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mündliches abi: Ruhrkampf und Hitlerputsch

Frage: mündliches abi: Ruhrkampf und Hitlerputsch
(3 Antworten)

 
Hey, ich weiß es ist sehr viel zu lesen, aber es ist wichtig.
Ein Freund von mir hat am Mittwoch mündliches Abi in Baden-Würtemberg und hat zu den Oben genannten Themen folgende texte vorbereitet.

würde sich bitte einer die Mühe machen die inhaltlich zu korrigieren, die Grammatikfehler sind egal.

Viele dank schon mal.

Bedrohungen des Weimarer Staates im Verlauf des Jahres 1923
Ruhrkampf und Inflation
Verhalten der Reichsregierung/-wehr
Hitler-Putsch
In welcher Weise wurden die Bedrohungen überwunden


Bedrohungen des Weimarer Staates im Verlauf des Jahres 1923

Zu Beginn des Jahres marschierten belgische und französische Truppen ins Ruhrgebiet ein, da die damalige Regierung unter Cuno einen Zahlungsaufschub der, 1921 in der Londoner Konferenz festgelegten, Reparationszahlungen erreichen wollte.
Dazu kamen noch geringfügige Rückstände bei Lieferungen von Kohle und Telegraphenmasten. Frankreich verurteilte dies als Verstoß gegen den Versailler Vertrag und hatte somit eine Berechtigung das Ruhrgebiet zu besetzen. Durch dieses „produktive Pfand“ sollten die deutschen Reparationszahlungen gesichert werden. Cuno stellte alle Lieferungen ein und rief zum passiven Widerstand aller auf. Die Besatzer errichteten eine Zollgrenze zum restlichen Deutschland. Diese Maßnahme wurde mit aggressiven und gewaltigen Gegenmaßnahmen beantwortet. Der Ruhrkampf erreichte seinen Höhepunkt mit der Hinrichtung eines Freikorpsmitglied.
Im Sommer 1923 wurde deutlich, dass der Kampf eine verheerende Wirkung auf die wirtschaftliche Situation Deutschlands hat und die Regierung Cuno stürzte.
Der neue Reichskanzler Gustav Stresemann beendete den Ruhrkampf aus wirtschaftlichen und finanziellen Gründen. Er bekämpfte die hohe Inflation, die aufgrund der hohen Kriegskosten entstand, mit der Einführung einer neuen Währungseinheit – der Rentenmark.


Die separatistischen Bewegungen hatten 1919 im Rheinland noch einen sehr kleinen Umfang. Der Ruhrkampf und die Inflation verstärkten den Separatismus, der durch die Unterstützung Frankreichs neuen Auftrieb erhielt. Unter dem Schutz der Besatzungsmacht entstanden Bünde und Parteien, die sich bewaffneten. In der Hochphase des Ruhrkampfes bestand zudem noch die Gefahr, dass Industrielle den finanziellen Verlockungen einer von Frankreich geförderten Politik erliegen könnten.
Im Oktober 1923 kam es zum Hochpunkt der Inflation und die Separatisten, von der Besatzungsmacht unterstützt, installierten die „Rheinische Republik und die „Autonome Pfalz“. Als es Stresemann gelang die neue Währung zu stabilisieren nahm er den separatistischen Bewegungen den Wind aus den Segeln.

Bayern entwickelte sich zu einer Sammelstelle rechtsgerichteter Kreise, Verbände und Parteien. Sie nannten ihre Hochburg selbst die „Ordnungszelle des Reiches“. Die Gefahr, dass diese Rechtsextremisten die Macht in Berlin erobern und damit die demokratische Staatsform beseitigen könnten, war hier am größten. Bayern beantwortete die Aufgabe des Ruhrkampfes mit dem Aufruf zum Kampf gegen die „Ruhrverräter“.


Verhalten der Reichsregierung/-wehr

Das Verhalten der Reichswehr bezogen auf die sozialistische Revolution in Deutschland äußerte sich in Sachsen und Thüringen. Dort bestand Mitte Oktober die Gefahr einer Forcierung der Revolution durch Moskau. Ebert setzte daraufhin die Reichswehr gegen Sachsen und Thüringen ein. In Sachsen wurde die KPD verboten und Hundertschaften zwangsweise aufgelöst. Die Regierung unter Zeigner trat nach einem Rechtsultimatum nicht zurück. Daraufhin wurde sie verhaftet und abgesetzt. In Thüringen spielte sich knapp eine Woche später dasselbe ab. Somit war Anfang November die bolschewistische Bedrohung beseitigt.
Im Gegensatz zu diesem harten Vorgehen der Reichswehr und Reichsregierung wurde die bayerische Regierung nur höflich darum gebeten die verfassungsgemäße Ordnung wiederherzustellen. Dieses Verhalten kann man damit erklären, dass In Sachsen und Thüringen im Vergleich zu Bayern kein nennenswerter Widerstand zu erwarten war. Es gab nur schwach bewaffnete Hundertschaften die leicht aufgelöst werden konnten. Ein weiterer Grund war, dass beide Länder der Hauptstadt näher lagen als Bayern und somit die Gefahr eines revolutionären Übergriffs größer war. Außerdem konnte sich die Reichsregierung auf tatkräftige Unterstützung der Reichswehr verlassen, da es gegen links ging.
Dieses recht unterschiedliche Verhalten veranlasste die SPD zu einem Misstrauensantrag gegen die Regierung Stresemanns, die darüber stürzte. Mit diesem harten Vorgehen gegen Sachsen und Thüringen verloren die „Nationalen“ ihre wirksamste Propagandawaffe, dass sie die Einzigen sind die für Ruhe und Ordnung in Deutschland sorgen können.


Hitler-Putsch

Zu den oben genannten Bedrohungen des Weimarer Staates zählt auch der Hitler-Putsch am 8. und 9. September, oder auch Hitler-Ludendorff-Putsch genannt.


Zum Ausbruch des Konflikts kam es, als der neue Reichskanzler Gustav Stresemann im September 1923 den „passiven Widerstand“ der Regierung Cuno abbrach. Diesen „Verrat“ nahm die bayerische Regierung unter Ministerpräsident Eugen Ritter von Knilling zum Anlass, den Ausnahmezustand in Bayern zu erklären, die Grundrechte außer Kraft zu setzen und von Kahr zum Generalstaatskommissar zu ernennen.

Gustav von Kahr versuchte gemeinsam mit Otto von Lossow und Hans Ritter von Seißer seine republikfeindlichen Pläne in Angriff zu nehmen. Von der „bayerischen Ordnungszelle“ aus sollte in Berlin eine nationale Diktatur ausgerufen werden. Nach dem Abbruch der Ruhrkämpfe im September 1923 erklärte die antidemokratisch gesinnte bayerische Landesregierung den Ausnahmezustand für Bayern. Außerdem erwog sie, militärisch gegen die Reichsregierung vorzugehen.
Der „Deutsche Tag“ in Nürnberg am 1. und 2. September 1923 führte dann die drei gewaltbereitesten Verbände – NSDAP, „Bund Oberland“ und „Reichskriegsflagge“ – zum „Deutschen Kampfbund“ zusammen und machte die Zusammenarbeit zwischen Hitler und Ludendorff offensichtlich.
Als am Abend des 8. Novembers auf Kahrs Initiative im Münchner Bügerbräukeller eine Versammlung von rechten Politikern, darunter Lossow und Seißer stattfand, ließ Hitler den Versammlungsort von schwer bewaffneten Nationalsozialisten absperren. Er drang zu Beginn von Kahrs Rede mit Bewaffneten des Kampfbundes ein und verschaffte sich mit einem Schuss in die Decke Gehör. Vom Rednerpult aus rief er die „Nationale Revolution“ und eine „provisorische Nationalregierung“ unter seiner Führung und mit Ludendorff als Kriegsminister aus. Er erklärte die Reichsregierung und die bayerische Regierung für abgesetzt. Danach brachte Hitler Kahr, Lossow und Seißer in ein Nebenzimmer und drängte sie mit vorgehaltener Pistole dazu seiner Regierung beizutreten. Erst als Ludendorff herbeigeholt wurde konnten den Männern Zugeständnisse abgerungen werden. Sie nahmen die von Hitler zuerkannten Ämter an.
Kahr – Leitung der Geschicke Bayern
Lossow – Reichswehrminister
Seißer – Führer der Reichspolizei
Ludendorff – Nationalarmee

Hitlers Ziel war ein sofortiger Aufstand, wozu das Triumvirat ihm seine Unterstützung zusagte. Aufgrund der Tatsache, dass nun Hitler die Führung übernommen hatte, widerriefen sie noch in der Nacht ihre Zusagen und leiteten Gegenmaßnahmen ein.
Die Münchner Reichswehrverbände und die Landespolizei wurden mobilisiert dazu wurde die NSDAP für aufgelöst erklärt und per Funktelegramm gemeldet, dass die erpresste Stellungnahme ungültig sei. Hitler wurde im Laufe der Nacht klar, dass er auf das Triumvirat um Kahr, Lossow und Seißer nicht mehr zählen konnte und plante vom Bürgerbräukeller als Hauptquartier aus den weiteren Verlauf des Putsches. Einem Kommando unter Ernst Röhm gelang es das bayerische Kriegsministerium in seine Gewalt zu bringen.
Ludendorff drängte am Morgen des 9. Novembers auf einen Demonstrationszug durch die Straßen Münchens an der Feldherrnhalle vorbei zum Kriegsministerium um die Bevölkerung mitzureißen und dem Putsch eine positive Wendung einzubringen.

An der Feldherrnhalle stellte sich die alarmierte Landespolizei den Putschisten in den Weg. Nach einem kurzen Schusswechsel, bei dem vier Polizisten und 13 Kampfbündler ums Leben kamen, ergriffen die Putschisten die Flucht. Ludendorff, der in der ersten Reihe marschierte wurde am Odeonsplatz festgenommen. Hitler floh mit ausgerenkter Schulter und wurde am 11. November in Uffing am Staffelsee verhaftet.
Als direkte politische Reaktion auf den Putsch betraute man den Chef der Heeresleitung General von Seeckt mit der exekutiven Gewalt und mobilisierte die Reichswehr gegen Bayern.


In welcher Weise wurden die Bedrohungen überwunden?

Der neue Reichskanzler Gustav Stresemann sah sich schließlich am 26. September 1923 gezwungen, den Abbruch des passiven Widerstandes zu verkünden. Der volkswirtschaftliche Gesamtschaden der Ruhrbesetzung belief sich auf 4 bis 5 Milliarden Goldmark. Das Ende des Ruhrkampfs ermöglichte eine Währungsreform, welche die Bedingung für eine Neuverhandlung der Reparationen war. Der Rentenmark wurde vom Volk akzeptiert und die Inflationsrate ging zurück. Schuldner und Spekulanten machten riesige Gewinne. Dadurch dass es Stresemann gelang die Inflation zu stoppen wurde dem Separatismus der Motor seiner Bewegung entzogen.
Auf Druck der USA und Großbritanniens lenkte Frankreich ein und die Besetzung des Ruhrgebiets endete gemäß dem Dawes-Plan von 1924 im August 1925.
Die kommunistischen Aufstände in Sachsen und Thüringen wurden durch den Einsatz von Militär niedergeschlagen und die KPD wurde in Deutschland verboten.


Den Putschisten vom 8./9. November wurde der Prozess gemacht. Er hätte eigentlich vor dem Staatsgerichtshof stattfinden müssen. Doch die bayerische Regierung berief sich auf eine verfassungswidrige Zustandigkeits - Verordnung, die es ermöglichte den Prozess am Volksgericht München zu belassen.
Dies brachte Hitler einen großen Vorteil, da der Richter als extrem rechts bekannt war. Richter Neithardt war voreingenommen zugunsten der Angeklagten. Hitler erhielt während der Verhandlung mehrere Möglichkeiten stundenlange Propagandareden zu halten. Das Urteil für ihn und drei weitere Angeklagte war die Mindeststrafe von fünf Jahren mit der Aussicht auf Bewährung nach Absitzen von sechs Monaten. Hitler wurde nach 9 Monaten wegen guter Führung entlassen.
Der Hitler-Putsch endete mit einem Erfolg für die Putschisten und eine Niederlage der Staatsautorität.
GAST stellte diese Frage am 18.06.2007 - 23:05


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Antwort von matata | 18.06.2007 - 23:41
Da sind sehr viele Einzelheiten ganz geschickt zusammen gefasst worden.
Der Inhalt ist in Ordnung.
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Antwort von GAST | 19.06.2007 - 00:13
okay, das is das erste positive was ich über den text hör... hat noch jemand anregungen, was man noch reinmachen kann?


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Antwort von Twipsy (ehem. Mitglied) | 19.06.2007 - 14:02
meines wissens nach wurden die freikorps zur bekämpfung der aufstände eingesetzt. die reichswehr existierte so ja auch nicht mehr.
weiß also nicht, ob es deswegen korrekt ist, dies so zu sagen...


ansonsten eine ordentliche sache!

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