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Eine Frage der Moral Susanne Gaschke

Frage: Eine Frage der Moral Susanne Gaschke
(30 Antworten)

 
Susanne Gaschke
Was unerträglich ist, muss man verbieten dürfen

Es geht um das "Recht auf Selbstbestimmung, das Recht auf Meinungsfreiheit und das Ehrgefühl".
Sie alle sind, so scheint es, bedroht...

In einem "Manifest", das die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung veröffentlichte, begehrt eine "Gemeinschaft der Computerspieler" vorsorglich dagegen auf, dass man ihr ihr schönes Spielzeug wegnehmen könnte. Sie tut das in einer eigenartigen Mischung aus Bürgerrechtspathos und Modernisierungsjargon: Selbstbestimmung, Meinungsfreiheit, Ehrgefühl, soziales Netzwerk, Toleranz, Gemeinschaft - diese Begriffe werden beschworen, um das vermeintliche Grundrecht auf Unterhaltungsfreiheit zu sichern. Das darin besteht, unbehelligt auf Bilder menschlicher Wesen zu zielen und möglichst viele von ihnen möglichst schnell zu erschießen, zu sprengen oder zu zerstückeln. In E-Mails, mit denen die Spielefans Redaktionen und Politiker bombardierten - ähnlich engagiert zeigen sich bei entsprechenden Anlässen Kampfhundebesitzer oder Waffenlobbyisten - wird betont, dass es den "Usern" um dieses Erschießen, Sprengen und Zerstückeln gar nicht gehe. "Für fast alle zählt mehr der sportliche Charakter als das Töten." Die User haben also wenigstens ein performatives Problem: "Ich spiele mit Begeisterung Erschießen, Sprengen und Zerstückeln" ist kein Satz, mit dem selbst der hartgesottenste Fan gern zitiert würde.

Ich verstehe die ersten beiden Absätzen nicht so ganz. Was will den die Schreiberin sagen?
GAST stellte diese Frage am 26.04.2009 - 17:03

 
Antwort von GAST | 26.04.2009 - 17:06
den ersten Absatz verstehe ich schon,
aber bei dem zweiten weiß ich nicht an vielen stellen, was man sagen will.
Könnte mir jemand helfen?


Autor
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30
Antwort von C. Baerchen | 26.04.2009 - 18:58
Dem Ganzen voraus geht wohl der Amoklauf von Winnenden...
Daraus resultierend kamen ja die ganzen Forderungen nach dem Verbot der Killerspiele erneut ans Tageslicht. Waren sie in der letzten Zeit nicht mehr aufgegriffen worden, gab es ja nun wieder einen triftigen Grund dazu.

Hier wird beschrieben, wie sich die Gemeinschaft der Computerspieler gegen dieses mögliche Verbot stemmen.
Sie scheinen engagiert und nutzen nicht nur das Grundgesetz, um sich zur Wehr zu setzen. So sehen sie ihre grundsätzlichsten Rechte beschnitten, wenn sie solche Spiele nichtmehr spielen dürfen und meinen, dass solche Spiele vielmehr löbliche und nützliche Eigenschaften fördert statt jemandem zum Mörder werden zu lassen. Jedoch scheine solch eine Aktivität zu zeigen, dass sie selbst wissen, wie unmöglich ihre Argumentation ist, da sie einfach die schlechten Folgen negiert und die Rechte so definiert und umlegt, dass sie beschnitten wirken. Allerdings sei für die GdC das Töten und Metzeln doch nicht der Hauptgrund des Spielens - sondern vielmehr der sportliche Geist.

 
Antwort von GAST | 27.04.2009 - 13:11
Danke für deine Antwort, sie hat mir das Verständnis erleichtert. Nunt ätte ich noch eine Frage. Ich verstehe diesen Satz nicht:
"Sie tut das in einer eigenartigen Mischung aus Bürgerrechtspathos und Modernisierungsjargon:"

Ich kenne die begriffe phatos und jargon nicht, habe nachgeschlagen trotzdem verstehe ich aber den satz nicht, könnte mir jemand vllt erklären, was dieser satz sagen will?

 
Antwort von GAST | 27.04.2009 - 13:16
Danke für deine Antwort, aber da hätte ich noch eine ganz kleine frage: Ich verstehe diesen satz nicht genau könnte mir ihn jmd vllt erklären, bitte?
"Sie tut das in einer eigenartigen Mischung aus Bürgerrechtspathos und Modernisierungsjargon:"
Ich kenne die begriffe phatos und jargon nicht, zwar habe ich im wörterbuch nachgeschlagen, trotzdem verstehe ich diesen satz nicht. Kann mir ihn jemand bitte eerklären?

Danke


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Antwort von matata | 27.04.2009 - 13:21
Bürgerrechtspathos
Bürgerrechtler setzen sich wortreich ein für ihre rechte und berufen sich dabei auf selbstbestimmung, meinungsfreiheit und ehrgefühl


Modernisierungsjargon
Mit schlagwörtern aus dem modernen verständnis der sozialen bedürfnisse eines menschen berufen sie sich aber auch auf das soziale netzwerk zu dem jeder mensch gehört, beschwören die toleranz gebenüber anderen und berufen sich auf die grosse gemeinschaft, zu der alle menschen gehören.
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Antwort von GAST | 27.04.2009 - 14:09
Was meint man denn mit diesem satz. Den verstehe ich auch nicht genau.
"Die User haben also wenigstens ein performatives Problem: "

Was ist denn ein performatives problem?


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Antwort von matata | 27.04.2009 - 14:23
performativ heisst: etwas sagen und es auch tun.

aber kein User eines solchen spieles sagt ja wirklich: "ich spiele mit begeisterung erschiessen, sprengen und zerstückeln." sie sagen: "ich spiele" oder "ich game". also sagen sie nicht, was sie wirklich tun. das ist ein performatives problem, wenn die aussage und die tat nicht übereinstimmen.
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Antwort von GAST | 27.04.2009 - 14:43
Ok, habe ich das denn richtig verstanden. Also, da steht, kein user würde sagen ich spiele mit begeisterung. Aber in wirklichkeit spielen sie das spiel würden nur nicht sagen dass sie mit begeisterung spielen, sonder würden sagen, dass sie einfach nur spielen.

habe ich das richtig verstanden?


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Antwort von matata | 27.04.2009 - 14:46
nein, sie würden nie sagen: ich töte, ich sprenge.... mit begeisterung." stattdessen sagen sie: "ich spiele...."
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Antwort von GAST | 27.04.2009 - 14:47
Habe ich das richtig verstanden. Also, da steht, die user würden niemals sagen ich spiele mit begeisterung, aber in wirklichkeit spielen sie, sie würden sagen ich spiele. aber nicht mit begeisterung.. ?

 
Antwort von GAST | 27.04.2009 - 14:50
ja das meine ich ja... Sie würden nie sagen ich sprenge ... "MIT BEGEISTERUNG". Im text steht, dass sie das so nicht sagen würden, aber in wirklichkeit spielen sie das spiel und würden eig nur sagen ich spiele... Aber sie würden nicht sagen ich spiele "MIT BEGEISTERUNG".

Ich verstehe nicht was ich falsch verstehe.


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Antwort von matata | 27.04.2009 - 14:55
das wort <begeisterung> spielt keine so grosse rolle hier. es geht darum, dass sie töten (im spiel), schiessen (im spiel), sprengen (im spiel), das ganze aber nur <spielen> nennen oder ein <spiel>.
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Antwort von GAST | 27.04.2009 - 15:05
ok, dann so, also da steht jetzt, dass sie niemals sagen würden, dass sie mit begeisterung schießen, sprengen usw würden, in wirklichkeit machen sie das aber und sagen einfach nur ich spiele.


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Antwort von matata | 27.04.2009 - 15:13
ja, jetzt hast du`s !
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Antwort von GAST | 27.04.2009 - 15:24
Um sich lästige Debatten zu ersparen, über Menschen, die das Gemetzel insgeheim doch schön finden, berief sich die bequemliberale Öffentlichkeit lange Jahre auf Studien der Wirkungsforschung, die einen "direkten Zusammenhang" von dargestellter und tatsächlicher Gewalt bestritten: Solange niemand beweisen konnte, dass Counterstrike- Spieler automatisch zu Massenmördern werden, galt das quasi als Unbedenklichkeitserklärung. Die Wirkungsdiskussion lenkte von der moralischen Frage ab, was eine Gesellschaft sich antut, wenn sie Mord und Schlächterei - sei es im Fernsehen, auf Video oder im Computerspiel - für unterhaltsam hält. Dass die lustvolle, fiktive Darstellung von Gewalt immer auch die Opfer echter Gewalt verhöhnt, spielte in der Debatte so gut wie keine Rolle.

Könnt ihr mir vllt bei diesem Absatz helfen. Ich verstehe ihn nicht so gut.

 
Antwort von GAST | 27.04.2009 - 15:55
Das ist die Fortsetzung und verstehe ihn nicht.
Könnte mir das jemand vllt erklären?

 
Antwort von GAST | 27.04.2009 - 16:20
Die Wirkungsdiskussion lenkte von der moralischen Frage ab, was eine Gesellschaft sich antut, wenn sie Mord und Schlächterei - sei es im Fernsehen, auf Video oder im Computerspiel - für unterhaltsam hält. Dass die lustvolle, fiktive Darstellung von Gewalt immer auch die Opfer echter Gewalt verhöhnt, spielte in der Debatte so gut wie keine Rolle.

Ich verstehe diese beiden Sätzen nicht, kann mir das mal bitte jemand erklären? Was wird denn da gemeint. Was ist denn jetzt mit der Wirkungsdiskussion?


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Antwort von matata | 27.04.2009 - 16:30
die diskussion um die wirkung dieser spiele hat zur folge, dass man die überlegung weglässt, ob das für die menschen gut ist, wenn sie zur unterhaltung das morden und töten anschauen im fernsehen oder so.

dass man zur unterhaltung morden und töten anschaut und das noch geniesst, ist irgendwie unrecht gegenüber menschen, die in wirklichkeit gequält und getötet werden, zum beispiel bei einem vorfall wie in winnenden. aber daüber spricht man auch nicht.
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Antwort von GAST | 27.04.2009 - 16:45
Heißt es, dass jetzt die moralische frage außer acht gelassen wird oder so? Und der letzte satz: Welche debatte ist denn hiermit gemeint?


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Antwort von matata | 27.04.2009 - 16:50
ja, das stimmt, die moralische frage wird nicht diskutiert.
mit dem wort <debatte> im letzten satz ist die diskussion gemeint, ob diese spiele schuld sind daran oder nicht, wenn jemand ausrastet und in einer schule oder in einem einkaufszentrum mehrere menschen erschiesst.
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