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Referat: Kaspar Hauser

Alles zu Modelle, Psychoanalysen und wichtige Personen

Gemeinschaftskunde



Referat zum Thema:
Kaspar Hauser
Klasse: …
Kursleiter: …
Vortragsdatum: …
Verfasser: …
Inhaltsangabe
1. Vorwort
2. Das Erscheinen und Leben des Kaspar Hauser
3. Gefangenschaft und Wiedereingliederung in die
Gesellschaft
4. Folgen der dauerhaften Isolation
5. Herkunftstheorien
6. Neue Erkenntnisse durch DNA-Forschung
7. Kaspar Hauser Versuche
7.1. Kaspar Hauser Tierversuche
7.1.1. Versuch Nr.1: Eichhörnchen
7.1.2. Versuch Nr.2: Lachmöwen
7.1.3. Versuch Nr.3: Buchfinken
7.2. Kaspar Hauser Menschenversuche

1. Vorwort
„HIC JACET CASPARUS HAUSER AENIGMA SUI TEMPORIS IGNOTA NATIVITAS OCCULTA MORS“. « Hier ruht Kaspar Hauser- Ein Rätsel seiner Zeit, unbekannt die Herkunft, mysteriös sein Tod » steht auf dem Grabstein des unbekannten Findlings im Ansbacher Satdtfriedhof.
Was macht diese historische Persönlichkeit so interessant, dass ihr zahlreiche Bücher, Filme, ein Ballett und sogar Dichtungen weltbekannter Autoren (u.a. S.George, G.Trakl, R.M.Rilke) gewidmet sind? In diesem Referat soll ein Einblick in das Leben von Kaspar Hauser und seinen Herkunftstheorien verschafft werden, verbunden mit neuesten Erkenntnissen aus der DNA- Forschung. Zum Abschluss wollen wir aber auch auf den biologischen Begriff des Kaspar-Hausers eingehen und stellen dazu einige Versuche dar.
2. Das Erscheinen und Leben des Kaspar Hauser
Am Pfingstmontag, dem 26. Mai 1828 erscheint ein Unbekannter von etwa 17 Jahren um 4 Uhr nachmittags auf dem Unschlittplatz in Nürnberg. Bekleidet ist er mit "einer Jacke von grauem Tuch, desgleichen langen Beinkleidern, einer Weste von gestreiftem Zeug, kurzen Stiefeln und einem Herrenhut auf dem Kopf".
Wie überliefert ist, kann er anfangs weder normal sprechen noch laufen und so fällt er zwei zufällig vorbeikommenden Schustern geradezu in die Arme. Schuhmacher Weickmann schafft ihn auf die nächste Wache.
Mit sich führt der Findling einen Brief. Er ist an den Rittmeister Friedrich von Wessning adressiert. Der Inhalt besagt, dass der Junge bei ihm in die Lehre gehen und Soldat werden solle. "Ich schmücke ihnen einen Knaben, der möchte seinen König getreu dienen…" schreibt der unbekannte Autor, angeblich ein Tagelöhner, der den ausgesetzten Jungen aufgenommen haben soll. Ein sogenannter "Mägdleinzettel" von der Mutter, der dem Brief widerspricht und 16 Jahre eher verfasst sein soll, wurde auch gefunden. Nachweislich zeugen die Schriftstücke jedoch von der gleichen Handschrift und von der gleichen Tinte. Seine Geburt ist mit dem 30. April 1812 datiert, danach sei der Knabe ausgesetzt und dem Tagelöhner vor die Tür gesetzt worden. Getauft sei er schon, doch die Mutter habe nach dem Tod des Vaters kein Geld für die Ernährung des Kindes gehabt. Die Beamten wissen nichts mit dem Jüngling anzufangen und schaffen ihn zu dem Rittmeister, an den der Brief geschrieben ist. Als ihm von einem freundlichen Stallburschen Fleisch und Bier gereicht wird, will er dieses nicht essen und speit es aus sobald es seinen Mund berührt hat. Brot und Wasser verschlingt er mit Gier.
Daraus ist zu schlussfolgern, dass der Unbekannte in Isolation bei Wasser und Brot gelebt hat. Seine Abwendung gegen das Sonnenlicht begründet die sicher geglaubte Annahme, der Junge sei in einem Kerker gehalten worden, ohne menschlichen Kontakt und bei völliger Dunkelheit.
Als der Rittmeister erscheint, hält er den Burschen schließlich für einen betrunkenen Bauern und bringt ihn ärgerlich auf die Polizeiwache. Mit dem Polizeiverhör beginnt sein sogenannter "Marterweg". Mit weinerlichem Ton antwortet der junge Mann immer mit denselben, ihm vorher eingebläuten Vokabeln auf die Fragen, die er nicht versteht. „Ä sechtene Reutä möcht i wähn wie mei Vottä wähn is” („Ein solcher Reiter möchte ich werden, wie mein Vater einer gewesen ist”). Er zeigt auf seine blutigen Stiefel, das Mitgefühl der anwesenden Beamten wird ihm langsam zuteil. Sein Benehmen ist wie das eines Zwei- oder Dreijährigen und man fragt sich, ob in dem Jüngling ein Betrunkener, ein Wahnsinniger oder ein bäuerlicher Betrüger stecke. Als er ein Blatt Papier und Tinte gereicht bekommt, schreibt er den Namenszug Kaspar Hauser.
Amtlich heißt er nun Kaspar Hauser, Im Allgemeinen wird jedoch der Theorie widersprochen: der Findling habe den Namen zwar geschrieben, aber der Vorname gehe aus dem Brief hervor und den Nachname habe sich ein "einfallsreicher, junger Polizist" überlegt. Diese Darlegung scheint allerdings höchst fragwürdig. Sicher ist wiederum, dass er wie ein Polizeisträfling in den Turm des Vester Tors gebracht wird, da die Polizisten keine Verwendung für ihn haben.
Schnell hat sich in Nürnberg die Geschichte des halb erwachsenen Findlings herumgesprochen, wodurch er zu einer regelrechten Attraktion wird. Man verspottet und piesackt ihn. Seelisch und körperlich geht er nahezu kaputt. Er wird von früh bis abends vorgeführt und angeschrieen aber auch bedauert. Insgesamt dreimal vernimmt ihn der Nürnberger Bürgermeister Jakob Friedrich Binder. Der Bedeutung des Ereignisses bewusst, besucht sogar der Präsident am Appellationsgericht in Ansbach und späterer Förderer Hausers, Anselm Ritter von Feuerbach den Burschen im Turmgefängnis. Die Gerüchte um die Herkunft des Findlings, die sich bis in die Gegenwart fortsetzen, beginnen. Die Zeitungen verbreiten die Geschichte Kaspar Hausers, untermauert mit Gerüchten und Unwahrheiten im ganzen Land. Um Sprache und Verhaltensweisen zu erlernen, erhält Hauser einen Lehrer, Professor Georg Friedrich Daumer. Seine „Behutsamkeit und zweckvolle Geduld“ tun dem Findling gut. Der Professor vergisst sogar eigene Studien über der Beschäftigung mit dem rätselhaften Menschen. Auf Anraten des Präsidenten besinnt sich Daumer schließlich, Kaspar aufzunehmen, was am 18. Juli 1828 auch geschieht.
Dass Kaspar Hauser bis zum Auftauchen in Nürnberg in völliger Isolation gefangen gehalten wurde, ist außer Zweifel. Der Jüngling schrieb selbst seine Erfahrungen und Erinnerungen auf, aus denen sich ein in sich schlüssiges Bild formen lässt. Er lebte in totaler Stille in einem schmalen Kerker, in den nur ein kleiner Sonnenstrahl hindurch drang, so dass er Tag und Nacht unterscheiden konnte. Seine Ernährung bestand lediglich aus Brot und Wasser, in der ersten Zeit in Nürnberg konnte er bekanntlich nichts anderes essen. Als er morgens erwachte standen diese Grundnahrungsmittel schon am Strohlager, an dem der Jüngling sitzend angekettet war. Gelegentlich fand er sich morgens neu bekleidet, Haare und Nägel waren geschnitten und die Haut gereinigt, nachdem er mit Opium ruhig gestellt worden war. Einziger "Kamerad" war ein weißes Holzpferdchen, welches sich auf Rädern hin und her schieben ließ. Dieses Pferdchen sollte sein Versteck am 29. Juli 1924 enthüllen.
Bei Renovierungsarbeiten am Schloss Pilsach wurde nämlich, genau jenes Schaukelpferd, das von Kaspar Hauser beschrieben wurde gefunden, außerdem trug er ein Hemd mit dem Buchstaben G. darauf, was auf Freiherr Karl von Grinsbeck hindeutet, der zu diesem Zeitpunkt das Schloss besaß.
„Am 14. Dezember 1833 wurde Hauser eine Stichwunde beigebracht, an der er drei Tage später verstarb.“
3. Gefangenschaft und Wiedereingliederung in die

Gesellschaft
Bei der Eingliederung in die Gesellschaft traten bei Kaspar Hauser sehr viele Probleme auf. Er nahm zunächst nur Wasser und Brot zu sich und lehnte andere Speisen ab. Er hatte auch keine Scheu vor gespielten Attacken, weil er offenbar nie die Bedeutung einer Bedrohung gelernt hatte. Ohne Scheu griff er in eine Kerzenflamme, weil er nicht wusste, dass dies schmerzhaft war. Hauser zeigte weder religiösen Glauben noch eine Gottesvorstellung. Die fehlende Kommunikation erschwerte die Wiedereingliederung in die Gesellschaft. Die Sprache ist für den Jungen, der wahrscheinlich mit 4 Jahren eingekerkert wurde, etwas Fremdes. Der "Du", wie Kaspar denjenigen nennt, der ihn auf die Aussetzung in Nürnberg vorbereitet vermittelt ihm erste Kenntnisse. "Lernen" sagt er zunächst und der Jüngling solle nachsprechen. Dann schreibt der Mann den Namen Kaspar Hauser auf ein Blatt Papier und läßt Kaspars Hand den Namenszug nachzeichnen. Das erklärt auch, daß er auf der Polizeiwache nach der Ankunft den Namen schreiben kann. Redewendungen des "Du" plappert er nach, zum Beispiel: "Ich möcht` ein solcher Reiter werden wie mein Vater" (q 11). Als er merkt, daß er sich selbst beim reden hören kann, hebt Kaspar, von der neuen Erfahrung beeindruckt die Arme und jubelt, wie es Jakob Wassermann schreibt. Drei Tage später, nachdem der "Du" untersucht hat, ob sich Kaspar alle Worte hat merken können, weckt er ihn in der Nacht, kleidet ihn an und macht die ersten Gehversuche mit ihm. Diese gelingen nicht sofort, erst nachdem das Gehen ihm bewußt vorgemacht worden ist. Er hatte zwar Gehen gelernt, hatte es aber wegen des niedrigen Raumes in dem er gefangen gehalten wurde, wieder verlernt: Physische Verkrüppelung. Mit dieser Vorbereitung wird er in Nürnberg abgesetzt. Nun dringen alle mit Reden auf den Findling ein. Er versteht nichts und zugleich antwortet er mit den ihm bekannten Sätzen, denen er selbst und unbewußt eine neue Bedeutung zuweist. "Ich möcht' ein solcher Reiter werden wie mein Vater" sollte beispielsweise heißen: "Wo ist das Wasser hin und das Brot und das Pferdchen" oder auch "Gib mir das Ding, das so schön klingt", bezeichnet eine schlagende Uhr. Eine unbeabsichtigte Kommunikationsstörung liegt vor. Keiner kann ihn verstehen und er versteht wiederum keinen Menschen, obwohl beide etwas gesagt haben. Die Entschlüsselung dieses Codes der Sprache gelingt nach und nach mit der Erfahrung seiner Umgebung. Maßgeblich am Erlernen der Sprache ist der Professor Daumer, der als Pädagoge gezielt vorgeht, beteiligt. Er ist begeistert von dem Erinnerungsvermögen des Jungen, der sich alles merken kann. Ohne den Lernwillen des Findlings hätte man sprachlich nie solche Fortschritte erringen können. Sein Sprachentwicklungsstand wird nach dem Auftauchen in Nürnberg mit dem eines zweijährigen Kindes verglichen. Ein Jahr später schreibt er schon Geschichten, Gedichte und vor allem autobiographische Aufsätze. Kaspar lernt verschiedene Geräusche wahrzunehmen und zu differenzieren. Mediziner und Theologen beobachteten Hauser und schickten ihn an Höfe und in Salons des In- und Auslands, wo er als wunderlicher Wilder bestaunt wurde.

4. Folgen der dauerhaften Isolation:
( Er hatte Probleme sich mitzuteilen
( Er hatte große Schwierigkeiten beim Erlernen der Sprache
( Er hatte keinerlei soziale Kontakte und konnte sich nicht einordnen
( Er kannte nur einen Standpunkt: den seinen
( Er hatte nur sehr primitives logisches Denken
( Er konnte nicht laufen
( Er hatte keine Gottesvorstellung oder religiösen Glauben
Erfahrungsentzug führt zu Verhaltensstörungen: Völliger Erfahrungsentzug ist auch bei Kaspar Hauser Versuchen unmöglich. Bei Fehlen sämtlicher sozialer Kontakte treten schwerste Verhaltensstörungen wie Teilnahmslosigkeit, Bewegungsunruhe und Unfähigkeit zu normalen Sozialverhalten auf (Hospitalismus). Rückschlüsse auf normales Verhalten sind nicht mehr möglich.

5. Herkunftstheorien
Schon seit dem Erscheinen Hausers häufen sich die Gerüchte über seine Herkunft. Verschiedene Personen und Personengruppen in seinem Leben stehen für verschiedene Theorien.
Eine der ältesten ist die Erbprinzentheorie. Demnach soll Kaspar der badische Thronfolger sein. Nach der Geburt soll er durch ein sterbendes Kind ausgetauscht und versteckt worden sein. Stefanie Beauharnais (1789 - 1860), die Adoptivtochter Napoleons war mit dem Großherzog von Baden, Karl, einem Zähringer (Badisches Adelsgeschlecht) verheiratet. Er war der erste und einzige Junge von 6 Kindern des Adelsgeschlechts und war so wie sein Sohn später zum Thronfolger bestimmt. Ein weiterer Sohn, Alexander, lebte nur ein Jahr, dann wurde er vermutlich umgebracht. Viele Nachforschungen sind seither angestellt worden und die Erbprinzentheorie schien schon fast bewiesen.
Es gibt aber auch andere Ansichten über die Herkunft Kaspar Hausers. Von einigen Personengruppen, den sogenannten Hauser - Gegnern wird er nach wie vor für einen Schwindler gehalten. Er wollte nur Aufsehen erregen und soll Selbstmord begangen haben. Diese Theorie erscheint aber höchst zweifelhaft, da das anormale Verhalten nach dem Auftauchen zweifellos auf eine lange, unverschuldete Gefangenschaft schließen lässt. Obwohl bei der Obduktion eine Überentwicklung des Kleinhirns und die Unterentwicklung der linken Hemisphäre des Großhirns festgestellt wurde. Das ließ auf eine erbliche Anfallskrankheit schließen, die wiederum sein Verhalten begründen könnte.
Der Tiroler Akzent, den der Jüngling gesprochen haben soll, könnte seine Herkunft genauer bestimmen. Er soll demzufolge ein Tiroler Bauernsohn gewesen sein.
6. Neue Erkenntnisse durch DNA-Forschung
Die Gen-Analyse "Kaspar Hauser" des Magazins "Spiegel" ist naturwissenschaftlich widerlegt; sie wurde von "arte" am 17.8.2002 als Flop entlarvt.
Der Blutfleck an der Museums-Unterhose im Ansbacher Museum (auf den sich der Spiegel-Chefredakteur Stefan Aust mit Fehlbehauptungen 1996 stützte) ist nicht authentisch: er stammt nicht von Kaspar Hauser. Damit wurde die von Anfang an von der Kaspar-Hauser-Forschung (Offenbach a.M.) vorgebrachte Nicht-Authentizität dieser Blutspur voll bestätigt. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit naturwissenschaftlich erwiesen: Kaspar Hauser war Spross des großherzoglichen Herrscherhauses Baden; Kaspar-Hauser-Forscher haben seit vielen Jahrzehnten dies schon entschlüsselt gehabt.
Naturwissenschaftlich zu Tage gebracht haben diese aktuellen genanalytischen Untersuchungen von Haaren Kaspar Hausers sechs unterschiedliche Proben verschiedener Herkunft. Die akribische Forschung wurde vom Institut für Rechtsmedizin der Universität Münster unter Prof. Dr. B. Brinkmann vorgenommen. Dies wurde am 17.8.2002 durch "arte" der Öffentlichkeit in einem hervorragend gefilmten Dokumentarbericht mitgeteilt.
In dem nüchternen "arte"-Bericht sind weitere neue Forschungsergebnisse zu "Kaspar Hauser" offen gelegt worden, darunter der Hinweis auf ein bis in das Jahr 2000 hinein verborgen gehaltenes weiteres Geheimverlies im (jetzigen) Verwaltungsgebäude des Schlosses Beuggen bei Rheinfelden, worüber erstmals von der Kaspar-Hauser-Forschung in ihrer Presseinformation vom 11.August 2000 berichtet worden ist. Dieses solange unbekannt gebliebene Verlies in dem historischen Gebäude ist inzwischen durch einen Mauerdurchbruch geöffnet worden und es hat sich darin auf einem Balken die Rötelzeichnung eines Pferdes gefunden, woraus auf einen einstigen Gefangenen zu schließen ist: nahe liegend ist, dass er Kaspar Hauser gewesen ist. Die Bauart des Verlieses und der Bezug zu einer Pferd-Figur hat mit dem vor fast 80 Jahren entdeckten Verlies im Wasserschloss Pilsach südöstlich von Nürnberg, heute "Kaspar-Hauser-Schloss" genannt, frappierende Ähnlichkeit.
Zweimal ist im Film Chefredakteur Stefan Aust des "Spiegel" gezeigt worden: wie er bei der Spiegel-Pressekonferenz in Ansbach am 23.11.1996 verkündete, es sei erwiesen, dass Kaspar Hauser nicht mit dem badischen Hause verwandt gewesen sei. Nunmehr ist diese Behauptung als Falschmitteilung "entzaubert". Der Kaspar-Hauser-Forscher Dr. Rudolf Biedermann hatte schon während der Pressekonferenz Stefan Aust darauf hingewiesen, dass die Behauptung wissenschaftsmethodisch unhaltbar sei; tags darauf, am 24. 11. 1996, hat er Stefan Aust per Fax zu einem "Argumentationsduell vor laufender Kamera" gefordert, allerdings ohne je eine Reaktion vom "Spiegel" zu erfahren. Der verantwortliche Leiter des Münchener Uni-Instituts für Rechtsmedizin, Herr Professor Dr. Eisenmenger, ist schon am 2. Augut 2002 von der Kaspar-Hauser-Forschung (Offenbach a.M.) zu einer Veranstaltung zum 190. Geburtstag Kaspar Hausers (im Stefansaal in Karlsruhe) eingeladen worden, um dort die Falschinterpretation von 1996 argumentativ zu untermauern, oder sie öffentlich zu widerrufen. Auch hier gab es bislang keine Reaktion. Herr Stefan Aust ist nunmehr (am 18. August 2002) gleichfalls zu der Karlsruher Veranstaltung eingeladen worden, um ihm Gelegenheit zu geben, persönlich-öffentlich seine damalige (1996) Interpretation der Münchner Gen-Analyse des angeblichen Blutes Kaspar Hausers zu bekräftigen oder aber sich davon erklärend zu distanzieren.
Die aktuelle Kaspar-Hauser-Geschichtsforschung war in den letzten Jahren in Ansbach offiziell tabuisiert gewesen - denn die fabulöse Lesart des "Spiegels" galt dort geradezu als sakrosankt und hatte somit offiziell als allein gültig zu gelten, auch wenn die Ansbacher Bevölkerung vielfach die Spiegel-Farce bezweifelt hat. Die Kaspar-Hauser-Forschung hat dieses offizielle Verhalten als "Erkenntnisunterdrückung" empfunden. Auch der Ansbacher Oberbürgermeister ist von der "Freien Initiative KASPAR-HAUSER-FORSCHUNG" nach Karlsruhe eingeladen, um ihm Gelegenheit zu geben, zu der Situation, die sich durch die "arte"-Forschungen ergeben hat, Stellung zu nehmen.
Die Kaspar-Hauser-Forschung (Offenbach) teilt zu den "arte"-Informationen mit, dass die historische Forschung längst zu diesen Ergebnissen hinsichtlich des Zusammenhangs Kaspar Hausers mit dem badischen Herrscherhaus gekommen ist; die jetzigen naturwissenschaftlichen Erkenntnisse würden dasjenige, was seriöse Geschichtsforscher in vielen Jahrzehnten mühseliger Kleinarbeit erarbeitet haben, bestätigen. Den Werdegang des Filmes habe sie mit Interesse verfolgt - und freue sich für die vielen Kaspar-Hauser-Freunde in aller Welt, dass nunmehr auch die Naturwissenschaft die Dinge sauber geklärt habe. 1998 hat Dr. Biedermann sein erstes Forschungsbuch speziell auch zur Spiegel-Gen-Analyse veröffentlicht, worin die wissenschaftliche Unhaltbarkeit jener Gen-Analyse-Farce von 1996 bis in Einzelheiten hinein dokumentiert worden ist; im Sommer 2002 hat die Kaspar-Hauser-Forschung (Offenbach) die englischsprachige fachwissenschaftliche Darstellung jener Farce durch das Münchener Universitätsinstitut für Rechtsmedizin im "Offenbacher Fehlerprotokoll" festgehalten und als in vielen Punkten erweislich wissenschaftswidrig demaskiert. - Es sei mit der jetzigen DNA-Forschung durch das Münsteraner Institut nicht allein der geisteswissenschaftlichen Forschung Recht gegeben worden, vielmehr sei (so der Offenbacher Kaspar-Hauser-Forscher Dr. Biedermann) die seiner Meinung nach vorliegende "Schändung der Naturwissenschaft durch die wissenschaftlich groteske Milchmädchen-Analyse von 1996" nunmehr wieder ins Lot gebracht. Die Hintergründe für die Fehlinterpretation der damaligen Sensationsmeldung, wofür merkwürdig hohe finanzielle Mittel von ungenannter Seite geflossen seien, müssten durchleuchtet werden und es sei auch zu prüfen, inwieweit die bewusste hinters Licht Führung der Weltöffentlichkeit (durch wen auch immer) kriminelle Aspekte aufweise. "Nachweislich" hätten die Münchner Verantwortlichen von Anfang an die Unhaltbarkeit der damaligen Behauptungen gekannt. Es komme in Betracht, dass sowohl Spiegel-Chefredakteur Stefan Aust als auch der Mitauftraggeber der seinerzeitigen Gen-Analyse, der Ansbacher Oberbürgermeister Ralf Felber, selber einer Täuschung aufgesessen seien, wenngleich beide bei der Pressekonferenz 1996 den Einspruch der Kaspar-Hauser-Forschung an 0rt und Stelle gehört hätten.
7. Kaspar Hauser Versuche
7.1. Kaspar Hauser Tierversuche
Der Kaspar Hauser Versuch ist eine biologische Methode zur Erforschung angeborener Verhaltensweisen (Deprivationsforschung) von Tieren. Tiere werden isoliert aufgezogen, um erbliche Eigenschaften benennen zu können, die nicht von Eltern oder Artgenossen erlernt werden konnten. Führt das Tier dann eine Handlung unter Erfahrungsentzug richtig aus, so ist dieses Verhalten angeboren.

Im Folgenden sind nun einige Versuche dargestellt:
7.1.1. Versuch Nr.1: Eichhörnchen
Alle Eichhörnchen zeigen die gleichen Bewegungsabläufe beim Vergraben und öffnen von Früchten und Samen. Dieses Verhalten ist genauso typisch für sie wie ihr buschiger Schwanz. Wir nennen eine solche Verhaltensweise, die bei allen Vertretern einer Art zu beobachten ist, artspezifisch. Wollen wir nun herausfinden, ob dem Eichhörnchen die Fähigkeit Nüsse zu öffnen und sie zu vergraben angeboren ist, muss man dieses getrennt von seinen Artgenossen in einem Holzbodenkäfig aufwachsen lassen und es darf nicht mit Nüssen in Kontakt kommen. Gibt man nun diesem erfahrungslos aufgezogenen Tier einige Haselnüsse, dann greift es sofort danach und benagt sie. Das Erkennen der Nüsse mit der Tätigkeit des Ergreifens und des Knabberns beruhen demnach auf einem geschlossenen Programm (angeboren). Sobald das Eichhörnchen satt ist, trägt es die übrigen Nüsse suchend im Käfig umher. In einer Ecke beginnt es zu scharren, legt seine Nuss ab und stößt mit der schnauze nach. Anschließend vollführt es sogar die Zudrück- und Festdrückbewegungen mit den Vorderbeinen, obwohl keine Erde aufgegraben werden kann. Die Nüsse liegen unbedeckt in der Ecke. Dieser Versuch zeigt, dass das Eichhörnchen ohne Einsicht handelt und lediglich einem starren Schema folgt. Das Anlegen von Vorräten ist ihm somit angeboren.
7.1.2. Versuch Nr.2: Lachmöwen
Küken einer Lachmöwe schlüpfen im Brutkasten und verbrachten dann einige Stunden in
Dunkelheit. Als ihnen Modelle von Schnäbeln angeboten wurden, reagierten sie bevorzugt auf Modelle die rot waren, wie der Schnabel ihrer Eltern. Dieser Versuch zeigt also, dass es sich um eine artspezifische Verhaltensweise handelt, die auf dem genetischen Programm beruht.
7.1.3. Versuch Nr.3: Buchfinken
Um herauszufinden ob dem Buchfinken sein artspezifischer Gesang erst erlernt werden muss oder ob er angeboren ist, muss man ihn mindestens solange isoliert aufwachsen lassen, bis gleichaltrige, von den Eltern aufgezogene Männchen normal singen, also im ersten Frühjahr
nach dem Schlüpfen. Die Resultate dieses Kaspar Hauser Versuches wurden dann in Klangspektogrammen wiedergegeben. So zeigte sich, dass bei den isoliert aufgezogenen Buchfinken die typische Vier-Teilung fehlt. Das Buchfinken-Männchen muss also den Artgesang erst lernen. Gewisse Grundstrukturen für die Formung der Einzeltöne sind ihm zwar vorgegeben, aber nicht die Gliederung der Strophe.
7.2. Kaspar Hauser Menschen Versuche
Da sich aus ethischen Gründen solche Kaspar Hauser Versuche beim Menschen verbieten, untersucht man das Verhalten von Neugeborenen und taubblind geborenen Kindern, die ohne optische und akustische Reize aufwachsen, um Aufschluss über Vererbung zu bekommen.
Man fand heraus dass blinde Kinder mit ihren Augen einem klappernden Gegenstand, der vor ihrem Gesicht bewegt wurde, folgten.
Wenn eine Mutter zu ihrem blinden Kind sprach, blickten seine Augen, die sich sonst unruhig bewegten, ruhig nach oben.
Taub-blind geborene Kinder zeigten eine Reihe von Ausdrucksbewegungen. Sie lächelten, oder lachten wenn sie sich freuten. Sie ballten die Fäuste, zeigten Zornesfalten im Gesicht und wendeten den Kopf ab, wenn sie zornig waren.
Ein taub-blind geborenes Mädchen schüttelte sogar den Kopf, wenn es etwas nicht essen wollte.
Eine andere Methode zum Vergleich von Menschen ist der ethnologische Vergleich. Verschiedene Menschengruppen haben ganz unterschiedliche Kulturen, Sitten und Sprachen. Findet man Verhaltensweisen die bei Menschen aller Kultur gleich sind, so kann man davon ausgehen, dass sie Teil des gemeinsamen Erbguts der Art Mensch sind.
Land, Adolf Kaspar Hauser- Europas Findelkind, Markgrafenmuseum Ansbach

A.a.O
Wassermann, Jakob Caspar Hauser oder die Trägheit des Herzens, Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München, 1983
Encarta Enzyklopädie 2002, Suchbegriff: Kaspar Hauser
Inhalt
Referat über das Erscheinen und Leben des Kaspar Hauser, die Gefangenschaft und Wiedereingliederung in die Gesellschaft mit den Folgen der Isolation, Herkunftstheorien mit neusten Erkenntnissen aus der DNA-Forschung und Kaspar-Hauser-Tierversuchen (3296 Wörter)
Hochgeladen
16.01.2003 von unbekannt
Schlagwörter
Erscheinen und Leben des Kaspar Hauser | Biographie | Gefangenschaft | Wiedereingliederung in die Gesellschaft | Isolation | Herkunftstheorien | DNA-Forschung | Kaspar-Hauser-Tierversuchen | Menschenversuche
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