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Interpretation von Goethes Prometheus

Alles zu Johann Wolfgang Goethe  - Prometheus

Susanne Markert 10c 30.10.2007


Aufgabe: Interpretieren Sie das Gedicht. Untersuchen Sie dabei ausgehend von der Situation des Lyrischen-Ichs die gedankliche Entwicklung im Text. Ordnen Sie das Gedicht begründend in ein Literaturepoche ein.
Das Gedicht „Prometheus“ von Johann Wolfgang Goethe ist eines der bedeutendsten Werke der Literaturepoche des Sturm und Drang. Es erschien im Jahre 1774, was genau in der zeitlichen Mitte der Epoche liegt. Als Vorbild nahm Goethe die antike, griechische Sage über den Halbgott Prometheus. Das Gedicht ist aus der Ich-Perspektive geschrieben und an die Götter, hauptsächlich an Zeus, den griechischen Göttervater, gerichtet. Prometheus, das Lyrische-Ich, macht den Göttern mit diesem Werk Vorwürfe und gibt seine Einstellung kund.
Das Werk von Goethe besteht aus 8 Strophen mit sehr vielen Zeilenenjambements. Es besitzt kein Metrum und keine Reime sowie Versmaß. Weiterhin haben die 8 Strophen auch eine unterschiedliche Anzahl von Versen. Dies alles zeugt von Selbstbestimmung und Unabhängigkeit. Goethe hält sich nicht an die typischen Vorschriften für ein lyrisches Werk und durchbricht somit Grenzen. Dies ist sehr typisch für diese literarische Epoche. Durch den Titel „Prometheus“ weiß der Leser wer das Lyrische-Ich ist.
In der ersten Strophe, die gleichzeitig auch die Längste ist, wird erst mal deutlich, wen Prometheus überhaupt anspricht was für das allgemeine Verständnis wichtig ist. Der Halbgott fordert Zeus dazu auf sich aus seiner Erde heraus zuhalten. Er soll sich in sein Reich zurückziehen, in seinen Himmel. Die Erde gehört Prometheus, der Himmel Zeus, dies wird einerseits durch die Possessivpronomen „dein“ und „mein“ (Z.1ff.) und andererseits durch die Alliterationen auf Zeile 6 „Musst mir mein...“ und auf Zeile 9 „Die du...“ hervorgehoben Diese klare Trennung der Einflussbereiche wird auch durch die Antithese „deinen Himmel“ (Z. 1) und „meine Erde“ (Z. 6) noch verstärkt. Diese Grenze sollen die „Wolken“ (Z.2) sein, mit denen Zeus seinen Himmel bedecken soll (Z.1-2). Der Halbgott vergleicht die Taten von Zeus mit den Taten von „Knaben“ (Z.5). Er möchte ausdrücken das was der oberste Gott tut, jedes Kind kann. In den Zeilen 4 und 5 wird der Naturbezug deutlich, der für den Sturm und Drang charakteristisch ist. Der zweite Teil der ersten Strophe beschreibt, wie stolz Prometheus auf sich selbst und auf das ist, was er erschaffen hat und dieses soll der Gottesvater nicht zerstören. Er soll Prometheus und somit den Menschen das lassen was er „nicht gebaut“ (Z.9) hat. Er soll sie in Ruhe lassen und Ihnen das Feuer nicht wegnehmen, um das Zeus sie beneidet (Z.11, 12).
In der zweiten Strophe erkennt man die Abneigung von Promtheus gegenüber den Göttern. Prometheus kritisiert die Götter nicht nur, sondern verachtet sie auch, was durch „ich kenne nichts Ärmeres [...] als euch Götter“ (Z.13, 14) hervorgehoben wird. Mit der Aussage „Eure Majestät“ (Z.18) redet Prometheus den König der Götter an aber auf ironischer Weise, da erkennt man wieder die Verachtung. Die Götter können nicht ohne die Menschen existieren. Prometheus hat die Menschen geschaffen. Sie nähren sich kümmerlich von „Opfersteuern und Gebetshauch“ (Z.15, 16.). Die einzige Hoffnung der Götter liegt bei denen die schutzlos und hilfesuchend sind. Diese „Hoffnungsvollen Tore[...]“(Z.21) sind Kinder und Bettler(Z.20).
Prometheus erzählt in der dritten Strophe über seine Kindheit. Er schaut in die Vergangenheit zurück. Da er ein verwirrtes, naives, verzweifeltes und hilfesuchendes Kind war (Z.22-24) suchte er einen Platz, wo er Hilfe bekommen würde (ein Ohr zum Hören meine Klage, Z.26) und er wand sich „zur Sonne“(Z. 25),

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den Platz der Götter. Doch seine Hoffnungen wurden nicht erfüllt. In dieser Strophe erkennt man auch das Gefühl (Herz, Z.27). Dies ist markant für diese Epoche.
Doch merkt er schon kurz darauf, das sich den Götter zu zuwenden ein Fehler war. Die fünfte Strophe besteht nur aus vorwurfsvollen rhetorischen Fragen. Bei denen man schon von Anfang an die Antwort weiß. Nicht die Götter halfen Prometheus, sondern er half sich selbst. Zeus hat ihn nicht vor dem „Tode“(Z.31) und vor „Sklaverei“ (Z.32“) gerettet, sondern er hat es alles selbst vollendet (Z.33). Er bezeichnet die Götter als die "Schlafenden  da droben" (Z.37), da es ihnen egal ist, was mit den Menschen passiert.
Die fünfte Strophe hat sehr viel Zynismus und Anklagendes. Prometheus stellt sich die Frage, wofür er Zeus ehren soll? (Z.38). Der Halbgott zählt Sachen auf die Zeus nicht gemacht hat. Die andere Götter und er haben nie etwas gemacht, nie den „Beladenen“(Z.40) und dem „Geängstigten“(Z.42) geholfen, nie „die Schmerzen gelindert“ (Z.39) oder „die Tränen gestillt (Z. 41). Nie haben sie Etwas gemacht. Durch die nächsten vier Verse wird die Dringlichkeit und das Anklagende deutlich. Der elliptische Satzbau unterstreicht Prometheus Zorn auf Zeus, Prometheus hat so eine Wut und möchte alles so schnell wie möglich loswerden, das er manche Worte weglässt.
In der sechsten Strophe sieht Prometheus das Schicksal als Höchstes an, denn er glaubt nicht mehr an die Götter. Sein Herr sind nicht mehr die Götter. „Die allmächtige Zeit" (Z. 44) beziehungsweise das Leben hat  ihn zu dem gemacht was er ist. Das ist gleichzeitig ein Grundgedanke des Sturm und Drang. Prometheus ist stolz darauf, dass er es ohne die Hilfe der Götter geschafft hat. Durch die Personifikationen der Begriffe „Zeit“ (Z. 44) und „Schicksal“ (Z.45) wird es deutlich das sie ihm geholfen haben. Den beiden Sachen ist sogar der allmächtige Gott unterworfen. Selbst Zeus kann nichts gegen das Schicksal tun. In dieser kürzesten Strophe des ganzen Gedichtes, wird diese einzigste Gemeinsamkeit der beiden Feinde dargestellt.
Zeus machte Prometheus das Leben schwer und dachte das er dann flieht (Z. 49). Doch dies ist für den Menschenfreund unvorstellbar. Er kann sich nicht vorstellen „das Leben (zu)hassen“ (Z.48) „weil nicht alle Knabenmorgenblütenträume reiften“ (Z.50,51). Dies neugebildete Wort ist über zwei Verszeilen lang und zeigt die unreelle Vorstellung von Zeus.
Die letzte Strophe kehrt Prometheus wieder in der Gegenwart zurück. Prometheus stellt die Fähigkeiten des Menschen z.b. „zu leiden, weinen, genießen und zu freuen“ (Z. 55.56) gleich mit Zeus „nicht zu achten“ (Z.57). Für Prometheus ist es selbst verständlich das man Götter verachtet. Er selbst formt die Menschen in seinem Bilde (Z.52,53) und er vergleicht sich mit ihnen. Der letzte Vers, Zeile 58, „Wie ich“, ist der wichtigste und ausdrucksvollste Vers im ganzen Gedicht. „Wie ich“ bedeutet die Menschen sind wie Prometheus dazu braucht man nicht viele Worte, darum sind es auch nur Zwei. Die Menschen sind so gut und stark wie er.
Prometheus ist das treffende Beispiel für den Sturm- und Drangmenschen. Er ist ein Genie für die Menschen, stark, selbstbestimmend, leidenschaftlich, unabhängig und voller Kraft. Prometheus übt sehr starke Kritik an den Göttern aus. Man kann das Verhältnis zwischen Prometheus und den Göttern mit dem Verhältnis zwischen den einfachen Bürgern und dem Adel in der Zeit de Sturm und Drang vergleichen. Nur das Prometheus seine Kritik laut, klar und deutlich bekannt gibt, was die Bürger sich nicht getraut hätten. Vielleicht wollte Goethe seine Kritik darlegen, da er es nicht

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direkt konnte, versteckte er sie in diesem Werk. Denn im Sturm und Drang hatten die Dichter ihre eigene Welt auf der Bühne, dort konnten sie selbst bestimmen was passiert. Hierzu passt auch der Kernsatz des Sturm und Drang von Rousseau: „Der Mensch wird frei geboren, aber überall liegt er in Ketten.“
Da Prometheus das Wunschideal der Stürmer und Dränger ist und Goethe dies sehr gut wiedergibt wird „Prometheus“ auch als Hymne des Sturm und Drang bezeichnet.
Mir gefällt dieses Werk relativ gut, da es durch das Weglassen der Reime, leicht verständlich ist. Und es repräsentiert diese Epoche richtig gut.
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Inhalt
Interpretation von dem Gedicht "Prometheus" aus der Zeit des Sturm und Drangs von Goethe.

In der folgenden Textdatei geht es um die Interpretation des Gedichtes "Prometheus" von Goethe. Der Schwerpunkt ist die gedankliche Entwicklung des Lyrischen-Ichs im Gedicht. Außerdem, ist in dieser Interpretation das Gedicht in die Literaturepoche eingeordnet.

Es ist ein sinnvoller Einleitungstext vorhanden, der sowohl den Titel, den Autor, die Epoche als auch das Jahr nennt, in welchem das Gedicht erschien. Desweiteren werden die Adressaten genannt, an die das Gedicht gerichtet ist.

Anschließend folgt eine formale Analyse, in der die Anzahl der Strophen und Verse, das Metrum un der Reim genannt wird. Auch wird hier Bezug auf den Titel genommen.

Im dritten Teil, werden bestimmte Verse aus dem Text genommen, gedeutet und interpretiert.


Wörter: ca. 1350 (1229 Wörter)
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05.09.2008 von sanny
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