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Referat: « Si tacuisses, philosophus manisses. «

Alles zu Kurt Tucholsky

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"Wenn du geschwiegen hättest, wärst du ein Philosoph gewesen."
Dies ist ein Spruch aus dem alten Rom, der auch mit "Wenn du nichts gesagt hättest, hättest du auch keinen Ärger bekommen." in Verbindung gebracht wird und genau dieser Spruch trifft auch auf Kurt Tucholsky zu. Denn hätte Tucholsky nicht so herbe Kritik an die Soldaten seiner Zeit ausgeübt, wären seine Werke vielleicht auch nicht verbrannt worden und die Weltbühne, eine Wochenzeitschrift, wo er zeitweiliger Mitherausgeber war, verboten.
Er war auch einer der ersten Schriftsteller, die aufgrund seiner kompromisslosen Haltung nach der Machtübernahme der Nazis 1933 ausgebürgert wurde.
Tucholsky verstand sich selbst als linker Demokrat, Pazifist und Antimilitarist. Seine Kritik richtete sich vor allem gegen die Politik und die Literatur seiner Zeit, aber er auch die Justiz und das Militär konnten sich vor den scharfen Angriffen des Schriftstellers nicht wehren.
Die Front, eine kommunistische Zeitschrift, brachte ihm 1929 Kritik ein, da er die Weltbühne als Diskussionsforum und nicht wie es eigentlich gedacht wäre, als Verkündungsorgan, benutzte. Schon 1919 verteidigte er die demokratische Weimarer Republik, die aus der Novemberrevolution hervorgegangen ist, gegen die neuen antidemokratischen Bewegungen. Kurz darauf erschien in der Weltbühne die anti-militärische Artikelserie Militaria, die ein Angriff auf den zu der Zeit üblichen Geist der Offiziere war.
Können alle lesen was auf dem Blatt steht? "Sprache ist eine Waffe haltet sie scharf" und unten drunter noch " Schriftsteller, Zeitkritiker, Gegner des Nationalismus und des Militarismus". Dies ist die Erinnerungstafel von Kurt Tucholsky, die an die zahlreichen Morde von linken, pazifistischen oder liberalen Politikern und Publizisten, wie zum Beispiel: Rosa Luxemburg oder Walther Rathenau, erinnern soll. Diese Tafel ist übrigens in Berlin- Friedenau zu finden.
Für ihn als Prozessbeobachter in Verfahren gegen rechtsradikale Mörder, war es erschreckend zu sehen, wie diese und die Richter ihre Meinung zu den nationalsozialistischen Ansichten teilten. In dem Artikel "Prozess Harden" schrieb er:

Alles steht von vornherein fest: Anstiftung durch unbekannte Geldgeber, die Tat (stets von hinten), schludrige Untersuchung, faule Ausreden, ein paar Phrasen, jämmerliches Kneifertum, milde Strafen, Strafaufschub, Vergünstigungen - "Weitermachen!" (...)
Das ist keine schlechte Justiz. Das ist keine mangelhafte Justiz. Das ist überhaupt keine Justiz. (...)

Weiterhin sparte er an seiner Kritik zu den demokratischen Politikern nicht und auch wenn er Mitglied einer Partei war, so schrieb er seine kritisierende Meinung über andere Mitglieder, so z.B. auch über Rudolf Hilferding, der zur Bekämpfung der Sozialdemokratie Chefredakteur der USPD- Zeitung, Die Freiheit sein sollte.
Es gelang ihm, das gefährliche Blatt in zwei Jahren derart herunterzuwirtschaften, dass sowohl von einem Blatt wie von einer Gefahr nicht mehr gesprochen werden kann.
Dieser Satz erschien in der Weltbühne unter dem Titel "Dienstzeugnisse".
Mit der SPD ging er jedoch besonders hart um. Ihr warf er nämlich Verrat an den eigenen Anhängern während der Novemberrevolution vor, was eine ziemlich derbe Anschuldigung war.
Während seiner Zeit im Ausland, z.B. Frankreich oder Schweden, musste er sich jedoch auch mit politischen Gegnern auseinander setzen, da zu dieser Zeit unter anderem ein Prozess wegen Gotteslästerung aufgrund seines Gedichts "Gesang des englischen Chorknaben" vorlagen.


Das was Tucholsky zu jener Zeit an Deutschland am meisten verabscheute, schrieb er in "Deutschland, Deutschland über alles" nieder, aber auch was er daran liebte, verstand er in diesem Buch zu verbinden.
Kurt Tucholsky beobachtete die deutscher Politik zu dieser Zeit sehr genau und es verletzte ihn, dass all seine Warnungen, die er zu recht dachte, dass mit der Machtübernahme Hitlers Gefahren herauf ziehen werden, missachtet wurden.
Wegen seines berühmt gewordenen Satzes "Soldaten sind Mörder" wurde sein Freund und Herausgeber der Weltbühne, Carl von Ossietzky, neben der Anklage des Landesverrats und Verrats militärischer Geheimnisse, auch für diesen Spruch angeklagt, da Tucholsky zu dieser Zeit im Ausland weilte. Eigentlich wollte er zu Ossietzky reisen, doch da die Möglichkeit den Nazis in die Hände zu fallen bestand, lies er es bleiben.

Wenige Zeit später fand die schon in der Einleitung genannte Bücherverbrennung von Tucholskys Werken statt, die von Studenten geleitet wurde. Was sie während der Verbrennung riefen kann man in Tucholskys Gedicht "Die Rufer" nachlesen. Und zwar:
"Gegen Frechheit und Anmaßung, für Achtung und Ehrfurcht vor dem unsterblichen deutschen Volksgeist! Verschlinge, Flamme, auch die Schriften der Tucholsky und Ossietzky!"
Diese Nachrichten ließen Tucholsky aber mittlerweile kalt.







Schluss:
Kurz nach der Machtübernahme schrieb er am 11. April dann in seinem Buch Politische Briefe:
Dass unsere Welt in Deutschland zu existieren aufgehört hat, brauche ich Ihnen wohl nicht zu sagen. Und daher:
Werde ich erst amal das Maul halten. Gegen einen Ozean pfeift man nicht an.


Einige wichtige Begriffe:
Pazifist: Anhänger des Pazifismus (ist die Ablehnung von kriegerischen Handlungen und das Bestreben, einen Krieg zu vermeiden, den Frieden unter allen Umständen zu erhalten weltanschauliche Strömung)
Demokrat: Anhänger der Volkswirtschaft
Antimilitarist: Anhänger des Antimilitarismus
Liberal: freigebig, freiheitlich
Publizisten: Oppositionelle Politiker und Publizisten werden als Vaterlandsverräter bezeichnet
Inhalt
Der Vortrag ist über Kurt Tucholsky. Die Aufgabenstellung bestand darin, in 10 min. einen bestimmten Teil von Kurt Tucholskys Leben zu beschreiben. Dieser Vortrag befasst sich vor allem mit der Kritik, die ihm gegenüber geäußert wurde. (796 Wörter)
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14.11.2005 von unbekannt
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