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Streuselschnecke von Julia Franck

Frage: Streuselschnecke von Julia Franck
(1 Antwort)

 
Wie ist die Beziehung zwischen Vater und Tochter?
10 Sätze!

Vater und Tochter haben eine Beziehung zu einander, als hätten sie einander irgendwo kennen gelernt.
Es ist keine typisch Vater Tochter Beziehung.
Nach den sie sich kennen gelernt haben entfremden sie sich wieder. Doch als der Vater ins Krankenhaus kommt, da er schwer krank ist meldet er sich wieder bei seiner Tochter.
Es ist egoistisch von ihm, denn er hat seine Tochter nicht unterstützt und möchte dennoch von ihr unterstützt werden.

Was könnt man noch schreiben?
Hier der Text:

Der Anruf kam, als ich vierzehn war. Ich wohnte seit einem Jahr nicht mehr bei meiner Mutter und meinen Schwestern, sondern bei Freunden in Berlin. Eine fremde Stimmemeldete sich, der Mann nannte seinen Namen, sagte mir, er lebe in Berlin, und fragte, ob ich ihn kennen lernen wolle. Ich zögerte, ich war mir nicht sicher. Zwar hatte ich schon viel übersolche Treffen gehört und mir oft vorgestellt, wie so etwas wäre, aber als es so weit war, empfand ich eher Unbehagen. Wir verabredeten uns. Er trug Jeans, Jacke und Hose. Ich hatte mich geschminkt. Er führte mich ins Cafe Richter am Hindemithplatz und wir gingen ins Kino, ein Film von Rohmer. Unsympathisch war er nicht, eher schüchtern. Er nahm mich mit ins Restaurant und stellte mich seinen Freunden vor. Ein feines, ironisches Lächeln zog erzwischen sich und die anderen Menschen. Ich ahnte, was das Lächeln verriet. Einige Male durfte ich ihn bei seiner Arbeit besuchen. Er schrieb Drehbücher und führte Regie bei Filmen. Ich fragte mich, ob er mir Geld geben würde, wenn wir uns treffen, aber er gab mir keins, und ich traute mich nicht, danach zu fragen. Schlimm war das nicht, schließlich kannte ich ihn kaum, was sollte ich da schon verlangen. Außerdem konnte ich für mich selbstsorgen, ich ging zur Schule und putzen und arbeitete als Kindermädchen. Bald würde ich alt genug sein, um als Kellnerin zu arbeiten und vielleicht wurde ja auch eines Tages etwasRichtiges aus mir. Zwei Jahre später, der Mann und ich waren uns noch immer etwas fremd, sagte er mir, er sei krank. Er starb ein Jahr lang, ich besuchte ihn im Krankenhaus und fragte, was er sich wünsche. Er sagte mir, er habe Angst vor dem Tod und wolle es so schnell wie möglich hinter sich bringen. Er fragte mich, ob ich ihm Morphium besorgen könne. Ich dachte nach, ich hatte einige Freunde, die Drogen nahmen, aber keinen, der sich mit Morphium auskannte. Auch war ich mir nicht sicher, ob die im Krankenhaus herausfinden wollten und würden, woher es kam. Ich vergaß seine Bitte. Manchmal brachte ich ihm Blumen. Er fragte nach dem Morphium und ich fragte ihn, ob er sich Kuchen wünsche,schließlich wusste ich, wie gerne er Torte aß. Er sagte, die einfachen Dinge seien ihm jetzt die liebsten – er wolle nur Streuselschnecken, zwei Bleche voll. Sie waren noch warm, als ich sie ins Krankenhaus brachte. Er sagte, er hätte gerne mit mir gelebt, es zumindest gern versucht, er habe immer gedacht, dafür sei noch Zeit, eines Tages – aber jetzt sei es zu spät. Kurz nach meinem siebzehnten Geburtstag war er tot. Meine kleine Schwester kam nach Berlin, wir gingen gemeinsam zur Beerdigung. Meine Mutter kam nicht. Ich nehme an,sie war mit anderem beschäftigt, außerdem hatte sie meinen Vater zu wenig gekannt und nicht geliebt.
GAST stellte diese Frage am 27.10.2010 - 17:07


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Antwort von matata | 27.10.2010 - 17:20
Vater und Tochter haben eine Beziehung zu einander, als hätten sie einander irgendwo kennen gelernt. Es ist keine typische Vater- Tochter- Beziehung.

Nach dem sie sich kennen etwas gelernt haben, entfremden sie sich wieder. Doch als der Vater ins Krankenhaus kommt, da er schwer krank ist meldet er sich wieder bei seiner Tochter.
Es ist egoistisch von ihm, denn er hat seine Tochter nicht unterstützt und möchte dennoch von ihr unterstützt werden.

Er will von ihr nicht unterstützt werden, er möchte eigentlich nur Morphium von ihr, weil er Angst hat vor dem Sterben.
Er hat sich bei ihr gemeldet, vielleicht aus Pflichtgefühl heraus, weil er gehört hatte, dass sie nicht mehr bei ihrer Mutter lebte. Immerhin lässt er sie dann ein wenig an seinem Leben teilnehmen.

Das musst du noch einmal überarbeiten, denn dass sie den Kontakt verloren hatten und erst sich erst wieder meldete, als er krank war, stimmt nicht. Sie wurden einfach nicht vertraut miteinander, es lebte jedes sein eigenes Leben. Aber sie hat sich dann schliesslich verhalten wie man es von einer Tochter erwartet, denn sie hat ihn immer wieder im Krankenhaus besucht.
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