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Der Geniegedanke der Sturm und Drang Epoche

Alles zu Sturm und Drang (1750 bis 1785)

Das Motiv des Geniegedanken


Der Begriff „Genie“ an sich beschreibt meist eine Person, die die Eigenschaften Wissen, Kreativität, Begabung und Perfektion
alle besitzt und verbindet. Zur Zeit des Sturm und Drangs konnte man dieses Motiv des Genies in nahezu jedem Gedicht
wiederfinden. Als Gegensatz zur parallel laufenden Epoche der Aufklärung lebt das Genie des Sturm und Drangs seine eigene
Individualität aus und passt sich nicht der Gesellschaft an oder versucht bewährte Vorbilder (Götter o. Ä.) nachzuahmen,
da es fähig ist selbst zu denken und zu handeln.
Weiterhin zeigt das Genie anstatt der bisher üblichen Vernunft und Objektivität seine Gefühle und sein Herz.
Das Genie gilt als menschliche Schöpfererscheinung die sich in allen Punkten von der Gesellschaft und ihren Regeln und
Gesetzen abwendet um sich selbst zu verwirklichen und sich selbst zu helfen.
Das Motiv des Genies kann also als ein Protest gegen die rationale Aufklärung verstanden werden
Gerade Goethe brachte in seinen Gedichten und Dramen den Begriff des Genies deutlich hervor.
Seine Gedichte „Prometheus“(1773) und „Ganymed“(1774) spiegeln das Motiv beide, obwohl sie inhaltlich völlig im Gegensatz
zueinander stehen, sehr ausgeprägt wieder.
Bei „Prometheus“ handelt es sich um ein Individium, das sich von den Göttern separieren und nicht länger unterdrücken
lassen will. Er schafft es sich selbst zu helfen und zu verwirklichen, er ist die oben genannte menschliche Schöpfergestalt.
Er akzeptiert keine von der Gesellschaft aufgestellten Regeln sondern widersetzt sich diesen bewusst.
Ganymed hingegen betont in jeder Hinsicht sein Gefühl und rückt sein Herz und die absolute Sehnsucht zur Natur in den
Vordergrund. Beide Figuren sind also aus der Sicht der damaligen Stürmer und Dränger klare Beispiele für das Genie.
Goethe verfasste allerdings auch den Text „Zum Schäkespears Tag“ (1771) indem er erklärt, dass die Weise,
in der Shakespeare seine Werke schreibt und seine Stücke auf der Bühne spielen lässt zeigt, dass Shakespeare das einzige,

wahre Genie sein kann.
Laut Goethe ist Shakespeare ein Genie, das die Menschen dazu bewegt ihre Existenz zu erweitern und die Natur zu erkennen.
Friedrich Leopold Graf zu Stolberg definierte den Begriff des Genieseins in seinem Text „Über die Fülle des Herzens“ (1777),
sodass das Genie die Natur durch sein Herz erlebt. Somit ist der Anteil des Herzens an allen Bereichen des Lebens der
wichtigste und ein Genie kann die Natur nur durch diesen Anteil an Gefühlen erleben und wahrnehmen,sowie Ganymed es tut.
Johann Caspar Lavater hingegen sagt in seinem Text „Genie“ (1778), dass ein Genie gar nicht beschreibbar, nicht fassbar sei.
Er definiert ein Genie als gottähnlich, außerdem besitzt ein Genie die Zeugungs- bzw. Schöpfungsgabe und kann nicht erlernt
werden sondern muss als Genie geboren werden. Er sagt allerdings, dass all diese Eigenschaften nicht das beschreiben können
was ein Genie wirklich ist, denn ein Genie ist für ihn ein „unsichtbares Wesen höherer Art“.
Die drei Autoren haben somit drei völlig verschiedene Ansichten über die Definition des Genies, Goethe nennt Shakespeare ein
Genie ,da er die Menschen dazu bringt sich selbst zu verwirklichen; Stolberg sagt, dass nur, wer seine Gefühle zeigt und
dadurch lernt die Natur zu erleben kann Genie sein und Lavater sagt, ein Genie ist nicht zu beschreiben.
Letztendlich ergeben die Definitionen der drei Autoren die oben bereits beschriebene „Formel“ des Genieseins.
Die Selbstverwirklichung des Individiums (Goethe), der Ausdruck des Gefühls und des Herzens (Stolberg), die Schöpfungskraft
und die Unfassbarkeit (Lavater) ergeben das,was ein Genie ausmacht.
Inhalt
Das Motiv des Genieseins nach den Definitionen von Lavater, Goethe und Stolberg. (553 Wörter)
Hochgeladen
15.06.2004 von unbekannt
Schlagwörter
Analyse | Motiv des Geniesein basierend auf den Definitionen von Lavater | Goethe und Stolberg | Deutsch | Referat | Sturm und Drang | Epoche | Genie
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