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Clemens Brentano , aus : Romanzen vom Rosenkranz

Frage: Clemens Brentano , aus : Romanzen vom Rosenkranz
(5 Antworten)

 
Hallo
Ich muss dieses Gedicht analysieren , und hab im Internet gesucht und nichts gefunden .
Also habe ich die ersten 5 Strophen alleine zusammengefast , aber ich weiß nicht, ob es richtig ist oder Sinn ergibt. Kann mir jemand helfen zu bewerten , was ich geschrieben habe?
Wenn das , was ich schrieb, falsch war , hat jemand eine Idee von diesem Gedicht? Vielen Dank :)
In der ersten Strophe geht es um die Arbeitstage, die für manche Menschen als frieden gilt , und die ruhe , die die Ferien bricht , wo man die Geräusche von Bauernäxten in den Wäldern nicht hört , und die Schönheit der Farben der Bäume , die ihre Formen hervorheben.
In der zweiten und dritten Strophe beschreibt der Brentano die Freude am Weingläsern , die aus dem süßen Traubenbaum hergestellt werden . Die Breite Ebenen und Quellen , durch die alle Wildtiere hindurchtreten und spielen können.
In der Vierten und fünften Strophe geht es um die stille und die Traurigkeit , die im Wald herrscht , und die traurigen Blumen , die ihre Papiere zum schlafen einschließen , nach dem Fehlen der Sonne wie die beiden Liebenden , die sich nachts trennten, nach dem Spaß und scherz am Morgen"

Das Gedicht :

Allem Tagewerk sei Frieden,
Keine Art erschallt im Wald,
Alle Farbe ist geschieden,
Und es raget die Gestalt.

Tauberauschte Blumen schließen
Ihrer Kelche süßen Kranz,
Und die schlummertrunknen Wiesen
Wiegen sich in Traumes Glanz.

Wo die wilden Quellen zielen
Nieder von dem Felsenrand,
Ziehn die Hirsche frei und spielen
Freudig in dem blanken Sand.

In der Düfte Schwermut wiegen
Sich die Rosen in den Schlaf,
Das Geheimnis ruht verschwiegen,
Das sie in den Busen traf.

Und es wandeln, die sich lieben,
Flüsternd auf dem selgen Pfad,
Wo sie gestern Scherze trieben,
Zu des Meeres Glanzgestad.

Die Sirene stimmet wieder
Ihre giften Lieder an,
Und die Herzen tauchen nieder
In untiefen süßen Wahn.

Denn es schied die Sonne wieder
In der ewgen Flammen Pracht,
Und es hebt die dunklen Glieder
Abermals die alte Nacht.

Und die Erde aufgeriegelt
Sendet ihren Geist heran,
Um das Haupt schwebt sternbesiegelt
Ihm der blaue Weltenplan.

Und des Waldes dunkle Riesen
Drängen sich ums enge Tal,
Und durch ihre Kronen gießen
Sterne geisterhaften Strahl.

Aus der Tiefe aufgewiegelt
Wachsen stumme Brunnen an,
Drinnen schaun sich mondumspiegelt
Die Gedanken traurig an.
ANONYM stellte diese Frage am 04.09.2019 - 05:28


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Antwort von cleosulz | 04.09.2019 - 07:13
Kosmes Buße I

Das Gedicht geht aber weiter.
Es ist aus einem Gedichtband.

https://de.m.wikisource.org/wiki/Romanzen_vom_Rosenkranz

https://de.m.wikisource.org/wiki/Romanzen_vom_Rosenkranz/Romanze_VII:_Kosmes_Bu%C3%9Fe_I

Notizen des Dichters
https://de.m.wikisource.org/wiki/Romanzen_vom_Rosenkranz/Notizen_des_Dichters

Um den Text zu verstehen, musst du dich mit dem Dichter und der Zeit auseinandersetzen.
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Antwort von cleosulz | 04.09.2019 - 07:23
Beispiel für ein anderes Gedicht aus dem Band.
https://m.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/frankfurter-anthologie/gedicht-interpretation-lesung-hoerst-du-wie-die-brunnen-rauschen-von-clemens-brentano-12081761.html
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Antwort von cleosulz | 04.09.2019 - 08:13
Ein erster Versuch des Textverständnisses / Übersetzungshilfe
==> Losgelöst von der ganzen Textsammlung, wenn ich nur diesen Text nehme:

Zitat:
Allem Tagewerk sei Frieden,
Keine Art erschallt im Wald,
Alle Farbe ist geschieden,
Und es raget die Gestalt.

Hier geht es darum, dass es Nacht ist.
Es ist ruhig. Friedliche Nacht.
Kein Ton kommt aus dem Wald, alle Tiere sind still.
Es ist tiefe Nacht, Farben sind nicht zu erkennen.
Der Wald ist eine einzige schwarze Gestalt, nichts ist zu unterscheiden.

Zitat:
Tauberauschte Blumen schließen
Ihrer Kelche süßen Kranz,
Und die schlummertrunknen Wiesen
Wiegen sich in Traumes Glanz.

Es wird Nacht / ist Nacht.
Tauberauscht => Nachttau = Nachtfeuchte
Die Blumen schlafen auch, schließen die Blüten, alles ist müde und schläft/träumt.

Zitat:
Wo die wilden Quellen zielen
Nieder von dem Felsenrand,
Ziehn die Hirsche frei und spielen
Freudig in dem blanken Sand.

In der Düfte Schwermut wiegen
Sich die Rosen in den Schlaf,
Das Geheimnis ruht verschwiegen,
Das sie in den Busen traf.

Auf den Waldlichtungen, am Waldesrand treffen sich die Hirsche.
Hirsche sind nachtaktiv, weiden bevorzugt an Lichtungen.
Schwermut = Zustand, in dem alle Kräfte lahmen.
Die Natur erzählt auch nicht, was die "Liebenden" antreibt.

Zitat:
Und es wandeln, die sich lieben,
Flüsternd auf dem sel`gen Pfad,
Wo sie gestern Scherze trieben,
Zu des Meeres Glanzgestad.

Zwei Liebende gehen flüsternd zum Wasser / zum Ufer (Meeres Glanzgestad = Strand, der gländend da liegt / Gestade = mittelhochdeutsch Teil des festen Landes, der an das Wasser grenzt).

Zitat:
Die Sirene stimmet wieder
Ihre giften Lieder an,
Und die Herzen tauchen nieder
In untiefen süßen Wahn.

Denn es schied die Sonne wieder
In der ewgen Flammen Pracht,
Und es hebt die dunklen Glieder
Abermals die alte Nacht.


Sirene = meist weibliches Fabelwesen, das durch seinen betörenden Gesang Schiffer anlockt um sie zu töten
=> jemand der schön tut, um dann hinterhältig zu handeln
=> In diesem Zusammenhang evtl. jemand, der das Tun vordergründig lockt ...bestätigt.

Tun die Verliebten etwas, was nicht richtig ist ?
süßen Wahn = ichbezogenen Zustand von Liebenden / Erwartung / Verlangen
Sie tun etwas im Dunkel der Nacht.
Die Sonne war untergegangen und die Nacht kam = niemand sieht etwas davon.

Zitat:
Und die Erde aufgeriegelt
Sendet ihren Geist heran,
Um das Haupt schwebt sternbesiegelt
Ihm der blaue Weltenplan.

Die Erde ist offen (aufgeriegelt = aufgeschlossen).

Weltenplan = Sinn des Lebens, was Gott / Götter mit uns vorhaben
blau = neutral, besonnen, klar
Erde + Sterne als Reinheit der Natur
Ihm wird klar, was der Sinn des Lebens ist. Die Natur eröffnet ihm diesen Gedanken.

Zitat:
Und des Waldes dunkle Riesen
Drängen sich ums enge Tal,
Und durch ihre Kronen gießen
Sterne geisterhaften Strahl.

Es ist dunkel und das Sternlicht bricht durch die Bäume. Romantische Situation?

Zitat:
Aus der Tiefe aufgewiegelt
Wachsen stumme Brunnen an,
Drinnen schaun sich mondumspiegelt
Die Gedanken traurig an.

stummer Brunnen = Wasser, das still ist, keine Geräuche macht, keinen Wasserzulauf oder Wasserablauf hat

Also auf mich wirkt das Gedicht wie eine Szene, bei der beschrieben wird, wie zwei Liebenden sich an einem Ufer in der Nähe eines Waldes (heimlich) treffen und dort sich ihrer Verliebtheit hingeben - und dies als richtig erachten.

(Tun sie etwas, was den Moralvorstellungen ihrer Zeit widerspricht?)

Sie tun dies heimlich, niemand sieht sie, da alles schläft und dunkel ist, selbst die Natur. Und die, die sie sehen (die Hirsche), beachten sie nicht.

Nur der Mond hat traurige Gedanken, sieht das etwas kritisch.

Aber diese sind in den stillen Brunnen gefangen => die Liebenden bekommen davon nichts mit/haben diese nicht.

=> Der Mond schweigt.


Ganz flapsig und kurz formuliert:

Es geht in dem Gedicht um (verbotene) Liebe am dunklen Strand und nur der Mond sieht zu und schweigt (läßt traurige Gedanken/Zweifel erst gar nicht aufkommen).
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Antwort von cleosulz | 04.09.2019 - 08:34
Ich teile deine Textinterpretation nicht.
Ich sehe hier keine "Arbeitstage, die als Frieden gelten", keine "Schönheit der Farben der Bäume", keine "Freude an Weingläsern" und vor allem keinen "süßen Traubenbaum". Wo du "traurige Blumen, die ihre Papiere zum Schlafen einschließen" siehst, vermag ich auch nur zu ahnen. ......
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Antwort von cleosulz | 06.09.2019 - 11:30
Ach ja, ich wollte noch was anmerken:
Du hast uns ja deine Gedichtsinterpretation gepostet.
Meine Antwort ist auch nur meine Interpretation.

Eine Gedichtsanalyse ist aber umfangreicher => wortwuchs.net
oder aber auch
www.pohlw.de
www.abipedia.de

www.schreiben.net
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