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Intention "San Salvador" von Peter Bichsel

Frage: Intention "San Salvador" von Peter Bichsel
(8 Antworten)

 
hay wir müssen als referat die intention der Kurzgeschichte San Salvador herausfinden ... ich habe mir den tet jetzt schon so oft durchgelesen weiß aber nciht genau was jetzt die intention ist?


Vllt .... das der Mann so viele Probleme hat mit seiner Frau nciht drüber redet ... das sich andere Menschen nciht so verhalten sollten sonder so etwas klären sollten? oder ist die Intention vielleicht das klägliche scheitern seiner Auswanderung....


Was ist eig genau mit intention gemeint? Kann mir jemand helfen


Mfg Jana
GAST stellte diese Frage am 04.09.2007 - 16:56


Autor
Beiträge 2324
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Antwort von ammy | 04.09.2007 - 16:58
Hast
du eine Möglichkeit den Text hier online zustellen?
btw: bevor ich suche, hast du schon im internet geschaut?

 
Antwort von GAST | 04.09.2007 - 16:58
den text gesucht im inte oder was meinst du ^^

 
Antwort von GAST | 04.09.2007 - 17:00
Peter Bichsel: San Salvador
Er hatte sich eine Füllfeder gekauft.
Nachdem er mehrmals seine Unterschrift, dann seine Initialen, seine Adresse, einige Wellenlinien, dann die Adresse seiner Eltern auf ein Blatt gezeichnet hatte, nahm er einen neuen Bogen, faltete ihn sorgfältig und schrieb:„Mir ist es hier zu kalt“, dann „ich gehe nach Südamerika“, dann hielt er inne, schraubte die Kappe auf die Feder, betrachtete den Bogen und sah, wie die Tinte eintrocknete und dunkel wurde (in der Papeterie garantierte man, daß sie schwarz werde), dann nahm er seine Feder erneut zur Hand und setzte noch großzügig seinen Namen Paul darunter.
Dann saß er da.
Später räumte er die Zeitungen vom Tisch, überflog dabei die Kinoinserate, dachte an irgend etwas, schob den Aschenbecher beiseite, zerriß den Zettel mit den Wellenlinien, entleerte seine Feder und füllte sie wieder. Für die Kinovorstellung war es jetzt zu spät.
Die Probe des Kirchenchores dauert bis neun Uhr, um halb zehn würde Hildegard zurück sein. Er wartete auf Hildegard. Zu all dem Musik aus dem Radio. Jetzt drehte er das Radio ab.
Auf dem Tisch, mitten auf dem Tisch, lag nun der gefaltete Bogen, darauf stand in blauschwarzer Schrift sein Name Paul.
„Mir ist es hier zu kalt“, stand auch darauf.
Nun würde also Hildegard heimkommen, um halb zehn. Es war jetzt neun Uhr. Sie läse seine Mitteilung, erschräke dabei, glaubte wohl das mit Südamerika nicht, würde dennoch die Hemden im Kasten zählen, etwas müßte ja geschehen sein.
Sie würde in den „Löwen“ telefonieren.
Der „Löwen“ ist mittwochs geschlossen.
Sie würde lächeln und verzweifeln und sich damit abfinden, vielleicht.
Sie würde sich mehrmals die Haare aus dem Gesicht streichen, mit dem Ringfinger der linken Hand beidseitig der Schläfe entlang fahren, dann langsam den Mantel aufknöpfen.
Dann saß er da, überlegte, wem er einen Brief schreiben könnte, las die Gebrauchsanweisung für den Füller noch einmal - leicht nach rechts drehen - las auch den französischen Text, verglich den englischen mit dem deutschen, sah wieder seinen Zettel, dachte an Palmen, dachte an Hildegard.
Saß da.
Und um halb zehn kam Hildegard und fragte:„Schlafen die Kinder?“. Sie strich sich die Haare aus dem Gesicht

 
Antwort von GAST | 04.09.2007 - 17:00
tatataaaaaaa =) und hier ist er schon ^^

 
Antwort von GAST | 04.09.2007 - 17:11
wo sind den die deutschprofis ... ich steh 4 und will das ja ändern desswegn ist das voll wichtig help me pls ja ?


Autor
Beiträge 2324
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Antwort von ammy | 04.09.2007 - 17:19
Hmm kenne den Text jetzt nicht aber ich würd sagen das du schon recht hast mit deiner Vermutung des offensichtlich bestehenden
Kommunikationsproblems.
Der Füllfeder wird ja oft im Text erwähnt,
Für Paul scheint er ja der einzige Weg zu sein, seiner Frau etwas mitzuteilen. Doch wenn man beachtet, dass er sich beim Verfassen des Briefes viel viiiiel Zeit lässt erscheint es fraglich , ob er wirklich nach Südamerika auswandern will. Man erkennt ja eine gewisse Unsicherheit, dadurch dass er die Gebrauchsanweisung des Füllers liest
Das ist vllt. so zu verstehen, als dass Paul nach Ratschlägen sucht, wie er sich entscheiden soll bezüglich des Auswanderns.
Vielleicht will er sich auch nur "ablenken"(?)
Die Gründe für den Wunsch, sein derzeitiges Leben abzuschließen und in San Salvador ein neues zu beginnen, lassen sich anhand einiger Textstellen denk ich gut belegen.
Das ist zwar jetzt mehr Sprachanalyse aber ich denk mal für das Verständnis des Textes und der Interpretation/Intentionsanalyse nicht unwichtig,alsooo
Die Textstelle „Mir ist es hier zu kalt.“ wird wiederholt, um damit Pauls Träume von einer "wärmeren", liebevolleren Umgebung auszudrücken. Kalt bedeutet hier denk ich mal diese "langeweile",
dadurch das der Tag anscheinend immer gleich verläuft und ihn "anödet" *g*

Die Beziehung zwischen Paul und Hildegard ist, so lässt es sich aus dem Textzusammenhang heraus schließen in keinem guten Zustand. Zwar kennen sich die beiden sehr gut und wohnen anscheinend schon länger zusammen aber mit der Kommunikation scheint es ja zu hapern...

Paul ist mit der derzeitigen Situation überhaupt nicht zufrieden und will dem Problem, der gestörten Kommunikation zwischen den beiden, der täglichen Routine etc...aus dem Weg gehen, indem er nach Südamerika auswandert. Dieser Schritt scheint auf den ersten Blick leicht durchführbar. Allerdings merkt Paul, dass es für ihn doch nicht so leicht ist eine endgültige Entscheidung zu treffen und zögert. Er wird immer unsicherer und weiß schließlich nicht einmal mehr, ob er nach Südamerika oder in ein anderes Land gehen will

San Salvador bedeutet im übrigen " Insel der Erlösung/Hoffnung"
Ist also eine Metapher.



Die erst zum Schluss der Kurzgeschichte erwähnten Kinder sind hingegen kein Problem für die Beziehung oder gar die Ursache dafür. Im Gegenteil: Sie sind offenbar eines der wenigen Gesprächsthemen, das die beiden vor einer absoluten Kommunikationsstörung bewahrt. Wahrscheinlich sind sie auch der Anlass dafür, dass Paul den Brief letztendlich doch nicht zu Ende schreibt und nach San Salvador geht, weil Hildegard mit der Frage „Schlafen die Kinder?“ plötzlich wieder seine Pflichten als Vater und Ehemann hervorruft und diese, so vermute ich, nicht vernachlässigen bzw. aufgeben will


Und hier noch ein super Link, mit Interpretationen dieser Kurzgeschichte, der dürfte dir gut weiterhelfen, aber
weißt ja nur "inspirieren" lassen ^^ nicht abschreiben *g*

http://home.arcor.de/richardt/3-6.htm

 
Antwort von GAST | 04.09.2007 - 17:50
Da fällt mit ein nettes Lied von Udo Jürgens ein:

Zitat:


Ich War Noch Niemals In New York


Und nach dem Abendessen sagte er,
laß mich noch eben Zigaretten holen geh`n,
sie rief ihm nach nimm Dir die Schlüssel mit,
ich werd inzwischen nach der Kleinen seh`n,

er zog die Tür zu, ging stumm hinaus,
ins neon-helle Treppenhaus,
es roch nach Bohnerwachs und Spießigkeit.
und auf der Treppe dachte er, wie wenn das jetzt ein Aufbruch wär,
ich müßte einfach geh`n für alle Zeit,
für alle Zeit...

Ich war noch niemals in New York, ich war noch niemals auf Hawaii,
ging nie durch San Franzisko in zerriss`nen Jeans,
Ich war noch niemals in New York, ich war noch niemals richtig frei,
einmal verrückt sein und aus allen Zwängen flieh`n.

Und als er draussen auf der Straße stand,
fiel ihm ein, daß er fast alles bei sich trug,
den Paß, die Eurochecks und etwas Geld,
vielleicht ging heute abend noch ein Flug.

Er könnt` ein Taxi nehmen dort am Eck oder Autostop und einfach weg,
die Sehnsucht in ihm wurde wieder wach,
nach einmal voll von Träumen sein, sich aus der Enge hier befrei`n,
er dachte über seinen Aufbruch nach,seinen Aufbruch nach...

Ich war noch niemals in New York, ich war noch niemals auf Hawaii,
ging nie durch San Franzisko in zerriss`nen Jeans,
Ich war noch niemals in New York, ich war noch niemals richtig frei,
einmal verrückt sein und aus allen Zwängen flieh`n.

Dann steckte er die Zigaretten ein und ging wie selbstverständlich heim,
durchs Treppenhaus mit Bohnerwachs und Spießigkeit,
die Frau rief "Mann, wo bleibst Du bloß, Dalli-Dalli geht gleich los",
sie fragte "War was?" - "Nein, was soll schon sein."

Ich war noch niemals in New York, ich war noch niemals auf Hawaii,
ging nie durch San Franzisko in zerriss`nen Jeans,
Ich war noch niemals in New York, ich war noch niemals richtig frei,
einmal verrückt sein und aus allen Zwängen flieh`n

 
Antwort von GAST | 04.09.2007 - 17:52
Ws ist aber nun eine "Intention"?

Zitat:

Intention (Literatur)

Als Intention eines literarischen Werks bezeichnet man die Absicht, die mit bzw. in dem Werk verfolgt wird. Die Literaturtheorie unterscheidet wesentlich zwischen der intentio auctoris (der dem Verfasser eines Textes unterstellten Absicht) sowie der intentio operis (der Absicht des Textes selbst); oft wird ferner auch die intentio lectoris, womit die Absicht des jeweiligen Lesers bezeichnet ist, in der Literaturtheorie berücksichtigt.

Die Absicht des Verfassers ist häufig, den Leser auf etwas aufmerksam zu machen, den Leser zu etwas zu bewegen oder etwas zu vermitteln bzw. ihm etwas beizubringen. Oft ist die Absicht auch, Unterhaltung zu schaffen.

Intentionen

Wie bereits beschrieben können z.B. Romane der Unterhaltung dienen. Darüber hinaus kann der Autor folgende Intentionen gehabt haben:

appellativ: Appell an den Leser (z.B. Werbung, mit der Intention den Leser zum Kauf eines Produktes zu Bewegen, oder ein Parteiprogramm einer Partei)

informativ: Informationen an den Leser ( = werteneutrale Texte wie z.B. Nachrichten, Presseberichte)

expressiv: Expression (Ausdruck) des Autors: Ausdruck, der bei dem Leser bestimmte Gefühle erwecken soll (z.B. Roman, epische Texte)
aus: Wiki

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