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Referat: Frida Kahlo - Die Malerin des Schmerzes

Alles zu Kahlo, Frida

Frida Kahlo- Malerin der Schmerzen



Einleitung
Magdalena Carmen Frida Kahlo Y Calderón, so Frida Kahlos voller Name, wurde am 6. Juli 1907 in Coyocán (einem Vorort von Mexiko City) als dritte Tochter von Guillermo und Matilde Kahlo geboren. Später gab sie 1910 als Geburtsjahr an, dass Jahr der mexikanischen Revolution, der sie ein Leben lang die Treue hielt. Frida wollte gleich mit dem modernen Mexiko geboren sein. In ihrem Geburtshaus, dem so genannten Blauen Haus, dass sie zeitweise gemeinsam mit dem berühmten mexikanischen Maler Diego Rivera bewohnte (Frida heiratete ihn im Jahre 1929) und gleichzeitig als Atelier nutzte, befindet sich heute das Museo Frida Kahlo. Mit sechs Jahren erlitt Frida Kahlo Kinderlähmung, die sie mehrere Monate ans Bett fesselte, sie Krankheit verursachte eine bleibende Verkrümmung des rechten Fußes. 1923 wird sie in das Gymnasium Escuela Nacional Preparatoria eingeschult, nimmt zwei Jahre später Graphikunterricht bei dem Künstler Fernando Fernandéz, sie setzt sich intensivst mit der Malerei auseinander und beobachtet Diego Rivera in der Schulaula, während er das Wandbild Die Schöpfung malt. Das weitere Leben der mexikanischen Malerin wurde dominiert von psychischen wie auch physischen Schmerzen, diesen verarbeitete sie, indem sie sich der Malerei zuwandte. Allerdings geschah ihre Zuwendung nicht aus einer willkürlichen Laune heraus, diese Leidenschaft rührte von einem Erlebnis, dass wohl einen Großteil ihrer Persönlichkeit formte und den Fortlauf ihres Lebens erheblich prägte.
Durch ein Busunglück zur Malerei
Am 17. September 1925 wird die Gymnasiastin bei einem Busunglück so schwer verletzt (Ein Trambahnzug fuhr in einen leicht hölzernen Omnibus), dass sie für den Rest ihres Lebens behindert bleibt und unter ständigen Schmerzen leidet. Zahlreiche Operationen, langfristige Krankenhausaufenthalte, Monate in Stahl- und Gipskorsetts, mehrere Fehlgeburten, und die allzu späte Amputation des rechten Beins sind die Folgen des Unfalls. Erneut ist Frida monatelang ans Bett gefesselt, um ihr dieses Schicksal so erträglich wie möglich zu machen, ließ ihre Mutter eine Staffelei für das Bett anfertigen, so das sie wenigstens auf dem Rücken liegend malen konnte. Durch dieses tragische Busunglück fand sie ihre Leidenschaft: Die Malerei, denn sie selbst als sie wieder aufstehen und mit Hilfe eines Spezialkorsetts laufen darf, bleibt sie fest bei der Malerei. Fridas erstes Selbstporträt (eigentlich ihr erstes ernstzunehmendes Gemälde) war ein Geschenk für ihren Verlobten Alejandro, mit dem sie versuchte, seine Gunst zurück zu gewinnen, als sich bereits im Jahre 1926 ein Ende ihrer Liebe anbahnte, bevor es zwei Jahre später zum endgültigen Bruch kam.

Diego Rivera
1928 lernte Frida die Fotografin Tina Modotti kennen, durch sie kam sie mit linkspolitischen Literaten in Berührung und tritt der Kommunistischen Partei bei. Durch den Beitritt lernte sie ebenfalls ihren zukünftigen Ehemann Diego Rivera kennen, den sie auch noch im selben Jahr um eine ernsthafte Beurteilung ihrer Gemälde bat. Rivera zeigte sich von Anfang an äußerst begeistert. Ihr Beitritt in die Kommunistische Partei unterstreicht ihr lebenslanges Engagement und Interesse für die Politik, dass sie zweifellos mit Rivera gemeinsam hatte. Am 1. August 1929 läuteten die Hochzeitsglocken für Frida und den berühmten mexikanischen Künstler, der zu diesem Zeitpunkt 42 Jahre alt ist. Dem Exzentriker, der es liebte, durch haarsträubende Geschichten und schockierende Verhaltensweisen seine Mitmenschen aus der Fassung zu bringen, lagen die Frauen zu Füßen. Rivera war alles andere als treu und Frida war anfangs noch bereit ihm die ersten Seitensprünge zu verzeihen.
Das Henry Ford Hospital und die Stilwandlung
Im Jahre 1930 erlitt sie die erste Reihe von Fehlgeburten, ihr gesamtes Leben leidet durch ihre Kinderlosigkeit, denn sie wünschte sich nichts sehnlicher als ein Kind mit ihrem Ehemann. Diesen starken Wunsch untermauerte sie auch noch durch ihre Gemälde, die in dieser Zeit natürlich die Fehlgeburten als Hauptthema beinhalteten. Als Synonym für die Zeit der Fehlgeburten lässt sich ihr Gemälde Henry Ford Hospital (1932) anführen, denn 1932 verbringt sie mit ihrem Mann einen mehrmonatigen Aufenthalt in Detroit Rivera arbeitete dort an einem Wandbild) und erleidet dort eine erneute Fehlgeburt im Henry Ford Hospital. Es erfolgte eine Stilwandlung in ihrer Malerei, die für sie nur allzu typisch werden sollte, dieser phantasievolle und surrealistisch- ähnliche Stil war fortan nicht wegzudenkender Bestandteil ihrer Malerei, denn Henry Ford Hospital war düsterer und wirkte schockierender als sämtliche Arbeiten, die Frida vor diesem Ereignis angefertigt hatte. Surrealistische Künstler lobten ihre und sie wurde auch für eine Surrealistin gehalten, die mexikanische Künstlerin sah das allerdings völlig anders und beteuerte selbst: „Man hielt mich für eine Surrealistin. Das ist nicht richtig. Ich habe niemals Träume gemalt. Was ich dargestellt habe, war meine Wirklichkeit.“ Ihr Stil war einfach, die fantastischen Gebilde und die düsteren Themen kennzeichneten den persönlichen Ausdruck ihrer Gemälde. Diese drückten immer wieder den Schmerz aus, den sie in jeglicher Hinsicht durchzustehen hatte und andererseits drückten sie aber auch wieder Kraft und Willen aus, sich nicht unterkriegen zu lassen. Ein weiteres Gemälde mit dem Titel Selbstbildnis auf der Grenze zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten drückte sie ihre Liebe und Sehnsucht nach ihrer Heimat aus und übte Kritik am Gastland. Das Tragen von farbenfrohen mexikanischen Trachten, präkolumbianischen Schmuck war ein weiterer Aspekt ihres Stil, ihres Lebensstils.
Die Rückkehr nach Mexiko , die Trennung von Diego sowie das Asyl für Trotzki
1933 erfolgt die lang ersehnte Rückkehr von Frida nach Mexiko. 1935 setzt Frida kompromisslos Prioritäten, in dem sie sich von Rivera trennt. Die Tatsache, dass Diego sie mit ihrer Schwester Cristina betrogen hatte, stürzte sie in eine weitere Krise, denn in dieser Zeit malte die Künstlerin überhaupt nicht. Trotz der Trennung bleiben sie aber weiterhin verheiratet. Diegos Seitensprünge schreckt Frida in keinster Weise davon ab, selber fremd zu gehen. Im Januar 1937 nehmen Rivera und Frida gemeinsam, gemäß ihres starken Engagements und ihrer politischen Gesinnung, den Politiker und Revolutionär Leo Trotzki und seine Frau Natalia unter ihre Obhut und geben ihm Asyl, Trotzki wurde 1929 aus der UdSSR ausgewiesen, unterlag im Machtkampf gegen Stalin und wurde von einem Agenten der sowjetischen Geheimpolizei in Mexiko später ermordet. Sie begann während des Aufenthaltes von Trotzki im Blauen Haus eine leidenschaftliche Affäre mit ihm. Trotzki war nur einer ihrer Liebhaber, weitere sind der Bildhauer Isamu Noguchi oder der Fotograf Nicholas Murray. 1938 verkaufte Frida erstmals Bilder, vom 25. Oktober bis zum 14. November hat sie ihre erste Einzelausstellung in New York, 1939 reiste sie weiter nach Europa und dort wurde eine weitere Ausstellung ihrer Bilder vermittelt. Im selben Jahr wird auch noch die Ehe Rivera/Kahlo geschieden, sie verlebt den Rest ihres Lebens im blauen Haus und verlässt San Angel, wo Rivera zwei separate Häuser hatte bauen lassen, als die beiden nach Mexiko zurückkehrten. In diesem Jahr fertigte die Kahlo auch eines ihrer wohl berühmtesten Bilder: Die zwei Fridas: Ihr indianisches und spanisches Ich sind durch Hände und Blutkreislauf verbunden. Das Blut steigt aus einem kleinen Medaillon in der Hand der indianischen Frida, dass Diego als Kind zeigt und wird hinübergepumpt zur anderen Frida, die versucht, die Arterie mit einer Operationsklammer zu verschließen. Dies misslingt, die Blutstropfen mischen sich mit dem Blümchenmuster auf ihrem Kleid. Dieses Gemälde war ein weiteres Indiz für ihre traditionelle Verbundenheit, ihre tiefe Zuneigung und Liebe zu Diego, trotz der Scheidung von ihm. Sie flüchtet sich in den Alkohol und ihre Gesundheit verschlechtert zunehmend. In dieser Krise schneidet sie sich ihr Haar ab und hält auch dies mit einem Gemälde fest: Selbstbildnis mit abgeschnittenem Haar.
Weitere Ausstellungen und die zweite Hochzeit mit Diego Rivera
Weitere Ausstellungen folgten, ein Highlight für Frida bestand in der Surrealistenausstellung in ihrem Heimatland. Sie hegte ein Leben lang den Traum von einer Ausstellung in ihrem Heimatland. Sie erhielt vor allem in den USA zunehmende Anerkennung als eigenständige Malerin, die nun nicht mehr im Schatten von ihrem Ehemann stand, obwohl sie von sich aus nie mit ihm konkurriert hatte. Am 8. Dezember 1940 heirateten Frida und Rivera ein zweites Mal, bewahrten sich doch weitgehende Unabhängigkeit, immer wieder folgten Trennungen und Versöhnungen, da beide nicht treu bleiben konnten oder wollten. Im Laufe der Jahre verschlechtert sich Fridas Gesundheit und sie muss in jeglicher Hinsicht etwas kürzer treten. Die gebrochene Säule reflektiert ihren Gesundheitszustand nur allzu gut: Als ihre Konstitution immer schwächer wurde, musste sie fünf Monate ein Stahlkorsett tragen. „Zu hoffen, die Angst zu unterdrücken, die zerbrochene Säule, der lange schreckliche Blick, ohne gehen zu können auf dem breiten Weg… mein Leben zu bewegen, das aus Stahl geformt ist“, schreibt sie in ihr Tagebuch. Auch eine Wirbeloperation im Jahre 1946 bringt keine spürbare Erleichterung, Frida greift zu Drogen.

Die letzten Jahre
1950 folgte noch einmal ein einjähriger Krankenhausaufenthalt in Mexiko City, betäubt von den Medikamenten, die sie dort verabreicht bekommt, damit sie die Schmerzen ertragen kann. Nach ihrer Entlassung bleibt sie geschwächt und pflegebedürftig. 1952 erfolgt noch einmal ein Stilwandel, der allerdings mehr zwangsweise von statten ging: Unter dem Einfluss von Drogen und Alkohol wurden ihre Bilder immer wilder, chaotischer und unsorgfältiger, sie vereinsamte förmlich. Als letztes großes und positives Ereignis ist ihre erste Einzelaufstellung in Mexiko zu werten, an deren Eröffnung die schwerkranke Frida in ihrem Himmelbett teilnimmt. Erneut erfolgt ein herber Rückschlag in diesem Jahr: Die Amputation des rechten Fußes, Frida erholt sich nicht mehr von diesem psychologischen Schock und verliert körperlich und geistig immer mehr die Kontrolle über sich, die Drogenabhängigkeit erreicht ihren Höhepunkt. Am 13. Juli 1954 stirbt die Kahlo 47jährig in ihrem Geburtshaus, dem Blauen Haus.
„Trotz all ihrer Schicksalsschläge kann man dennoch sagen: Im Grunde gab es nur zwei Körperteile, die Frida Kahlo nie im Stich gelassen haben- ihr Kopf und ihre Hände.“

Der Stil der Frida Kahlo
Sie besaß einen simplen Stil und machte sich selbst zum Hauptthema ihrer Kunst, eventuell gerade ein Aspekt, der diese Künstlerin und ihre Gemälde so interessant macht. In ihrer Kunst spiegeln sich Erfahrungen, Träume, Phantasien, Ängste und ihre Hoffnungen wider. In ihrem Werk nimmt das Selbstporträt eine außergewöhnliche Position ein, und auch wenn sie dieses häufig als Stilmittel verwendet, stellt Frida Kahlo nicht ihre Leiden und sich selbst in den Vordergrund, sondern die Tatsache, dass ihre Leiden für alle Menschen allgemeingültig sind. Was sie mit ihren Bildern ausdrückt, betrifft uns alle, jeder Mensch, und man muss kein Künstler sein, um ihr Leid durchleben zu können. Sie hat die Realität gemalt, völlig schonungslos für sich und ihre Betrachter dargelegt. Mit ihren Bildern erzählt sie ihre Lebensgeschichte- allerdings auf ihre Art. Frida Kahlo orientierte sich auch sehr stark an volkstümlicher Kunst, und wie viele dieser volkstümlichen Künstler scherte sie sich weniger um die Proportionen und die Perspektive eines Bildes, sondern bemühte sich vielmehr um die Ausarbeitung der Details, die Gemälde so unverwechselbar machen. Man hat se die Malerin des Schmerzes genannt, dabei ging es ihr nicht um das erwecken von Mitleid, sondern um das Verständnis des Leidens. Für sie war das Malen eine Therapie^, eine Möglichkeit mit ihrem Schmerz umzugehen und die Kontrolle über ihren zerstörten Körper zu wahren. Sie ließ sich von ihrem Schicksal keineswegs unterkriegen, denn so schrieb sie selbst: „Alles ist und bewegt sich nach einem einzigen Gesetz: dem Leben…“

Quellenverzeichnis:

Bücher:
Frida Kahlo – Meisterwerke
von Keto von Weberer
erschienen
im Schirmer/Mosel Verlag
Frida Kahlo – Ein leidenschaftliches Leben
von Hayden Herrera
Erschienen
Im Knaur Verlag

Internet:
www.dykeworld.de/infos/besondere_frauen/kahlo.php
www.fembio.de
www.powercat.de/ptraits/frida.html
www.dieterwunderlich.de/Kahlo.htm
Zur Vertiefung der Materie diente der Film Frida in der Hauptrolle mit Salma Hayek.

Inhaltsverzeichnis:
Frida Kahlo- Die Malerin der Schmerzen
Einleitung
Durch ein Busunglück zur Malerei
Diego Rivera
Das Henry Ford Hospital und die Stilwandlung
Die Rückkehr nach Mexiko, die Trennung von Diego, sowie das Asyl für Trotzki
Weitere Ausstellungen und die zweite Hochzeit mit Diego Rivera
Die letzten Jahre
Der Stil der Frida Kahlo
Zitat aus: Frida Kahlo- Meisterwerke ,von Keto von Waberer, erschienen Schirmer/Mosel Verlag
Zitat aus: Frida Kahlo- Meisterwerke ,von Keto von Waberer, erschienen Schirmer/Mosel Verlag
Zitat von: www.fembio.de
Zitat aus: Frida Kahlo- Meisterwerke ,von Keto von Waberer, erschienen Schirmer/Mosel Verlag
Inhalt
Kurzreferat zu Frida Kahlo mit Stellungnahme zu ihren wichtigsten Werken.

Gliederung:
1. Einleitung
2. Durch ein Busunglück zur Malerei
3. Diego Rivera
4. Das Henry Ford Hospital und die Stilwandlung
5. Die Rückkehr nach Mexiko, die Trennung von Diego, sowie das Asyl für Trotzki
6. Weitere Ausstellungen und die zweite Hochzeit mit Diego Rivera
7. Die letzten Jahre
8. Der Stil der Frida Kahlo (1936 Wörter)
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23.09.2004 von unbekannt
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