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Wolfgang Borchert - Die Küchenuhr - Analyse Korrektur

Frage: Wolfgang Borchert - Die Küchenuhr - Analyse Korrektur
(keine Antwort)


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Guten Abend,

ich habe für die Vorbereitung auf die morgen anstehenden ZAP`s in NRW eine Analyse zu Borcherts die Küchenuhr gemacht.

Würde mich über ein Feedback freuen.

Erzähltextanalyse „Die Küchenuhr“

Die Kurzgeschichte „die Küchenuhr“ wurde 1947 von Wolfgang Borchert geschrieben und handelt von der Trauer, die in der Nachkriegszeit entstanden ist.

Vermutlich will der Autor mit der Kurzgeschichte zeigen wie groß die Trauer in der Nachkriegszeit ist und wie schwer es für die Beteiligten war diesen Trauer zu verarbeiten.
Die Uhr wird wahrscheinlich als Ebenbild des Mannes benutzt. Die Uhr entspricht mit all ihren Attributen dem Mann in der Geschichte. Zudem wird vermutlich gezeigt wie viel Bedeutung in einem Objekt liegen kann.

In der Kurzgeschichte handelt ein Mann und eine Gruppe von Leuten. Der Mann wird mit einem alten Gesicht (Z.1-2) aber eine wiederum jungen Gang (Z.2) beschrieben. Er trägt die ganze Zeit über eine Küchenuhr in der Hand (Z.3-4). Die Gruppe von Menschen, zu denen er sich auf eine Bank gesellt (Z.2-3), wird jedoch nicht näher beschrieben. Da das Alter des Mannes von den Personen auf der Bank geschätzt war, kann man davon ausgehen, dass sie sich einander nicht kannten (Z.1-2).

Sprachlich betratet benutzt Wolfgang Borchert großenteils eher kurze Sätze, die nur selten mehr als einen Nebensatz haben („Alles ist weg.“ (Z.54), „Alles weg.“ (Z.55), „Und Barfuß.“ (Z.38)). Zudem gibt es viele Wortwiederholungen („um halb drei Stehengeblieben“ (Z.23), „um halb drei“ (Z.23), „um halb drei getroffen“ (Z.25). Diese Wortwiederholung zeigen die Wichtigkeit von der scheinbar nebensächlichen Uhrzeit „halb drei“. Des weiteren ist der verwendete Wortschatz relativ begrenzt, wodurch dem Leser ein kaltes und emotionsloses Gefühl gegeben wird.

Im Hinblick auf die Zeit ist die Geschichte zeitdeckend, beinhaltet aber Rückblenden (Z.32-50).
Die im Text verwendete Erzählform ist die Er/Sie-Perspektive („Und er sagte leise“ (Z.12-13), „er hob die Uhr wieder hoch“ (Z.17-18)). Die Erzählform unterstützt, die auch durch den Wortschatz erstellte, kalte Stimmung.
Als Erzählperspektive benutzt Borchert die Außensicht. Dies erkennt man daran, dass er nicht die Gefühl der einzelnen Personen preisgibt. Auch das, sowie der sehr neutrale Erzählstandort, unterstreichen die angesprochene Kälte.
Das benutzte Erzählverhalten ist neutral, da der Autor keine wertenden oder ironisierenden begriffe einbringt, wodurch eine sehr emotionslose Geschichte entsteht. Der einzig wertende Satz ist in Z.25 zu finden („schob wichtig die Unterlippe vor“).
Zu der Erzählhaltung kann man sagen, dass sie personal ist, jedoch wechselt sie zwischen der Gruppe („Sie sahen“ (Z.1)) und dem Mann („Er setzte sich“ (Z.2)) hin und her. Dadurch kommt etwas Abwechselung in die Kurzgeschichte.
Bei der Darbietungsform benutzt Borchert die indirekte („nicht mehr, sagte die Frau“ (Z.19)) und direkte rede („Und er sagte leise:“ (Z.12-13)), wobei er die direkte Rede nicht mit Anführungszeichen anfängt und beendet. Dadurch entsteht ein fließender Text, der meist durch nicht bemerkbare Sprünge wieder aus der direkten Rede raus springt.

Inhaltlich lässt sich die Vermutung vom Anfang gut bestätigen. Die Uhr ist der zentrale Punkt der Unterhaltung. Sie wird in vielen Punkten beschrieben und all diese Punkte lassen sich im Nachhinein auf den Mann in der Geschichte beziehen. „Sie ist übrig geblieben“ (Z.5) soll auf den Mann bezogen heißen, dass er als einziger von seiner Familie überlebt hat. Der Satz „Sie ist nur wie ein Teller, so mit weißem Lack. Aber die blauen Zahlen sehen doch ganz hübsch aus, finde ich.“ (Z.8-9) soll auf den Mann bezogen sagen, dass er zwar nur ein Mensch ist, aber das was noch von ihm übrig ist findet er ganz schön. „Die Zeiger sind natürlich aus Blech.“ (Z.9) stellt das Aussehen des Menschen dar. Denn wie Blech rostet, so altert auch er.
Im weiteren Verlauf erwähnt der Mann häufig die Uhrzeit „halb drei“ (Z.23, Z.29), welche ihn an die Zeit zurückerinnert als er immer um halb drei nach Hause gekommen ist. Dann hat seine Mutter ihm immer Abendbrot gemacht (Z.41-42). Man erkennt an dem Satz „aber sie hatten ihre Augen von ihm weggenommen. Er fand sie nicht. Da nickte er seiner Uhr zu:“ (Z.33-34), dass er mit der Uhr eine wichtige Person verbindet, wahrscheinlich seine Mutter, mit der er immer noch reden kann. Auch der Satz „Da sagte er der Uhr leise ins weißblaue runde Gesicht:“ (Z.51) unterstreicht das. Das die Familie verstorben ist erkennt man in Zeile 53-55.

Die am Anfang gestellte Hypothese lässt sich mit der durchgeführten Analyse großenteils bestätigen. Die Uhr des Mannes spiegelt ihn aber auch seine Mutter wieder. Des weiteren versucht der Autor aber auch die Geschichte so emotionslos und einfach wie möglich zu halt, damit die Geschichte härter rüber kommt. Er versucht die Veränderung der Menschen durch den Krieg darzustellen.

MFG

PS: Die Zeilenangaben ignorieren
Frage von Leon1309 | am 02.06.2016 - 17:25





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