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Architekturanalyse Schema und Epochen

Alles zu Architektur und Baukunst

Architekturanalyse



1) Begriffe
>; Architrav = Balken über einer Säulenreihe bei antiken Tempel
>; Arkade = Bogen auf Pfeiler oder Säulen
>; Balustrade = Brüstung/Geländer mit kleinen Säulen aus Holz oder Stein
>; Basis = unterster, tragender Teil einer Säule/Pfeiler
>; Binder = ragendes Gerüst einer Dachkonstruktion
>; Blendarkaden/Blendbögen = Arkaden nur als Zierform, sind der Wand nur aufgelegt
>; Curtain Wall = Nichttragende Außenwand aus Stahlskelett, keine Stützende Fkt
>; Empore = Galerieähnliches Obergeschoss in Innenräumen
>; Enfilade = Barocke Schlösser: Raumfolge, bei der Türen in einer Achse
>; Fensterrose = Gotik: kreisrundes Fenster über Mittelpunkt der Westfassade einer got. Kathedrale
>; Fiale = Gotik: Wie Spitztürmchen als verzierende Bekrönung von Strebepfeilern, Kanten meist mit Kraben besetzt
>; Fries = Waagerechter Mauerstreifen zur Abgrenzung von Flächen oder zur Deko von Architekturteilen, mit ornamentalem oder figürlichem Schmuck
>; Gesims = Waagerechtes, aus der Mauer hervortretendes Bauelement, das Wand oder Baukörper gliedert
>; Gewölbe
- Tonnengewölbe
- Kreuzgratgewölbe
- Kreuzrippengewölbe
>; Kapitell = Oberer Abschluss von Säule/Pfeiler
>; Kassette = Vertieftes quadratisches oder vieleckiges Schmuckfeld einer Decke
>; Königsgalerie = Reihe von Statuen in einer Galerie oder in Nischen
>; Kranzgesims = Stark ausladendes Trageelement unter dem Dach
>; Maßwerk = Gotik: Schmuckform
>; Metope = Reliefplatte mit bauplastischem Schmuck an der Dachkonstruktion eines Tempels
>; Obergaden/Lichtgaden = Obergeschoss über der Basilika
>; Reliquien = Überreste von Heiligen (Gebeine, Asche, Kleider, Gegenstände)
>; Säulen: dorisch, ionisch, korinthisch
>; Sockelgeschoss = Als Gebäudesockel ausgebildetes, stärker betontes Geschoss
>; Strebebogen = Gotik
>; Strebepfeiler = Gotik: nach oben verjüngender Mauervorsprung an Außenwand
>; Strebewerk = Strebebögen + Strebepfeiler
>; Stuck = Kalk- oder Gipsmörtel zur Verkleidung der Wände
>; Triforium = Mittelalter: Laufgang in der Hochschiffwand
>; Triglyphe = Platte am Tragebalken/Fries mit drei Rillen
>; Türsturz = Horizontaler Balken/Stein, der die Türöffnung nach oben abschließt
>; Vestibül = Vorhalle eines Hauses, Empfangshalle
>; Vierung = Quadratischer oder rechteckiger Raum, der durch Überkreuzung von Langhaus und Querhaus in Kirchenbauten entsteht
>; Wimperg = Gotik: Giebelartige Bekrönung got. Spitzbogenfenster und Portale

2) Analyseschema
1. Allgemeine Informationen
- Ort und Datum
- Kurz Funktion, Sakralbau oder Profanbau
- Auftraggeber
- Bauherr/Ingenieur/Architekt
- Zeitliche Einordnung
2. Form
>; Grundriss
- Zentral oder Richtungsbau
- Aufteilung (zB in Schiffe, Räume)
- Prinzipien (zB der Harmonie, Symmetrie, Abstraktion, Ökonomie,
Einfachheit, Minimalismus)
- Konstruktion (zB Skelettbau, Massivbau, Fachwerk: tragendes
Holzgerüst, Gewölbekonstruktion)
- Baumaterialien natürlich oder künstlich (zB Holz, Stein, Ziegel, Stahl,
Stahlbeton, Glas, Marmor)
>; Außenraum: Fassade und Seitenwände
- Grobgliederung (auch durch Bauelemente)
- Bauelemente (siehe Begriffe) + Wirkung
- Schmuckelemente + Wirkung
>; Innenraum
- Wandgliederung
- Schmuck
- Einrichtung
+ Wirkung
3. Deutung
>; Praktische Funktion
- Wozu dient der Bau?
- Wozu dienen die einzelnen Teile?
>; Symbolische Funktion
- Was bedeutet der Bau?
- Was bedeuten die einzelnen Teile?
- Welchen Eindruck soll der Bau vermitteln? (zB Blockhaftigkeit,
Massivität, Monumentalität, Leichtigkeit, Vielschichtigkeit,
Technikbetonung?
>; Kontext
- Was sagt das Bauwerk über seine Zeit/Gesellschaft aus?

3) Übersicht Epochen
1. GRIECHISCHE ANTIKE (9./8. Jh v Chr)

Bsp: Parthenon - Athen
From: Grundriss:
Richtungsbau nach Osten
Aufteilung in Parthenon und Cella, sowie Rückhalle, Vorhalle (Particus) und Ringhalle
Prinzip: Harmonie, Symmetrie
Konstruktion: Stützkonstruktion
Außenraum
Von Säulen umrandet (basislose Säulen)
Architrav, Triglyphen, Metopen
Kranzgesims, Dreiecksgiebel
Innenraum
Kassettendecke
2 Räume, jeweils eigener Eingang
Deutung: Praktische Funktion
Säulen =nach unten verbreitert=Aufnahme und Übertragung der vertikalen Last auf Untergrund
Kapitell und Deckplatte=Vergrößerung der Auflagefläche für Architrav
Cella =Aufnahme des Götterbildes Opferaltar
Symbolische Funktion
Schutz/Zufluchtsort
Stolz, Hochmut, Frömmigkeit, Verehrung der Götter
2. RÖMISCHE ANTIKE (500v - 400n Chr)
Kolosseum, Pantheon

3. FRÜHCHRISTLICHE ANTIKE (4.-6. Jhn Chr)
Basilika

4. ROMANIK (1000 - 1130)
Romanische Kirche

5. GOTIK (1130 - 1500)

6. RENAISSANCE (15./16. Jh)

7. BAROCK (1575 - 1770)
zB Versailles


8. KLASSIZISMUS (1770 - 1840)

Aufklärung/Vernunft
Gegen Absolutismus
Strenge, klare Formen der griech. Antike
Geometr. Grundformen
Bibliotheken, Museen, Theater
Wissen statt Glauben
Bsp. Altes Museum, Berlin

Außenbau
klare Gliederung
ionische Säulen bei Fassade
Innenraum
Rotunde
Treppenhaus

9. HISTORISMUS (ab ca. 1840)
Kopien versch. Historischer Stilelemente
a) Eklektizismus = Mix aus vielen verschiedenen Stilen
zB Schloss Neuschwanstein, Reichstag in Berlin
b) Relativ reine Nachahmung eines Stils
zB Gotik engl. Parlamentsgebäude

10. INGENIEURBAUKUNST (ab ca. 1840)
Maschinenarbeit als Grundlage der Architektur
Herstellung von Bauteilen in Massenproduktion
Glas und Eisen als neue Baumaterialien
Bauaufgaben: Brücken, Fabrikgebäude, Ausstellungshallen etc.
Entstehung einer "nüchternen, uniformen Industrieästhetik
Teils Ummantelung mir historischen Dekorelementen
In Massenproduktion hergestellte Zierelemente
Verfall der Handwerkstraditionen
Bsp: Kristallpalast
Material:
- Gusseisernes Gerüst
- Glas
Fertigung:
- Vorgefertigte, normierte Bauelemente
- Industrielle Herstellung
- Module, Standardelemente
Konstruktion:
- Eisenskelett aus hohen Säulen, waagerechten, diagonal versteiften Trägern und gekrümmten Tragrippen
Montage:
- Stets gleich
- Klar gegliederte Arbeitsschritte
Raumeindruck:
- Verschmelzung von Innen und außen

11. JUGENDSTIL (1890-1910/15)

12. EXPRESSIONISTISCHE ARCHITEKTUR (ab 1918)
Runde und gezackte Formen, geschwungen
Oft Backbausteine oder Beton
Gesamtkunstwerk, Skulpturen als Relief
Bsp: Einsteinturm 1920

13. BAUHAUS (1919 - 1933) (konstruktivistisch)

"Staatliches Bauhaus" in Weimar
"Wesen eines Gegenstandes" (primäre Analyse)
funktionell, haltbar, preiswert, "schön"
Form follows function

Das Ideal:
- "echt", zeigt Eigenart der Maschine
- Kein schmückendes, aufgesetztes Elemtent
- Meisterliche Beherrschung aller wirtschaftlichen, technischen und formalen Voraussetzungen
- Erkennbarkeit der Funktion
- Einfachheit: Beschränkung auf Grundfarben und Grundformen
- Ornament = ein Verbrechen
- Ausnutzung von Material: Materialgerechtigkeit, Eigenschaften des Materials wird berücksichtigt

Ziele:
Einheit von Kunst, Handwerk und Technik
Ausbildung von "Industriedesignern"
Ohne Grenzen zw monumentaler und dekorativer Kunst
Vorrangstellung Architektur
Standardprodukte für Serienproduktion
= Klassenübergreifende Kunst für das ganze Volk"
Soziale Ordnung ohne Klassengegensätze und Klassenschranken

14. DEKONSTRUKTIVISMUS (ab 1978)
Funktion muss gewährleistet sein, doch die Ästhetik, die durch die Tektonik definiert wird, steht im Vordergrund
Reine Formen
Schiefe, geometr. Kompositionen
Atektonisch
Wirkt instabil
Bsp.: Feuerwehrhaus der Firma Vitra

Konstruktion:
- Serie gestaffelter Wände
- Aufheben der Tradition senkrechter Wände
- Rahmenlose Fenster
- Parallele Schichtungen der Wände
- Gestreckte neben- und übereinander geschobene Baukörper
Außenbau:
- Geschichtete Sichtschutzmauern aus beton
- Material: Beton
Wirkung:
Fließend, bewegt
Alles fügt sich dem Gesamtkonzept
Eindruck von Dynamik
Schwerkraft wirkt aufgehoben
Erinnerung an Science-Fiction-Filme
Schaffung einer neuen Art "Raum"
Zeugen von Einsatzbereitschaft
Inhalt
Für eine Kunstklausur über Architekturanalyse der 12. Klasse des Gymnasiums habe ich mir eine Zusammenfassung geschrieben, diese enthält:

- Wichtige Begriffe zur Beschreibung eines Gebäudes
- Ein allgemeines Analyseschema bzw. Aufbau einer Architekturanalyse
- Epochenübersicht mit beispielhaften Gebäuden, v.a. jüngere Epochen mit ausführlichem Beispiel (983 Wörter)
Hochgeladen
01.04.2013 von sophiegierend
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