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Klassenarbeit über Bertolt Brechts: Mutter Courage und ihre Kinder

Alles zu Bertolt Brecht  - Mutter Courage

Klassenarbeit zum Thema: Bertolt Brecht - Mutter Courage und ihre Kinder


Aufgabenstellung:
Verfasse ein Rollenprofil des Kochs (Pieter Lamb). Benutze für die Erarbeitung der Figur Szene 3, 8 und 9.
Stelle begründete Vermutungen dazu an, was Bertolt Brecht dazu bewogen haben könnte, 1939 ein Stück über den Krieg zu verfassen.

zu 1.
Mein Name ist Pieter Lamb und war bis 1632 als Koch des Feldhauptmannes tätig. Er gehörte dem evangelischen Tross an und ich somit auch. Als ich jedoch keinen Sold für meine Arbeit mehr bekam, packte ich meine Sachen und kehrte zu Mutter Courage zurück. An dem Ort bin ich heute, denn ich sehe es nicht ein, ohne Bezahlung den Feldhauptmann bekochen oder für den Krieg zu arbeiten. Schließlich möchte ich einen Profit daraus ziehen. Den Krieg selbst, zu dessen Zeit ich momentan lebe, kann ich nicht als Glaubenskrieg bezeichnen. Die Großen des Krieges schicken Gottes Wort nur voraus, aber im Wesentlichen kämpfen sie nur um den Gewinn. (Szene 3, S.35, Z. 29-31) Daher versuchen Kaiser, König und andere Leiter des Krieges unter diesem Vorwand weiterzukämpfen.

Als zwischenzeitlich Frieden war, habe ich mir den Krieg sogar herbeigesehnt. (Szene 8 S. 82, Z.25 „Mir hangt der Frieden schon wieder zum Hals heraus“) Aber nun ist dank dieser „heiligen“ Glaubenskämpfer wieder Krieg, trotzdem bin ich schlecht dran, wenn ich nicht die Wirtschaft meiner Mutter übernehme.
Gerne möchte ich Anna Fierling, sie ist besser bekannt unter dem Namen Mutter Courage, mitnehmen und mit ihr die Wirtschaft führen. Sie ist eine beeindruckende Frau, da sie geradeheraus ihre Meinung sagt und ihren Handel hervorragend betreibt. Schon als sie mit mir um den Kapaun gefeilscht hat, wurde ich auf sie aufmerksam. Anders als die anderen Frauen verehre ich Muter Courage aufrichtig und achte sie. Jedoch möchte sie nicht mit mir ziehen, ich ihre verkümmert Tochter Kattrin nicht mitnehmen möchte. Ich bin kein Unmensch (Szene 8, S.92), aber ihr Aussehen ist nicht förderlich für das Geschäft. Das Aussehen spielt dort nämlich eine große Rolle.

Auch wenn es den Eindruck erwecken mag, dass ich gottlos bin, weil ich viele Frauenbeziehungen hatte, stimmt das nicht. Ich bin ein durchaus anständiger Bürger. So verteidige ich meine Freunde wie mich selbst, wenn sie angegriffen oder falsch behandelt werden. (Szene 8, Er beschimpft den Feldprediger wegen des Rates) Meiner Meinung nach ist Freundschaft das wichtigste und deswegen bin ich etwas von Mutter Courage enttäuscht, da sie mich nicht begleiten möchte.

Im Gegensatz zu ihr, die ich sehr schätze, kann ich den Feldprediger nicht leiden. Er meint, durch seinen Glauben könne er Berge versetzen, jedoch irrt er mit dieser Einstellung. Zum Beispiel gibt er Menschen einen Rat, der sie im Nachhinein ins Unglück stürzt. So etwas würde ich niemals tun. Ich versichere mich zuerst, dass mein Rat auch nicht fehlschlagen könnte, bevor ich ihn gebe. Im Gegensatz zum Feldprediger bin voraussehend und vorsichtig in solchen Situationen. Zudem ist er noch nicht einmal gläubig, da auch er Morddrohungen (Szene 8) ausspricht und üble Gedanken hat. Ich hingegen bezeichne mich durchaus als solid, auch wenn Mutter Courage dies als negative Eigenschaft einstuft. Für mich bedeutet solid, keine üblen Witze zu erzählen und nicht überheblich zu sein.
Im Großen und Ganzen kann ich meine Person als nett und freundschaftlich beschreiben, wobei diese Charakterzüge im Krieg wahrscheinlich nichts gelten.

zu 2.
Bertolt Brecht schrieb gerade in dem Jahr das Stück Mutter Courage, in dem auch der zweite Weltkrieg begann. Zu dieser Zeit befand er sich im Exil in Skandinavien, da er Deutschland bereits 1933 mit der Übernahme der Regierung von Hitler verlassen musste. Im Exil zu leben, ist eine große Herausforderung für die Betroffenen, so dass sie aber auch viele Erfahrungen sammeln. Zum Beispiel konnte seine Ehefrau die Sprache in dem Land nicht und sie war fast hilflos. Dies spiegelt sich zum Beispiel in der Figur Kattrin wider, die als Stumme Schwierigkeiten sich auszudrücken.

Aber ich denke, nicht nur die Exil-Situation, sondern auch die Situation in Deutschland wollte Bertolt Brecht mit dem Stück über den Krieg andeuten. So gibt es mehrere Anspielungen auf das Nazi-Regime. In Szene drei spricht der Koch von der Salzsteuer und dass dem Kaiser „mit dem Essen der Appetit gekommen“ ist. Auch Hitler wollte zunächst mit dem Krieg die verlorenen Gebiete aus dem ersten Weltkrieg zurückgewinnen, breitete den Krieg jedoch im Laufe der Zeit auf die Welt aus.

Meiner Meinung nach erahnte Bertolt Brecht einen „zweiten Weltkrieg“, auch weil er als Kriegsgegner vielleicht etwas zu recht überreagierte. Ihn hat der erste Weltkrieg so beeinflusst, da er als Sanitäter im Lazarett tätig war, dass er eine Art Warnschild mit dem Stück „Mutter Courage und ihr Kinder“ aufstellen wollte. Schließlich wäre es für ihn als verbotener Autor im Nazi-Regime viel zu gefährlich gewesen, offensichtlich seine Befürchtungen zu äußern. Anstatt dessen hat er sie auf einen anderen Krieg, den dreißigjährigen Krieg, übertragen und die Profitgier miteinbezogen. Er wollte mit dem Stück das Gegenteil von dem zeigen, was er sich ersehnt. Er wünschte keinen Krieg und keinen Kapitalismus, doch um ihn herum schien sich 1939 alles dazu zu entwickeln und der Marxist Brecht versuchte es mit dem Stück zu verhindern.

Ich glaube, im Exil erlebte Bertolt Brecht eine verkehrte Welt, die er mit dem Stück den anderen zeigen wollte. Auch im Stück herrscht eine verkehrte Welt, indem er offensichtlich Widersprüche einbaut und die Leser/Zuschauer mit einer neuen Art von Theater konfrontiert, nämlich dem epischen Theater. Dies hat Bertolt Brecht genutzt beziehungsweise erfunden, um das Stück zu einem erfolgreichen Warnschild zu machen. Die Leser müssen kritisch sein und werden dazu veranlasst, über die Thematik nachzudenken. Ob das Stück somit den erwünschten Erfolg von Bertolt Brecht hatte, bleibt fraglich, denn der zweite Weltkrieg ist trotzdem ausgebrochen und hat große Folgen gehabt.
Inhalt
Klassenarbeit zum Thema: Bertolt Brecht "Mutter Courage und ihre Kinder"

Aufgabenstellung:
1. Verfasse ein Rollenprofil des Kochs (Pieter Lamb). Benutze für die Erarbeitung der Figur Szene 3, 8 und 9.
2. Stelle begründete Vermutungen dazu an, was Bertolt Brecht dazu bewogen haben könnte, 1939 ein Stück über den Krieg zu verfassen. (942 Wörter)
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16.01.2005 von unbekannt
Schlagwörter
Bertolt Brecht; Mutter Courage und ihre Kinder; Rollenprofil | Klausur | Klassenareit | Deutsch
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