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Jesus und sein Weg in den Tod

Alles zu Passion Christi

Jesus und sein Weg in den Tod



Chronologische Reihenfolge der Ereignisse in der markinischen Passionsgeschichte:
Verrat durch Judas Ischariot in Gethsemane
Gefangennahme Jesu durch eine Schar von Hohepriestern und Schriftgelehrten
Verhör Jesu vor dem Hohen Rat
Verleugnung des Petrus
Verhör Jesu durch Pilatus
Verurteilung durch Pilatus
Geißelung und Verspottung Jesu durch das Volk
Der Weg nach Golgatha („Schädelstätte“)
Hinrichtung Jesu
Verrat durch Judas Ischariot in Gethsemane
Während Jesus mit den Jüngern in Gethsemane redet, erscheint Judas Ischariot dort mit einer Schar von Hohepriestern und Schriftgelehrten, deren Knechte mit Schwertern und Stangen bewaffnet sind. Judas verrät Jesus durch das vorher mit dessen Gegnern vereinbarte Zeichen: Er nennt Jesus „Rabbi“ und küsst ihn dann..
Die Tatsache, dass der Name Ischariot nicht nur als Herkunftsbezeichnung „aus Kerioth stammend“ aufgefasst werden kann, sondern auch als Übersetzung des griechischen Wortes „sikarios“, das Meuchelmörder und Bandit bedeutet, interpretiert werden kann, ist in diesem Zusammenhang äußerst interessant.

Außerdem kommt hierbei die Frage auf, warum Judas seinen Herrn verriet, denn man muss bedenken: Jesus, ein Mann der Öffentlichkeit, war beim Volk äußerst beliebt. Mit seinem Einzug in Jerusalem und dem Auftreten im Tempel (Tempelreinigung) hatte er Aufsehen erregt und war so in Jerusalem zu einer stadtbekannten Persönlichkeit geworden. Außerdem ist seine eigene Reaktion auf den Verrat durch Judas von Wichtigkeit, da er Erstaunen über das Vorgehen seiner Gegner zeigt:
„Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Ihr seid ausgezogen wie gegen einen Räuber mit Schwertern und mit Stangen, mich zu fangen. / Ich bin täglich bei euch im Tempel gewesen und habe gelehrt, und ihr habt mich nicht ergriffen.“ (Mk. 14, 48 f.)
Gefangennahme Jesu durch eine Schar von Hohepriestern und Schriftgelehrten
Wie schon erwähnt reagiert Jesus mit Verwunderung auf die Gefangennahme durch die Hohepriester und Schriftgelehrten. Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Bericht des Johannes, da dort von der Beteiligung römischen Militärs bei der Verhaftung die Rede ist. Die „Schar von Soldaten“ wurde von dem griechischen Wort „speira“ abgeleitet. Im Lateinischen heißt es „cohors“ (vgl. Joh. 18, 3) und dabei ist immerhin an eine Gruppe von 400 bis 600 Mann zu denken. Folglich war das Erstaunen Jesus über eine relativ große Gruppe, auch wenn es nicht so viele Männer wie hier vermutet waren, nachzuvollziehen. Jedoch gibt es auch hier Zweifel, ob diese Darstellung des Johannes als historisch vertretbar ist.
Zweifelhaft bleibt auch das Motiv des Judas für seinen Verrat, da alle anderen Evangelisten die Annahme von Matthäus, dass Geldgier der Grund gewesen sei, nicht erwähnen, sondern das Geld nur als Folge des Entschlusses erwähnen.

Verhör Jesu vor dem Hohen Rat
Dieses erste Verhör Jesu wird vom Hohen Rat, dem jüdischen Synedrium, geführt. Dieser klagt Jesus der Gotteslästerung an, weil er sich als der Messias bezeichnet hat: „Da fragte ihn der Hohepriester abermals und sprach zu ihm: Bist du der Christus, der Sohn des Hochgelobten? / Jesus aber sprach: Ich bin’s.“ (MK. 14, 61 f.) Diese Aussage wird von dem Hohepriester ausdrücklich als Gotteslästerung bezeichnet: „Ihr habt die Gotteslästerung gehört.“ (Mk. 14, 64). Daraufhin folgt nach Markus eine einstimmige Verurteilung Jesu, was jedoch ebenfalls recht fraglich ist, da Jesus sich ja nicht selbst mit dem Messiastitel bezeichnet hat. Genau darauf würde die Todesstrafe nämlich stehen, allerdings durch Steinigung und nicht durch Kreuzigung. Jesus hingegen wird nur aufgrund der Übertragung des göttlichen Sachverstandes des Herrschens und Richtens auf die eigene Person: „Ihr werdet sehen den Menschensohn sitzen zur Rechten der Kraft und kommen mit den Wolken des Himmels“ (Mk. 14, 62).
Zum Vergleich: Normalerweise wurden nur Verbrechen von politischer Bedeutung mit der Kreuzigung geahndet, darunter Vergehen wie Desertion zum Feind, Geheimnisverrat oder Anstiftung zur Aufruhr.

Verleugnung des Petrus
Während Jesus noch von den Hohepriestern des Hohen Rates verhört wird, leugnet sein Jünger Petrus („der Fels“) gegenüber einer Magd, dass er Jesus kennt, geschweige denn ihm jemals gefolgt sei. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die Römer verschiedene Arten von Hinrichtungen zur Abschreckung der Menschen benutzen; die Weise, auf die die Menschen getötet wurden, waren sehr brutal grausam, wie eben der langsamen Tod am Kreuz oder das Sterben in der Arena, wo die Verurteilten von wilden Tieren zerfleischt werden. Somit ist vermutlich zu verstehen, warum sich Petrus nicht traute, seine Beziehungen zu Jesus offen zuzugeben, da dieser Fall ein treffendes Beispiel für die Angst der Menschen angesichts solch schrecklicher Bedrohungen ist.

Verhör Jesu durch Pilatus
Die eigentliche Anklage und auch die Verurteilung wegen Gotteslästerung spielen in dieser Verhandlung schon keine Rolle mehr. Jesus wird vor den römischen Statthalter Pontius Pilatus geführt und dort des Hochverrats und politischer Aufruhr bezichtigt. Eine für Pilatus typische Geste, sich bei Verhandlungen die Hände zu waschen, wird in diesem Zusammenhang meist als entschuldigend interpretiert und verweist gleichzeitig auf die Schuld, die das jüdische Volk am Tod Jesu gehabt zu haben scheint. Erneut ist es verwunderlich, dass sich niemand aus der Menge des Volkes bereit findet, den Statthalter von den allgemein bekannten, absolut menschenfreundlichen Taten Jesu – und somit seiner Unschuld – zu überzeugen. Pontius Pilatus soll den Evangelien zufolge das Volk über das Ende Jesu entscheiden haben lassen und hat somit seine Hände in Unschuld gewaschen – wieder ein interessantes Wortspiel innerhalb der Passionsgeschichte.
Außerdem ist festzustellen, dass es hier die eindeutige Tendenz der Evangelien ist, „die Juden“ zu belasten, Pilatus aber zu entlasten. Wiederum lässt sich diese Tatsache, genau wie der Verrat des Petrus, mit der Angst vor den Römern (Massenhinrichtungen, später Christenverfolgungen unter Nero, Zerstörung Jerusalems 70 n. Chr.) erklären.
Geißelung und Verspottung Jesu durch das Volk

Schon in der letzten Szene vor dem Hohen Rat war Jesus gedemütigt und bespuckt worden. Dies und die hier folgende Geißelung sind die Erfüllung der prophetischen Leidensankündigungen:
„Ich bot meinen Rücken dar denen, die mich schlugen, und meinen Wangen denen, die mich rauften. Mein Angesicht verbarg ich nicht vor Schmach und Speichel.“ (Jes.50,6)
An dieser Stelle zeigt sich wieder einmal, dass die Geschichtsschreiber gern Stellen aus dem alten Testament bestätigend heranziehen.
Üblicherweise ging der Kreuzigung die Geißelung voran. In dieser römischen Folterpraxis verwendete man Lederpeitschen, an deren Enden Riemen, Knoten oder Metallstückchen eingelochten waren.

Der Weg nach Golgatha
Normalerweise mussten die Verurteilten das Kreuz, bzw. den Querbalken, selbst zum Richtplatz zu tragen. Nach Johannes (Joh. 19, 17) hat Jesus sein Kreuz auch selber getragen, die Synoptiker hingegen berichten, dass ein Mann namens Simon gezwungen wurde, das Kreuz für Jesus zu tragen.
Da Hinrichtungen sowohl nach jüdischem als auch nach römischen Bauch außerhalb der Stadt stattfinden mussten, beginnt nach der Verurteilung Jesu durch das Volk für diesen der Weg nach Golgatha. Bei diesem Namen, der übersetzt „Schädelstätte“ heißt, ist an einen Hügel zu denken, dessen Form einem menschlichen Schädel gleicht.

Hinrichtung Jesu
Am Ort der Hinrichtung angekommen, wird Jesus an Händen und Füssen an das Holzkreuz genagelt. Dieses Annageln war die übliche Methode, auch wenn eigentlich nicht durch die Hand, sondern durch den Arm, an die Stelle vor dem Handgelenk, zwischen Elle und Speiche genagelt wurde. Die übereinandergelegten Füße, die der Verurteilte oft auf einem an das Kreuz genagelten Block stützen konnte, wurden mit einem einzigen Nagel durchbohrt.

Dieses Beispiel zeigt, dass dem Sadismus der Sieger keine Grenzen gesetzt waren. Der jüdische Geschichtsschreiber Flavius Josephus schreibt hierzu:
„Die Soldaten aber trieben voller Wut und Hass ihren Spott mit den Gefangenen, indem sie jeden in einer anderen Stellung ans Kreuz nagelten. Bald fehlte es an Platz für die Kreuze und an Kreuzen für die Leiber. So viele waren es.“ („Jüdischer Krieg“, 5, 11,1)

Noch einige Anmerkungen zum qualvollen Tod der Gekreuzigten:
Die schmerzenden nagelwunden, der Durst, die Hitze, die Fliegen, und vor allem die immer drückender werdende Atemnot machten den Vorgang des Sterbens zu einer einzigen Qual. Die Muskeldehnung führt zum Muskelkrampf, der irgendwann auch die Atemmuskulatur erricht. Der Sauerstoffmangel, verbunden mit einem Absinken des Blutdrucks une einer Erhöhung von Körpertemperatur und Herzfrequenz, wir immer größer. Eine gewisse Zeit lang kann sich der Gekreuzigte noch an den Armen emporziehen, um die Atemnot ein wenig zu lindern. Schließlich gelingt auch das nicht mehr, so dass das Herz, das keinen Sauerstoff mehr erhält, zu schlagen aufhört.
Nach Markus (15, 25.34 ff.) soll Jesus nach sechs Stunden gestorben sein, also um drei Uhr nachmittags, da er um neun Uhr morgens ans Kreuz geschlagen worden war. Merkwürdig daran ist, dass Johannes (19, 14) berichtet, dass Jesus um zwölf Uhr mittags verurteilt wurde, und somit die Zeitangaben nicht mehr übereinstimmen.

Das Ende des Judas
Im Rahmen der Evangelien berichtet nur Matthäus vom Ende des Verräters Judas Ischariot. Dort heißt es, dass sich Judas aus Reue über seine tat selbst erhängte.
„Da das sah Judas, der ihn verraten hatte, dass er verdammt war zum Tode, gereute es ihn, und brachte wieder die dreißig Silberlinge den Hohepristern und den Ältesten und sprach: Ich habe übel getan, dass ich unschuldig Blut verraten habe. Sie sprachen: Was geht uns das an? Da siehe du zu! Und er warf die Silberlinge in den Tempel, hob sich davon, ging hin und erhängte sich selbst.“ (Mt. 27, 3 ff.)

Bei der Ausstellung war diese Szene wie folgt dargestellt worden:

Ein mit einem schwarzen Hemd und weißer Hose bekleideter „Judas“ kniet in demütiger Haltung mit schmerzverzerrtem Gesicht und geballten Fäusten vor seinem Ebenbild. Dieser „Judas“ trägt ein weißes Hemd und steht aufrecht, die Arme vor der Brust verschränkt, vor dem Knienden und blickt strafend auf ihn herab. Durch den Farbkontrast schwarz – weiß werden die beiden Seiten des Verräters dargestellt:
Weiß steht für die Reinheit des Gewissens, das Judas Ischariot seit dem Verrat an seinem Herrn plagt und ihn letztendlich in den Tod treibt. Schwarz steht für die Sünde oder das schlechte Gewissen von Judas. Gleichzeitig symbolisiert diese Farbe auch die Leiden, die Judas wegen seines schlechten Gewissens ertragen muss.
Inhalt
In dieser Hausaufgabe ging es darum, den Passionsweg Jesu bis zu seinem Tod nachzuzeichnen und zu kommentieren. Diese HA wurde wie ein Referat vorgetragen, jedoch nicht als solches gewertet.
Inhalte der HA wurden abgewandelt den Unterrichtsmaterialien (Lesezirkel: Jesus der Nazarener) sowie dem Buch "Abiturwissen Religion - Jesus Christus" entnommen. (1598 Wörter)
Hochgeladen
22.01.2003 von unbekannt
Schlagwörter
Religion | Der Passionsweg Jesu | Verrat durch Judas Ischariot in Gethsemane | Gefangennahme durch Hohepriester und Schriftgelehrte | Verhör vor dem Hohen Rat | Verleugnung des Petrus | Verhör durch Pilatus | Verurteilung durch Pilatus | Geißelung und Verspottung durch das Volk | Weg nach Golgatha | Hinrichtung | Kreuz | Ostern | Ostermarsch
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