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Bewertung meiner Interpretation

Frage: Bewertung meiner Interpretation
(keine Antwort)

 
Hallihallo :)

Könnt ihr euch mal bitte die Interpretation durchlesen und bewerten? =)

http://www.gratis-gedicht.de/Geschichten_11/Kurzgeschichten_52/Nachts-schlafen-die-Ratten-doch_2425.html
Hier auch die Geschichte, falls ihr sie lesen wollt.


Nachts schlafen die Ratten doch

Interpretation

Die Kurzgeschichte „Nachts schlafen die Ratten doch“, von Wolfgang Borchert aus dem Jahre 1947 handelt von Angst und dem Schmerz jemanden Wichtiges in seinem Leben zu verlieren und damit umzugehen.
Die Geschichte spielt in der Nachkriegszeit und es geht um einen 9-jährigen Jungen namens Jürgen, der vor einer Ruine, die einmal sein Haus gewesen ist und dort aufpasst, dass die Ratten den Leichnam seines kleiner Bruders, der unter den Trümmer liegt, nicht auffressen.
Dann kommt jedoch ein älterer Mann mit einem Korb voller Kaninchenfutter an und versucht den Jungen mit Hilfe der Kaninchen von der Ruine wegzulocken.

Die Geschichte ist aus der Sicht des auktorialen Erzählers geschrieben, denn man kann einen Blick in die Gedanken des Jungen werfen. „. ‚Jetzt haben sie mich!’, dachte er.“ (Z.12). Was sehr typisch für eine Kurzgeschichte ist, sie beginnt medias in res, man wir sofort ins Geschehen eingeleitet.
Es gibt nur wenige Hauptpersonen, nämlich den Jungen, Jürgen, und den älteren Mann, von dem man jedoch keinen Namen erfährt. Man erfährt lediglich, dass er schon älter ist. (Vlg. Z.15). Diese Tatsache wird noch durch die Beschreibung seiner krummen Beine verstärkt. (Vgl. Z.76). Die Kurzgeschichte spielt nur an einem Ort, nämlich dem kaputten Haus, wo sich der Junge befindet. Das Haus wurde von einer Bombe getroffen und ist völlig zerstört. (Vgl. Z.6)
Die äußere Handlung besteht darin, dass der Junge vor dem Haus aufpasst, dass die Ratten seinen Bruder nicht verspeisen, und dass der alte Mann ihn mit seinen Kaninchen versucht, wegzulocken.
Die innere Handlung besteht darin, dass der Junge jedoch große Angst hat, vor allem vor den Soldaten, vor weiteren Bomben, vor dem Krieg. „’Jetzt haben sie mich!’“, dachte er.“ (Z.12). An diesem Zitat geht die Furcht des Jungen besonders gut hervor. Er möchte auch seinen toten Bruder beschützen, ihn sozusagen richtig beerdigen, Abschied nehmen, was ja, da er von den Trümmern verschüttet ist, nicht mehr anders funktioniert. Der alte Mann lügt den Jungen an, indem er sagt, dass die Ratten nachts schlafen. „ ‚Ja, hat euer Lehrer euch denn nicht gesagt, dass die Ratten nachts schlafen?’ “ (Z.19)
Ratten sind jedoch nachtaktiv, vermutlich wusste der Mann das auch, er möchte den Jungen mit dieser Lüge lediglich von dem Ort weglocken. Er erzählt ihm von seinen Kaninchen, und dass er eins haben kann, wenn er nur mitkommt.
Die Geschichte besteht hauptsächlich aus Dialogen zwischen dem Mann und Jürgen, welche unkompliziert und einfach sind, es gibt viel Umgangssprache in den Sätzen. Das entspricht vor allem dem Sprachniveau eines neunjährigen Kindes, es möchte nicht verraten, was es macht bzw. worauf es aufpasst. „ ‚Das kann ich nicht sagen.’ “ (Z.15f.). Der ältere Mann versucht sich diesem Niveau anzupassen, um das Kind in seinen Bann zu ziehen. Das geht besonders schön aus den Fragen hervor, die der Mann dem Jungen stellt, einfache und unkomplizierte Fragen. Er versucht das Geheimnis des Jungen so zu erfahren, indem er sich einen Vorteil daraus zieht, dass kleine Kinder meist neugierig sind, denn er erzählt dem Jungen von dem Korb, allerdings nicht, was darin ist und lässt den Jungen selbst erraten, was sich darin befindet. (Vgl. Z.10 - 15)
Im Laufe der Geschichte merkt man, dass es dem Jungen immer schwerer fällt, dem Mann nichts zu erzählen. Am Anfang war er noch fest entschlossen, nichts zu sagen. antwortete Jürgen mutig und hielt den Stock fest. (Z. 7-9), „ ‚Das kann ich nicht sagen.’ Er hielt die Hände fest um den Stock.“ (Z. 16). „(S)agte Jürgen verächtlich.“ (Z.52f.)
Später jedoch wird der Junge immer unsicherer. „Jürgen machte einen runden Mund: ‚Siebenundzwanzig?’ “ (Z.10-12), „und sagte zaghaft“ (Z.15), „ ‚Nein“, sagte Jürgen traurig, „nein, nein.’ “(Z.16f.).
Am Schluss gibt er nach und erzählt dem Alten sein Geheimnis. (Vlg. Z.54). Dass er nachgegeben hat liegt natürlich vor allem an den Kaninchen, zumal es noch Babykaninchen sind, denn die meisten Kinder lieben Tierkinder, vermutlich weil sie sich zu ihnen sehr verbunden fühlen, aber ein anderer Grund ist auch, dass der alte Mann Vertrauen zu dem Jungen aufgebaut hat, nämlich so viel, dass er sein Geheimnis verraten hat, und Vertrauen ist etwas, dass der Junge vermutlich schon länger nicht mehr gesehen bzw. gefühlt hat, wegen dem Krieg und dem Tot seines Bruders. Der Junge möchte dieses Vertrauen nicht gleich wieder verlieren, also sagt er dem Mann, was er macht und wartet vor dem Haus auf ihn, da der Mann sagte, er gehe seine Kaninchen füttern, ihm eines mitnehmen und ihn später abholen würde. (Vgl. Z.16-19). Daran, dass er so schnell Vertrauen aufbaut, kann man bemerken, dass der Junge sich insgeheim wünscht, von der Ruine wegzukommen, was auch gut verständlich ist. Er möchte nicht sekündlich daran erinnert werden, dass sein Bruder dort unten liegt, tot und möglicherweise von Nagetieren angefressen wird. Jedoch fühlt er sich verpflichtet, Totenwache zu halten, vielleicht wurde ihm das auch in der Schule nahegelegt, da der Junge des öfteren seinen Lehrer erwähnt, welcher ihm erzählt hat, dass sich Ratten von Leichen ernähren. (Vgl. Z 15f.). Trotz dieser Verpflichtung, die er empfindet, möchte er weg, das Angebot des Mannes, ein Kaninchen zu bekommen, ist zu groß, als dass er noch länger standhalten könnte.
In der Geschichte werden viele Farben erwähnt, so zum Beispiel in Zeile 25, wo der Junge sich ein weißes Kaninchen wünscht. Weiß ist die Farbe des Friedens, damit möchte Borchert vermutlich zeigen, dass sich der Junge Frieden wünscht, seinen Inneren Frieden, den er nicht vor der Häuserruine finden kann, er sieht also in dem Kaninchen eine Chance seinen Frieden zu finden. Außerdem wir das Kaninchenfutter grün beschrieben. (Vgl. Z. 35). Grün ist die Farbe der Hoffnung, in dem Korb voller Kaninchenfutter sieht der Junge also Hoffnung, Hoffung wieder ein normales Leben führen zu können. Das Kaninchenfutter ist jedoch von einer grauen Staubschicht vom Schutt des Hauses. (Vgl. Z. 34f.) Grau ist eine negative, dunkle Farbe, vor allem im Gegensatz zu den anderen Farben, die beschrieben werden, nämlich grün und weiß. Grau beschreibt die Ruine, welche negativ, kalt und dunkel dargestellt wird. Schon in den ersten Zeilen finden sich Metaphern. „Das hohle Fenster in der vereinsamten Mauer gähnte blaurot voll früher Abendsonne. Staubgewölke flimmerten zwischen den steilgereckten Schornsteinresten. Die Schuttwüste döste.“ Die Metaphern
zeigen, dass dieser Ort alleine und verlassen ist. Bis auf Jürgen, von dem man zu dem Zeitpunkt der Metaphern noch nichts weiß, ist niemand dort.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Kurzgeschichte davon handelt, wie schwer es ist, einen geliebten Menschen zu verlieren, und von diesem Abschied zu nehmen, das Trauma zu überwinden und mit dem Verlust zurechtzukommen und was man alles auf sich nimmt, bzw. nehmen muss, um das zu erreichen. Ich denke, die Geschichte hat zwar ihren Bezug zur Zeit verloren, nicht jedoch ihre Bedeutung. Heute ist es zwar weniger wahrscheinlich, dass man seine Angehörigen bzw. Freunde durch einen Krieg verliert, aber dennoch kann man sie verlieren und in dieser Hinsicht wird die Geschichte immer große Bedeutung haben, denn der Schmerz, die Trauer und die Probleme über den Tod eines geliebten Menschen hinweg zu kommen werden immer bestehen bleiben. Mir persönlich hat die Geschichte sehr gut gefallen, da sie spannend geschrieben ist, und mich sehr bewegt und zum nachdenken angeregt hat. Denn solch ein Schicksal könnte jedem Menschen, auch mir selbst, zustoßen.
GAST stellte diese Frage am 14.10.2009 - 18:59





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