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Referat: Vorsokratik - Milesier

Alles zu Milesier (Vorsokratik)

Liebe Zuhörerinnen


Unser Thema sind die ersten Philosophen der Vorsokratik. Wir haben uns mit den Milesiern befasst, d.h. mit Thales, Anaximander und Anaximenes.Folie (Folie erklären)
Milet – Stadt in der griechischen Antike
Die erste Philosophie (von Thales bis Demokrit und den ersten Sophisten) wird Vorsokratik genannt, weil Sokrates einen wichtigen Einschnitt markiert hat. Die Vorsokratik beginnt im kulturell offenen und handeltreibenden IonienFolie. Dieses lag an der Westküste Kleinasiens und umfasste wichtige Städte wie Milet oder Ephesos und Inseln wie Samos. Diese Stadtstaate, auf Griechisch polis genannt, bestanden aus der eigentlichen Stadt als Kern und einer ländlichen Umgebung. Nur etwa 12% der Einwohner hatten politische Rechte. Frauen, Kinder und Sklaven waren davon ausgeschlossen. Man lebte friedlich untereinander in „Freiheit“. Wobei damals nicht das gleiche wie heute darunter verstanden wurde. Freiheit war, wenn man nach einem gemeinsamen Gesetz lebte und nicht in Gesetzlosigkeit oder unter Willkür eines Tyrannen. Probleme sollten in vernünftigen Debatten gelöst werden. Diese Städte waren geographisch, durch Berge oder Flüsse, von einander getrennt und eigentlich unabhängig voneinander. Indirekt aber, waren diese durch Handel miteinander verbunden. Als sich diese ausbreiteten und ihr Gebiet vergrösserten, begannen sie auch einheitliche Masse, Gewichte und Münzen zu verwenden. Es wurden daraus grosse Kolonialstädte in denen die sozialen Unterschiede immer grösser wurden. Dies führte meist zu Problemen, welche mit der Einführung der Demokratie in Athen (um 400 v. Chr.) eine mögliche Lösung fanden. Eine der mächtigsten dieser ionischen Städte war Milet (besass c.a. 80 Kolonien). Aus Milet kamen viele grosse Philosophen wie Thales, Anaximenes und Anaximander. Man muss aber festhalten, dass die meisten Denker, von denen man spricht, aus den privilegierten Schichten stammten und daher eine bessere Bildung hatten. Durch ihre Lage, wurde Milet von vielen Kulturen begünstigt. Die Stadt war ein Zentrum für Seehandel, Industrie und wissenschaftliche Forschung.

Die Entstehungstheorien
Die ersten Entstehungstheorien basierten auf mythischen Erklärungen. Eine der bekanntesten Kosmogonien (dass heisst Entstehungstheorien) war die von Homer. Er versuchte die Entstehung der Erde, des Himmels, ja eigentlich des ganzen „Seins“ zu erklären. Dies tat er z.B. durch Personifizierung der Naturerscheinungen und Anderem, – durch die Einführung von Göttern. Die meisten dieser Theorien, sagen allgemein aus, dass die Welt, so wie wir sie vorfinden, einen Anfang hatte. In vielen Zwischenstufen, sei aus diesem Anfang, also aus dieser „Urwelt“, – die heutige "reale Welt“ entstanden. Spätere Denker suchten einen anderen Anfang, einen anderen Ursprung des Seins. Dies wird als arché bezeichnet.Folie Thales war der erste, der dieses mythologische Entstehungsbild nicht nur anzweifelte, sondern auch zu widerlegen versuchte mit einem eigenen Modell. Er entmythologisierte die Entstehungsgeschichte, versuchte alles mit einer Logik zu erklären. Man kann dies als den Anfang des Überganges vom Mythos zum Logos bezeichnen.

Thales von Milet
Thales von Milet lebte ungefähr zwischen 625 – 545 v. Chr. Thales war ein Mann, welcher in vielen Gebieten bescheid wusste. Er hat aber niemals etwas aufgeschrieben. Somit ist alles, was man über in weis, durch Dritte aufgeschrieben worden z.B. durch Aristoteles. Eines der wichtigsten Ereignisse in seinem Leben war, die Sonnefinsternis, welcher er am 28. Mai 585 v. Chr. voraussagte. Dies lässt darauf schliessen, dass er über grosse astronomische Kenntnisse verfügen musste, welche er wahrscheinlich auf seinen Reisen nach Ägypten und Phönizien erworben hatte. Solche Reisen waren damals nichts Ungewöhnliches für jemanden, der sein Wissen erweitern wollte. Der berühmte Thaleskreis in der GeometrieFolie und Methoden zur Vermessung von Pyramiden, zeigen auch sein grosses Wissen in mathematischen Bereichen.
Thales befasste sich auch mit der Entstehung der Welt und des „Seins“. Er war auf der Suche nach dem Unveränderbaren in der Veränderung, nach einer Art Baustein des Universums. Als Ursprung, als Urelement aller Dinge, also als arché sah Thales das Wasser oder die Feuchtigkeit. Dies hat er aus einigen seiner Erkenntnissen und Beobachtungen hergeleitet, wie z.B.:Folie
Wasser ist für ihn Ursprung aller Dinge, d.h. dass alle Elemente sich aus Wasser bilden und stets Wasser sind. Wasser kommt, nach Thales, entweder im undifferenziertem Zustand, im normalen Zustand (Wasser) oder im differenziertem Zustand, als Eis, Dampf, Baum, Fisch,… Nach Thales, schwimmt die Erde auf Wasser, daher kommen auch manchmal die Beben. Er sieht die Entstehung der Welt, des Universums als ein, in sich geschlossener, Kreislauf
Auch Homer hatte in seinem Epos die Vorstellung des okeanos, des Ozeans, als Ursprung von allem erwähnt und bei der Kosmogonie des Lyrikers Alkman standen die Gewässer an erster Stelle. Durch seine Errungenschaften in der Mathematik und den anderen genannten Bereichen, hatte Thales eine grosse Glaubwürdigkeit gewonnen. Am meisten durch die Vorhersage der Sonnenfinsternis, welche bis dahin in der griechischen Welt, auf einer mythologischen Erklärung basierte.
Thales wird als erster Philosoph bezeichnet, weil er mit dem Wasser, welches wir verstehen und von welchem wir die Gesetze kennen, alles zu erklären versuchte. Von den Gesetzen des Wassers lassen sich folglich weitere Gesetze für das Verständnis des Universums ableiten. Somit war nichts mehr unverständlich! Also wird er wird als erster Philosoph bezeichnet, nicht nur weil er sich gefragt/gewundert hat, wie alles entstanden ist und darauf argumentierte Antworten gegeben hat, sondern weil man durch seine Antwort, alle Fragen beantworten konnte.

Anaximander
Anaximander wurde in Milet, das heute zur Türkei gehört geboren und lebte von 610 bis ca. 547 v. Chr.
Zu seinen wichtigsten „Werken“ gehört die Einführung der Sonnenuhr in Griechenland, die Erfindung der Kartographie (verfertigte aus Erz die erste Weltkarte) und eine Schrift über den Kosmos und die Anfänge des Lebens.
Anaximander vertrat die Auffassung, das die Erscheinungsformen wider in den Urzustand (Ursprung) zurückkehren. Als Ursprung bezeichnet er das ápeiron. Er meint damit das Unbegrenzte, Unbestimmte. Irgendeinmal wird alle Materie aufgebraucht sein. Anaximander sagte, das was zugrunde geht, kehrt wieder ins ápeiron zurück“.
So erklärt er auch die Entstehung des Kosmos. Er entsteht aus dem ápeiron, sowie die natürlichen Gegensätze. z.B. warm und kalt oder feucht und trocken. Es steht also alles im Gleichgewicht zueinander.
Hier zu ein überliefertes Fragment von AnaximanderFolie: „Woraus aber das Entstehen für die Dinge ist, die existieren, dahinein erfolgt auch ihr Vergehen gemäss der Notwendigkeit; denn sie zahlen einander gerechten Ausgleich und Busse für ihre Ungerechtigkeit nach der Ordnung der Zeit.“
Anaximander glaubte, dass das Universum eine Reihe von konzentrisch
angeordneten Zylindern sei. Hierbei liegt die Sonne aussen, dann folgt der Mond und dann die Sterne.
Die Erde steht im ZentrumFolie. Anaximander behauptete dass ihre Höhe ein Drittel des Durchmessers ihrer Breite ist. Also eine trommelförmige Scheibe darstellt. Die Unter- und Oberseite sind flach, wobei die Menschen auf der Oberseite leben. Anaximander fragte sich, wenn die Erde, wie Thales sagte, auf dem Wasser ruht, worauf ruht denn das Wasser? Wenn man nun einwendet, dass das Wasser z.B. auf einer Schale ruhen könnte, worauf ruht denn die Schale? So kann man bis ins Unendliche weiter fragen. Deshalb, sagte Anaximander, dass die Erde frei im Universum schwebt.
Weiter behauptete er, dass der Mensch wegen seiner Hilflosigkeit und Pflegebedürftigkeit als Kind nicht im Urzustand der Welt existieren konnte. Im Urmeer und Urschlamm, der die Erde bedeckte, konnten nur fischartige Wesen existieren, also sei dies auch die Urform des Menschen gewesen. Er sei in einem so genannten „glatten Hai“ entstanden. Erst nach Festwerden des Landes sei er dann zum Landlebewesen geworden.

Anaximenes
Anaximenes gehörte auch zu den berühmten milesischen Philosophen. Er lebte ca. 585-526 v.Chr. und war somit etwa eine Generation jünger als Thales und Anaximander. Er kannte die Theorien seiner Vorgänger. Er kritisierte jedoch die hoch-spekulative Qualität dieser Annahmen. In seinen Eigenschaften als Wissenschaftler war Anaximenes eher Physiker als Kosmologe, dies kommt daher, dass er eher pragmatisch als hoch-spekulativ war.
Seine Theorien basierten hauptsächlich auf Verallgemeinerungen von Praktikumserfahrungen. Man geht davon aus, dass Anaximenes folgendes annahm: Sowie unser Körper von der Luft zusammengehalten wird, so wird auch der Kosmos von ihr umfasst. Oder sowie Luft für uns ein Lebensspender ist, so ist sie s auch für den gesamten Kosmos.
FolieAnaximenes war der Überzeugung, dass arché(Urstoff aller Dinge) aer (also Luft) sei. Der nach ihm unerschöpfliche und unbeschränkte aer umschließt nicht nur das Universum, sondern ist auch in ihm enthalten.
Wie soll man sich aer als Urstoff aller Dinge vorstellen? Anaximenes argumentierte mit einem epochalen Begriff in Bezug auf die Physik: Die Verwandlung von Stoffen. Demzufolge kann Wasser durch Verdichtung bzw. Verdünnung alle Formen annehmen. Also durch Verdichtung der Luft wird sie zu Wind, Wolke und später zu Wasser. Durch weitere Konzentration zu Eis und zu Erde. Durch Verdünnung hingegen wird Luft zu Feuer. Alles andere entsteht aus diesen vier Elementen(Luft, Feuer, Wasser, Erde)
Anaximenes erstellte durch seine Kenntnisse in der Astrologie ein WeltbildFolie; er war der Überzeugung, dass aus dem aer zuerst die Erde entstanden sei. Er kannte auch schon Fixsterne, die er wie Nägel am Himmel darstellte. Dass die Sterne nicht wärmten, führte er auf ihre Entfernung zurück. Somit sei auch nicht die Sonne am weitesten von der Erde entfernt.
Die Erde sei flach und breit und schwebe auf der Luft. In derselben Weise trieben auch Sonne und Mond auf der Luft. Anaximenes behauptete die Sonne verberge sich nicht dadurch, dass sie unter die Erde gelange, sondern weil sie von höheren Erdteilen verdeckt werde.
Den Regenbogen erklärte er nicht mehr mit Iris, der homerischen Götterbotin, sondern bereits als eine atmosphärische Erscheinung. Die Götter jedoch rettete er, indem er sie einer Wandlungsform des aer zuschrieb.
Schlusssatz
Eine gemeinsame Arbeit von Manuel Núñez, Simon Eigensatz und Cornelia Styger
P.S. Wegen den Folien, bei nuninel@hotmail.com danach fragen. =)
KSL – pfh – PH SJ 04/05
VorsokratikMilesier; 5 Ka 3
Inhalt
Es ist ein kleiner Vortrag (c.a. 10min) über die Vorsokratiker Thales, Anaximander und Anaximenes von Milet. (1554 Wörter)
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22.12.2004 von unbekannt
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