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Bertolt Brecht - 19. Sonett

Frage: Bertolt Brecht - 19. Sonett
(4 Antworten)


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Sonett Nr. 19


Nur eines möcht ich nicht: daß du mich fliehst.
Ich will dich hören, selbst wenn du nur klagst.
Denn wenn du taub wärst, braucht ich, was du sagst
Und wenn du stumm wärst, braucht ich, was du siehst

Und wenn du blind wärst, möcht ich dich doch sehn.
Du bist mir beigesellt, als meine Wacht:
Der lange Weg ist noch nicht halb verbracht
Bedenk das Dunkel, in dem wir noch stehn!

So gilt kein: »Laß mich, denn ich bin verwundet!«
So gilt kein »Irgendwo« und nur ein »Hier«
Der Dienst wird nicht gestrichen, nur gestundet.

Du weißt es: wer gebraucht wird, ist nicht frei.
Ich aber brauche dich, wie’s immer sei.
Ich sage ich und könnt auch sagen wir.

Bertolt Brecht (1898-1956)


zum Inhalt:

Soweit ich das verstanden habe, geht es um die Beziehung zwischen zwei Personen. Die Frau wird von dem lyrischen Ich als eine "Ware" angesehen.

Könntet ihr bitte was zum Inhalt sagen, Anregungen geben?
Morgen schreibe ich eine Arbeit.

Danke!
Frage von sahin66 (ehem. Mitglied) | am 06.12.2009 - 17:39


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Antwort von auslese | 06.12.2009 - 17:51
Die Frau wird als Ware angesehen ..!? Woran machst du das denn fest?

Ich finde eher, dass es sich um eine Erklärung der absolut bedingungslosen Liebe des LIs handelt.
Die Umstände sind es aber, die die zwei daran hindern, "frei" zu sein (Vers 4, Zeile 1).

Woher weißt du eigentlich, dass es sich um eine Frau handelt?
Weißt du, in welchem Jahr das Sonett verfasst wurde?


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Antwort von sahin66 (ehem. Mitglied) | 06.12.2009 - 18:29
1939 wurde dieses sonett enstanden.

"Du weißt es: wer gebraucht wird, ist nicht frei."
hier in diesem vers..

Ich versteh das nicht :(

Danke für den Beitrag!


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Antwort von auslese | 06.12.2009 - 19:20
Na wer gebraucht wird, ist nicht frei. Ein Sklave wird von seinem Herrn unterdrückt und ist ihm Untertan; ein Vasall ist auf Ewig seinem Lehnsherrn verpflichtet; die Arbeitskraft eines Proletariers ist das geknechtete Kapital des Großbürgertums.
Jemand, der einfach nur seine Rolle in der Gesellschaft erfüllt, ist elementar und wichtig für dessen Fortbestehen.


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Antwort von sahin66 (ehem. Mitglied) | 06.12.2009 - 19:28
Ja, und ich dachte jetzt, dass Brecht diese Frau "gebraucht". :))
Naja..

Vielen Dank! :)

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