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Julia Franck: Streuselschnecke

Frage: Julia Franck: Streuselschnecke
(4 Antworten)


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Hallo,

ich mit Hilfe der Kurzgeschichte " Streuselschnecke" das Vier-Seiten-Modell von Schulz von Thun analysieren.
Ich verstehe das Modell leider nicht so ganz, kann  mir jemand paar Ansätze zum analysieren geben?

Vielen Dank.
Frage von Coll99 | am 01.03.2015 - 18:03


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Antwort von cleosulz | 01.03.2015 - 18:08
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/68/SchulzVonThunVierOhrenModell.svg

Worüber spricht sie?
Was offenbart sie über sich?
Wie steht sie zu mir?
Was will sie von mir?


Jetzt ordne doch mal Beziehung, Apell, Sachaspekt und Selbstaussage den Personen zu.

Die Ich-Erzählerin ist die Tochter.


Zitat:
eine Sachinformation (worüber ich informiere)
eine Selbstkundgabe (was ich von mir zu erkennen gebe)
einen Beziehungshinweis (was ich von dir halte und wie ich zu dir stehe)
einen Appell (was ich bei dir erreichen möchte)

Nimm den 1.
Absatz der Kurzgeschichte.
Was erzählt die Ich-Erzählerin?
Sie ist 14 und wohnt seit ihrem 13. Lebensjahr bei Freunden in Berlin.
Sie hat eine Mutter und eine Schwester, bei denen sie nicht lebt.
Ein fremder Mann ruft an, sagt wer er ist, dass er auch in Berlin lebt und fragt, ob sie ihn treffen will.
Dann schildert sie ihre Gefühle, die sie dabei hat. Sie hatte sich so was (so ein Treffen) schon mal vorgestellt, jetzt war es ihr eher unangenehm.
Sie zögert.

___________________________________________________________________________________________________

Was kann man - unausgesprochen - vermuten?

Sie wohnt nicht freiwillig nicht bei der Mutter und der Schwester.
Der Anrufer ist ihr Vater, den sie nicht kennt.
Sie hätte ihn schon gerne mal kennengelernt. Hat mit dem Gedanken gespielt, wie es wohl wäre, wenn sie ihn kennenlernt.

Was ist die Sachinformation?
Tochter, 14 Jahre, lebt seit 1 Jahr bei Freunden in Berlin, bekommt einen Anruf. Ein Mann, der auch in Berlin lebt, will sich mit ihr treffen, wenn sie einverstanden ist.

Was ist die Selbstaussage/Selbstkundgabe?


Was ist der Beziehungshinweis?

Was ist der Apell?
 
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Antwort von Coll99 | 01.03.2015 - 20:15
Selbstkundgabe wäre dann:
- " zwar hatte ich schon viel über solche Treffen gehört und mir oft vorgestellt, wie so etwas wäre...empfand ich eher Unbehagen"
- " ich hatte mich geschminkt"
- "bald wäre ich alt genug, um als Kellnerin zu arbeiten"
- "habe Freunde die Drogen nehmen"


Beziehungshinweis:
- stellte mich seinen Freunden vor
- "ein feines ironisches Lächeln zog.."
- " sie wusste wie sehr er Kuchen aß
-  er hätte gern mit ihr gelebt

Apell:
- soll ich um Geld bitten?
- Kuchen backen



Würde das so stimmen? Würde mich über eine Korrektur sehr freuen.


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Antwort von cleosulz | 01.03.2015 - 21:03
Mmmmmmm, in so Sachen bin ich nicht gut.
=> meine Überlegungen, ohne Richtigkeitsgewähr

Selbstkundgabe:
ist alles, was sie über sich preis gibt.
= sie schminkt sich = sie macht sich schön
Sie traute sich nicht, ihn nach Geld zu fragen.
Die "Beziehung" = die Treffen gehen 2 Jahre lang weiter, ohne dass die beiden nicht groß zueinander finden. Sie bleiben sich fremd.
Sie besucht ihn im Krankenhaus, als er krank wird und kümmert sich hin und wieder um ihn.
Sie hat Freunde, die Drogen kennen/nehmen, aber keine die Morpium besorgen können.
Sie brachte ihm Blumen mit ins Krankenhaus.
Sie backt für ihn Streuselschnecken, weil er es möchte.
Kurz nach ihrem 17. Geburtstag war der Mann tot. Sie kannte ihn also 3 Jahre, als er starb.
Sie ist mit ihrer kleinen Schwester zu seiner Beerdigung gegangen.


Beziehungsebene (was halte ich von dir/was bedeutest du mir = wie stehe ich zu dir?)
=>  ich kann da nicht genau trennen, was hier  evl. noch zur Selbstkundgabe gehört :(

Sie empfindet Unbehagen beim ersten Treffen, zögert, geht doch hin.
Er war nicht unsympatisch. Er blieb ihr immer etwas fremd.
Sie kümmert sich um ihn.
Er erzählt ihr, dass er Angst vor dem Tod hat und sie backt ihm Streuselschnecken, als er welche will.
Als er gestorben ist geht sie zu seiner Beerdigung, weil sie was für ihren Vater empfunden hat.
(als Umkehrschluss: Ihre Mutter kommt nicht = sie hat "meinen Vater" nicht gekannt und nicht geliebt => im letzten Satz nennt sie "ihn" Vater.).

Apell:
Kuchen backen = Zuneigung offen zeigen

Sachebene:
14 jähriges Mädchen trifft auf ihren Vater, den sie nicht kennt.
Mädchen lebt nicht bei der Mutter, hat eine Schwester, lebt bei Freunden.
Sie treffen sich, sprechen miteinander.
Vater wird krank.
Mädchen besucht Vater im Krankenhaus.
Vater erzählt ihr, dass er dachte, dass sie sich noch besser kennen lernen könnten.
Dass er dachte, dass er noch viel Zeit habe.
Vater stirbt. Mädchen geht zusammen mit ihrer Schwester zur Beerdigung ihres Vaters.
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Antwort von cleosulz | 01.03.2015 - 21:24
Apellebene:

Zitat:
Er fragte nach dem Morphium und ich fragte ihn, ob er sich Kuchen wünsche, schließlich wusste ich, wie
gern er Torte aß.
 
Er sagt ihr vorher, dass er Angst vor dem Tod habe und froh wäre, es wäre vorbei. In dem Zusammenhang fragte er nach dem Morphium.
Später fragte er wieder danach.

=> Aufforderung, ihm beim Sterben zu helfen.

Was macht die Tochter?
Sie ignoriert dies. Lenkt ab.

Wo ordnest du dies ein  ? =>  ?

Zitat:
Er sagte, er hätte gerne mit mir gelebt, es zumindest gerne versucht, er habe immer gedacht, dafür sei noch Zeit, eines Tages - aber jetzt sei es
zu spät.
Er versucht ihr zu erklären, dass sie ihm wichtig ist. Das er gerne mit ihr gelebt hätte = eine nähere Beziehung eingegangen wäre.
Das er erkennen musste, dass die verbleibende Zeit für eine bessere Vater-Tochter-Beziehung zu kurz war.
Er ist darüber traurig.
 
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