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Interpretation von Auszügen aus Die Leiden Des Jungen Werthers von J.W. Goethe

Alles zu Johann Wolfgang von Goethe  - Die Leiden des jungen Werthers

Die Leiden des jungen Werthers


von Johann Wolfgang von Goethe

Fragen zu Textauszügen. (10.Mai, 16.Juli, 4.September, 21 Dezember) In der Reklamfassung von 2011 habe ich den 4. September nicht finden können, alle anderen schon. (10. Mai Seite7 ; 16.Juli Seite 38 und der 21. Dezember Seite 100)

1.
Was für ein Bild hat Werther von Lotte? Finden Sie Wörter und Ausdrücke, die dafür charakteristisch sind.
2.
Die Textauszüge sind vom Juli, September und Dezember. Wie passen die Jahreszeiten zum Inhalt?
3.
Welche stilistischen Züge sind für den Text charakteristisch?
4.
Das Ich erzählt und schreibt Briefe an seinen Freund, der dann antwortet. Was für Vorteile hat eine solche Romanform und was wird durch diese Form nicht ausgedrückt?
5.
Der Roman erschien 1774 in der sogenannten Sturm- und Drang-Zeit. Welche rebellischen Sturm- und Drang-Elemente finden Sie?
6.
Der Roman hat zu einer Selbstmordwelle geführt. Wie konnte ein Roman, einen solch großen Einfluss ausüben? Welche Leser und Leserinnen gab es zu dieser Zeit in Europa?
7.
Suchen Sie weitere Informationen über die Sturm-und Drang-Zeit, und setzen Sie dann das Denken dieser Zeit in Verbindung mit den Themen, Stimmung und dem Erzählerstil in Die Leiden des jungen Werthers.


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Die Leiden des jungen Werthers
von Johann Wolfgang von Goethe
Fragen zu Textauszügen. (10.Mai, 16.Juli, 4.September, 21 Dezember) In der Reklamfassung von 2011
habe ich den 4. September nicht finden können, alle anderen schon. (10. Mai Seite7 ; 16.Juli Seite 38
und der 21. Dezember Seite 100)
1.
Was für ein Bild hat Werther von Lotte? Finden Sie Wörter und Ausdrücke, die
dafür charakteristisch sind.
Lotte ist für Werther das ideale Menschenbild. Er fühlt sich ihr sofort Verbunden, auch sie zeigt Werther
gegenüber Gefühle, aber da sie mit Albert verheiratet ist, versucht sie ihn auf Distanz zu halten.
Werthers Wunsch Lotte zu besitzen versetzt ihn in einen besinnungslosen Gefühlszustand dem er nur
durch seinen Tod entrinnen kann. Wenn man den Brief des 16.Juli genauer unter die Lupe nimmt, finden
sich Elemente einer dunklen, zerrissenen trüben Stimmung. Werther erzählt von Kleinigkeiten, die seine
Liebe zu Lotte immer und immer wieder aufflammen lassen und diese immer stärker werden lassen.
Wenn sie gar im Gespräch ihre Hand auf die meinige legt und sie im Interesse der Unterredung näher
zu mir rückt, ff. (Absatz 2 S.49)Diese Situationsschilderung versetzt ihn in eine Art Trance in der er nur
Stottern kann. Es gleicht einem Selbstbetrug, wenn er behauptet: "Sie ist mir heilig. Alle Begier schweigt
in ihrer Gegenwart." Im Gegensatz zu Werthers Erregtheit stehen Lottes "Unschuld" und
Unbefangenheit. Mit ihrem Klavierspiel vermag sie ihn zu beruhigen, wenn er sich in geradezu
selbstmörderischen Stimmungen befindet. Dieser Brief macht deutlich, wie sehr Werther unter der
Situation leidet und sich eine bessere Ausgangssituation wünscht. Die Liebe zu Lotte kennt nicht nur die
reinen Glücksmomente, sondern stürzt ihn immer wieder in Melancholie und selbstzerstörerische
Stimmungen. Daher ist diese Scene im Roman von einer inneren Zerrissenheit und Melancholie geprägt,
die sich immer wieder wiederholen scheint.
2.
Die Textauszüge sind vom Juli, September und Dezember. Wie passen die
Jahreszeiten zum Inhalt?
Wenn man über die Jahreszeiten redet, dann redet man auch über verschiedene Stimmungen in
Im September beschreibt Goethe in seinem Paragrafen, die Herbstfärbung, hier wird wieder die
Verbundenheit mit der Natur deutlich. Aber nicht nur das, Goethe teilt den ganzen Roman in
Jahreszeiten ein. Im Frühling ist die Stimmung nach dem langen Winter wieder am Aufblühen, wie die
Blumen, die sich von Winter erholen und anfangen neu zu sprießen. Der Sommer, in dem alles schön
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und warm ist, zwei der hier aufgeführten Ausschnitte spiegeln Mai und Juli wieder, wunderschöne
Frühlings- und Sommermonaten. Auch Werthers Liebe zu Lotte ist auf dem Höhepunkt angekommen, er
weiß, dass er sie Liebt und zwar bedingungslos, sein einziges Problem ist das sie verheiratet ist. Den
Brief am 10. Mai beginnt Goethe mit den Worten Eine wunderbare Heiterkeit hat meine ganze Seele
eingenommen, gleich einem süßen Frühlingsmorgen, (Abschnitt3 S.48) Die Empfindungen die
Werther empfindet sind erfrischend, schön und ein bisschen unbekannt, so wie jeder neue Tag im
Frühling. Insgesamt werden Menschen im Frühling wieder weniger wehmütig, und sehnen sich nach
weniger, weil unter anderem die Sonne wieder da ist. Der nächste Abschnitt ist im Sommer, Juli
Hochsommer. Hier ist der Höhepunkt der Gefühle anzusetzen, Werther ist Lotte ganz und gar verfallen,
liebt sie abgöttisch und weiß nicht was er dagegen tun soll. Tage im Sommer sind gefüllt von Licht,
Leben und Freude. Die Schwere des Winters ist endgültig abgefallen und man kann einen besseren und
froheren Lebensgeist feststellen. Im September, Anfang Herbst, merkt man, dass sich das Blatt wendet,
Werther wird bewusst, das Lotte niemals sein, sein wird und wird unglücklich. Die Bäume fangen an sich
zu verfärben, es wird nass und grau außen, so wie es in Werther drinnen wird. Er kommt ins Grübeln,
wird ruhelos, nach dem Motto, wenn die Herbstfärbung einmal begonnen hat, geht alles ganz schnell.
Der letzte hier aufgeführte Abschnitt spielt im Winter, es ist kalt und ungemütlich draußen. Werther
schreibt einen Brief an Lotte, diese bekommt sie aber erst nach seinem Selbstmord. Man merkt, dass er
sich bewusst wird, er kann ohne sie nicht weiter leben. Es scheint als verfalle er in eine Art
Depressionen, Winterdepressionen vielleicht. Genau weiß man es nicht. Er ist sich seiner Sache sehr
sicher, denn er schreibt es ohne viel drumrum Gerede, dass er Suizident begehen werden würde. ich
will sterben, und das schreibe ich dir ohne romantische Überspannung, gelassen, an dem Morgen des
Tages, (Absatz 1 S.50)
3.
Welche stilistischen Züge sind für den Text charakteristisch?
Der Herbst und die Blattfärbung sind Personifizierungen. Meine Blätter werden gelb,(vgl.5Absatz
S.49) Die Blätter könnten Tränen darstellen oder Trauer, die entstanden ist, vielleicht weil sie ihn
verlassen hat. Dadurch das hier nur ausschnitte vorliegen ist eine genaue stilistische Analyse schwer zu
führen. Durch den ganzen Roman ziehen sich Personifikationen. Immer wieder werden Gefühle indirekt
auch durch Metaphern ausgedrückt. Außerdem werden verschiedene Textstücke immer wieder
wiederholt, ich will sterben! oder Du bist mein/Sie ist mein. Außerdem ist in den Auszügen vielen
Ausrufen geprägt; Ja, Lotte! (Absatz 2 S.50) oder Ich will, ich muss! (Absatz 4 S.50).
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4.
Das Ich erzählt und schreibt Briefe an seinen Freund, der dann antwortet.
Was für Vorteile hat eine solche Romanform und was wird durch diese Form
nicht ausgedrückt?
Durch die Form des Ich Erzählers, wir dem Leser das Gefühl vermittelt direkt im Geschehen zu sein. Ich
bin allein und... (Absatz 2 S.48) oder Ich bin so glücklich,..(Absatz 3 S.48) sind gute Bespiele, mit
denen dich der Leser/die Leserin identifizieren können. Der Vorteil dieser Romanform ist, dass man
nicht das Gefühl hat, es sei ein Roman. Man könnte es auch als eine Art Briefwechsel zwischen zwei
guten Freunden sehen und als solcher ist es spannend zu lesen.
Gewährt durch die Ichform unmittelbaren Einblick in das Seelenleben des Briefschreibers und wirkt
daher authentischer und man kann sich als Leser besser in die dramatische Figur einfühlen und sie
verstehen.
5.
Der Roman erschien 1774 in der sogenannten Sturm- und Drang-Zeit. Welche
rebellischen Sturm- und Drang-Elemente finden Sie?
In dem Roman, findet man außer Methafern und Personifikationen auch Klimax. Eine Klimax ist die
Steigerung von Worten, die häufig dazu gebraucht wird starke Gefühle auszudrücken oder etwas großes,
das man kaum beschreiben kann. Diese Übertreibung findet sich häufiger in der Literatur des Sturm und
Dranges. Hier wird sie als eine Art Liebesbeweis benutzt, bei dem Werther in die Zukunft blickend an
Lotte schreibt. Ich will, ich muss! (vgl.4 Absatz S.50) Goethe benutzt auch viele Ausrufesätze, die mit
einem Ausrufezeichen enden, und somit im Drama stärkere Betonung bekommen und dem
gesprochenen einen stärkeren Ausdruck verleihen.
Das Kernthema dieses Romans ist sicher die Liebe Werthers zu Lotte. Die Liebe zu Lotte verändert
Werthers Leben. Zum Beispiel vergisst er Raum und Zeit, sucht ständig nach Beweisen ihrer Zuneigung
und kann sie nicht vergessen, worunter er schließlich auch leidet. Die Liebe ist im Roman ein absolutes
Gefühl. Sie befreit Werther von Selbstzweifeln, von Zweifeln an der Welt und am Menschen. Diese Liebe
steht im krassen Gegenteil zu der während der Aufklärung vorherrschenden Vernunft und dem
Gedanken das man durch die Vernunft zu einer eigenständigen und von Gefühlen unabhängigen Person
werden kann.
Außerdem werden die Gesellschaft und ihre Standesgrenzen kritisiert. In Übereinstimmung mit der
Aufklärung erscheinen Fürsten und Adelige mit ihren Konventionen und in ihrer Abgrenzung vom Volk
als unnatürlich und lasterhaft. Hier tritt das Individuum in den Vordergrund, man nennt es auch Genie,
Ziel ist die Selbstverwirklichung. Das bedeutet, dass der Künstler/Autor hier Goethe, als Ideal gilt, und
als zweiter Gott sich nicht an Regeln halten muss. Die Natur ist bekommt eine neue Bedeutung, sie
wird als Offenbarung Gottes betrachtet und nicht aus wissenschaftlicher Sicht.
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In der Sprache, wird einem auch bewusst, dass es ein typisches Sturm und Drang Wer ist. Goethe
überzeugt mit einer natürlichen Sprache, die nahe an den menschlichen Gefühlen ist. Zudem verwendet
er viele rhetorische Mittel, die mit spontane Gefühlsäußerungen beschreiben.
6.
Der Roman hat zu einer Selbstmordwelle geführt. Wie konnte ein Roman,
einen solch großen Einfluss ausüben? Welche Leser und Leserinnen gab es zu
dieser Zeit in Europa?
Die Leiden des jungen Werthers erschien im Jahre 1771. Damals übte das Buch eine starke Kritik an der
damaligen Gesellschaft aus. Viele junge Menschen, die diesen Roman lasen, konnten sich mit dem
jungen Werther identifizieren, zu Teil weil sie diese Gesellschaftlichen Zwänge am eigenen Leib erfahren
mussten, zum anderen, weil man zu dieser Zeit dem Ganzen auch nur schwer entfliehen konnte.
Ein wichtiger Punkt ist auch die Art des Romans, die Geschichte und Handlung des Romans, wird aus der
Perspektive einer Person berichtet und zwar in Form von Briefen. Erste Eindrücke, eigene
Empfindungen und allgemeine Reflexionen folgen unvermittelt aufeinander, da der Briefschreiber sich
spontan äußert. Dies führt zu einer sofortigen Reflexion des gelesenen.
Nicht ohne Grund gehört der Roman zu den erfolgreichsten Büchern im 18. Jahrhunderts. Er machte
nicht nur Goethe sofort in ganz Europa berühmt und hatte bis dahin undenkbare Folgen wie sie heute
eher selten noch ausgelöst werden. Menschen die sich mit Werther identifizieren konnten, trugen
Werther-Kleidermode (Man trug eine gelbe Weste, einen blauen Frack mit Messingknöpfen, braune
Stulpenstiefel und einen Filzhut). Dieser Roman schlaffte es die Denk- und Fühlweisen des Publikums
entscheidend beeinflussen. Er war mehr als ein Freizeitvertrieb oder Teil einer äußerlich bleibenden
Bildung. Es war ein Teil der damaligen Gesellschaft. Deshalb gab es auch negative Reaktionen und große
Kritik an Goethe, vor allem von der Kirche die das Buch sogar wegen unmoralischer Tendenzen
verbieten lassen wollte.
Werther schreibt seine Briefe im Soziolekt. Dies wird deutlich durch seine Wortwahl. Das er im Soziolekt
schreibt ist auch von seinem sozialen Stand, dem gehobenen Bürgertum, ersichtlich. Auch übersetzt er
verschiedene Dichter wie zum Beispiel Homer, ein altgriechischer Dichter, was von guten
Sprachkenntnissen zeugt. Der wichtigste Teil im Buch, ist, der indem Werther erklärt sich in Lotte
verliebt zu haben.
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7.
Suchen Sie weitere Informationen über die Sturm-und Drang-Zeit, und setzen
Sie dann das Denken dieser Zeit in Verbindung mit den Themen, Stimmung
und dem Erzählerstil in Die Leiden des jungen Werthers.
Der Sturm und Drang ist eine Epoche der deutschen Literatur, die nach der Aufklärung und vor der
Weimarer Klassik kam. In der Literatur des Sturm und Dranges, wurden die Ideale und Auffassungen der
Aufklärung verworfen und es entwickelte sich die Vernunftideologie zu einem Gefühlsüberschwang,
zudem entwickelte sich der Begriff des Genies. Unteranderem stehen Freiheit, Gefühle im Mittelpunkt,
statt der vorher vorherrschenden Vernunft. Es entsteht ein neues Bild von und eine neue Sichtweise
über die Natur und das eigentliche Ich wird zur literarischen Hauptfigur. Alle Formen der Literatur, d.h.
nicht nur die Dramatik, sondern auch Lyrik und Epik werden revolutioniert und neu entdeckt. Die junge
Generation der Autoren, wehrt sich gehen die klaren Auffassungen der Aufklärung. Der Begriff des
Genies basiert auf eine neue Grundauffassung der Werte, Emotionen bekommen eine zentrale Rolle.
Die wichtigste Literaturform des Sturm und Drangs ist das Drama. Im Drama kann die Sprache auf
verschieden Weise eingesetzt werden und bekommt eine neue Ausdrucksart. Die Sprache wird durch
Ausrufe, Kraftausdrücke und auch halbe Sätze geprägt.
Heute wird der Sturm und Drang von vielen als Protestbewegung angesehen, die gegen drei zentrale
Dinge vorging. Den Adel, dessen höfische Welt, damit über die ganze absolutistische Obrigkeit, aber
auch gegen das Bürgertum, dessen Moralvorstellung veraltet war. Letzteres, war der Sturm und Drang
aber auch, wie oben schon genannt, ein Protest gegen die Literatur.
Mit den Leiden des jungen Werthers, traf Goethe genau den Punkt der Zeit, so wurde im Verlauf des
Romans, nicht nur Werthers Liebe zu Lotte thematisiert, sondern auch die Gesellschaft, Kunst und
Religion kritisiert.
Goethes Roman erregte Skandal, weil er das Recht des Individuums anerkennt, einem als Qual
empfundenen Leben ein Ende zu setzen. Werther, der ebenso leidenschaftlich wie unglücklich liebt,
bringt sich um, ohne dass diese Tat vom Autor kritisch kommentiert würde. Ein Teil der damaligen
Leserschaft empörte sich darüber, da es die christliche Lehre verinnerlicht hatte, wonach Gott das
Leben schenkt und der Selbstmörder die schwere Sünde der Undankbarkeit auf sich lädt. Ein anderer
Teil fühlte sich verstanden und fand sich selbst im Roman wieder. Er konnte Werther und seine
Handlungen nachvollziehen und ein anderer, machte es entweder nach und nahm sich Werther als
Vorbild für Selbstmord aus Liebe.
Inhalt
Es sind Fragen, die uns unsere Lehrkraft gestellt hat zu und über vier Auszüge aus die Leiden des jungen Werthers von Goethe. Es kann vlt hilfreich sein, einzelne Sachen besser zu verstehen (195 Wörter)
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01.10.2014 von Anna569
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