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Der Schimmelreiter - Schilderung der Stimmung beim Deichbau

Alles zu Theodor Storm  - Der Schimmelreiter

Schilderung der Stimmung beim Deichbau


Der Deichbau ist fast vorbei und es bliebt nur noch die Schlucht am alten Deich zu schließen. Das Ende der Arbeit scheint so nah und doch so fern, denn es zieht ein Sturm auf. Mit den dunklen schweren Wolken kommen auch die Wassermassen immer näher. In der Ferne sieht man Blitze, die den Himmel nur für einen Augenblick erhellen und dann bricht wieder Finsternis über das Wattenmeer herein. Nur wenige Sekunden später folgt Donner, der die dunklen Menschenmassen beim Deichbau erbeben lässt. Immer größere Wellen kommen dem Deich näher. Woge um Woge steigt die Hektik bei den Arbeitern. Auch dem Deichgrafen ist seine Nervosität deutlich anzusehen. Man kann nicht erkennen, ob Regen oder Schweiß seine Stirn herunter rinnt.
Immer wieder klingen seine scharfen Befehlsworte durch die Massen und gehen darin verloren: “Stroh!”, “Klei!” Das Keuchen der Arbeiter, das leise Rauschen des Strohes, das Rasseln der Schubkarren gehen im Brausen des Windes und im Geklatsche des Regens förmlich unter. Mit einem lauten Knall lassen die Arbeiter immer wieder die Kleimassen fallen, was für eine Sekunde das Getöse des Wetters übertönt. Reichlich Karren werden herbeigeführt. Immer mehr Klei und Stroh wird gebraucht, um die Schleuse zu schließen, doch sie scheint nicht kleiner zu werden. Die Hoffnungslosigkeit kann man den Männern ansehen. Das kalte Gepeitsche des Windes brennt auf ihrer Haut, auch das kühle Nass des Regens kann die Schmerzen nicht lindern. Die Kleidung ist durchnässt und schwer, die Stiefel sind mit kaltem, feuchtem Schlamm bedeckt und auch gefüllt. Jede Bewegung braucht viel Kraft, die Hände sind schwer wie Beton. Die Männer sind ermüdet von der tagelangen Arbeit. Es umgibt sie ein Geruchscoktail aus dem Gestank nach Fisch und Schlamm und dem salzigen Geruch des Meeres, und deshalb ist vielen Arbeitern speiübel, was die Arbeit weiter verzögert. Es bleibt kaum ein halber Meter und dann ist die Arbeit vollbracht. Sekunden werden zu Minuten und Minuten zu Stunden. Alles scheint in Zeitlupe abzulaufen, die kurzen Wege sind zu lang, die leichten Lasten sind zu schwer. Der Kampf zwischen Wassermassen und Menschen ist vorbei, und der Mensch gewinnt.

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Der Schimmelreiter - Theodor Storm
Schilderung der Stimmung beim Deichbau (348 Wörter)
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13.01.2008 von unbekannt
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