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Facharbeit: Textgebundene Erörterung: Sind Aloe Vera und Kokosöl tatsächlich wirksam gegen Akne?

Alles zu ErörterungenSind Aloe Vera und Kokosöl tatsächlich wirksam gegen Akne?
Textgebundene Erörterung

Michael Ravensthorpe berichtet am 08.08.2014 in der Online-Ausgabe info.kopp-verlag.de über "Aloe Vera und Kokosöl: zwei Superfoods gegen Akne". Laut diesem Bericht ist Kokosöl und Aloe-Vera-Gel besonders wirksam gegen Akne. Diese Erörterung soll beleuchten, ob die erwähnten Wirkstoffe tatsächlich Akne heilen können.

Ravensthorpe untergliedert seinen Text in drei Teile. Er berichtet zunächst über die "häufigste Hautkrankheit" in den Vereinigten Staaten und erwähnt nur in einem einzigen Satz das daraus resultierende Milliardengeschäft der Pharmaindustrie. Anschließend informiert er über Wirkstoffe des Aloe-Vera-Gels und des Kokosöls sowie deren Eigenschaften auf die Haut.

Der Verfasser erwähnt die American Academy For Dermatology, welche die Behauptung aufgestellt hätte, dass Akne die häufigste Hautkrankheit der Vereinigten Staaten sei. Schätzungen zufolge seien 40 bis 50 Millionen Menschen im Land betroffen, wobei um die 85% aller Menschen irgendwann im Leben einmal an Akne leiden. Während im ersten Satz die Erwähnung der Autorität irrelevant erscheint, bleiben bei den anderen Behauptungen die Autoritäten unerwähnt.

Ravensthorpe spricht das Faktenargument des Milliardengeschäftes für "Big Pharma" an, welches die Behandlung von Akne verspräche. Damit trifft er ins Schwarze.

Leider, so Ravensthorpe weiter, seien in den üblichen Aknecremes zumeist unnatürliche und aggressive Chemikalien enthalten, die für gesundheitsbewusste Menschen nicht akzeptabel seien. Dieses Faktenargument hat seine Daseinsberechtigung. Es ist allgemein bekannt, dass viele Kosmetika, vor allem auch medizinisch indizierte Cremes, aus aggressiven Chemikalien hergestellt werden.

Weiter informiert der Verfasser darüber, dass Aloe Vera aus gutem Grund in vielen Kosmetikprodukten enthalten sei. Sie sei dafür bekannt, die Haut zu "heilen, beruhigen und zu verjüngen". Dass dem Gel aus der Pflanze eine gewisse Heilwirkung, vor allem bei Verbrennungen, zugeschrieben wird, kann aus diversen Studien herausgelesen werden. Ob sie jedoch tatsächlich "verjüngt" kann in Frage gestellt werden. Eine adstringierende Wirkung wird der Pflanze zwar tatsächlich nachgesagt, aber "adstringierend" bedeutet nichts anderes als "hautspannend". Dieser Effekt beruht auf der Tatsache, dass das reine Aloe-Vera-Gel eine sehr klebrige, zähflüssige Substanz ist. Sie legt sich wie ein Film auf die Haut und spannt sie dadurch. Mit "Verjüngung" hat dieser Effekt jedoch wenig zu tun.
Zudem sollen die zwei erwähnten Nahrungsmittel laut Ravensthorpe die gleichen Erfolge versprechen wie die Cremes aus der Chemieküche, und das, so der Verfasser weiter, nachweislich ohne Nebenwirkungen. Der Nachweis bleibt unerwähnt. Auch Naturprodukte können Nebenwirkungen haben.

Erwähnung findet weiter die Behauptung, dass alle Kulturen, die mit Aloe Vera in Konakt gekommen seien, irgendwann ihre wohltuenden Eigenschaften für die Haut erkannt hätten. Diese Behauptung scheint jedoch nicht belegbar zu sein. Und tatsächlich findet sich neben der Behauptung auch kein Beleg. Aloe Vera bleibe weiterhin ein natürliches Mittel zur Behandlung von Ekzemen, Schuppenflechte, Verbrennungen und Ausschlägen.

Ein weiteres Autoritätsargument, nämlich die in The Journal Of Dermatological Treatment veröffentlichte Studie über die Wirksamkeit von Aloe Vera gegen Akne, soll noch ein weiteres Mal die oben genannte These stützen. Die Studie wurde mit 60 Teilnehmern durchgeführt. Die Probanden hätten höchstens mit einer mittelschweren Akne zu kämpfen. Das eingesetzte Verfahren sei das Altbewährte: zwei Kontrollgruppen, davon wäre eine Gruppe mit Placebo behandelt worden.
Das Ergebnis: Aloe Vera Gel sei "gut vertragen worden und hätte sich deutlich wirksamer als das Placebo erwiesen."

Zuletzt schreibt Ravensthorpe über das Kokosöl und dessen hautpflegenden Eigenschaften. Es würde überall auf der Welt als Anti-Aging-Creme, natürliches Sonnenschutzmittel, Lippengel, Feuchtigkeitscreme und Massage-Öl verwendet werden. Es stellt sich die Frage, was unter einer Anti-Aging-Creme zu verstehen ist und ob diese Bezeichnung nicht vielleicht irreführend sein kann.

Weiter schreibt er, dass es tatsächlich keine Hautkrankheit gäbe, die Kokosöl nicht wenigstens verbessern könne. Als Beweis legt er das Autoritätsargument über chinesische Forscher vor, die eine starke antibakterielle Wirkung des Kokosöls festgestellt haben sollen Es solle auch in sein, "durch Verschmelzung mit der Akne und direkte Abgabe von Laurinsäure in die Bakterienmembran das Bakterium wirksam auszuschalten". Dem gibt es nichts hinzuzufügen.

Ein letztes Autoritätsargument bringt der Verfasser mit dem Veröffentlichen von Ergebnissen in der Zeitschrift Biomaterials ein, die noch einmal darauf schließen lassen, dass die äußerliche Anwendung von Kokosöl wirksam gegen Akne sei.

Was eventuell noch Erwähnung finden müsste, ist die Tatsache, dass bei der Studie, die in The Journal Of Dermatological Treatment veröffentlicht wurde, nur Probanden mit einer höchstens mittelschweren Akne zugelassen wurden. Fälle von schwerer Akne sollten meines Erachtens nicht auf die medikamentöse Behandlung verzichten. Gerade diese Patienten können mit medizinischen Cremes oder Anwendungen sehr gute Erfolge erzielen. Ein Naturprodukt kann demnach nicht immer den erwünschten Erfolg erzielen.

Bei der formalen Analyse kann festgehalten werden, dass sich der Verfasser bei den Argumenten sowohl im Absatz über Aloe-Vera-Gel als auch über Kokosöl auf jeweils zwei Autoritätsargumente stützt. Auch in der Einleitung beruft sich Ravensthorpe auf ein Autoritätsargument. Er stützt seine Argumente zwei Mal mit Faktenargumenten.
Ravensthorpe verfasst diesen Text eindeutig Pro-Aloe und Pro-Kokosöl, er bedient sich dabei einer deduktiven Gedankenführung. Dass er keinerlei versteckte Werbung einbringt macht den Text, vor allem für einen Bericht, der im Kopp-Verlag erscheint, über die Maßen seriös. Gerade diesem Medium wird oft eine unseriöse Berichterstattung nachgesagt. Die Behauptungen, die der Autor aufstellt, sind an keinem Punkt manipulativ, bleiben immer sachgerecht und ausgewogen. Übertreibungen werden vermieden. Ravensthorpe argumentiert rational.
Der Bericht ist in viele kurze Absätze unterteilt, was zum Textverständnis beiträgt. Die Argumentationsketten sind vollständig nachvollziehbar. Der Bericht ist in einfacher Sprache verfasst, um ihn für jedermann lesbar zu machen. Adressaten sind alle, die sich für ihre Gesundheit interessieren. Hauptsächlich spricht er natürlich Akne-Patienten an. Es werden keinerlei Fremdwörter verwendet. Obwohl sich Ravensthorpe an manchen Textstellen nicht an die allgemeinen These-Argument-Beweis-Vorgehensweise hält, kommt der Bericht trotzdem logisch und sachlich daher. Die Aspekte werden mit veranschaulichenden Beispielen unterstützt. Die Gesetzmäßigkeiten der Textsorte wurden eingehalten.

Im Allgemeinen kann dem Text von Michael Ravensthorpe eine sachgerechte Berichterstattung nicht abgesprochen werden. Dass in manchen, schwerwiegenden Fällen die Anwendung von Naturprodukten nicht den Erfolg bringt, den man sich erwünscht, findet jedoch keine Erwähnung.

Ich stimme dem Standpunkt des Verfassers zu. Aus meiner empirischen Erfahrung kann ich sagen, dass Aloe-Vera-Gel sowie auch Kokosöl zur hochwertigen Körperpflege und auch zur Behandlung leichter Akne geeignet sind. Bei mittelschwerer bis schwerer Akne eignen sich diese Naturprodukte jedoch nur unterstützend neben einer Behandlung beim Dermatologen. Denn auch hier handelt es sich weder um ein Wunder- noch um ein Allheilmittel.

Quelle:
http://info.kopp-verlag.de/medizin-und-gesundheit/gesundes-leben/michael-ravensthorpe/aloe-vera-und-kokosoel-zwei-superfoods-gegen-akne.html
Inhalt
Eine textgebundene Erörterung zu einem Text von Michael Ravensthorpe zu dem Thema Aloe Vera Gel und Kokosöl zur Behandlung von Akne. (1141 Wörter)
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10.08.2014 von Ipunkt
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