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Vorteilige Mutationen

Frage: Vorteilige Mutationen
(20 Antworten)

 
Wie wir wissen, sind Mutationen die Ursachen von Behinderungen.
Aber gibt es Beispiele, wo Mutationen den nächsten Generationen Vorteile bringen? Wenn ja, welche?
GAST stellte diese Frage am 06.06.2011 - 21:30


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Antwort von 1349 | 06.06.2011 - 21:30
stichwort: laktoseintoleranz,
google sollte dir dabei weiterhelfen.

 
Antwort von GAST | 06.06.2011 - 21:40
Es hat immer Menschen gegeben, die Laktoseintoleranz hatten und die das nicht hatten. Eltern, die nicht laktoseintolerant sind, können trotztdem laktoseintolerante Kinder kriegen.


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Antwort von .dmt | 06.06.2011 - 21:44
Ich meine es gibt irgendsoein mutiertes Gen das gegen Aids immun macht (hat meine Biolehrerin mal gesagt (heute^^)).


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Antwort von *Money* | 06.06.2011 - 21:55
mutiertes Gen gegen Aids? wow, wenns das geben würde

und was soll der vorteil bei einer intoleranz sein?

 
Antwort von GAST | 06.06.2011 - 21:58
@*Money*
Ja nichts! Es gibt keinen einzigen Beispiel für vorteilige Mutationen.

 
Antwort von GAST | 06.06.2011 - 22:00
Entweder werden Neulinge behindert, oder sie bleiben so wie sie sind.


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Antwort von C. Baerchen | 06.06.2011 - 22:07
naja, nur durch rekombination der gene ist die evolution ja nich bis zu uns uä gekommen... auf dauer sind die mutationen ja unerlässlich :P

im netz findet man übrigens sowas
Zitat:
Sichelzellenanämie (also sichelförmige Blutkörper) ist eigentlich ne Krankheit die die Leistungsfähigkeit einschränkt, verringert deutlich die Chance Malaria zu bekommen.


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Antwort von .dmt | 06.06.2011 - 22:08
EINSPRUCH! Es gibt nützliche Mutationen!

Der mutierte Rancor aus StarWars ist mindestens 5 Mal so groß und 10 mal so stark wie ein normaler.


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Antwort von C. Baerchen | 06.06.2011 - 22:13
resident evil is auch ne gute doku, stimmt, daran hatte ich garned gedacht ;)

 
Antwort von GAST | 06.06.2011 - 22:20
ja, die haben sich auch alle weiterentwickelt ^^

 
Antwort von GAST | 06.06.2011 - 22:30
Zitat:
d) vorteilhafte Mutationen

Da die meisten Tiere und Pflanzen mehr oder weniger perfekt an ihre Umwelt angepasst sind, führen alle Abweichungen des Phänotyps von diesem Optimum zu einem Nachteil für das Individuum. Ganz selten kommen aber auch vorteilhafte Mutationen vor. Ein Adler, der zum Beispiel eine verbesserte Augenlinse hat, kann seine Beute leichter erkennen, und eine Maus, deren Trommelfell aus irgendeinem Grund besser schwingen kann, hat ein empfindlicheres Gehör. Auch auf molekularer Ebene gibt es vorteilhafte Mutationen. Ein Enzym, welches eigentlich zum Zerlegen von mit der Nahrung aufgenommenen Nucleinsäuren gedacht war, kann durch eine Mutation plötzlich auch die DNA eingedrungener Viren zerstören und verschafft damit der Zelle einen deutlichen Überlebensvorteil.

http://www.u-helmich.de/bio/evo/01/11.html

Das mit der Sichelzellenanämie haben wir auch mal besprochen, in der gegend sterben mehr Menschen an Malaria als durch diese Blutkörperchen, die die Blutbahnen verstopfen können, wenn sie auskristalliesieren..


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Antwort von *Money* | 06.06.2011 - 22:48
Beispiele:
- Manxkatze: hat keinen Schwank
- Sphynx-Katze: hat kein Fell
(ob es ein Vorteil ist?! - zumindest gibt es Katzenliebhaber die so was wollen)

- Laktosetoleranz: nun verstehe ich auch den Post von 1349, denn früher war eine Intoleranz üblich und durch eine Genmutation sind sie meisten Menschen tolerant.

 
Antwort von GAST | 06.06.2011 - 22:53
Zitat:
Ein Adler, der zum Beispiel eine verbesserte Augenlinse, kann seine Beute leichter erkennen

Das würde dann an Beugung oder Platzierung der Linse liegen, welches sich auch ständig durch Eltern-Kind abwechselt. Wenn ich z.B. bessere Auge als mein Vater hab, könnte mein Kind trotzdem schlechtere Augen als ich haben. Es würde also nicht sagen, dass sich das Körper meiner Enkelkinder immer weiter entwickelt.

Ob das Trommelfell eines Mauses besser als bei einem anderen Maus ist, würde dann an der Dicke oder Spannung des Trommelfells liegen. Auch das verändert sich ständig von Eltern zu Kind und auch dies würde nicht sagen, dass die Kinder des Mauses mit gutem Gehör auch gutes Gehör haben.

Was die Anpassung betrifft: Egal wie lange die Inuit ("Eskimos") in der Kälte leben, werden sie deshalb kein dickeres Haut haben, um sich an die Kälte anzupassen.


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Antwort von .dmt | 06.06.2011 - 23:03
Zitat:
Was die Anpassung betrifft: Egal wie lange die Inuit ("Eskimos") in der Kälte leben, werden sie deshalb kein dickeres Haut haben, um sich an die Kälte anzupassen.


Würd ich schon sagen, aber ein paar tausend Jahre reichen da eher nicht.


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Antwort von paradoxon | 07.06.2011 - 13:22
Selbstverständlich bringen Mutationen den Individuen Vorteile! Du beziehst dich nicht ausschließlich auf den Menschen, deshalb fange ich mal klein an:
Viren können durch Mutation befähigt sein, für eine neue Spezies pathogen zu werden. Das ist natürlich für diese Spezies kein Vorteil, aber für das Virus. Grippeviren mutieren ständig, damit sie vom menschlichen Immunsystem nicht oder schwerer erkannt werden können - ein eindeutiger Vorteil für Grippeviren. Aus dem gleichen Grund ist HIV so schwer zu bekämpfen.
Bakterien mutieren, wodurch sie gegen Antibiotika resistent werden (siehe EHEC).

Organismen leisten sich die wesentlich aufwendigere geschlechtliche Vermehrung, gerade damit es zu Mutationen kommt: Ohne Mutation keine Evolution. Mutation bedeutet ja eine Veränderung der DNA. Diese wird in der Meiose und anschließend über eine Befruchtung zu neuen Genomen zusammengesetzt. Auch wenn das manchmal zum Schaden einzelner Nachkommen ist, so überwiegen doch natürlicherweise die Vorteile: Es kommt zur Selektion, nur die Starken überleben bzw. pflanzen sich fort. Eine Population kann Veränderungen der Umweltbedingungen nur überleben, wenn zumindest ein Teil ihrer Individuen derart mutiert ist, dass sie mit den neuen Gegebenheiten zurecht kommt.

Schau dir mal die Darwin-Finken auf den Galapágos-Inseln an: Diese Finken sind genotypisch eng verwandt, so dass man sie als eine Art (Geospizinae) zusammenfasst. Davon gibt es über ein Dutzend Unterarten, von denen einzelne nur auf ganz bestimmten Inseln zu finden sind. Das hervorstechendste Unterscheidungsmerkmal im Phänotyp ist die Schnabelform. Die Samenfresser unter den Darwinfinken, z.B. der Großgrundfink, haben einen kompakten, kräftigen Schnabel mit dem sie auch harte Samen, wie sie in ihrem Lebensraum anzufinden sind, öffnen können. Auf einer anderen Galápagos-Insel kommt der Kaktusgrundfink vor, der einen langen kräftigen Schnabel hat. Das befähigt ihn, an die Blüten und das Fleisch der Kakteen, die auf "seiner" Insel wachsen, gefahrlos heranzukommen. Der Waldsängerfink hat sich auf das Erbeuten von Insekten spezialisiert, er hat einen schmalen, spitzen Schnabel (in Federfarbe und -zeichnung sind sich die Darwinfinken alle sehr ähnlich). Der Vorteil dieser Mutationen ist eindeutig: Die Vögel, die auf dem recht begrenzten Raum der Inselgruppe leben, sind keine Futterkonkurrenten, was ihr Überleben sichert.

Auch Farbveränderungen innerhalb verwandter Arten zur Tarnungszwecken (Beispiel: verschiedene Mantis-Arten = Gottesanbeterinnen) oder als Anpassung an Umweltbedingungen (Hautfarbe beim Menschen) erfolgen über Mutation und sichern Überleben.

Genmutationen können auch resistent gegen bestimmte Erkrankungen machen. So sind z.B. 10 - 15% der Europäer resistent gegen HIV, sie haben ein mutiertes CCR5-Gen (@ Money: Lehrer erzählen nicht nur Unsinn, siehe http://www.offenes-presseportal.de/gesundheit_medizin/ererbte_genmutation_macht_immun_gegen_aids_-_bis_zu_15_prozent_aller_westeuropaeer_tragen_mutiertes_gen_in_sich_196067.htm ).

Warum heute Mutationen eher negativ gesehen werden liegt m.E. daran, dass der Mensch mutwillig allzuviele mutagene Substanzen in die Umwelt einbringt, die sich vornehmlich schädlich auf das Erbgut auswirken.


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Antwort von 1349 | 07.06.2011 - 13:53
Zitat:
Es hat immer Menschen gegeben, die Laktoseintoleranz hatten und die das nicht hatten. Eltern, die nicht laktoseintolerant sind, können trotztdem laktoseintolerante Kinder kriegen.
sagte ich nicht du sollst mal googlen und lesen?
die laktoseintoleranz beruht auf keiner mutation! früher waren alle menschen lactoseintolerant, es beruht auf einer mutation, dass wir lactosetolerant sind. und jetzt warte ich nur noch darauf, dass du das als nachteil wertest.


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Antwort von mopselratz | 07.06.2011 - 13:57
Zur Laktoseintolleranz:

Eigentlich waren fast alle unserer vorfahren laktoseintollerant. Als die "Menschen" begannen, tiere zu züchten oder zu halten, waren die meisten gegen die milch vom tier nicht immun. Nun konnten sich diese Individuem durchsetzen, welche gegen die milch immun war. Durch eine Mutation in irgeinem gen waren sie immun gegen sie. Da im Winter die Nahrung sehr knapp war (keine Beeren, wenig Tiere), hatten die Laktoseverträglichen individuen einen selektionsvorteil, da die Tiere genug milch produzierten.
So setzte die Mutation sich durch und die Menschen erschlossen sich eine neue ökologische nische.

Demnach ist Laktoseverträglichkeit eigentlich eine Krankheit und nicht, wie die meisten sagen die Laktoseintolleranz^^

Mutation=Vorteil


Ich hoffe ich hab das so einigermaßen gut erklären können :P


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Antwort von mopselratz | 07.06.2011 - 13:59
Wie nennt man nochmal diese Individuen, die gegen etwas resistent sind, die resistenz aber weder vorteil noch nachteil in der Population in der sie leben mit sich bringt?

stumme Gene?!^^


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Antwort von sayyeah93 | 07.06.2011 - 16:28
also n dritter arm wäre doch was..
aber zu den eskimos.. wenn sie größer wären durch ne mutation, dann würde da die Bergmansche Regel gelten, oder so ähnlich..


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Antwort von mopselratz | 07.06.2011 - 16:49
@ismet50 du willst unsere beispiele nicht akzeptieren?

Es ist aber so. Die Inuits können dickere haut entwickeln, nach darwins theorie versteht sich ;) -theoretisch-

Weibchen sehen sozusagen, dass das männchen gute und gesunde gene besitzt und pflanzt sich nur mit diesem fort--> sexuelle Selektion.
Hässliche männchen (zb. wenn bei ner ente die federn kaputt und zerfranzt sind) werden daher selektiert.

Es ist einfach so, das entwickelt sich mit der zeit :D

Und daher ist auch die Wahrscheinlichkeit größer, dass die nachkommen die guten gene vererbt bekommen.
Ein Adler mit schärferen Augen wird mehr nachkommen haben. Adler mit schwachen augen eher wenige.

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