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Referat: Einbau einer Festplatte

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Einbau einer neuen Festplatte


An dieser Stelle möchte ich kurz beschreiben, wie man eine E-IDE-Platte unter DOS (bzw. Windows 95/98) einbaut und einrichtet. Ich habe mich für diese Kombination entschieden, weil es wohl erstens der am häufigsten vorkommende Fall sein sollte und ich zweitens mit diesem Vorgang schon reichlich Erfahrung gesammelt habe. Also, lost geht's!
Vorüberlegungen: Bei diesem Aufrüstungsszenario gehen wir von einem Standard-PC aus, wie man ihn als Komplettpaket beim PC-Händler erhält, das heißt er besitzt einen primären und einen sekundären E-IDE-Controller, eine Festplatte und ein CD-ROM-Laufwerk. Hier muss man nun am Anfang kontrollieren, ob Festplatte und CD-ROM-Laufwerk an einem Kabel hängen, oder ob sie auf die beiden Ports aufgeteilt sind. Ist im PC nur eine IDE-Kabel vorhanden, muss noch ein zweites dazugekauft werden. Des weiteren muss kontrolliert werden, ob noch Stromanschlüsse frei sind (es wird ein Anschluss mit 12 V Spannung benötigt, der in etwa so aussieht: ). Ist dies nicht der Fall, muss noch ein sogenanntes Y-Kabel erworben werden, dass einen vorhandenen Anschluss in zwei neue aufspaltet. Zu guter letzt muss noch geprüft werden, ob die Platte auch in den PC passt, oft kommt es vor, dass die Platte 3,5 Zoll breit ist, aber nur noch 5,25 Zoll-Laufwerksschächte frei sind. dann kommt man um die Anschaffung von Führungsschienen nicht herum. Wenn man zur Aufrüstung ein Komplettpaket erwirbt, ist man meist auf der sicheren Seite, denn hier ist alles enthalten, was man eventuell brauchen könnte.
Zielstellung: Die neue Festplatte soll zusammen mit der alten Platte am primären Controller laufen, das CD-Laufwerk wird am sekundären Controller betrieben. Dabei soll die bisherige Softwareinstallation auf der alten Platte unangetastet bleiben und weiter genutzt werden.
Jumper-Einstellung Um die Jumper (Jumper sind kleine schwarze oder weiße Plastikteilchen, die Anschlüsse kurzschließen oder voneinander isolieren und so bestimmte Einstellungen darstellen) richtig zu setzen, muss man entweder ins Handbuch oder direkt auf die Festplatten bzw. das CD-Laufwerk schauen, dort sind meistens die korrekten Einstellungen vermerkt. Eine konkrete Anleitung kann ich hier dazu nicht geben, da diese Einstellungen bei jedem Laufwerk anders aussehen. Bei allen Laufwerken gibt es im Allgemeinen drei Jumper-Stellungen: Single (einziges Laufwerk am Kabel), Master und Slave. Die Platte von der der Rechner booten soll, ist der Master am primären Controller. Deshalb wird die alte Platte auf Master gejumpert, die neue Platte wird als Slave angesprochen und das CD-Laufwerk als Single.
Verkabelung: Nachdem die Laufwerke an ihren Plätzen verschraubt wurden (man soll Festplatten nicht in losem Zustand betreiben...), kann man sich an die Verkabelung machen. Zunächst werden alle drei Laufwerke an die Stromversorgung angeschlossen (Ach so: Der Rechner ist natürlich aufgeschaltet und das Netzkabel ist herausgezogen!!!). Danach werden die IDE-Kabel angeschlossen: Einige Kabel besitzen Rastnasen und können so nicht verkehrt herum angebracht werden, andere Kabel haben zumindest einen farbig markierten Draht. Dieser Draht muss sich auf der Seite an der Festplatte befinden, wo sich auch der Pin 1 befindet (Die Seite der Steckerleiste mit Pin 1 erkennt man meistens daran, dass auf der Platine der Festplatte eine kleine 1 aufgedruckt ist). sollte ein Kabel falsch angebracht sein, geht nichts kaputt, aber es läuft auch nicht. Im Zweifelsfall einfach mal das Kabel umdrehen. Nachdem beide Platten und das CD-Laufwerk verkabelt sind, machen wir das Laufwerk dem Rechner bekannt.
BIOS-Setup: Zu allererst muss die neue Platte im BIOS angemeldet werden. Oft steht dort die Festplattenerkennung auf automatisch, dann kannst du diesen Schritt hier überspringen. Alle anderen müssen beim Start des Rechners das BIOS-Setup aufrufen (meistens mit Entf- oder F1-Taste, eigentlich wird bei jedem Rechnerstart eine Meldung wie "Press Del to enter Setup" eingeblendet). Hier muss man sich zu den Festplatteneinstellungen durchhangeln und entweder den primären Master und Slave und den sekundären Master auf Auto stellen (moderne Boards) oder die auf der Platte aufgedruckten Parameter eingeben. Die Einstellung für den primären Master kann normalerweise belassen werden, denn wir wollen ja nach wie vor von der selben Platte das System starten. Jetzt noch die neuen Einstellungen abspeichern und das BIOS-Setup verlassen.
Partitionierung: Partitionieren bedeutet, dass man dem Betriebssystem Platz auf der Platte zuteilt, auf dem es sein Unwesen treiben darf. Dies geschieht unter DOS mit dem Programm fdisk. Dazu bootet man den Rechner in MS-DOS-Modus (beim Start nach dem Abarbeiten der Meldungen am Anfang die F8-Taste drücken und "Rechner im DOS-Modus starten" auswählen). Nachdem der Rechner zum DOS-Prompt durchgelaufen ist, "fdisk" eingeben. Neuere Windows-Versionen fragen, ob die Unterstützung für große Festplatten aktiviert werden soll. Das wird mit einem herzhaften Druck auf die Enter-Taste bestätigt. Da die erste Platte unangetastet bleiben soll, wechseln wir zuerst die aktuelle Festplatte (5 drücken und mit Enter bestätigen). In diesem Menü werden beide Festplatten angezeigt, die Nummer der neuen Festplatte ist 2, das wird hier jetzt auch eingegeben. Danach ist der Menüpunkt eins (Partition erstellen) dran. Dort wählen wir den Punkt Erweiterte Partition erstellen aus. Der gesamte Plattenplatz wird einer erweiterten Partition zugewiesen. Anschließend werden in der erweiterten Partition logische Laufwerke definiert. Der Platz kann einem einzigen logischen Laufwerk zugeordnet werden oder nach eigene Geschmack aufgeteilt werden. wenn alles fertig ist, verlassen wir fdisk und starten den Rechner neu.
Formatierung: Nach der Partitionierung wurde dem / den logischen Laufwerk(en) Buchstaben zugewiesen. Welche(r) das ist/sind findest du am besten dadurch heraus indem du dir in FDISK die Partitionierungsdaten anzeigen lässt (Punkt 4) oder indem du die möglichen Laufwerke von D: an durchgehst, bis du eine Platte gefunden hast, die zwar "da" ist, auf die aber nicht zugegriffen werden kann. Diese neuen Laufwerke werden mit dem Befehl format am DOS-Prompt benutzbar gemacht. Wenn beispielsweise Laufwerk E das neue ist, lautet der Befehl "format e:". Man sollte sich vorher nochmal vergewissern, dass es sich hier nicht doch aus versehen um eine mit Daten beschriebene Partition der alten Platte handelt! Mit dem Formatieren verschwinden alle Daten auf der Platte.
Nach der Festplatten-Installation: Nach der Formatierung kannst du auf der neuen Platte ganz normal Daten speichern und Programme installieren, wie auf der alten Platte auch. Da die neue Platte aber höchstwahrscheinlich wesentlich schneller als die alte ist, ist es sinnvoll, die Windows-Auslagerungsdatei auf die neue Platte zu verschieben. Dies geschieht in der Systemsteuerung unter dem Menüpunkt "System", dort wiederum auf dem Kartenreiter "Leistungsmerkmale" unter dem Button "Virtueller Arbeitsspeicher...". Dort entziehen wir Windows die Verantwortung für die Verwaltung des virtuellen Arbeitsspeichers und legen die Auslagerungsdatei auf das neue Laufwerk. Bei mir hat sich eine Einstellung von 192 MB sowohl beim Minimum als auch beim Maximum bewährt. Wer das nicht verändern will, kann natürlich auch die alten Einstellungen belassen.
Zweite Möglichkeit: Eine andere Möglichkeit beim Einbau der neuen Platte ist, das System auch von der neuen Platte booten zu lassen. Dazu muss beim Setzen der Jumper beachtet werden, dass jetzt die neue Platte als Master am primären Controller hängen muss, die alte Platte hingegen als Slave. Dieses Vorgehen ist auch sinnvoll, wenn die neue Platte als einzige im System verbleiben soll, denn auf irgendeine Weise muss man ja seine Daten auf die neue Platte übertragen. Wenn der Transfer abgeschlossen ist, kann man die neue Platte auf "Master ohne Slave" (=Single) Jumpern und die alte Platte entfernen. Da jetzt die primäre Master-Platte leer ist, muss der Rechner von einer Startdiskette gebootet werden, die man sinnvollerweise erstellt, solange der Rechner noch von der alten Platte startet. Im Fdisk-Programm muss jetzt auf der neuen Platte eine Primäre Partition erstellt werden, diese kann den gesamten Speicherplatz der neuen Platte umfassen, kann aber auch nur einen Teil davon ausmachen (sie sollte aber mindestens 1,5 GigaByte groß sein, besser sind 3 GB). In dem verbliebenen Platz wird eine erweiterte Partition mit logischen Laufwerken erstellt, wie weiter oben beschrieben. Nach dem Erstellen der Partitionen muss noch die primäre Partition unter dem dafür vorgesehenen Menüpunkt in Fdisk aktiviert werden. Nach dem Reboot des Rechners können dann die neuen Partitionen aktiviert werden. Vorsicht: Microsofts Betriebssysteme verteilen die Laufwerksbuchstaben folgendermaßen: Zuerst kommen die primären Partitionen aller Platten, erst dann folgen die erweiterten Partitionen (C: primäre Partition auf dem Master am primären Controller, D: primäre Partition auf Slave, E: logisches Lw. in erweiterter Partition der Master-Platte, F: logisches Lw. in erweiterter Partition der Slave-Platte,...). Wenn man vermeiden will, dass sich die primäre Partition der alten Platte zwischen die primäre und erweiterte Partition der neuen Platte drängelt, muss man (nach dem Datentransfer!!!) sämtliche Partitionen auf der alten Platte löschen und wie im Schritt "Partitionierung" beschrieben, neu einrichten (d.h. eine erweiterte Partition mit logischen Laufwerken).

Ein Beispiel aus der Praxis: Ich habe meine Platten folgendermaßen aufgeteilt:
Erste Platte (primärer Master): 4,3 GB Betriebssystem Win 98 mit allen Programmen, die dazugehören (Primäre Partition) (2 GB Linux (Primäre Partition, nicht mit fdisk erstellbar)) 4,5 GB Programme (Logisches Lw.) 4 GB freier Speicher zum CD-Kopieren und für Videoschnitt (Logisches Lw.) 5 GB Eigene Dateien (Logisches Lw.) Zweite Platte (primärer Slave): 2,3 GB Linux (Primäre Linux Partition, unter DOS nicht erkennbar) 100 MB Linux-Swap-Datei (unter DOS nicht erkennbar)  
Inhalt
Dies ist ein Referat über den fachgerechten Einbau einer Festplatte. Unter anderem wird hier auf Möglichkeiten der Formatierung, der Speichermöglichkeiten und Konfigurationsmöglichkeiten eingegangen. (1443 Wörter)
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31.10.2002 von unbekannt
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