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Facharbeit: Kommunikation: Grundlagen und Modelle nach Lasswell und von Thun

Alles zu Analysen und Interpretationen

1.Was ist Kommunikation?


Das Wort Kommunikation kommt aus dem Lateinischen und bedeutet soviel wie Unterredung. Im Allgemeinen ist die Kommunikation ein Prozess des Zeichenaustausches zwischen lebenden Organismen, aber auch in der Technik.
Bei der menschlichen Kommunikation spricht man von einem wechselseitigen Prozess der Bedeutungsvermittlung. Dieser Prozess findet unmittelbar oder durch eine Zwischenschaltung statt. Eine Zwischenschaltung kann zum Beispiel ein Telefon sein oder ein allgemeines Massenmediums.
Der Kommunikationsprozess erfolgt vom Sender zum Empfänger. Die Nachricht, die dabei übermittelt wird, wird vor ihrem Versenden verschlüsselt und von Empfänger wieder entschlüsselt. Dies bedeutet soviel wie, dass die Deutung einer Nachricht, beeinflusst durch Körpersprache, Mimik, Gestik, Sprache und Ton des Senders, vom Empfänger möglichst genau vorgenommen werden muss, damit die Kommunikation funktioniert.

2. Kommunikationsmodelle


2.1. Was sind Modelle?

Im Allgemeinen ist ein Modell die verkleinerte, bzw. vereinfachte Darstellung eines Gegenstandes, oder eines Prozesses. Ein Modell dient dazu, einen Sachverhalt besser darstellen, erklären und verstehen zu können.
Genauer betrachtet ist ein Modell der Versuch, die komplexe Realität verständlich zu machen und zu vereinfachen. Ein Modell ist also die Abstraktion und Beschreibung der Wirklichkeit, oder eines Teils davon. Modelle können deswegen nur einen kleinen und zwecksgerichteten Bereich darstellen.

2.2. Was sind Kommunikationsmodelle?

Kommunikationsmodelle oder auch Kommunikationstheorien sind die vereinfachte Darstellung des zwischenmenschlichen Kommunikationsprozess. Sie versuchen zu veranschaulichen, was Kommunikation ist und wie sie funktioniert. Rein theoretisch müsste es möglich sein, nach bestimmten Regeln das perfekte Gespräch zu führen. Um dies zu erreichen, forschen die Kommunikationswissenschaftler und erweitern die Auswahl an Kommunikationsmodellen stetig. Allerdings ist es bis heute nicht gelungen eine einheitliche Theorie zu entwickeln.

2.3. Grundbegriffe für Kommunikation und Kommunikationsmodell

Der Sender ist die Quelle der Informationen. Er sendet mit Hilfe seiner Sprache, Gestik, Mimik, Ton eine verschlüsselte Nachricht an den Empfänger.
Adressat der verschlüsselten Information ist der Empfänger, dieser muss diese entschlüsseln bzw. deuten.
Der Code ist die Art und Weise der Darstellung, der Nachricht. Man unterscheidet Druck-, Bild- und Toncode. Außerdem zeichnet sich der Code je nach Sprache, Sprachschicht und Zeichenvorrat aus.
Über den Kanal, worunter man Sprachwellen oder die Schrift versteht, gelangen die Nachricht vom Sender zum Empfänger.
Der Inhalt einer Nachricht ist in einer bestimmten Situation entstanden und so benötigt der Empfänger den Kontext, das situationale Bestimmungsmoment, zum Verstehen der Nachricht.

2.4. Die Lasswell-Formel


2.4.1. Harold Dwight Lasswell

Der ehemalige US- Politikwissenschaftler und Kommunikationstheoretiker ist am 13. Februar 1902 geboren, er wurde 76 Jahre. Sein Todestag ist der 18. Dezember 1978.
Während seines Studiums an der Universität von Chicago wurden seine Arbeiten von dem Pragmatismus von John Dewey und George Herbert Mead beeinflusst. Auch im weiteren Verlauf seiner Forschungen und Arbeiten hatte dies einen wichtigen Einfluss. Eine noch weit größere Bedeutung für seine Arbeiten hatte die Philosophie Freuds.
Im Zweiten Weltkrieg war er Leiter der Abteilung für die Study of War Time Communications in der Bibliothek des amerikanischen Kongresses.
Als Mitglied der einflussreichen Chicago School innerhalb der Soziologie, war er auch Mitbegründer des streng individualistischen Forschungsansatzes des Behavioralismus.
1948 formulierte er nach einigen Forschungen eine umgängliche Formel, die Lasswell- Formel, die er als Modell für die Massenkommunikation darstellte. Auf diesem Modell lässt sich das Lern- und Forschungsfeld der Kommunikationswissenschaft aufbauen.

2.4.2. Die Lasswell-Formel
Harold Dwight Lasswell entwickelte seine Formel 1948. Der genaue Wortlaut der Formel ist:
Who says What in Which Channel to Whom with What Effect, Wer sagt was über welchen Kanal zu wem mit welchem Effekt.
Im Allgemeinen besagt sie, dass die gesendete Nachricht beim Empfänger ohne weitere Probleme ankommen müsste.
1946 bis 1959 prägte diese Formel die Medienwirkungsforschung. Die Formel gibt dem Betrachter einen gewissen Freiraum, da er zwischen den Medien der Kommunikation und auch deren Aussage frei wählen kann. Lasswell betrachtete den Kommunikationsprozess als einen einseitigen Prozess. Er war davon überzeugt, dass die Nachricht des Senders, egal über welchen Kanal sie vermittelt wird, immer mit der richtigen Deutung beim Empfänger ankommt.
Doch sein Modell lässt jedoch eine Mehrstufigkeit innerhalb der Kommunikation zu, die erst nach seinem Tod zum Ausdruck gelang.
Die Folgen Stufen des Lasswell Modells wurden in der Kommunikationswissenschaft für bestimmte Forschungsgebiete abgegrenzt.
in der Wer-sagt-Stufe beschäftigt man sich damit, wer der Sender ist. Deshalb wird diese Stufe auch als Kommunikatorstufe oder Senderstufe bezeichnet. Hierbei betrachtet man die Stellung und die Stimmung im Bezug auf den Gesprächspartner.
die Untersuchung der Was-Stufe oder Nachrichten-Stufe beschäftigt sich mit der Aussage. Sie wird auf Art, Form (verbale Kommunikationsmittel), Inhalt und untersucht.
In-welchem-Kanal-Stufe wird die Art der Übermittlung betrachtet. Ob die Nachricht als Schrift, oder über Schallwellen erfolgt.
die Zu-Wem-Stufe oder Empfänger-Stufe untersucht die Person des Empfängers. Sein Gemütszustand und alle äußeren Einflüsse, die ihm bei der Deutung der Nachricht beeinflussen.
in der letzten Stufe, der Mit-welchem-Effekt-Stufe oder Wirkungsstufe betrachtet man die Auswirkung vom Zusammenspiel aller Faktoren der vorigen Stufen.
Auf Grundlage Lasswells entwickelte man ein gestuftes Entscheidungsmodell, da keine Medienwirkung eintreten kann, wenn dich attention (Aufmerksamkeit), interest (Interesse), decision (Entscheidung) und action (Handeln) gegeben sind.
Abbildung zur Lasswell- Formel
(mit Bezug auf die zuständigen Forschungsabteilungen)

2.4.3. Beispiele zur Lasswell-Formel
Allgemeine Situation:
Sender: männlicher Jugendlicher
Empfänger: weibliche Jugendliche

1. Variante
Nachricht: Kommst du nachher mit?
Kanal: Sprache
Tonlage des Senders: ruhig
Mimik des Senders: freundlich, offen
Gestik: stabil, nicht ablehnend
Beziehung zum Empfänger: freundschaftlich
Stimmung des Empfängers: neutral
Aufmerksamkeit des Empfängers: 100 %
Interesse: 100 %
Entscheidung: Ja ich komme nachher mit.
Handlung: Antwort mit einem Lächeln unterstrichen
Wirkung: Die gesendete Nachricht kommt mit exakt derselben Deutung beim Empfänger an, wie sie vom Sender gemeint war. Dies wäre die perfekte Kommunikation. Da Empfänger und Sender auf einander abgestimmt sind.
Da dies jedoch relativ selten der Fall ist, kann eine Kommunikation auch anders verlaufen.

2. Variante
Nachricht: Kommst du nachher mit!
Kanal: Schrift
Art der Schrift: Computerschrift, fett gedruckt und alle Buchstaben groß geschrieben
Stimmung des Senders: neutral
Beziehung zum Empfänger: freundschaftlich
Stimmung des Empfänger: gereizt
Aufmerksamkeit: eher nicht vorhanden

Interesse: keins vorhanden
Handlung: schreibt erst nicht zurück, auf weiteres Nachfragen des Senders folgende Antwort (Entscheidung)
Wieso fragst du? Hast du mich schon irgendwo mit eingeplant? Wenn ja, vergiss es! Ich habe etwas Besseres zu tun!
Wirkung: Der Sender und der Empfänger könnten sich nun weiter in ihre miss verstandenen Aussagen streiten und hineinsteigern. Die Nachricht wird auf keiner der Seiten, zu diesem Zeitpunkt, im exakten Sinne übermittelt. Die Kommunikation schlägt fehl.

2.5. Zwischenfazit
Die Kommunikation ist ein schwieriger Prozess. In den Beispielen sind die beiden Extreme dargestellt. Wenn der Sender und der Empfänger auf einander abgestimmt sind und es keine äußeren Einflüsse gibt, die die Deutung der Nachricht verfälschen, so kann man von einer perfekten Kommunikation sprechen. Im zweiten Beispiel jedoch schlägt die Kommunikation komplett fehl. Durch äußere Einflüsse auf beiden Seiten werden die Nachrichten immer wieder falsch gedeutet. Sollte sich keine der beiden Seiten in die Lage des Anderen versetzen, oder keinen Schlichtungsversuch unternehmen, kann es passieren, dass beide Seiten sich in dieses Problem der Kommunikation hineinsteigern. Dieses Problem kann erst gelöst werden, wenn sich die Einstellung gegenüber der anderen Seite verändert. Bei schlimmen Fällen ist meist die Hilfe eines Dritten von Nöten.
An Hand der Lasswell- Formel lässt sich die Kommunikation nur teilweise erklären, da viele Faktoren nicht berücksichtigt werden können. Die Lasswell- Formel bezieht sich nur auf die äußeren Faktoren, d.h. alles was ein Außenstehender auch von der Kommunikation mitbekommen könnte. Allerdings spielen viele innere Faktoren auch eine sehr wichtige Rolle für den Ausgang einer Kommunikation.

2.6. Kommunikationsmodelle nach Schulz-von-Thun


2.6.1. Schulz van Thun
Friedmann Schulz von Thun ist am 6. August 1944 in Soltau geboren. Heute ist er ein bekannter deutscher Psychologe.
Als Trainer des Schachvereins an den Gelehrtenschulen des Johanneums in Hamburg beschäftigte er sich schon früh mit psychologischen Fragen. Er entwickelte die Methode des Laut Denkens. 1967 bis 1971 studierte er Psychologie, Philosophie und Pädagogik in Hamburg. Direkt nach seiner Habilitation wurde er in Hamburg Universitätsprofessor.
Mit dem Ziel ein partnerschaftliches Miteinander zwischen zwei Parteien zu schaffen gab er ab 1971 Trainingskurse für Lehrer und Führungskräfte. Ebenfalls in den 1970er entstand das von ihm stammende Kommunikationsquadrat, welches aus humanistischen uns systematischen Richtungen und seinen Kurserfahrungen entstand. Weitergehend ist von Thun Autor des bekannten drei bändigen Werkes Miteinander reden
Thuns aktuellstes Projekt war die Gründung des von Thun-Institut für Kommunikation im Jahr 2007.
Inhalt
Facharbeit über Kommunikationsmodelle.
Aufgabe: Stelle kurz die Grundlagen der Kommunikation dar und erläutere die Kommunikationsmodelle, wenn möglich auch an einem Dialog.

Gliederung:

1. Was ist Kommunikation?
2. Kommunikationsmodelle
2.1. Was sind Modelle?
2.2. Was sind Kommunikationsmodelle
2.3. Grundbegriffe für Kommunikation und Kommunikationsmodelle
2.4. Die Lasswell-Formel
2.4.1. Harold Dwight Lasswell
2.4.2. Die Lasswell- Formel
2.4.3. Beispiele zur Lasswell- Formel
2.5. Zwischenfazit
2.6. Kommunikationsmodelle nach Schulz-von-Thun
2.6.1. Schulz van Thun

WÖRTER: 1364


Quellen:
Internetquellen:
http://www.fonet.de/Kommunikation/Kommunikationsmodelle/kommunikationsmodelle.html
http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/KOMMUNIKATION/
http://lexikon.meyers.de/meyers/Kommunikation
http://de.mimi.hu/gis/modell.html
http://www.geoinformatik.uni-rostock.de/einzel.asp?ID=1195
http://wapedia.mobi/de/Harold_Dwight_Lasswell
http://www.sw2.euv-frankfurt-o.de/VirtuLearn/LKT/Seminare/07.01.99/Modelle1.html
http://teachsam.de/medien/medienpaed/medien_rezeption/medien_wirkung/medien_wirkung_4_3_2.htm

Bildquellen:
http://www.geocities.com/comunicacionucem/image015.jpg (Harold Dwight Lasswell)
http://teachsam.de/medien/medienpaed/medien_rezeption/medien_wirkung/medien_wirkung_4_3_2-Dateien/image004.gif (Die Lasswell- Formel)
http://www.schulz-von-thun.de/img/svth.jpg (Schulz von Thun) (1347 Wörter)
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02.06.2008 von unbekannt
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