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Gespräch zwischen Kriminalinspektor Voß und Möbius

Alles zu Friedrich Dürrenmatt  - Die Physiker

Alexander Esser Montag, 28. Februar 2005


Stufe 11
Deutsch
S. 59-61 Gespräch zwischen Kriminalinspektor Voß und Möbius
Friedrich Dürrenmatts Komödie „Die Physiker“ – in Form einer Neufassung erschienen 1980 in der Diogenes Verlag AG, Zürich – handelt von der Verantwortung der Wissenschaftler für die Menschheit. Die Hauptpersonen sind drei angeblich geistig verwirrte, in einem Sanatorium lebende Physiker.
Weitere wichtige Rollen spielen zudem Kriminalinspektor Richard Voß und die Anstaltsleiterin Dr. h.c. Dr. med. Mathilde von Zahnd.
Die Komödie ist – entgegen der klassischen Form eines Dramas – in zwei Akte mit jeweils fünf Szenen unterteilt. Das Geschehen spielt sich vollständig im Salon der Irrenanstalt ab.
In der vorliegenden Szene, der zweiten Szene im zweiten Akt, führt Kriminalinspektor Richard Voß ein Gespräch mit Möbius. Dieser hatte Schwester Monika Stettler erdrosselt. Da der erste Akt fast gleich aufgebaut ist wie der zweite, weist auch diese Szene viele Parallelen zu der bereits besprochenen zweiten Szene im ersten Akt auf.
Erst wenige Stunden zuvor hatte der ebenfalls in der Anstalt lebende Ernst Heinrich Beutler Schwester Irene Straub erdrosselt. War der Inspektor nach dem vorhergehenden Mord noch aufgebracht und wütend, so nimmt er diesen Mord zumindest äußerlich vollkommen gelassen hin.
Nach der Szene verlässt der Inspektor den Salon wieder. Die drei Patienten essen zu Abend und enthüllen dabei ihre wahren Identitäten. Frl. Dr. Mathilde von Zahnd hört das Gespräch ab und baut mit den dadurch gewonnen Informationen eine Diktatur auf. Die Folgeszene entwickelt sich somit zur einer Katastrophe, wie sie am Ende eines klassischen Dramas üblich ist.
Eine Gliederung des vorliegenden Textabschnittes ist aufgrund der Kürze, vor allem aber wegen des Inhalts nicht sinnvoll. Der Dialog der beiden befasst sich mit dem Thema, ob Möbius trotz seiner geistigen Verwirrung verhaftet werden kann. Zwar möchte Möbius, der vorgibt, der König Salomo sei ihm erschienen und habe die Tat befohlen, unbedingt verhaftet werden, jedoch lehnt der Inspektor dies strikt ab.
Zur Sprachanalyse ist zu bemerken, dass der Satzbau viele Ellipsen aufweist. Möbius antwortet stets in sehr kurzen und unvollständigen Sätzen und wird außerdem auch einige Male vom Inspektor unterbrochen. Dies zeigt, dass der Inspektor in einer mächtigeren Position ist als Möbius. Möbius ist auf den Inspektor angewiesen, da er unbedingt verhaftet werden möchte. Allerdings erfüllt ihm der Inspektor diesen Wunsch nicht.
Des Weiteren ist während des Gesprächs Geigenmusik aus dem Zimmer Einsteins zu hören. Auch bei dem anderen Mord ist Musik zu hören. Sie verdeutlicht die Szene und erhöht die Spannung.
Die Spannung während des Mordes und während des Gesprächs spielt insofern eine Rolle, als dass die ersten beiden Szenen des zweiten Akts als Höhepunkt des Dramas zu verstehen sind. Während der andere Mord schon vorausgegangen ist und von diesem nur berichtet wird, bekommt der Zuschauer diesen Mord vollständig mit. Die sich häufenden Vorrausdeutungen zuvor werden bestätigt. Wieder geschieht ein Mord, wieder befragt der Inspektor die Physiker. Mit dem Ende der Unterhaltung wird jedoch fast schon das Ende des Stückes eingeleitet. Als der Inspektor Möbius nicht verhaften will, fällt die Handlung. Es gibt ein verzögerndes Moment.
Aufgrund dieser Tatsachen hat die untersuchte Szene durchaus Relevanz für den Fortgang des Dramas. Sie ist der Übergang vom Höhepunkt zum Ende. Es ist jedoch nicht so, dass die Szene nicht auch inhaltliche Relevanz hat. Der dringende Wunsch Möbius’ verhaftet zu werden wirft beim Rezipient Fragen auf. So deutet sich schon in dieser Szene an, dass es am Ende zu einer Katastrophe oder zumindest zu einer Aufklärung der Identitäten seitens der drei Physiker kommt.
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Inhalt
Szenenanalyse einer Szene aus Friedrich Dürrenmatts "Die Physiker". Es geht um das Gespräch zwischen Kriminalinspektor Voß und Möbius. (576 Wörter)
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21.03.2005 von unbekannt
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