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Referat: Landwirtschaftliche Betriebsformen in China

Alles zu Asien (Indien, China, Japan,..)

Sabine Ehrl, LkEk, 12.10.04


Landwirtschaftliche Betriebsformen in China
1. Grundsätzliches über China
mit 1,26 Mrd. Einwohnern das bevölkerungsreichste Land der Erde
Gesamtfläche des Landes 9560980 km², Erstreckung über 35 Breitengrade
vielfältiges Relief, der Anteil an Bergländern und Gebirgen ist sehr groß, nur etwa 30% sind Tiefländer oder Beckenlandschaften
Klima vom Monsun geprägt
10 % der Fläche sind landwirtschaftlich nutzbar, 70 % der Menschen leben im ländlichen Raum
Gliederung in drei landwirtschaftliche Großräume: das gelbe, das grüne und das staubige China

reiche Rohstoffvorkommen
Wasserkraft als alternative Lösung zur Energiegewinnung, um den hohen Energiebedarf des Landes zu decken
Flussläufe Jangtsekiang und Huang He haben neben den Küstenregionen eine große
Bedeutung für das Land (Siedlungsgebiete, Handel)
Sturz des letzten Kaisers zu Beginn des 20. Jhs., es folgen 40 politisch instabile Jahre
1949 Beginn der Kommunistischen Ära unter Mao Zedong
zu der Zeit schwerwiegende wirtschaftliche Probleme, z.B. das enorme Bevölkerungswachstum
seit den 80er- Jahren versucht die Regierung die wirtschaftliche Misere zu beenden (durch wirtschaftliche Reformen wie Errichtung von Sonderwirtschaftszonen, Joint Ventures)
Konzept der Gegenwart: Exportorientierung
hohe Umweltbelastungen und ökologische Schäden
2. Landwirtschaftliche Betriebsformen
Vor 1949
zu Beginn des Jahrhunderts immer stärker zunehmende Verelendung der bäuerlichen Bevölkerung
Besitz extrem zersplittert, Miniparzellen
Hoher Arbeitsaufwand
Bauern pachten Land vom Großgrundbesitzer
Familienbetriebe
1949/50 – 1957
Veränderung der Agrarstruktur unter Mao Zedong
Bodenreformgesetz: Enteignung der Grundherren, Verteilung des Landes an arme Bauern und kommunistische Kämpfer
Einzelwirtschaft mit Privateigentum
Nur kurze Dauer, bald folgt nach sowjetischem Vorbild Kollektivierung, festgelegt 1951 im Stufenplan
Zunächst freiwillig, bis 1958 sollen alle Bauernhaushalte in landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften sein (LPG)
Ende 1956 Hauptteil der Kollektivierung abgeschlossen
1958 – 1961
1. Fünfjahresplan übererfüllt => Euphorie, „großer Sprung nach Vorne“
Wegen ideologischer Differenzen mit der Sowjetunion beschließt man, die LPGs von Volkskommunen abzulösen
Volkskommune
Kollektivarbeit
Relativ autonome Einheit
Soll Ertrag steigern und Landwirtschaft aufbauen
Umfasst mehrere ehemalige Gemeinden mit durchschnittlich 5000 Haushalten
Aufgaben gehen über die agrarische Produktion hinaus
Organisations- und Verwaltungsorgan anstelle der Gemeinden
Privateigentum wird zu Volkseigentum
Kein Lohn nach Leistung sondern nach Bedürfnis
Verbot individueller Lebensführung
Naturkatastrophen (Dürren, Überschwemmungen), Getreideproduktion sinkt, 18 Mio. Hungertote
1961

Revision der Volkskommunen
Verkleinerung der VKs, diese hat nun eine stärkere innere Struktur: Produktionsbrigaden und Produktionsgruppen mit jeweils spezifisch festgelegten Aufgabenbereichen
auch wieder zusätzlich Privatparzellen für Bauern
Effektiver, höhere Erträge
1967
Tod Mao Zedong
Reformen in der Landwirtschaft
Trotz Beibehaltung der Kollektivierung geht Land wieder an Bauern
1978
Politischer Umschwung: Reformpolitik unter Deng Xiaoping
Einführung eines „Vertragsgebundenen Verantwortlichkeitssystems“
Abschaffung der kollektiven Produktionsorganismen (VK)
Einzelhaushalt und -wirtschaft ist Basis der Produktion
Lohn nach Leistung
Arbeit wird individualisiert
Die über den Vertrag produzierten Mengen können frei verkauft werden
System langfristiger privater Bodennutzungsrechte
Spezialisierung möglich wegen größerer Wirtschafts- und Gewerbefreiheit

Heute:
Genossenschaften übernehmen die Funktionen der bisherigen VKs
Landwirtschaftliche Genossenschaften
schließen als Eigentümer der landwirtschaftlichen Bodens mit den einzelnen Haushalten einen Pachtvertrag, übertragen ihnen Land für 15 Jahre zur Nutzung
Abgaben an die Genossenschaft, Verkaufsquoten und Steuern sind festgelegt
Alle Erträge die über das vertraglich festgelegte Maß hinausgehen, dürfen auf freien Bauernmärkten verkauft werden
Genossenschaft stellt Großmaschinen, führt Bodenuntersuchungen durch
Treibstoff und Kunstdünger werden vom Staat zugeteilt
Spezialisierte, produktionsbezogene Genossenschaften
Fördern Familien oder Familiengruppen (Gruppenlandwirtschaft) die ihre Produktion spezialisiert haben
Übernehmen landwirtschaftliche Beratung, Versorgung mit Produktionsmitteln, den Technologietransfer oder die Koordination in den verschiedenen Produktionsstufen bis zur Vermarktung
Rechtlich meist unabhängige Anteilsgenossenschaften
Orientieren sich stark an den in Japan entwickelten Bauernvereinigungen
ausserdem Anteilsgenossenschaften (Gewerbe, Industrie), Bezugs- und Absatzgenossenschaften (Warenverkehr), Spar. Und Kreditgenossenschaften (Geldwesen)

3. Fazit
Um die Unterschiede zwischen Stadt und Land zu beseitigen, wurden in China die Volkskommunen geschaffen, durch die die Freiheit des Einzelnen stark beschränkt wurde. Nach deren Abschaffung stieg die landwirtschaftliche Produktion an. Der Anbau richtet sich heute wieder stärker nach den Natur – und Marktbedingungen. Durch die Gründung von Handels – und Dienstleistungsbetrieben auf dem Land soll die Abwanderung von der Landbevölkerung in die Städte abgeschwächt werden.

Quellen:
Oldenburg, Erdkunde Gymnasien, 8. Schuljahr
Cornelsen, Mensch und Raum, Geographie, der asiatisch pazifische Raum
Klett, Fundamente, der asiatisch pazifische Raum
Bayerischer Schulbuchverlag, Oberstufe Geographie, der asiatisch pazifische Raum
Stark, Abiturwissen Erdkunde, der asiatisch pazifische Raum
Inhalt
Landwirtschaftliche Betriebsformen in China (früher, heute), Grundsätzliches über China (665 Wörter)
Hochgeladen
23.03.2005 von unbekannt
Schlagwörter
Landwirtschaft | Betriebsformen | China | Veränderung der Agrarstruktur | landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften | Volkskommune | Deng Xiaoping | Landwirtschaftliche Genossenschaften
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