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Referat: Frauen im Mittelalter

Alles zu Soziale und wirtschaftliche Verhältnisse

Frauen im Mittelalter



Frauenbilder (Allgemeines):
- frauenfeindliches Bild durch die Kirche (bibelbegründet, Eva wurde aus der Rippe Adams geschaffen und ließ sich verführen -> Frau hat geringe Wertigkeit, ist Gespielin des Mannes; hat weniger Verstand)
-> ungebändigt, zügellos, widerspenstig
- müssen erst von einem Mann gebändigt und erzogen werden um Demut und Gehorsam zu lernen
- Sexualität der Frau auf ist auf die Verpflichtung für Nachwuchs zu sorgen reduziert
- Frau ist nur durch die Rolle als Mutter und Herrin des Hauses definiert
- Wert der Frau ist durch Familenstand bestimmt (eine Ehefrau kann nur als Mutter eine gewisse Achtung erlangen, Jungfräulichkeit, ledige Frauen und Witwen sind gottgefällig)
- von öffentlichen Ämtern ausgeschlossen (Beispiel: darf weder Richterin sein noch andere Herrschaftsbefugnisse erlangen)
- Versammlung und Meinungsfreiheit untersagt
-> keine politischen Rechte
-> sukzessive Polygamie (durch Verwitwung häufig wechselnde Ehepartner; viele kurze Ehen)

Lebensmöglichkeiten von Frauen:

Adelige Frauen:
- Heiratsobjekt (eingebunden in die Familienpolitik -> Schachfiguren, mussten reich, einzige Erbinnen oder sehr schön sein, konnten ihr Leben nicht nach eigenen Vorstellungen gestalten)
-> aus der Vormundschaft der Väter und väterlichen Verwandten in die Vormundschaft der Ehemänner
-> Heiratsverträge werden schon im Kindesalter ausgehandelt (Meinung der Betroffenen war irrelevant)
-> Mitgift und Bündnisverträge spielten hier eine entscheidene Rolle
- ab 12 Jahren heiratsfähig, obwohl die Ehemänner häufig sehr viel älter waren
-> keine genaue Familienzugehörigkeit, oft wechselnde Ehepartner
[Beispiel: Elisabeth von Ungarn; Kaiser Friedrich II.]
- hochadelige Frauen konnten zu Macht und Einfluss kommen, indem sie als Witwe und Mütter unmündiger Söhne die Regentschafft übernahmen (recht selten)
- als Lehnserbinnen die gleichen Privilegien wie Männer (Gerichtsbarkeit und Verwaltung über das Land, Heeresaufstellung)
(recht selten)

- ökonomisch gesichert
- nicht verheiratete adelige Frauen wurden ins Kloster gegeben (das diese wegen der hohen Mitgift gerne aufnahm) oder blieben bei der Familie
- durften nicht arbeiten (hatten bestenfalls medizinische Kenntnisse)
- adlige Frauen durften sich weiterbilden, konnten meistens besser lesen als ihre Männer und besaßen Bücher (sehr kostbar!)
-> lehrten eigene Kinder, zukünftige Schwiegertöchter und Dienerinnen darin
- Erziehung der Kinder (die nicht zur weltlichen Bildung oder als überzählig ins Kloster gegeben wurden) lag in Händen der Frau

Bäuerinnen:
- arbeiteten im Gegensatz zu adligen Frauen
-> als mithelfende Töchter oder Ehefrauen, Mägde oder Tagelöhnerinnen
-> erhielten weniger Lohn als Männer und wurden deshalb auch gerne beschäftigt
- wurden in der Ehe danach ausgesucht, ob sie gut arbeiten und haushalten konnten, oder Besitz in die Ehe brachten
- eigener Wirkungskreis -> gedachte Stellung
- Aufgaben: Viehhaltung, Garten, Hausarbeit, Nahrungszubereitung und Vorratshaltung, Herstellung von Kleidung (Flachsernte bis Nähen), bei der Ernte mithelfen
- 3-4 Kinder (gering wg. hoher Sterberate)
- die meisten Frauen waren unfrei oder halbfrei
- durfte Überschussprodukte (Butter, Käse, Eier, Hühner, Gänse und Gemüse) selbst verkaufen (Hökerinnen - von Tragekörben)
-> finanzierte dadurch den Großteil der Zinsen (Grundherrschaft)
- wurden vom Grundherrn in Manufakturen (Genetien) eingesetzt (bis zu 40 Frauen, vermutlich ohne Lohn)
--> Lage verschlechterte sich, da die Zinsen mit Geld bezahlt werden mussten

Allgemeine Gewalt gegen Frauen:
- wachsende Selbstständigkeit der Frauen -> Misstrauen + Feindseligkeit der Männer
- grausame Realität waren Gewalt, z.B. Vergewaltigungen
- > Kirche: bestärkte Hass gegen Frauen -> Sündhaftigkeit aller Frauen (Abtreibung, Prostitution= typische Frauendelikte)
-> Rechtfertigung um Frauen im Allgemeinen schlecht zu behandeln
- Widerstand einiger Frauen in Gruppen
Dienstmädchen: -wurden gerne genommen, da sie nicht so viel Lohn bekamen, wie Männer - waren genauso wenig wie Sklavinnen vor körperlichem und sexuellem Missbrauch geschützt

bürgerliche Frauen in der Stadt:
- 200 Handwerksberufe für Frauen zugänglich, einige sogar nur für Frauen (weibliche Handwerke trotzdem in der Minderheit)
-> im Textil- und Braugewerbe fast nur Meisterinnen
-> ansonsten beispielsweise: Ärztinnen, Hebammen, Lehrerinnen, Schreiberinnen
-> im Kleinhandel als Marktfrauen und Hökerinnen
- ca. 1/4 war eigenständig berufstätig - es wurden mehr Jungen als Mädchen ausgebildet
- Frauen wurden aus Zünften herausgedrängt
-> Töchter können nicht mehr den Betrieb der Väter übernehmen
-> Witwen innerhalb eines Jahres heiraten, um Zunftrechte behalten zu können
- Frauen waren ratsfähig

Dirnen:
- Frau erscheint als ein Ding, an dem man sich abreagiert
- viele Frauen müssen in Schankhäusern arbeiten -> Dirnen -> Prostitution
- Bordelle gab es in der Stadt in hoher Zahl; diese waren abgesichert, da es angeblich die Frauen vor Vergewaltigungen schützte
- viele Frauen gingen diesem Nebenverdienst nach
- wurden oft hohem Besuch entgegengeschickt und waren auch sonst dort zu finden,wo viele
Männer waren

Ehefrauen von Kaufleuten und Handwerkern:
- führten häufig Buch über die Geschäfte ihrer Männer

Kauffrauen:
-rechtlich mündiger als andere Frauen
-> konnten rechtkräftige, geschäftliche Verträge abschließen und ihre Gelder eigenständig verwalten

Ärztinnen:
-lernten ihr "Handwerk" von ihren Väter oder in der Hochschule in Salerno (seit dem 11.Jhd. "Studierende" bes. im Bereich der Gynäkologie)
- nach 1500 werden Ärztinnen kaum noch erwähnt, weil vorzüglich Männer ausgebildet werden -> besonders in der Gynäkologie erhebliche Rückschritte

Hebammen:
- gaben ihr Wissen an andere Frauen weiter
- wurden ab 1379 von der Stadt bezahlt, damit sie auch armen Frauen beistanden
- mussten Prüfungen vor einem Arzt ablegen, der von Geburtshilfe meistens noch weniger verstand, als sie selbst
- wurden später nur noch als Kontrollpersonen eingesetzt um Herkunft unehelicher Kinder zu erforschen, dafür Sorge zu tragen, dass Neugeborene nicht ausgesetzt oder getötet wurden und um Kinder notfalls im Mutterleib zu taufen
Lehrfrauen
- waren sozial nicht sehr gut gestellt
- handelten nebenbei mit gebrauchten Sachen
- unterrichteten zum Großteil nur Mädchen (aber auch Jungen)
- waren für ihre männlichen Kollegen oft Konkurrenz
- wurden nicht schlechter bezahlt, als Männer

Kleidung der Frauen:
- an der Kleidung konnte man erkennen, welche Stellung die Frau hatte
- Ab 14/15 Jhdt. Wurde Kleidung auch „Mode“
- Bäuerinnen kleideten sich eher praktisch
- Städterinnen eher aufwendig: Unterkleider wurden immer feiner
Formen der Ärmel immer auffallender
Haare unter Haube oder Schleier verdeckt
Ledige Frau: Haare als Zopf oder offen
Verheiratete Frau: Kopfbedeckung mit Kinnband (so eng -> lispeln ->
Lockerung unbehindert essen
Kleider mit betonter Figur und Dekollté

FAZIT:
----> Ende des 15. Jhdt. waren Frauen aus fast allen Berufen verdrängt
--> Verlust der ökonomischen und kulturellen Eigentätigkeit!
- Aufstiegschancen und Möglichkeit auf Absicherung nur durch Schönheit (->Heirat) möglich
- Idealbild der Frau an 16. Jhd.: Ehefrau und Mutter
-> Frauen haben keinerlei angesehene eigenständige Berufsmöglichkeiten mehr
-> werden von da an sündhaft dargestellt, als Verführerinnen oder als männerbeherrschende Furien
---> dieses Bild wurde hauptsächlich von der Kirche verschuldet (-> Konsequenzen: siehe Hexenverfolgung)
Inhalt
Dies ist ein Referat, was über die Stellung der Frau im Mittelalter handelt. Ich habe dafür eine 1 bekommen und es in der Klasse 11 gehalten. Es ist sehr gut gegliedert, jedoch in Stichwörtern verfasst (Trotzdem sehr ausführlich).

Gliederung:
- Frauenbild
- Lebensmöglichkeiten von Frauen
(Adelige Frauen, Bäuerinnen, Bürgerliche Frauen, ...) (1058 Wörter)
Hochgeladen
09.06.2003 von unbekannt
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