, dass es ohne seine Tat den chrsitlichen Glauben, wie er heute ist, nicht geben würde. Aber es spricht wirklich nicht sehr für Liebe, wenn man 30 Silberlinge annimmt für so eine Tat.


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Antwort von Cyanwasserstoff (ehem. Mitglied) | 14.11.2011 - 11:38
Nehmen wir mal an das dieses Fabelwesen, welches vom Volke gern als "Gott", "Jehovas","Allah" bezeichnet wird , wirklich seine Existenz hat, dann waere es in der Tat ein Gedanke wert.Demnach koennte man die Beihilfe zur Ermordung von Jesus wirklich als noble Tat deuten.
Gruesse
Cyanwasserstoff


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Antwort von sozio-path | 14.11.2011 - 16:57
Zitat:
Fakt ist allerdings, dass es ohne seine Tat den chrsitlichen Glauben, wie er heute ist, nicht geben würde. Aber es spricht wirklich nicht sehr für Liebe, wenn man 30 Silberlinge annimmt für so eine Tat.


Es hätte sich am christlichen Glauben nichts Wesentliches geändert.

Als das erste Evangelium geschrieben wurde, war Jesus schon 40 Jahre tot. Es stellte sich u.a. nur noch die Frage, wem man den Tod anlastet: Hatte ihn einer aus dem eigenen Lager verraten? Haben ihn alle Jünger verlassen? Haben ihn einzelne Jünger verleugnet? War es das "Volk", das sich gegen ihn entschieden hat? Waren die Römer schuld? Alle Ansätze stecken in den Evangelien drin. Durchgesetzt hat sich vornehmlich eine andere Schuldzuweisung: Die jüdischen Hohepriester waren es, die seinen Tod wollten.


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Antwort von mopselratz | 14.11.2011 - 17:51
spielen wir hier jetzt alle detektiv oder was? "verdächtig ist aber auch..." :D


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Antwort von Warrior_Orochi (ehem. Mitglied) | 14.11.2011 - 18:29
Ohne den Verrat von Judas wäre womöglich anders abgelaufen, sodass mit die wichtigste Stütze des christlichen Glauben wegfallen würde.


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Antwort von FeetFirst | 14.11.2011 - 23:41
"Ein Agnostiker würde sich derlei Fragen niemals stellen, da es für ihn einfach irrelvant ist. Er streitet weder ab, noch befürwortet er. Es ist ihm so gesehen einfach gleich."

Dennoch kann er sich (wenigstens literaturwissenschaftlich, so wie meine Wenigkeit) mit der Bibel auseinander setzen. Es gibt genug Historiker, Bibelforscher, Literaturwissenschaftler etc., die sich mit den Allegorien der Bibel beschäftigen. Bisher eine der anspruchsvollsten Bücher, die ich jemals unter die Augen bekam - da kann man sich auch mal Gedanken dazu machen, auch wenn man nicht religiös ist.


In der Kunstgeschichte sind die Gedanken von derraumistblau durchaus vertreten und nachvollziehbar. Leider fällt mir spontan kein Bildbeispiel ein, allerdings meine ich mich erinnern zu können, dass solche Motive mit in Bildwerke eingeflossen sind.


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Antwort von Warrior_Orochi (ehem. Mitglied) | 15.11.2011 - 06:38
Das eine hat ja auch mit dem anderen nichts zu tun. Ich kann mich problemlos mit einem Buch auseinandersetzen, ohne dessen Ideologie zu unterstützen.

 
Antwort von GAST | 15.11.2011 - 20:31
warum sollte es einem Agnostiker egal sein?
Diese Egalität lässt doch nur auf Desinterese schließen, aber wie kann ein Mensch, der behauptet er kann weder Gott bestätigen noch ausschließen, denn desinteressiert sein, damit ich behaupten kann das es durchaus für- und gegenargument für gott gibt, muss ich mich doch erstmal, zumindest ansatzweise mit der materie auseinandersetzen, wenn ich desinteressiert bin kann ich eigentlich gar keine meinung zu einer sache einnehmen (ich könnte somit max. unreligös sein (nicht mit atheismus oder agnostizismus zu vergleichen, da dies beides meinung sind, welche auf einem gewissen interesse beruhen sollten)).


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Antwort von Warrior_Orochi (ehem. Mitglied) | 16.11.2011 - 09:30
Egalität ist nicht das Nomen zu egal, Egalität bedeutet Gleichheit.

Der Agnostiker hat aufgrund von Rationalität erkannt, dass es keine eindeutige Antwort auf die Frage gibt, von daher beschäftigt er sich nicht mit dieser Thematik, es ist ihm also so gesehen "egal". Und um die Frage nach der Existenz eines transzendenten Wesens zu beantworten, muss ich mich niucht mit jeder Kleinigkeit dieser Ideologie beschäftigen.


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Antwort von sozio-path | 16.11.2011 - 11:51
Zitat:
Ohne den Verrat von Judas wäre womöglich anders abgelaufen, sodass mit die wichtigste Stütze des christlichen Glauben wegfallen würde.


Es wäre ganz genauso abgelaufen, weil es bei Abfassung des 1. Evangeliums schon 40 Jahre zuvor passiert ist.

Ob Judas irgendetwas dazu beigetragen hat, lässt sich historisch nicht mehr ausmachen. Markus sucht insbesondere in den Psalmen nach Anknüpfungspunkten, um Jesus "in die Reihe der zu Unrecht verfolgten, von der Gewalt aller Feinde umringten und an Gottes Gerechtigkeit appellierenden Leidenden" zu stellen (Wikipedia). Dass der Verrat des Judas einem Psalmvers aus dem Alten Testament ähnelt, kann gewollter Zufall sein, es kann aber auch Redaktion des Evangelisten sein. Dann wäre es reine Erfindung.

Von der Wirkungsgeschichte her hätte sich nicht viel geändert, denn es waren überwiegend die jüdischen Hohepriester, denen die Schuld an Jesu Tod zugeschrieben wurde.


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Antwort von Warrior_Orochi (ehem. Mitglied) | 16.11.2011 - 11:59
Zitat:
Es wäre ganz genauso abgelaufen, weil es bei Abfassung des 1. Evangeliums schon 40 Jahre zuvor passiert ist.

Verzeih, ich vergaß, dass wir hier von allgemein anerkannten und belegten Fakten reden. Da war ich doch glatt der Meinung, hier ginge es um Glauben...

Ohne den Verrat von Judas hätten die Hohepriester ihre Handlanger aber nicht zur Erfassung Jesu schicken können. Und da es um Vergebung der Sünden geht und der Verrat Judas wohl die schlimmste Sünde ist, spielt das meiner Meinung nach eine sehr große Rolle. Und mit Historie zu kommen ist der komplett falsche Ansatz, dann müsste man auch zwischen dem historischen Jesus und dem Jesus aus dem christlichen Glauben unterscheiden.


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Antwort von sozio-path | 16.11.2011 - 12:36
Zitat:
Da war ich doch glatt der Meinung, hier ginge es um Glauben...


Ich finde, da muss man als gläubiger Christ mit umgehen lernen. Das gilt generell bei Spannungen zwischen Wissenschaft und Glauben, und ganz besonders hier bei den letzten Stunden vor dem Tode Christi, wo sich die Evangelien selbst nicht ganz einig sind. Da weiß man doch als Christ, dass es vielleicht nicht ganz so abgelaufen sein kann, wie es in der Bibel beschrieben wird.

Man muss nicht gleich zum Agnostiker werden, aber bestimmte Dinge bleiben dann einfach in der Schwebe. Ob Judas ihn verraten hat, gehört zu diesen Dingen. Jesus ist in Jerusalem öffentlich aufgetreten, die Hohepriester/Römer hätten ihm immer irgendwo habhaft werden können. Verrat ist aber durchaus möglich gewesen, es gab ein ausgeprägtes Spitzelwesen und die Zahl seiner Anhänger war auf jeden Fall größer als 12.

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