Kurt Marti: Happy End - Analyse und Kommunikationsmodell von Schulz von Thun | Kurt Marti - Happy End
Menu schließen

Kurt Marti: Happy End - Analyse und Kommunikationsmodell von Schulz von Thun

Alles zu  Kurt Marti  - Happy End

Kurt Marti: Happy End - Analyse von Kurzgeschichten in Bezug auf das Kommunikationsmodell nach Schulz von Thun


Aufgabe 1): Analysieren Sie die Kurzgeschichte "Happy End", indem Sie das dargestellte Geschehen kurz zusammenfassen, die Ortsgestaltung untersuchen und einen Bezug zum Titel herstellen.
Aufgabe 2): Beschreiben Sie das Kommunikationsmodell von Schulz von Thun.
Aufgabe 3): Finden Sie in der Gesichte ein treffendes Beispiel dafür, den Beziehungsaspekt einer Botschaft zu veranschaulichen.

Aufgabe 1)
Die Kurzgeschichte "Happy End" von Kurt Marti wurde im Jahr 1983 veröffentlicht. Sie thematisiert misslungene Kommunikation zwischen Mann und Frau, die zu einer Beziehungskrise führt.

Eine Frau und ihr Mann sind zusammen im Kino, wo sie sich einen Liebesfilm ansehen. Die Frau weint wegen des schönen Endes, woraufhin ihr Mann sie beschimpft und sagt, dass er es hasse, wenn man wegen so etwas heule. Sie versucht sich zu verteidigen, doch die Diskussion zwischen ihnen artet aus und führt schließlich zu einem Beziehungsstreit.

Das Geschehen spielt sich im Kino (vgl. Z. 2) und später außerhalb des Kinos auf der Straße ab (vgl. Z. 2). Auf der Kinoleinwand ist das Wort "Ende" zu sehen. Dies könnte bedeuten, dass vielleicht auch das Ende ihrer Beziehung naht. Denn während im Kino noch eine glückliche Stimmung wegen des "Happy Ends" herrscht, wechselt diese draußen abrupt in Anspannung. Es wird so beschrieben, dass der Mann sich herausschiebt, seine Frau jedoch im Gedränge, das dort herrscht, stecken bleibt (vgl. Z. 2-3). Er ist nun schon weiter nach vorne vorgedrungen, doch sie steht immer noch hilflos hinten in der Menge (vgl. Z. 3). Ich denke, dass das Gedränge hier als eine Art Metapher verwendet wurde. Es soll die Beziehung mit den vielen Problemen darstellen, aus der der Mann herauswill. Die Frau jedoch versucht, sich hilflos daran festzuhalten und scheint einen anderen Weg zu suchen, als sie einfach zu beenden. Sobald der Mann die Straße betritt, kehren sie zurück in die Realität, die so hart und kalt wie dieser Straßenboden ist.

Die Nacht wird in dieser Geschichte als dunkel beschrieben (vgl. Z. 4). Auch dies steht metaphorisch für ihre Beziehung, da "dunkel" etwas Negatives ausdrückt. Man kann kein Licht sehen, es wirkt also alles sehr ausweglos, als wäre keine Hoffnung mehr da.
Bis zum Ende der Geschichte wechselt der Ort nicht mehr, sondern sie laufen immer weiter diese Straße entlang. Dies könnte beschreiben, dass sie einen langen Weg brauchen, um mit ihren Problemen fertigzuwerden.

Der Autor hat den Titel "Happy End" gewählt, da er ausdrücken soll, wie sehr sich die Frau ein solches "Happy End" wie in dem Kinofilm auch für ihre Beziehung wünscht. Vielleicht hat sie deswegen auch diesen Film ausgewählt, um ihrem Mann zu zeigen, wie schön es sein kann. Der Mann hingegen hält nicht viel von diesem "Happy End". Ich denke der Titel passt gut zu der Kurzgeschichte, da er genau die Gefühle und Hoffnungen der Frau ausdrückt, die aber meiner Meinung nach nie erfüllt werden, da ihr Mann genau das Gegenteil von einem "Happy End" möchte.

Aufgabe 2)
In dem Vier-Seiten-Kommunikationsmodell nach Schulz von Thun gibt es einen Sender, der etwas sagt, und einen Empfänger, der das Gesagte hört.

Zwischen ihnen steht in der Mitte die Nachricht. Schultz von Thun erklärt es nun so, dass diese Nachricht vier Ebenen enthält, auf der sie gemeint, aber auch verstanden werden kann. Zum Ersten gibt es die Selbstaussage, über die der Sender Informationen über sich selbst preisgibt, zum Beispiel was er von dem Thema hält oder wie er sich gerade fühlt. Außerdem gibt er einen Appell an den Empfänger weiter, mit dem er etwas bei ihm erreichen, ihn also zu etwas veranlassen möchte. Des Weiteren drückt er mit seiner Beziehungsaussage aus, wie er zu seinem Gesprächspartner steht bzw. was er von ihm hält. Als letztes gibt es noch die Sachaussage, die ausschließlich durch Fakten über etwas informiert.

Aufgabe 3)
In der Kurzgeschichte "Happy End" gibt es viele Aspekte, die darauf schließen lassen, dass die Kommunikation des Paares misslingt und sie keine gute Beziehung führen. "Ich hasse diese Heulerei, ich hasse das" (Z. 7-8.). Der Mann sendet diese Nachricht an seine Frau. Er appelliert hiermit an sie, mit dem "Heulen" in der Öffentlichkeit aufzuhören. Doch wenn man die Beziehungsebene genauer betrachtet, wird klar, dass es nicht allein die "Heulerei" ist, die er hasst. Er ist völlig aufgebracht und zornig, als er dies von sich gibt. Abscheu schwingt in seinem Ton mit. Ich denke, dass er damit ausdrücken möchte, dass ihm die gesamte momentane Situation nicht passt, wie es in ihrer Beziehung läuft, aber auch wie seine Frau aussieht. Denn in Zeile 9 denkt er: "Wie sie nun keucht in ihrem Fett". Daraus lässt sich schließen, dass er sie nicht mehr gerne ansieht und somit auch nicht mehr viel Liebe für sie empfindet.

Seine Frau möchte sich jedoch für das "Heulen" rechtfertigen und sagt: "Ich kann doch nichts dafür, ich kann wahrhaftig nichts dafür, es war so schön, und wenn's so schön ist, muss ich halt heulen" (Z. 9-11). Über sich selbst sagt sie hiermit aus, dass sie sich wünscht, dass es in ihrer Beziehung auch mal so schön wäre und es ein solches "Happy End" gäbe wie im Film. Mit den Tränen drückt sie aber vielleicht nicht nur Freude wegen des Filmes aus, sondern auch Traurigkeit, weil die Beziehung zwischen ihr und ihrem Mann so schlecht ist. Außerdem möchte sie mit ihrer Nachricht bezwecken, dass ihr Mann sie versteht. Sie drückt aus, dass selbst wenn sie versuchen würde, etwas zu ändern, es nicht klappen würde. Indirekt gibt sie ihrem Mann damit aber auch eine Mitschuld an den vielen Problemen. Sie fordert ihn auf, sie so zu akzeptieren, wie sie ist. Der Mann aber geht darauf gar nicht ein, sondern sagt nur: "Schön, dieser elende Mist, dieses Liebesgewinsel, das nennst du schön, dir ist ja nun wirklich nicht mehr zu helfen" (Z. 11-12). Mit dieser Nachricht gibt er ihr auf der Beziehungsebene zu verstehen, dass er ihr "Liebesgewinsel" nicht mehr ertragen und ihr keine Liebe mehr entgegenbringen kann.

So kann man also sehen, dass die beiden aneinander vorbeireden und nicht auf den Punkt kommen, weshalb ihre Beziehung nicht richtig funktioniert. Sie reden um ihr Problem herum, um vor dem eigentlichen Problem zu entfliehen. Der Mann sucht weitere Streitpunkte, während die Frau versucht, sich immer mehr an der Beziehung festzuklammern.

Note: 1
Inhalt
Kurt Marti: Happy End - Analyse von Kurzgeschichten in Bezug auf das Kommunikationsmodell nach Schulz von Thun

Schwerpunkte: Analyse von Kurzgeschichten, 4-Seiten-Kommunikationsmodell nach Schulz von Thun, Beziehungsaspekt (1106 Wörter)
Hochgeladen
12.04.2013 von Larifee
Optionen
Klausur herunterladen: PDFPDF, Download als DOCXDOCX
  • Bewertung 4.3 von 5 auf Basis von 16 Stimmen
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
4.3/5 Punkte (16 Votes)



Seite drucken | Melden
Kostenlos eine Frage an unsere Deutsch-Experten stellen:

Wenn du dieses Dokument verwendest, zitiere es bitte als: "Kurt Marti: Happy End - Analyse und Kommunikationsmodell von Schulz von Thun", https://e-hausaufgaben.de/Klausuren/D10807-Kurt-Marti-Happy-End-Analyse-von-Kurzgeschichten-Schulz-von-Thun.php, Abgerufen 22.08.2017 22:26 Uhr

Es handelt sich hier um einen fremden, nutzergenerierten Inhalt für den keine Haftung übernommen wird.
Download: PDFPDF, Download als DOCXDOCX
ÄHNLICHE DOKUMENTE:
ÄHNLICHE FRAGEN: