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Vergleich der Figuren des Dr. Stockmann und des Stadtrichters

Alles zu Henrik Ibsen  - Ein Volksfeind

Hausaufgabe Deutsch: 19.01.1999


Stadtrichter und Dr. Stockmann anhand des zweiten und dritten Aktes vergleichen / charakterisieren!
Figur Eigenschaft(en) Dr. Stockmann sehr naiv – glaubt, dass sein Bruder alle Entscheidungen zum Wohle der Stadt trifft (S.24) / seine Entdeckung ist ein Glück für die Stadt (S.25); die Wahrheit ist für ihn wichtiger als sein Ruhm – mit Bruder Ruhm teilen (S.25); menschenfreundlich - „bleiben sie doch noch“ (S.27); im eigenen Interesse leicht zu beeinflussen (S.29); handelt voreilig (S.29/48); es ist seine Pflicht die Wahrheit zu veröffentlichen; sagt den Leuten die Tatsachen ist Gesicht (direkt) (S.44); regt sich schnell auf – „Volksfeind“ (S.44); //ZEITER AKT:// verliert schnell die Beherrschung – „ich werde sie zu Boden schlagen, sie zerschmettern“ (S.50) / - Mütze... (S.65); steht zur Wahrheit (S.67-68); Stadtrichter unfreundlich – grüßt nicht (S.35); stur – akzeptiert nur seine Meinung (S.36); handelt nur im eigenen Interesse (S.37); hat kein Problem damit die Leute zu belügen (S.38/41); nutzt seinen Bruder aus (S.39); keinen Respekt vor seinem Bruder – droht ihm (S.41-44); //ZWEITER AKT://

Allgemeine Einleitung:
Das Schauspiel „Ein Volksfeind“ von Henrik Ibsen, das 1882 in Norwegen unter dem Titel „En Folkefiende“ erschienen ist und 1968, von Hans Egon Gerlach ins Deutsche übersetzt, im Reclam-Verlag erschienen ist, spielt im 18. Jahrhundert in einer Stadt an der norwegischen Südküste. Es behandelt die Themen: Korruption, gesellschaftliche Probleme und die Frage der Wahrheit im Bezug zu Interessen. Die Hauptfigur Doktor Thomas Stockmann, der Arzt des Kur-Badeortes, findet heraus, dass das gesamte Gelände verseucht ist und grundlegend erneuert werden müsste. Doch da dies die Gemeinde sehr viel Geld kosten würde, wird er als Lügner und Volksfeind zum Schweigen gebracht, da die Menschen nur an ihrem eigenen Wohl interessiert sind und nicht am Wohl der Badegäste. Ob Doktor Stockmann sich schließlich durchsetzen kann, erfährt der Leser nicht.

Einleitung zur Szenenanalyse:
Das Schauspiel „Ein Volksfeind“ von Henrik Ibsen, das 1882 in Norwegen unter dem Titel „En Folkefiende“ erschienen ist und 1968, von Hans Egon Gerlach ins Deutsche übersetzt, im Reclam-Verlag erschienen ist, spielt im 18. Jahrhundert in einer Stadt an der norwegischen Südküste. Es behandelt die Themen: Korruption, gesellschaftliche Probleme und die Frage der Wahrheit im Bezug zu Interessen. Im zweiten und dritten Akt versucht die Hauptfigur Doktor Thomas Stockmann, der Arzt des Kur-Badeortes, seine Entdeckung, dass das gesamte Gelände verseucht ist und grundlegend erneuert werden müsste, zu veröffentlichen. Erst stehen alle Leute auf seiner Seite, doch als der Bruder von Doktor Stockmann, der Stadtrichter, der aus finanziellem Interesse gegen eine Erneuerung ist, davon erfährt, stimmt er alle Bürger mit dem finanziellen Gesichtspunkt um. Nun kämpft Doktor Stockmann alleine gegen den gesamten Ort.
Charakterlich sind Doktor Thomas Stockmann und seiner Bruder Peter Stockmann, der Stadtrichter, unterschiedlich. Sie haben aber auch einige Gemeinsamkeiten: Sie handeln beide sehr voreilig. Dies kann der Leser daran erkennen, dass der Stadtrichter sofort anfängt seinem Bruder zu drohen und ihn vor der ganzen Stadt bloß zu stellen (Vgl. S. 39/43), anstatt sich erst einmal mit ihm zusammen zu setzen und mit ihm in Ruhe darüber zu diskutieren. Bei Doktor Stockmann kann man es daran belegten, dass dieser Ausdrücke verwendet, wie „ich werde sie zu Boden schlagen, sie zerschmettern“ (S. 50), nur weil es Kritik an seiner Idee gab. Außerdem sind sie beide stur. Sie lassen sich kein bißchen von ihren Standpunkten abbringen, was der Leser bei Doktor Stockmann in dem Satz „ich beuge den Nacken nicht unter das Joch“ (S.46) und bei seinem Bruder in dem Satz „[es] muß und es wird verhindert werden“ (S.39) erkennen kann. Im Gegensatz zum Stadtrichter ist Doktor Stockmann jedoch nicht an der Wahrheit, sondern nur an seinem eigenen, finanziellen Interessen interessiert. So ist er zum Beispiel der Ansicht, dass die „Öffentlichkeit [...] durchaus keine neuen Gedanken [braucht]“ (S.40), während Doktor S. es als seine Pflicht ansieht sich „frei und offen über alles zu äußern“ (S.42). Er ist auch weit-denkender, weil er auch an die Folgen für die Stadt und die Kosten denkt (Vgl. S. 37), wohingegen der Doktor S. nur an die neue Wasserleitung denkt und nicht an die Zukunft der Stadt. Dies wird schon deutlich, da er die Kritik der anderen Bürger nicht verstehen kann. So fragt ihn Morten Kiil mit unterdrücktem Gelächter: „Ein Glück für die Stadt?“ (S.25), worauf der Doktor mit einem ernsten „Ja“ antwortet (S.25).
Allgemein sind der Stadtrichter und sein Bruder zwei völlig unterschiedliche Charaktere, so dass es dem Leser schwer fällt zu glauben, dass sie Brüder sind.
Die Charaktere lassen sich insgesamt auch mit ihrer Position erklären: Doktor Stockmann ist Badearzt, doch er hat die Stelle nur durch seinen Bruder erreicht, der Bürgermeister und Vorsitzender der Badeanstalt ist. Das heißt, das Peter Stockmann sehr viel Einfluß hat und daher immer auf Unterstützung von seiner Angestellten hoffen kann, darum kann er es sich erlauben seinem eigenen Bruder zu drohen und die Bürger zu belügen, da er jeden Widersacher sofort entlassen oder, wie seinen Bruder, zum Volksfeind erklären kann. Mit dem Schauspiel „Ein Volksfeind“ will Henrik Ibsen Kritik an der derzeitigen Politik üben. Er kritisiert, dass die Höhergestellten quasi immer recht haben und, dass die Angestellten keine Chance haben sich gegen die Regierung aufzulehnen. In diesen beiden Akten wird sehr deutlich, wie leicht die Machthabenden die einfachen Bürger manipulieren können. Am Ende des zweiten Aktes stehen alle Bürger hinter Doktor Stockmann und mit einigen Sätzen schafft es der Stadtrichter sie gegen Doktor Stockmann aufzubringen. Dem Leser diesen Eindruck zu vermitteln ist dem Autor gelungen, da der Leser am Beispiel des Doktor Stockmann sehr deutlich merkt, wie schwer es ist sich gegen die Obrigkeit durchzusetzen.
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Henrik Ibsen - Ein Volksfeind - Vergleich der Figuren des Dr. Stockmann und des Stadtrichters (Charakterisierungen) (917 Wörter)
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