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Referat: Otto von Bismarck

Alles zu Bismarck, Otto von

Otto von Bismarck


Politische Karriere - wie er mit anderen Ländern zusammenarbeitete und sie gegeneinander ausspielte

1.Anfänge in der Politik
1843/44 startete Bismarcks politische Karriere, an der Seite des Präsidenten des Magdebruger Appelationsgerichts, Ludwig von Gerlach und dessen Bruder, Leopold von Gerlach, die zu den engsten Beratern des Königs, Friedrich Wilhelm des IV, zählten.
1845 verließ Bismarck den Kniephof und zog nach Schönhausen in der Nähe von Magdeburg. Dort wurde er innerhalb von 1 œ Jahren zum Deichhauptmann ernannt und trat außerdem sein Mandat im Vereinigten Landtag an. Innerhalb kurzer Zeit machte er sich einen Namen als unbedingter Vorkämpfer der Krone, war in der Lage Einfluss auf die Hofpartei auszuüben und sammelte Sympathiepunkte beim König.
Doch 1848 drohte die Märzrevolution Bismarcks Karriere zu zerstören; Denn diesmal wurde nicht nur Frankreich, von der revolutionären Welle erfasst, sondern auch die beiden deutschen Vormächte Österreich und Preußen. Jetzt plante Bismarck Truppen zum Schutz des Königs aufzustellen. Allerdings legte niemand Wert auf seine Hilfe, da die Truppen bloß aus unqualifizierten Bauern bestanden. Trotzdem lies Bismarck nicht locker und versuchte mit Hilfe von Prinzessin Augusta, spätere preußische Königin und deutsche Kaiserin, eine Gegenrevolution durchzusetzen. Augusta jedoch war entsetzt über Bismarcks Vorhaben und lehnte es ab mit ihm zu arbeiten. Dieser Vorfall führte dazu, dass sie und Bismarck ihr Leben in Feindschaft verbrachten.
Schließlich bemühte sich Bismarck die jetzigen Zustände zu akzeptieren und bot den Führern der rheinischen liberalen Opposition die Zusammenarbeit an. Schon drei Monate später, als die Gegenrevolution in ganz Europa auf dem Vormarsch war, änderte Bismarck wieder seine Einstellung und entschuldigte sich bei Ludwig von Gerlach für sein damaliges Schwanken.
Hiernach ging es für Bismarck wieder bergauf. Jedoch konnte Wilhelm IV. sich immer noch nicht dafür entscheiden Bismarck den Posten des Ministerpräsidenten anzubieten. Dafür
siegte Bismarck mit knapper Mehrheit bei der Wahl zum Kandidaten für die zweite Kammer und zog im Sommer 1849 mit seiner Familie nach Berlin.
2. Preußischer Gesandter am Bundestag – Ziel ist Gleichberechtigung Preußens und Österreichs
In dieser Zeit lehnte Friedrich Wilhelm IV. die Kaiserkrone ab, mit der Begründung er wolle keine Krone tragen, die mit dem „Ludergeruch der Revolution“ behaftet sei.
Bismarck nutzte die Gelegenheit und rechtfertigte die Ablehnung der Kaiserkrone. Denn für ihn kam ein Aufgehen Preußens in Deutschland nicht in Frage. Für ihn zählte bloß die Erhaltung und Stärkung der preußischen Macht. Er war sogar gegen das Projekt einer Union, da seiner Meinung nach die Unabhängigkeit Preußens dadurch verloren ginge.
Und so wie Bismarck es vorausgesagt hatte, scheiterte das Unionsprojekt.
Schließlich wurde Bismarck 1850 vom König zum preußischen Gesandten am Bundestag ernannt. Sein erstes Ziel war es Gleichberechtigung zwischen Österreich und Preußen im Deutschen Bund zu erzwingen. Deshalb drohte er nicht nur mit dem Ausstieg Preußens aus dem Deutschen Bund, sondern sogar mit Krieg, als Österreich sich in den von Preußen dominierten Zollverein einbeziehen wollte. 1853 setzte sich Preußen durch und Österreich wurde mit einem Handelsvertrag abgespeist.
Aber damit gab sich Bismarck nicht zu Frieden. Er forderte „… einer muss weichen, oder vom anderen gewichen werden, bis dahin müssen wir Gegner sein…“ Jedoch konnte er sich trotzdem einen „reformierten Dualismus“ mit Österreich vorstellen, sofern dieses die Gleichberechtigung Preußens akzeptierte.
3. Besserstellung Preußens gegenüber Österreich
Während des Krimkrieges 1854 bis 1856 geriet diese Angelegenheit in den Hintergrund. Bismarck sah hier eine Chance die Konflikte zwischen den Westmächten, England und Frankreich, auf der einen, und Russland auf der anderen Seite, so auszunutzen, dass im Endeffekt Preußen seine Stellung gegenüber Österreich verbessern kann. Aber man war sich in dieser Angelegenheit uneinig; die einen wollten eine Zusammenarbeit mit dem Zarenreich, die anderen waren für eine Verbindung mit den Westmächten und der König schwankte zwischen dem Wunsch sein Land neutral zu halten und der Angst, es möglicherweise zu isolieren. Bismarck war fassungslos, als die preußische Regierung auf Wunsch Wiens das Schutz- und Trutzbündnis erneuerte.
Denn so nutzte Österreich die Möglichkeit und verdrängte den Zaren aus den Donaufürstentümern.
1855 gelang es Bismarck eine Aktion Österreichs gegen Russland zu verhindern. Russland fühlte sich von der Wiener Regierung hintergangen und somit war die „Heilige Allianz“ zerbrochen. Um sich für mögliche Auseinandersetzungen mit Österreich abzusichern, empfahl Bismarck die guten Beziehungen zum Zarenreich weiter zu pflegen und sogar sich mit der neuen Führermacht Frankreich anzufreunden. Aus diesem Grund fuhr Bismarck nach Paris um dort das französische Kaiserpaar kennen zu lernen. Nicht alle hielten dies für eine gute Idee und somit entwickelte sich 1857 ein heftiger Konflikt zwischen Ludwig von Gerlach und seinen hochkonservativen Freunden. Gerlach meinte „… Napoleon III. ist unser natürlicher Feind und dies muss er auch bleiben…“ Darauf erwiderte Bismarck nur, in der Außenpolitik interessiere ihn Frankreich, ohne Rücksicht auf die jeweilige Person an seiner Spitze, nur als ein Stein, und zwar ein unvermeidlicher im Schachspiel der Politik.
4. Versetzung Bismarcks ins Ausland
Im Oktober 1857 übernahm Prinz Wilhelm von Preußen die Krone seine Bruders. Hiermit traten andere Zeiten an: Nun übernahm der Liberalismus die Oberhand in Preußen. So wurde auch die Regierung „Manteufel“ durch ein Kabinett der liberal-konservativen Repräsentanten der „Wochenblattpartei“ abgelöst. Außerdem wurde Bismarck gegen seinen Willen von seinem Frankfurter Posten entlassen und nach Petersburg versetzt.
Nun waren die Verhältnisse zwischen dem Zarenreich und Preußen besser als je zuvor. Ganz im Gegenteil zu Österreich. 1860, als die „Neue Ära“ in Preußen sich als Illusion entpuppte, war Bismarck sich sicher, dass man ich schon bald nach Berlin zurückholen würde. Doch noch war es nicht so weit.
Zwei Jahre später wurde Bismarck als Gesandter nach Paris geschickt. Schon kurze Zeit später erhielt er ein Telegramm: „… Gefahr im Verzug. Beeilen sie sich! ...“ In Berlin angekommen fand er das vor, worauf er so lange gewartet hatte: Die Heeresreform hatte sich zu einer richtigen Krise entwickelt. Die Liberalen misstrauten dem König, denn sie fürchteten, dass es ihm nicht so sehr um die Erhöhung der militärischen Schlagkraft, sondern um die Stärkung der Autorität der Krone ginge. Deshalb verweigerten sie die nötigen finanziellen Mittel, was dazu führte, dass der König immer kompromissloser wurde.
5. Bismarck wird zum preußischen Ministerpräsidenten und Außenminister ernannt
Jetzt war Bismarcks Gelegenheit endlich gekommen. Er präsentierte sich dem König als unerschrockener Verteidiger der Krone gegen das widerspenstige Parlament. Schließlich wurde Bismarck zum preußischen Ministerpräsidenten und Außenminister ernannt, was jedoch in der Öffentlichkeit meistens auf Ablehnung stieß. Es war überhaupt ein Wunder, dass er die Krise des Frühjahrs 1863 überstand. Um seine politische Existenz zu sichern, tat Bismarck alles. Unter anderem plante er einen Staatsstreich. Für kurze Zeit pflegte er heimliche Kontakte zu Ferdinand Lasalle, dem Präsidenten des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins. Die er jedoch schon bald wieder abbrach, da er Lasalle und die Arbeiterbewegung als noch zu schwach ansah.
6. Rückschläge in der Karriere
Als 1863 Bismarck dem Zarenreich während eines Aufstandes der Polen in den unter russischer Herrschaft stehenden Landesteilen beistehen wollte, musste er sein Vorhaben zurückstecken, denn niemand teilte seine Meinung. Sogar für seine Freunde stand fest, dass seine Berufung „… ein Unglück war und Unglück wird sie auch künftig bringen….“
August 1863 verhinderte Bismarck ein Treffen zur Reform des Deutschen Bundes zwischen Kaiser Franz Joseph I. und dem preußischen König. Dafür legte er im September die Gegenvorschläge vor. Darin gefordert: Parität mit Österreich, Vetorecht beider deutscher Großmächte bei Kriegserklärungen des Deutschen Bundes, und eine aus direkter Beteiligung der ganzen Nation hervorgehende Nationalversammlung.
Damit veröffentlichte er sein mögliches Vorhaben sich (Preußen) mit der bürgerlich-liberalen Nationalversammlung zusammen zu schließen. Seine Quittung erhielt er, als bei den Neuwahlen des Abgeordnetenhauses die liberale Opposition zur Mehrheit gewählt wurde.
7. Einmarsch deutscher und preußischer Truppen in Schleswig- Holstein
Im Herbst 1863 sah Bismarck seine Chance neuen Ruhm zu erlangen. Sein erstes Etappenziel war die Abtrennung Schleswig- Holsteins von Dänemark. Und obwohl die Nationalversammlung und viele der deutschen Mittel- und Kleinstaaten für ein selbstständiges Schleswig- Holstein waren, gelang es Bismarck seinen Willen durchzusetzen. Das fädelte er geschickt ein, indem er sich kurzfristig mit Österreich zusammenschloss und der dänischen Regierung ein Ultimatum stellte; entweder hielten sie sich an die Bestimmungen des Londoner Protokolls von 1852, oder sie müssten mit einer Besetzung Schleswig- Holsteins rechnen. Dänemark lehnte das Ultimatum ab und somit begann am 1. Februar 1864 der Einmarsch preußischer und österreichischer Truppen in Schleswig. Im April errangen die Preußen den Sieg. Die Bevölkerung war begeistert und wie Wilhelm von Kügelgen sagte: „… die Nation jubelt, und Bismarck wird immer populärer…“
Kurze Zeit später stimmte Dänemark einem Friedensvertrag zu und musste somit die beiden Herzogtümer an Österreich und Preußen abtreten. Doch das reichte Bismarck noch nicht;
8. Deutscher Krieg Auflösung des Deutschen Bundes - Preußen rückt an die 1. Stelle der Großmächte in Europa
Jetzt plante er die Annexion der Herzogtümer durch Preußen. Allerdings würde Österreich diesem niemals freiwillig zustimmen. Deshalb plante Bismarck insgeheim einen Krieg gegen Österreich, obwohl er eine friedliche Lösung auch nicht außer Acht lies.
1865 schien es als hätten Preußen und Österreich eine Lösung gefunden zu haben: Man hatte vor, die Herzogtümer aufzuteilen – Holstein für Österreich und Schleswig für Preußen. Doch noch wartete Bismarck auf den richtigen Zeitpunkt um den Anstoß zum Krieg zu geben. Dieser Zeitpunkt war 1866 gekommen. Jetzt versuchte Bismarck Wilhelm I. von der Notwendigkeit des Krieges zu überzeugen. Aber dieser schreckte noch instinktiv davor zurück.
Bismarck versuchte alles um Österreich diplomatisch zu isolieren und es gleichzeitig zu provozieren. Nebenbei sicherte er sein Vorhaben, indem er einen Geheimvertrag mit Italien abschloss. Dabei verpflichtete sich Italien im Krieg an Preußens Seite zu kämpfen. Als Gegenleitung erwarteten die Italiener den Erwerb von Venetien. Auf die Neutralität Russlands konnte er sich ohne weiteres verlassen, da Russland seit dem Krimkrieg ohnehin schon antiösterreichisch veranlagt war. Durch einige Tricks konnte Bismarck sich auch Frankreichs Neutralität sichern.
Als im Juni 1866 Österreich alleine die Entscheidung über Schleswig- Holstein traf, drohte Bismarck mit dem Einmarsch preußischer Truppen in Holstein. Österreich ließ das Bundesheer gegen Preußen mobilisieren und kurz darauf stürmten die Preußen nach Hannover, Sachsen und Kurhessen. Damit war den Krieg eröffnet. Am 3. Juli 1866 siegte Preußen in der Schlacht bei Königgrätz und somit war alles entschieden. Innerhalb kurzer Zeit hatte sich Preußen auf den 1. Platz der Großmächte Europas gestellt. Darauf sagte Bismarck: „… Aber besiegt habe ich sie alle! Alle!...“
Im Vorfrieden von Nikolsburg am 26. Juli und im Prager Frieden vom 23. August musste Österreich zwar keine Gebiete abtreten, aber dafür in die Auflösung des Deutschen Bundes und die Reorganisation Deutschlands nördlich der Mainlinie und Preußens Führung einwilligen. Außerdem wurden Schleswig- Holstein, Hannover, Kurhessen, Nassau und Frankfurt annektiert.
9. Bismarck wird Bundeskanzler – Ziel ist die deutschte Einheit

Deutsch-Französischer Krieg
Jetzt, nachdem Bismarck den äußeren Friedensschluss herbeigeführt hatte, wollte er auch noch den inneren folgen lassen. Was ihm auch gelang. Schließlich wurde er sogar zum Bundeskanzler ernannt, was ihm sehr zu gute kam. Denn so konnte er sich in der Verfassung des Norddeutschen Bundes (1867) in allen entscheidenden Punkten durchsetzen.
Für seine Erfolge hatte ihm Wilhelm I. bereits 1865 sogar den Grafentitel verliehen. Aber Bismarck hatte immer noch nicht genug. Nun strebte er die deutsche Einheit an. Doch es bestand die Gefahr, dass Frankreich in diesem Punkt eingreifen könnte. Denn nachdem Preußen solches Ansehen erlangt hatte, war Napoleon III. äußerst beunruhigt. Um das europäische Gleichgewicht wiederherzustellen, verlangte er den Erwerb Luxemburgs. Nach außen hin ließ Bismarck Napoleon III. im Glauben, er hätte keine Einwände gegen die Abtrennung dieses Gebietes. Aber insgeheim tat er alles um Frankreichs Pläne zu durchkreuzen, Dieser Konflikt wurde dann von einer internationalen Konferenz in London beigelegt. Damit war entscheiden, dass Luxemburg einen neutralen Status erhält.
Napoleon III. war dermaßen empört, dass er versicherte, er werde „…jeder weiteren Machtexpansion Preußens einen Riegel vorschieben …“.
Was Bismarck jedoch ziemlich wunderte war, dass die süddeutschen Staaten sich weigerten eine Deutsche Einheit zu bilden, da sie eine „Verpreußerung“ befürchteten. Nun plante Bismarck einen Krieg gegen Frankreich, den er am Ende als einen Nationalkrieg zwecks Vollendung der deutschen Einheit aussehen lassen wollte, um damit die süddeutschen Staaten mitzuziehen. Allerdings müsste dabei Preußen nicht als Angreifer, sondern als Angegriffener aussehen. Als potenzielle Kriegsauslöser sah Bismarck die Auseinandersetzungen um die bevorstehende spanische Thronkandidatur,
Sein Plan schien aufzugehen, als am 2. Juli 1870 die Thronkandidatur des Hohenzoller Erbprinzen Leopold bekannt wurde und in ganz Frankreich darüber Empörung ausbrach. Herzog von Gramont äußerte sich dazu; Frankreich werde es nicht dulden, dass die Hohenzollern einen ihrer Prinzen auf den Thron Karls IV. setzten und damit das europäische Gleichgewicht und die Ehre Frankreichs gefährdeten. Als Wilhelm I. die Forderung Frankreichs, den Verzicht des Leopold auf den Thron auszusprechen, verweigerte, brach der Krieg aus.
Wie erhofft war ganz Europa auf Preußens Seite. Nach ersten Erfolgen, dem Sieg über die Armee von MacMahon, der Gefangennahme Napoleons und dem Zusammenbruch des bonapartischen Regimes, war der Krieg aber immer noch nicht beendet. Denn Preußen machte den Fehler eine Annexion vom Elsaß und Teilen Lothringens zu fordern. Wie erhofft ergriff die patriotische Begeisterung zu Anfang des Krieges auch Süddeutschland. Nach und nach schlossen sich alle süddeutschen Staaten dem Norddeutschen Bund an. Am 23. November 1871 war dann die Deutsche Einheit entstanden.
Als 1871 Wilhelm I. nach erstem Zögern zum Kaiser gekrönt worden war, kapitulierte Paris. Am 10 Mai folgte der endgültige Friedensabschluss.
10. Bismarck will das Erreichte bewahren Bündnissystem
Bismarck befand sich jetzt am Gipfelpunkt seiner politischen Karriere und sein einziges Ziel war es jetzt des Erreichte zu bewahren. Er konnte auch nicht anderes handeln, da die neue Machtstaatsbildung das Gleichgewicht Europas wesentlich gestört hatte. Trotzdem wollte Bismarck Frankreich so schwächen, dass es Deutschland nicht gefährlich werden konnte. Deshalb versuchte er die Beziehung zum Zarenreich noch mehr zu festigen und die zu Österreich zu normalisieren. Oktober 1873 verpflichteten sich die drei Reiche in einem „Dreikaiserabkommen“ den Frieden Europas zu wahren.
Frankreich hatte sich 1874 erstaunlich schnell von den Kriegsfolgen erholt und forderte im Konzern der Großmächte wieder ein kräftiges Wort mitreden zu können. Das erste Mal in Bismarcks Leben schien sich sein Alptraum von einer französisch-russischen Koalition zu verwirklichen. Sofort versuchte Bismarck Frankreich durch eine Pressekampagne einzuschüchtern. Jedoch hatte er diesmal den Bogen überspannt. Jetzt drohten Russland und England, dass sie eine nochmalige Veränderung der Machtverhältnisse zu Gunsten Deutschlands nicht dulden würden.
1879 verschlechterte sich das deutsch-russische Verhältnis; Russland fühlte sich von dem Reichskanzler betrogen, da dieser sich nicht an die Neutralität während des Krieges von
1870/ 1871 gehalten hätte. Damit war auch das Dreikaiserabkommen hinfällig geworden. Und wieder drohte eine Annährung Russlands mit Frankreich. Im Gegenzug bemühte sich Bismarck um eine engere Verbindung zur Donaumonarchie. So schloss er einen Zweibundvertrag mit Wien. Durch seinen Vertrag mit Österreich- Ungarn zog er auch Russland wieder an sich heran. 1881 wurde erneut ein Dreikaiservertrag angeschlossen.
Ergänzt durch einen Dreibund zwischen dem Deutschen Reich, Österreich- Ungarn und Italien, und durch den Anschluss Rumäniens an den Zweibund um Jahr 1883, rückte eine mögliche russisch-französische Verbindung immer weiter in den Hintergrund.
Der Dreikaiservertrag zerbrach jedoch 1885 wieder. In einem erneuten Versuch Russland ans Deutsche Reich zu binden schloss Bismarck 1887 einen Rückversicherungsvertrag ab.
Bismarck war bewusst, dass dessen Inhalt im Widerspruch zu dem Mittelmeerabkommen zwischen England, Italien und Österreich- Ungarn, für die er sich tatkräftig eingesetzt hatte, stand. Des Weiteren wurde im selben Jahr der Orientbund zwischen Großbritannien, Italien und Österreich- Ungarn abgeschlossen.
11. Kolonialpolitik, Kulturkampf
1884/ 1885 hatte Bismarck durch Kolonialpolitik die Beziehungen zu Frankreich etwas zu entspannen. Außerdem versuchte er dadurch höhere Reibungsflächen mit Großbritannien zu verursachen. Doch als 1885 die Ablösung des Kabinetts Gladstone durch Salisbury erfolgte, legte er wieder mehr Wert auf gute Beziehungen zu England. Schon bald verlor er auch das Interesse an den Kolonien.
Nach 1873 versucht Bismarck bloß noch von der Verdrossenheit seiner Regierung abzulenken, indem er zum Beispiel politische Gegner zu Reichsfeinden erklärte. So ließ er sich auf einen „Kulturkampf“ mit der katholischen Kirche ein. Als dieses scheiterte, richteten sich seine Angriffe gegen die Sozialdemokratie.
12. Das Ende Der Karriere Bismarcks
Das Volk hatte langsam genug von Bismarcks System und so hoffte man auf ein Ende seiner politischen Laufbahn, herbeigeführt durch den Thronwechsel. Die Hoffnungen erfüllten sich und so wurde Bismarck von Kaiser Wilhelm II: am 12. März 1890 entlassen.
1896 sorgte Bismarck zu letzten Mal für Aufregung, als er das geheime Zusatzprotokoll des Rückversicherungsvertrages mit Russland enthüllte.
Inhalt
Politische Karriere - wie er mit anderen Ländern zusammenarbeitete und sie gegeneinander ausspielte
Es wird beschrieben wie Otto von Bismarck allmählich in der Politik aufgesteiegen ist, wann und wie er seinen Höhepunkt erreicht hat und wie er wieder gefallen ist.
In diesem Zusammenhang werden zahlreiche geschichtliche und politische Ereignisse aufgegriffen...
1.Anfänge in der Politik
2. Preußischer Gesandter am Bundestag - Ziel ist Gleichberechtigung Preußens und Österreichs
3. Besserstellung Preußens gegenüber Österreich
4. Versetzung Bismarcks ins Ausland
5. Bismarck wird zum preußischen Ministerpräsidenten und Außenminister ernannt
6. Rückschläge in der Karriere
7. Einmarsch deutscher und preußischer Truppen in Schleswig- Holstein
8. Deutscher Krieg - Auflösung des Deutschen Bundes - Preußen rückt an die 1. Stelle der Großmächte in Europa
9. Bismarck wird Bundeskanzler - Ziel ist die deutschte Einheit
- Deutsch-Französischer Krieg
10. Bismarck will das Erreichte bewahren - Bündnissystem: 1. und 2. Dreikaiserabkommen, Dreibund, Rückversicherungsvertrag, Mittelmeerabkommen, Orientbund
11. Kolonialpolitik, Kulturkampf
12. Das Ende Der Karriere Bismarcks (2665 Wörter)
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03.12.2005 von unbekannt
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Preußischer Ministerpräsident und Außenminister | Deutscher Krieg | Deutsch-Französischer Krieg | Bündnissystem | Kolonialpolitik | Kulturkampf | Geschichte | Referat | Aufsatz
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