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Referat: Symbolismus

Alles zu Symbolismus

A Einleitung


1) Symbolbegriff
von gr. SYMBALLEIN (zusammenhalten), SYMBOLON (Merkmal, Wahrzeichen)
ursprünglich: Erkennungszeichen für Verlobung oder Art Vertrag (z.B Ring in zwei Hälften oder andere teilbare Dinge zur Wiedererkennung)
wurde zum Zeichen der Verlobung selbst Ring enthält selbst Bedeutung)
später Übernahme auch in andere religiöse/zeremonielle Funktionen
antike und mythologische Funktion Überleitung in christliche Funktion
allmählich mystischer verstanden, besonders im Christentum
konnte „omen“ oder vorhersagendes Zeichen heißen, oder stellvertretendes Zeichen für komplexen Vorgang (Beispiel: Sakrament „das ist mein Leib“ -> Brot und Wein Symbol des Glaubens, Eids, Verpflichtung, Zusammenhalt Gemeinde durch repräsentative Kraft)
Konzentration der Symbolforschung bis zum 18. Jh. auf Sammlungen und Erklärungen vom überlieferten Kulturgut (das, was in Tradition als Symbol verstanden worden war, Verzeichnisse christlicher/biblicher Symbole etc.)
allmählich Anfang der Entwicklung eines reformierten Symbolbegriffs durch Dichter und kritische Denker (nicht so starke Orientierung an Bibel, neue, originelle, persönliche Begriffe)

2) Symboltypen
Frage an Schüler: Was für Symbole kennt ihr? (Anordnung der Begriffe an Tafel zur späteren Klassifizierung) ->
logisches Symbol (wie + , = , )
arbiträr festgesetztes Zeichen, wie Abkürzung für kompliziertes Verhältnis zwischen den beiden Dingen
wenig Verbindung zu künstlerischem Gebrauch (sogar Protest durch Kant, solche Zeichen keine Bennennung als Symbol)

Verkehrszeichen, Schilder
rot, gelb, grün etc.: auch arbiträr, manchmal auch analogische Beziehung zu Bedeutung (z.B. Einbahnstraße)
symbolische Handlung oder Geste
Repräsentation größeren Zusammenhangs von Gefühlen, Ansichten, Handlungen
entweder als Ersatzfunktion analogisch zu verstehen (ich geb dir die Hand) oder las arbiträres zeichen (ich schüttle den Kopf) oder sogar synekdotisch oder metonymisch (die Besetzung einer fremden Botschaft = symbolische Besetzung des Landes)
sprachenspezifisch: du nkel, li cht
Lautmalerei auch sprachenspezifisch
symbolische oder sprechende Namen
solange keine allegorischen Namen (Adam & Eva, allegorische Namen Bezug auf Praetext, symbolische Bezug auf Geschichte und Handlung selbst, z.B. Tonio Kröger als Verbindung von Nord-Süd, Künstler-Bürger)
Blumen oft symbolische Namen
künstlerisches Symbol
kein bloßes Zeichen für etwas anderes, künstlerischer Wert
wichtig als Empirisches, reales Ding
"Es kann nicht mit dem ausgetauscht werden, was es symbolisiert, und nicht wie das X einer Gleichung durch seinen wirklichen Wert ersetzt werden. Denn es ist zugleich das, für das es steht, oder doch ein Teil von ihm ... zugleich aber ist es mehr und anderes, unbestimmt und nicht immer identifizierbar."
B Symbolismus
1) Entwicklung des Symbolismus (Auszüge von Andrej Belyj)
„Das Ende des 19. Jahrhunderts brachte eine Reihe neuer Fragen auf die Tagesordnung. Besonders radikal wurden jene Fragen gestellt, die mit Kunst, Moral und Religion verbunden sind.
Die Neubewertung der Schätze der jüngeren Vergangenheit drückte sich an der Oberfläche des literarischen Lebens in einer Revolte gegen den engen Materialismus und Naturalismus aus; genauer gesagt, handelte es sich um eine Revolte gegen die beschränkten Dogmen der naturalistischen Schulen. [...]
dieser Kunst gegenüber empfänglich bleibend, sind wir doch von dem Bewusstsein einer unüberwindlichen Grenze zwischen uns und der vergangenen Epoche beseelt; sie ist das Symbol einer Krise der Weltsicht [...]
Die heutige Kunst ist auf die Zukunft gerichtet, doch diese Zukunft zerfließt in uns; wir vernehmen in uns das Zittern des neuen Menschen; wir vernehmen in uns Tod und Zerfall; wir sind Leichen, die das alte Leben deuten, aber wir sind auch – noch nicht geboren zum neuen Leben; unsere Seele geht mit dem Zukünftigen schwanger: der Verfall und die Wiedergeburt bekämpfen sich in ihr.
[...] der Inhalt ihrer Symbole ist entweder der endgültige Sieg über den Tod der wiedergeborenen Menschheit, oder die undurchdringliche Finsternis, der Verfall, der Tod.
Und die besten Vertreter der zeitgenössischen Kunst sind entschlossene Verkünder des Lebens oder des Todes, die einen kämpfen mit dem Tod, die anderen mit dem Leben. Doch sowohl diese als auch jene hassen das glückselige Mittelmaß.
[...] Wir leben in einer Welt des Zwielichts, im grauen Halbdunkel in dem weder Licht, noch Finsternis herrschen; im sonnenlosen Tag oder nicht völlig schwarzer Nacht. [...] Indem er das absolute Leben oder den absoluten Tod hervorbringt, schafft der zeitgenössische Künstler das Symbol; das, was die Farben zu dick auftragen lässt, was zu nie da gewesenen Kombinationen des Lebendigen führt, ist gerade der kategorische Imperativ des Kampfes um die Zukunft (Tod oder Leben). Den Menschen des durchschnittlichen Erlebens erscheint eine solche Beziehung zur Wirklichkeit irreal; sie spüren nicht, dass die Frage nach dem »Sein oder Nichtsein der Menschheit« eine reale ist. Der innere Realismus fehlt ihrer Beziehung zum Leben; sie sind nicht in der Lage, in ihrer Seele die Stimme der Zukunft zu hören. Sie sind Illusionisten. [...] der Symbolismus betrachtet den Realismus der sichtbaren Umgebung als eine Widerspiegelung eines möglichen Absoluten. [...] Der Symbolismus vertieft entweder die Finsternis oder das Licht [...] Gleichermaßen verwandelt sich der Künstler im Symbolismus zu einer bestimmten Art von Krieger (für das Leben oder den Tod). Das mögliche Absolute ist lediglich deshalb nicht real, weil es Gründe gibt, die seiner Verwirklichung entgegenstehen. Der Künstler verwirklicht im Sinnbild die Ganzheit des Lebens oder des Todes; der Künstler kann nicht das Erscheinungsbild des Sichtbaren selbst verwandeln, weil nämlich in diesem Abbild Leben und Tod vereinigt sind; das verwandelte Abbild ist das Symbol. [...]
jedes Symbol ist eine Trias »abc«, wobei »a« die unteilbare schöpferische Einheit bildet, in der zwei Summanden verbunden sind (»b« das Abbild der Natur, das im Klang, in der Farbe, im Wort realisiert wurde, und »c« das Erleben, welches das Material der Klänge, Farben und Worte frei anordnet, damit dieses Material im ganzen das Erleben ausdrücken kann); hier ist Freiheit – aber keine Willkür. [...] »die Form des künstlerischen Schaffens ist untrennbar vom Inhalt« [...] die Kunst ist deshalb heute ein wichtiger Faktor der Rettung der Menschheit; der Künstler ist der Verkünder des Künftigen; sein Bekenntnis liegt nicht in den rationalistischen Dogmen, sondern im Ausdruck seines inneren »Ichs«; dieses »Ich« ist das Streben und der Weg in die Zukunft; er selbst ist das verhängnisvolle Symbol dessen, was uns bevorsteht. [...]
Die drei Grundformeln des Symbolismus sind folgende: der Symbolismus der heutigen Kunst lehnt den Realismus nicht ab, so wie er auch weder die Romantik, noch den Klassizismus ablehnt. Er unterstreicht nur, dass der Realismus, die Romantik und der Klassizismus eine dreigeteilte Erscheinung des einheitlichen Schaffensprinzips sind. In diesem Sinne ist jedes Kunstwerk symbolisch. [...] Alle drei verweisen auf eine tiefe Krise der Menschheit; alle drei sind Feinde des Kompromisses. [...] Alle drei verwandeln den Symbolismus der Beobachtung in einen Symbolismus der Tat. [...] In den Bildern der Kunst bekämpfen sich heute die führende Phalangen der Menschheit mit den Chimären des Todes, die sie umringen.
Die zeitgenössische symbolistische Strömung unterscheidet sich vom Symbolismus in jeglicher Kunst dadurch, dass sie an der Grenze zweier Epochen agiert: die Abenddämmerung der analytischen Periode tötet sie ab, die Morgendämmerung des neuen Tags haucht ihr Leben ein.
12. Juli 1909
von Andrej Belyj
2) Definition
Symbolismus (von griechisch symbolon: Zeichen, Kennzeichen)
im 19. Jahrhundert eine in ganz Europa verbreitete Richtung in Literatur und bildender Kunst (ca. 1885 – ca. 1910, von Frankreich ausgehend)
Gegenbewegung zum Vernunftkult der Aufklärung und künstlerischer Auffassung (Beschränkung auf Wiedergabe der sichtbaren Wirklichkeit)
Hauptanliegen: bilkünstlerische Umsetzung von fantasie, Traum, Vision, halluzination und Empfindungen (Bild 1)
Einführung 1886 durch französischen Neoklassizisten Jean Moréas
Ablehnung des Objektiven, Vorzug Subjektiven, Anwendung von direkter Darstellung der Wirklichkeit, Propaganda Synthese ihrer verschiedenen Aspekte
Ziel: suggerieren von Ideen durch vieldeutige, kraftvolle Symbole
Verbund v. religiösem Mystizismus mit Interesse am Perversen und Erotischen, das „Primitive“ mit verfeinertem und raffinierten Kult der Dekandez
hinter Dingwelt/gegnstand verbarg sich tieferer Sinn
Hauptthemen: Sünde, Leidenschaft, Tod, Krankheit, auch Salome mit all ihren Freudschen Implikationen der Frau die Mann zerstört (Bild extra)
Historischer Hintergrund: Weltweiter Imperialismus, Erster Weltkrieg (1914-1918)
3) Symbolismus in der Dichtung
Symbolismus Opposition zu anderen literarischen Strömungen der Zeit (Realismus, Naturalismus), die der mimetischen Kunstauffassungen der symbolistischen Konzeption zuwiderliefen
Verwerfung der strikt-systematisierenden Regeln der Verslehre und topischen Bildersprachenihrer Vorgänger
im deutschsprachigen Raum zentralen Vertreter: Stefan George, der junge Hugo von Hofmannsthal und Rainer Maria Rilke
Stefan George: ,Das Jahr der Seele", Nach der Lese
Komm in den totgesagten park und schau: Der schimmer ferner lächelnder gestade · Der reinen wolken unverhofftes blau Erhellt die weiher und die bunten pfade.
Dort nimm das tiefe gelb · das weiche grau Von birken und von buchs · der wind ist lau · Die späten rosen welkten noch nicht ganz · Erlese küsse sie und flicht den kranz ·
Vergiss auch diese letzten astern nicht · Den purpur um die ranken wilder reben Und auch was übrig blieb von grünem leben Verwinde leicht im herbstlichen gesicht.
4) Symolismus in der bildenden Kunst
ersten symbolistische Anregungen: französische Maler (z.B. Cécile Puvis de Chavannes, Gustave Moreau und Odilon Redon -> Bild 2), Zeichnungen oftmals Traumbilder, religiöse oder mythologische Themen
Paul Gauguin (Bild 3): Organisation der ersten Ausstellung der Symbolisten (1889-1890) bei Pariser Weltausstellung
beeinflusst von zeitgenössischen symbolistischen Dichtern: 1889 und 1900Entstehung von symbolistischen Arbeiten von Paul Sérusier, Maurice Denis, Pierre Bonnard und Édouard Vuillard (Gründung der Gruppe Nabis)
Dtschl.: Deutschland werden Hans von Marées, Max Klinger und Franz von Stuck
Österreich: Gustav Klimt (Bild 4)
Schweiz: Arnold Böcklin,Ferdinand Hodler
Symbolismus: starke Beeinflussung auf Fauvismus, Expressionismus und Surrealismus durch subjektiven Auffassung von Malerei und traumhaft-visionären/märchenhaft-beschwörenden, Tod und Eros thematisierenden Motivik (Bild 5)
Versuch vieler Symbolisten: Thematik antiillusionistisch, Etablierung gegen die gängige Zentralperspektive und gegen Wahrnehmungsmuster rebellierende Formauffassung, die nicht zuletzt Farblichkeit und Flächigkeit der Bildkomposition ins Zentrum rückte
C Paul Gauguin
1) Lebenslauf
Bild 6
7. Juni 1848 geburt in Paris
Vater Arbeit bei Zeitung "National"
1851 Familie Gauguin nach Peru; Vater überlebte die Reise nicht
1855 Rückkehr nach Frankreich
Reise Paul geprägt, wollte Matrose werden, wurde es auch.
durch Bekannten: Stelle als Gehilfe des Börsenmaklers Bertin
gemeinsame Besuche des Louvre, Kunstausstellungen, zeichnen
Durch Börsenspekulation: Geld: Leben ohne Sorgen, Kauf impressionistischer Bilder
1873: Heirat Dänin Sophie Glad, fünf Kinder
Beitritt in Académie Colarossi, um besser malen zu lernen
1874 entscheidende Begegnung mit Camille Pissarro
1876, 1880, 1881, 1882 und 1886: Beteiligung an Ausstellungen der Impressionisten
1883: Kündigung Beruf -> Aufgabe bürgerlicher Existenz zur volkommenen Widmung der Malerei
1885: Frau zurück nach Dänemark, Gauguin mit Sohn Clovis zurück nach Frankreich, Leben in ärmlichen Verhältnissen
1886 bis 1891 Leben hauptsächlich in Bretagne (abgesehen von Reise nach Panamá und Martinique von 1887 bis 1888) -> zur zentralen Figur einer Gruppe experimenteller Maler der Schule von Pont-Aven
unter dem Einfluss von Émile Bernard Abrücken von Impressionismus, Beginn von großflächig strukturierten Bildern in leuchtenden Farben
Anregung auch durch Kunst der Naturvölker und Traditionen japanischen Holzschnittes
1888 Besuch Vincent van Goghs in Arles: machte aufmerksam auf Japaner (zwei Monate Zusammenarbeit angeblich Auslöser für )
Charakteristisch für Gauguins neue Malweise: Der gelbe Christus (1889, Albright-Knox Gallery, Buffalo, New York)
1889 Pariser Weltausstellung
Pläne Reise nach Madagaskar oder Tong King, gab sie auf
1891: abgestoßen von westlicher Zivilisation und auf Suche nach archaischer Lebensweise nach Tahiti
1894 Rückkehr nach Frankreich zur Ausstellung
während der Zeit in Schlägerei verwickelt, am Bein verletzt, Wunde heilte nie mehr richtig -> Rückkehr nach Tahiti
materielle Probleme, doch Eingeborenen nahmen ihn als einen der ihrigen auf (lebte mit einem tahitischen Mädchen zusammen)
mit der Zeit: Bildern tahitische Namen
Steigerung ausdrucksvollen Farbgebung seiner Bilder, Darstellung zumeist Motive der polynesischen Mythologie und des dortigen Alltagslebens, wie Frauen auf Tahiti (1891, Louvre, Paris), Am Strand (1891, Musée d’Orsay, Paris) oder Der Geist der Toten begleitet Dich (1892, Albright-Knox Art Gallery, New York Bild 7)
sein Meisterwerk: monumentale Allegorie Woher kommen wir? Was sind wir? Wo gehen wir hin? (1897, Museum of Fine Arts, Boston), Entstehung kurz vor einem fehlgeschlagenen Suizidversuch
starke Schwächung durch Syphilisererkrankung und Alkoholgenuss
1899: Schwierigkeiten mit der Kolonialbehürde -> Auswanderung nach Marquesas
schützte Eingeborene -> Anzeige durch Gendarm -> Verurteilung zu drei Monaten Haft
bescheidenes Gehalt seines Pariser Kunsthändlers Sicherung seinen Lebensunterhalt bis zu Tod am 9. Mai 1903 in Atuona (Hivaoa, Marquesas)
Gauguins kühne Farbexperimente anregende Wirkung auf kommende Künstlerschulen und Generationen, vornehmlich auf Nabis, die Symbolisten, die Fauvisten und Expressionisten
zahlreiche Werke Edvard Munchs deutlich das Vorbild Gauguins
2) Interpretationen
Paul Gauguin "Ta Matete(Auf dem Markt)" (1892) Bild 8 Material: Fasernetz, Öl
Maße: 73 cm x 92 cm
Bildbeschreibung

Marktszene in Tahiti
Vordergrund (mehr als die Hälfte des Bildes): sechs dunkelhäutigen Frauen und davor liegenden rot-grünen Blumenbeet
fünf Frauen auf grüner Holzbank
Bildzentrum (nicht das geometrische): die einzige sitzende Frau im hellblauen Gewand, direkter Blick auf Betrachter
rechts neben ihr: ebenfalls sitzend rot und gelb gekleidete Frau (Unterhaltung)
links von ihr: zwei Frauen in dunkelgrünen Kleidern, Aufmerksamkeit auf Etwas links außerhalb des Bildes
beide Frauen als Schmuck Blumenkranz in Haaren
gelbgekleidete Frau Haare zusammen, andere offen
Beine der Frauen angewinkelt, Richtung links
Schatten im Vordergrund, im Hintergrund nicht
keine Schuhe (üblich in Tahiti)
rechts im Vordergrund stehende Frau mit blaugrünem Oberteil (über Schultern hängend) und langer, rotbrauner Rock mit gelbem Muster
Hintergrund: blaue Blumen, rot-grüne Sträucher, Meer, Himmel, sowie zwei Männern
kleiner Weg zum blauen Meer als kleiner Ausschnitt unterhalb des gelbweißen Himmels
Männer in blauweißen Badehose tragen zwei Fische auf Spieß (einzigen Personen in Bewegung, nach rechts)
Gesicht vorderen Mannes durch Baumstamm verdeckt
Bild Ausstrahlung von Ruhe
hauptsächlich kalte Farben bei Personen
Komposition
Bild aus großen Flächen, runde sowie gerade Formen
menschlichen Körper größtenteils abgerundet
Bäume gerade, vertikale Flächen
weitere vertikale Flächen oder Linien: Menschen und Fische
horizontale Flächen bzw. Linien: Spieß und Meer
Flächen überschneiden sich nicht sehr häufig
dominierende Elemente: Frauen auf der grünen Bank
ähnliche Haltungen: Beine immer angewinkelt, eine Hand stützt sich auf die Bank, die andere ist nach oben angewinkelt
Hierarchie: zuerst die Menschen, dann die Objekte und zuletzt die Pflanzen
Räumlichkeit
keine Linear- oder Farbperspektive, die Bank jedoch dreidimensionale Form (aber nicht überzeugend)
hinteren Objekte sind nur kleiner gezeichnet
Größen der Formen abhängig von ihrer Entfernung
nicht sehr viele Überschneidungen
Licht von oben links (Erkennung am Schatten der Bank und der Menschen, Menschen keine Schatten auf die Bank, Bank immer die selbe Farbe)
Bild wirkt sehr wenig plastisch (großen gleichfarbigen Flächen verhindern diesen Eindruck)
Farbauftrag
Farbauftrag deckend und an manchen Stellen lasierend
Farben
sehr bunt, Arbeit mit Grundfarben, Farben eher hell und warm und quantitativ
nebenbei: Probleme beim Auftreiben der Farben für Maler auf Tahiti
Politische, geistige und soziale Lage
Höhepunkt des Imperialismus und des Kolonialismus (British Empire)
„Überlegenheit der Weißen Rasse“
industrielle Revolution -> starke innenpolitische und soziale Spannungen: Imperialismus lenkte nach außen ab
unterworfene Kolonialbevölkerung ermöglichte Erhöhung des Lebensstandards der Arbeiter
Besetzung Afrikas durch die europäischen Mächte
alle Spannungen, Konflikte und Wettlauf nach Kolonien -> Erster Weltkrieg
Entstehungsgeschichte
auf Tahiti
keinen eigentlichen Auftragsgeber (freiwillig)
wegen der materiellen Not auf Fasernetz
Interpretation
Ausdruck von Freude, Unterhaltung und harmonische Gemeinsamkeit
wirkt ruhig, friedliche, harmonische Szene auf einem Platz
Natur nimmt großen Platz im Bild ein
alle schwarz als Ausdruck für Absicht zu zeigen, dass auch Schwarze freudig, unterhaltend und kräftig sind, sollen akzeptiert werden, nicht immer als Sünder, sind friedlich
"Erklären bedeutet in der Malerei nicht dasselbe wie beschreiben. Darum ziehe ich eine suggestive Farbe den Formen vor und in der Komposition das Gleichnis einem gemalten Roman." (Gauguin)
Vision nach der Predigt/Jakob ringt mit dem Engel (1888) 73 x 92 cm Bild 9
Entstehung zwei Jahre vor Reise nach Tahiti, jedoch so wie Südseegemälde
Darstellung einer Predigt mit alttestamentarischen Thema „Jakob ringt mit dem Engel“
Religion Ausübung exotische Faszination auf Gauguin, obwohl deren Betrachtung nur als Außenseiter
sieht Jakob bei Sonnenaufgang mit übernatürlichem Gegner, der Namen verraten soll
Gauguin spürte Ablehnung des Übernatürlichen , auch er kämpfte mit Dämon/Engel zur Findung seiner wahren Identität
Jetzt seid ihr dran! Wichtigsten Elemente...
Jakob und der Engel? Die zwei hälften der Leinwand? Der betende Priester komplizierte Komposition: Anregung durch Ringerstudie des jap. Meisters Katsushika Hokusai
Kampf in luftleerem und schattenlosen Raum (Kämpfer ohne Bezug zur Welt, scheinen zu schweben) absolute Gegensätze: strahlendes Rot gegen schimmerndes Weiß, eine Gruppe von Frauen und einzelner mann (Priester), Gewalt und Meditation, verhüllende Kleidung und nackte Gesichter
mächtiger Baumstamm teilt Bild diagonal in zwei separate Hälften: reale Welt links (einfach bretonischen Frauen und streunedne Kuh), imaginierte Welt rechts: Kamp zwischen Engel und Mann
selbstverständlich Sieg Jakobs, Gauguin geht davon aus, dass Zuschauer das wissen kein wirklicher Kampf (Erkennen an niedergeschlagenen Augen der Frauen und des Priesters)
Kampf auf Leben und Tod nur in Phantasie
Frauen stehen sehr dicht, sehen nur über Hauben hinweg Vision

Nähe zu Teilnehmern
große Bereiche des Bildes völlig ebene Farbflächen, nur gerundeten Hauben dreidimensional -> wirken schwer plastisch
zum Schluss Bild Gauguins: Bild 10
D Zusammenfassung
1) Was versteht ihr nun unter dem Begriff Symbolismus?

2) Quellen:
Du Mont’s Lexikon Bildende Kunst
Duden Schülerduden Kunst
Lexikon der Kunst (Karl Müller Verlag)

Encarta Enzyklopädie 2002
Internet (sämtliche Ergebnisse bei der Suchanfrage „symbolismus“ bei Google.de, u.a. http://www.datacomm.ch/tgschwind/talks/tamatete.html u.v.m)
3) Fragen?
Inhalt
Ausführliches Kunstreferat zum Thema "Symbolismus"

1) Symbolbegriff
2) Symboltypen
3) Symbolismus in der Dichtung
4) Symolismus in der bildenden Kunst
5) C Paul Gauguin - Biographie & Interpretationen (2725 Wörter)
Hochgeladen
15.11.2004 von unbekannt
Schlagwörter
Kunst | Refrat | Symbolismus | Symbolbegriff | Symboltypen | Entwicklung des Symbolismus | Definition | Symbolismus in der Dichtung | Symbolismus in der bildenden Kunst | Paul Gauguin Lebenslauf u. Interpretationen
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