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Glossar über das Jugendalter

Alles zu Allgemeines

Ablösung


Als Ablösung bezeichnet man den Trennungsprozess, bei dem die Kinder, oder beziehungsweise die Jugendlichen sich von den Eltern oder anderen Bezugspersonen loslösen. Dies geschieht besonders zur Zeit der Adoleszenz und bezeichnet die Auflösung der seelischen Abhängigkeitsbeziehung zwischen Jugendlichen von der Elterlichen Autorität. Die Lösung der Bindungen erfolgt im Laufe der individuellen Entwicklung, aber meistens zur Zeit der Pubertät. Die Ablösung zeigt sich zuerst in Form von kritischer Distanz und ist eine entscheidende Voraussetzung für die Persönlichkeitsentwicklung des Menschen, um in der Erwachsenenwelt bestehen zu können. Bei Menschen mit geistiger Behinderung wir durch ihre besondere Betreuungssituation die Ablösung oft erschwert.

Adoleszenz
Adoleszenz ist eine Bezeichnung für eine Entwicklungsphase die mit, beziehungsweise nach der Pubertät einsetzt. Sie kennzeichnet den Übergang in das Jugendalter und gehört zu dem Prozess des Erwachsenwerdens. Die Persönlichkeit festigt sich und die Stärkung von Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen gewinnt an Bedeutung. Adoleszenz ist gekennzeichnet durch den biologischen Schub, den der Körper bekommt, zum Beispiel Größenwachstum, Ausbildung der Geschlechtsmerkmale, und durch die inneren, seelischen Auseinandersetzungen des jungen Menschen mit den Veränderungen, die in ihm vorgehen, und den Anforderungen der Außenwelt im Hinblick auf die "soziale Reife". Der Jugendliche löst sich zunehmend von der elterlichen Autorität. Er geht gern auf Konfrontation zu älteren Bezugspersonen, da er sich zunehmend an seiner Altersgruppe (Peer-Group) orientiert. Außerdem gliedert er sich in die Welt der Erwachsenen und ihre Aufgaben ein. Ein großer Freiheitsdrang ist kennzeichnend für diesen Lebensabschnitt. Diese Entwicklungsphase bleibt bei Menschen mit geistiger Behinderung oft unbeachtet, deshalb dann auch in späterem Alter im Gruppengeschehen in der Erwachsenenbildung noch zu typischen Verhaltensweisen aus der Adoleszenz kommen.

Affekt
Affekt ist die Bezeichnung für ein Gefühl oder eine kurzzeitige Gemütsregung von besonderer Stärke, zum Beispiel Wut. Er entsteht rasch, verläuft heftig und klingt schnell wieder ab. Ereignisse, die die Person in persönlichen Bedürfnissen berühren, sind meistens die Auslöser. Der Affekt schwächt und beeinträchtigt die bewusste Selbstkontrolle. Mit dem Affekt treten körperliche Begleiterscheinungen wie Blässe, Schweiß oder Tränen auf.

Akzeleration
Akzeleration bezeichnet eine Entwicklungsbeschleunigung, vor allem das frühere Eintreten der körperlichen Reife bei Jugendlichen verglichen mit dem Jugendlichen früherer Generationen. Diese Entwicklungsbeschleunigung lässt sich vor allem in hochzivilisierten Industrieländer nachweisen denn die Akzeleration scheint zivilisationsgebunden und speziell von der städtischen Kultur abhängig zu sein. Als Ursache dafür werden neben veränderten Umwelt- und Arbeitsbedingungen weiterhin Ernährungsveränderungen und Reizüberflutung als Ursache dieser Entwicklungsbeschleunigung angenommen. Wenn körperliche Reife und geistige Entwicklung zu sehr auseinander klaffen kann es zu Verhaltensstörungen bei Jugendlichen kommen, wie krankhafte Unruhe, Antriebsschwäche und motorischen Störungen. Auf geistigem Gebiet kann es in einzelnen Fällen auch zu extremen Frühleistungen auf geistigem Gebiet kommen, man spricht dann von so genannten Wunderkindern.

Autonomie
Der Begriff kommt aus dem griechischen von „autos“ (selbst) und „nomos“ (Gesetz). Autonomie ist das Recht auf Selbstbestimmung beziehungsweise Selbstverwaltung. Autonomie bedeutet bei einer Peron, dass sie über sich selbst verfügen kann, sie hat ihr Verhalten selbst zu verantworten und selbst zu steuern. Selbstgestaltung der eigenen Entwicklung in einer einbindenden Kultur bedeutet in der Psychologie Autonomie. Der Mensch ist auf Selbstorganisation und Selbstregelung angelegt und seine Bildung ist auf Selbstbildung gerichtet jedoch ist seine Autonomie-Entwicklung von außen her zu unterstützen. Wenn der Mensch nicht genügend Chancen erhält, sein Selbst zu entfalten kommt es zu psychischen Blockaden und Störungen.
Bei einem Staat bedeutet der Begriff Autonomie Souveränität und im Idealfall auch Autarkie im Sinne wirtschaftlicher Unabhängigkeit.

Autorität
Autorität ist die Geltung, der Einfluss oder das Ansehen einer Person. Menschen können zum Beispiel auf Grund ihres Wissens, ihrer Ausstrahlung oder ihrer charakterlichen Eigenschaften Autorität genießen. Man von der Macht, die sich gegenüber anderen durchsetzt und die sich glaubwürdig machen kann. Man bekommt somit ein gewisses Ansehen zugesprochen und hat damit auch Einfluss auf seine Mitmenschen.
Grundsätzlich unterscheidet man bei der Autorität die hohle, die funktionale und die kulturelle Autorität. Die hohle Autorität wirkt angemaßt und unglaubwürdig, oft weil sie nur auf dem Innehaben einer Position beruht, die nicht ausgefüllt wird. Die funktionale Autorität ergibt sich aus der sachgerechten Ausfüllung einer Funktion und die kulturelle Autorität gilt in Sachen des Lebensstils und der täglichen Lebenspraxis. Eltern sollten ihren Kindern gegenüber einerseits funktionale Autorität haben, das heißt zu Fragen anregen und auf Fragen richtig antworten (informieren) sowie das Familienleben organisieren können, dazu zählen zum Beispiel die Einteilung des Haushaltsgelds und die Organisation von Kinderversorgung, Einkauf und Haushaltsbesorgung. Auf der anderen Seite sollten Eltern auch kulturelle Autorität besitzen, denn sie müssen den Kindern "etwas anbieten können", das heißt einen Vorrat an Einfällen zu Aktivitäten, Basteleien, Spielen, zur Ausgestaltung von Geselligkeit überhaupt haben, so dass Kinder und Jugendliche dies lernen können.

Beziehung
Der Begriff Beziehung bezeichnet in der Gesellschaftswissenschaft eine gegenseitige Abhängigkeit. Bei Menschen meint man meistens die emotionale Verbindung zwischen zwei oder mehreren Personen. Häufig wird der Begriff auch als Synonym für eine enge, dauerhafte Bindung zwischen zwei Menschen gebraucht, zum Beispiel: Emma und Paul haben seit einigen Jahren eine feste Beziehung.
Weiterhin versteht man unter Beziehung die wechselseitigen Verhaltensformen und Einwirkungen zwischen Institutionen einer Gesellschaft beziehungsweise zwischen verschiedenen Gesellschaftsformen.

Bildung
Bildung umfasst die Auseinandersetzung des Menschen mit den geistigen und kulturellen Angeboten seiner Umwelt, aber auch kritische Einsicht in die bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse. Ziel der Bildung ist es den Menschen einen bewussten Zugang zur Kultur in ihren verschiedenen Ausdrucksformen zu ermöglichen. Sie sollen ein umfassendes Verständnis von der Welt und der eigenen Stellung in ihr entwickeln können. Die Menschen werden dadurch zu selbstbestimmtem Handeln und zu gesellschaftlicher Mitbestimmung befähigt. In diesem Sinne ist Bildung stets Allgemeinbildung, der gesellschaftliche Bedeutung zukommt. Sie geht deshalb in ihrem Anspruch über wissen und lernen hinaus. Erst durch die individuelle Bildung, die einem Menschen in unterschiedlichster Weise zu teil kommt, reifen wirkliche Persönlichkeiten heran.

Bindung
Mit Bindung wird eine lang anhaltende emotionale Beziehung zwischen Menschen bezeichnet. Häufig drückt sich das in Form von Kontaktsuche aus, wie ein acht Monate altes Baby zum Beispiel bei fremden Personen die Nähe seiner Mutter sucht.
Gemeinsame Erlebnisse, gemeinsame Werte, eine gemeinsame Sprache usw. sind wichtige Bindungselemente. Eine wichtige Voraussetzung für die Gemüts- und Persönlichkeitsentwicklung ist die seelische Bindungsfähigkeit eines Menschen. Diese Bindungsfähigkeit kann gestört werden und verursacht somit Störungen in der Persönlichkeitsentwicklung und im sozialen Verhalten des Menschen.

Clique
Clique bedeutet zusammengefasst einen Kreis von Gleichaltrigen und Gleichgesinnten im Jugendalter, der sich regelmäßig trifft und sich als zusammengehörig fühlt. Am meisten setzten sich Cliquengebundene von den Leistungsnormen der Erwachsenengesellschaft ab. In Cliquen sind Jugendliche kontaktfreudiger, zeigen ein höheres Selbstbewusstsein und ein positives soziales Selbstbild. All diese Faktoren sind wichtige Entwicklungsfunktionen im Jugendalter. Die Clique, unter anderem auch Gruppe, Clan oder Klüngel, hebt sich von den normen der Großgruppe ab. Diese Gruppen, meist aus zwei bis acht Personen bestehend, zeichnen sich durch gemeinsame Interessen, häufige Kontakte, durch ein Zusammengehörigkeitsbewusstsein oder durch die Anerkennung von Gruppennormen aus.

Diskrepanz
Andere Bezeichnungen für diesen Sachverhalt sind zum Beispiel Unstimmigkeit, Unvereinbarkeit und Zwiespalt.

Eltern
Für die Weiterentwicklung der Gesellschaft wird Nachwuchs gebraucht. Diese Generation muss erst von Mann und Frau beim Geschlechtsverkehr gezeugt werden. Diese muss ebenso geboren, gepflegt und erzogen werden. In der Heutigen Zeit hat sich durchgesetzt, dass diese Aufgaben meist verheiraten oder zusammenlebenden Paare aus Mann und Frau übernehmen. Haben ein Mann und eine Frau nun ein Kind in die Welt gesetzt werden sie Eltern genannt und ihnen fallen die genannten Aufgaben zu während die Kinder auf ihre Eltern angewiesen sind.

Entwicklung
Entwicklung ist die allgemeine Bezeichnung für eine zeitlich geordnete Folge von Veränderungen innerer Strukturen, äußerer Merkmale und/oder Verhaltensweisen. Dieser Begriff wird auf körperliche sowie auch auf seelische Vorgänge angewandt. Komplexe Vorgänge wie die Persönlichkeitsentwicklung und die Sozialisation, aber auch Teilbereiche wie die kognitive, emotionale oder die körperliche Entwicklung fanden in der Wissenschaft besonderes Interesse. Die Entwicklung umspannt die Zeit von der Geburt bis zum Tod eines jeden Menschen nicht wie man früher annahm bis zum erreichen des Erwachsenenalters, diese Vorstellungen gelten heute als überholt. Für bestimmte Lernprozesse sind biologische Reifungsprozesse besonders des jungen Menschen als Voraussetzung erforderlich, aber auch gesellschaftliche oder ökologische Umwelteinflüsse sind sehr wichtig. Auf die Persönlichkeitsentwicklung können Diese sowohl positive als auch negative Einwirkungen nehmen. Entwicklung eines Menschen beruht im Leben nicht allein auf Veränderungen des Denkens, Fühlens bzw. Handelns, sondern auch auf deren relativen Verfestigungen bzw. dem Bestand des Erreichten. Das Individuum sollte sich aktiv mit seiner Umwelt auseinandersetzen und gestaltend auf sie einwirken. Dies ist ein weiterer wesentlicher Faktor in dem Bedingungsgefüge von Entwicklung.

Entwicklungsaufgaben
Man versteht unter einer Entwicklungsaufgabe jene kulturell und gesellschaftlich vorgegebenen Erwartungen und Anforderungen, die an Personen einer bestimmten Altersgruppe gestellt werden. Für jedes Individuum definieren sie in bestimmten Lebenslagen objektiv vorgegebene Handlungsprobleme, denen es sich stellen muss. Innerhalb derer, die personelle und soziale Identität entwickelt werden muss, fungieren sie auch als Bezugssysteme. Das Konzept der Entwicklungsaufgaben wurde von Havighurst (1948) definiert und beschreibt den Lebenslauf als eine Folge von Problemen, denen sich das Individuum gegenüber sieht und die es bewältigen muss. Die Altersgrenzen für die Bewältigung von Entwicklungsaufgaben sind variabel. Nicht alle Aufgaben sind jedoch vorgegeben, ein weiterer Teil setzt sich aus persönlichen Zielen und Projekten zusammen. Entwicklungsaufgaben gliedern also den Lebenslauf und geben dem einzelnen Jugendlichen Sozialisationsziele vor (Oerter & Montada 1995).

Erziehung
Als Erziehung bezeichnet man die „Gesamtheit aller Maßnahmen, Handlungen und Einflüsse, die die Haltungen, Einstellungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten von Kindern und Jugendlichen entwickeln, verbessern oder verändern sollen, um ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu sichern und dieses dadurch aufrechtzuerhalten“.(Quelle 1) Man spricht von intentionaler Erziehung, wenn sich Erziehung an ausdrücklichen und reflektierten Erziehungszielen (wie Werte und Normen) orientiert. Als Ergebnis einer funktionalen Erziehung werden Veränderungen im Verhalten von Kindern und Jugendlichen, die nicht direkt beabsichtigt sind, sondern sich aus dem Zusammenleben mit anderen, z.B. Gleichaltrigen (peer-group), oder durch Erfahrungen im gesellschaftlichen Leben ergeben, bezeichnet. Die Erziehung beinhaltet allgemein Überlieferung von Normen, von Verhaltensvorschriften einer Gesellschaft an die nachfolgende Generation. Menschen können nicht ohne ihren Willen und ihr Zutun erzogen werden. Ein wichtiger Faktor beim Erreichen der gesteckten Erziehungsziele ist Die Mitwirkung des zu erziehenden Kindes.

Familie
Die Familie tritt als soziale Gruppe am häufigsten auf und ist die einzige Gruppe in der zwei Generationen vertreten sein müssen. Die gesamte zukünftige Entwicklung eines Menschen wird von der Familie geprägt. Durch die Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Entwicklung hat die Familie sich im Laufe der Geschichte verändert. Die Funktion der Fortpflanzung und der Versorgung des Nachwuchses erfüllt sie jedoch auch noch heute in allen Kulturbereichen. Bei uns sind Rechte und Pflichten der einzelnen Familienmitglieder zueinander durch das Familienrecht festgelegt. Man unterscheidet Kern-, Groß- und unvollständige Familie oder auch Kleinfamilie. Wenn die Familie sich nicht nur aus den (Ehe-)Partnern und den unmündigen Kindern, sondern aus Mehrgenerationenfamilien oder Verwandtschaftsfamilien zusammensetzt, spricht man von einer Großfamilie. Eltern die mit ihren noch minderjährigen Kindern zu Hause leben bilden die Kernfamilie. Man sprach von unvollständiger Familie wenn in der Kernfamilie ein Elternteil durch Tod, Scheidung oder auf Grund unehelicher Mutterschaft fehlte. Der Anteil an Familien mit Alleinerziehenden Müttern oder Vätern ist zunehmend. Die Zukunft der Familie ist wegen dem Vordringen neuer Formen des Zusammenlebens wie nicht miteinander verheiratete Partner, gleichgeschlechtliche Partner, besonders aber durch das verstärkte Alleinleben der Menschen ungewiss.

Freizeit
Mit diesem Begriff war ursprünglich die Zeit zur Wiederherstellung der Arbeitsbereitschaft, zur Reproduktion der Arbeitskraft gemeint. Dort war die Arbeit nicht vertraglich abgegrenzt und wurde entsprechend vergütet. Auch der Begriff Freizeit ist nicht abgrenzbar und steht gleichberechtigt neben der Arbeitszeit. So hat sich entsprechend auch die Freizeitindustrie, also zum Beispiel das Angebot von Animations- und Abenteuerurlaub gehört, aber immer mehr auch Spielangebote (Videospiele), entwickelt. Der Forderung nach Freizeit macht eine Forderung nach Freizeit-Beschäftigungs-Angeboten platz. Das kommt daher, das auf Grund der vermehrten Freizeit das Gefühl der Langeweile steigt, ein Gefühl, das mit dem insgesamt angestiegenen Anspruchsniveau zusammenhängt

Generationskonflikt
Generationskonflikt oder auch Generationsproblem bezeichnet das häufig beobachtete Spannungsverhältnis zwischen Jugendlichen und Angehörigen der älteren Generation. Dies äußert sich in verschiedenen Formen des jugendlichen Protests, wie zum Beispiel der Protest gegen die Anordnungen von Eltern oder Lehrern, oder der Protest in Form von Demonstrationen gegen politische Entscheidungen. Der Generationskonflikt kommt zu Stande da die beiden Altersgruppen unvereinbare Normen haben. Mit dem Ziel, Erreichtes und Selbstgeschaffenes zu erhalten, nehmen die Älteren häufig eine konservative Haltung ein. dagegen verhalten sich eher häufig die Jüngeren und wollen Althergebrachtes durch Neuerungen verbessern. Eine weitere große Rolle in den Ursachen spielen die Vorurteile gegenüber der anderen Generation. Ältere werde von den Jugendlichen immer öfter als starrsinnig und altmodisch eingeschätzt, Ältere dagegen sehen Jugendliche oft als verantwortungslos und unerfahren an.

Geschwisterbeziehung
Geschwister sind zwei Individuen die denselben Vater beziehungsweise dieselbe Mutter haben und somit über eine teilweise identische genetische Ausstattung verfügen und eine als Beziehung bezeichnet man ein zwischenmenschlichen Verhältnis zwischen zwei Personen. Die Geschwisterbeziehung ist eine besondere Art von Beziehung und besitz etwas Schicksalhaftes da sie ja im Grunde nicht von den Geschwistern frei gewählt wird sondern sie haben keine Wahl in welche Familie sie hineingeboren werden. Sie haben die gleichen Eltern, leben in derselben Wohnung, sind beständig zusammen und besitzen ähnliche Dinge. Schon allein deswegen besteht und erhält sich die Beziehung zwischen den Geschwistern und hebt sich so von allen andern sozialen Beziehungen ab, wie zum Beispiel von Freundschaften, Bekanntschaften oder Partnerschaften. Geschwister können, durch dieses enge Zusammenleben von klein auf, ein Höchstmaß an Intimität erreichen, wie es in keiner anderen Beziehung noch einmal auftreten kann. Das gleichzeitige Vorhandensein von intensiven Gefühlen, sowohl positiven als auch negativen, ist ebenfalls typisch für eine Geschwisterbeziehung. Geschwister können Liebe und Zuneigung empfinden gleichzeitig auch Ablehnung und Hass empfinden und diese Gefühle in ihren Handlungen ausdrücken. Dieses Merkmal findet häufig in einem heftigen Streit seine Äußerung, welcher aber nach kurzer Zeit wieder vergessen ist und alles wieder so ist wie es vorher war. Nach einem Streit findet man immer wieder zueinander zurück, das ist das schöne an dieser Beziehung. die Geschwisterbeziehung kann nicht beendet werden wie eine Freundschaft, auch nicht Wenn ein sehr heftiger Streit darin endet, dass Geschwister keinen Kontakt mehr miteinander haben, da sie immer fort wirkt und bestehen bleibt. Neuste Forschungen haben ergeben dass sich die Charaktere der Geschwister in fast allen Fällen sehr gegensätzlich sind. Dies ist eine Art Überlebensstrategie, im Kampf um die Gunst der Eltern.

Identität
Auf der einen Seite bezeichnet der Begriff Identität die völlige Gleichheit von zwei Dingen, Gegenstände oder Begriffen, Merkmalen oder Sachverhalten, so dass sie untereinander ausgetauscht werden könnten. Die Identität eines Menschen wird als notwendiges Persönlichkeitsgerüst im Sinne von »sich gleich bleiben, sich selbst treu bleiben« angesehen, dessen Verlust zu psychischer Labilität, Orientierungslosigkeit und Angstzuständen führt. Dies bezeichnet man als persönliche Identität, wenn jemand sich wie im Spiegel selbst erkennen und sich in seinen Handlungen wieder finden kann. Die Umwelt kann das Verhalten eines Menschen in seinen verschiedenen Lebensbereichen miteinander vereinbaren, dies nennt man soziale Identität. Man fühlt sich selbstverständlich zugehörig zu einer gesellschaftlichen Gruppe und deren typischen Verhaltensweisen. persönliche und soziale Identität können bei großen gesellschaftlichen Veränderungen stark erschüttert werden; auf jeden Fall muss dann die soziale Identität verändert werden. Das Identitätskonzept ist jedoch umstritten, da der Mensch ein sich entwickelndes und wandelndes Lebewesen ist, das ohne ein gewisses Maß an Anpassungsverhalten nicht existieren kann. Man spricht von Identität bei einem relativ stabiles und dauerhaftes Bild von sich selbst aber auch von seinen eigenen Handlungsmöglichkeiten. Jedoch verändert sich dieses das ganze Leben lang.

Jugend
Der problematische Abschnitt zwischen der Kindheit und der Übernahme einer Erwachsenenrolle wurde und wird mit Jugend bezeichnet. In dieser Zeit muss der Mensch ein klareres Verhältnis zu sich und zu seiner Umwelt gewinnen, konfliktfähig werden und seine Identität finden. Die Länge der Jugendzeit veränderte sich mit der zunehmenden Industrialisierung unserer Gesellschaft. So kann die Jugendzeit eines Hauptschülers, der nach der zehnten Klasse eine Lehre macht, im Gegensatz zu einem Abiturienten und Studenten, bis zu zehn Jahren kürzer sein. Der junge Mensch befindet sich während der Jugendzeit in einem „rollenlosen Raum“, er ist kein Kind mehr, wird aber auch noch nicht als Erwachsener anerkannt. Die an ihn gerichteten Erwartungen haben noch nicht den vollen Ernstcharakter. Der Wirklichkeitsbezug ist oft sehr schwach und die Erwartungen der Umwelt in Bezug auf Geschlechterbeziehungen sind unklar. Heutzutage werden an die Jugendlichen darüber hinaus zunehmend Konsumerwartungen herangetragen, die sie wegen ihrer materiellen Lage nicht einlösen können. Die Jugend unserer Gesellschaft befindet sich also in einer sehr problemreichen Situation.

Krise
Als Krise bezeichnet man den Entscheidungs- oder Wendepunkt einer Situation zum Guten oder Schlechten. In Gesellschaften kündigt sie sich dadurch an das bestimmte Institutionen nicht mehr richtig funktionieren die Menschen neue Motivationen entwickeln und eine neue Kritik einsetzt. Eine gesellschaftliche Krise war in soziologischer Sicht das Anzeichen für einen Umschlag der Produktionsweise, das heißt auch das Signal für revolutionäre Vorbereitungen.

Peers
Dieser Begriff hat zwei unterschiedliche Bedeutungen. Einmal bezeichnet er die Mitglieder des englischen Adels und andermal meint er die Gruppe der Gleichaltrigen.

Pubertät
Pubertät ist die Bezeichnung für die Entwicklungsphase des Menschen zwischen Kindheit und Erwachsensein. Sie ist der bedeutsamste Einschnitt des Jugendalters. Sie bezeichnet den Übergang von der "vollen Kindheit" zur biologischen und sozialen Reife. Die Fortentwicklung der Geschlechtsorgane, die Ausbildung der sekundären Geschlechtsmerkmale (z.B. Stimmbruch, typische Behaarung usw.) sowie Veränderungen hinsichtlich des Körperwachstums, sind körperliche Kennzeichen der Pubertät. Die relative Beinlänge nimmt zu, die relative Kopfhöhe dagegen ab. Aber auch im seelischen Bereich findet man in der Pubertät Veränderungen, wie zum Beispiel starke Gefühlsschwankungen, Unausgeglichenheit, leicht hevorrufbare Erregungszustände, Protesthaltungen vor allem gegen die Erwachsenenwelt und soziale Orientierungsschwankungen. In Mitteleuropa setzt die Pubertät bei Mädchen etwa im 11. Lebensjahr und bei den Jungen durchschnittlich im 12. Lebensjahr ein. Im Allgemeinen verläuft der körperliche Reifungsprozess parallel zur psychischen Reifung. Es können aber auch stark ausgeprägte Unterschiede zwischen diesen beiden Prozessen bestehen.

Selbstreflexion
Selbstreflexion bezeichnet vergleichendes, wertendes und prüfendes Nachdenken über sich selbst, das eigene Verhalten und Erleben.

Entwicklungsaufgaben
In Familien mit Jugendlichen gibt es verschiedene Aufgaben zu bewältigen. Das Zusammenleben in dieser Zeit ist nicht sehr leicht. Die Jugendlichen durchleben Veränderungen und auch die Erwachsenen, die Eltern, müssen solche Veränderungen respektieren gewachsen sein.
Entwicklungsaufgaben von Jugendlichen
In den letzten Jahrzehnten ist die Jugendzeit deutlich länger geworden. Zwei Ursachen können dafür angeführt werden, zum einen die früher einsetzende Pubertät und zum anderen die verlängerten Ausbildungs- und Trainingszeiten für die berufliche Vorbereitung. So werden die Jugendlichen mit den neuen Lebenswelten konfrontiert, ohne jedoch die alten zu verlassen. Man entwickelte deshalb Entwicklungsaufgaben die in dieser Entwicklungsstufe bewältigt werden müssen. Die erfolgreiche Bewältigung führt zum Erfolg bei späteren Aufgaben, das Versagen jedoch, führt zu persönlicher Unzufriedenheit des Jugendlichen und zu Ablehnung durch die Gesellschaft.
Im Alter von zehn bis dreizehn Jahren kommt es bei den Jugendlichen zu vielen körperlichen Veränderungen was den Jugendlichen auch verunsichert und somit auch Auswirkungen auf die seelische und geistliche Entwicklung haben. Die Körperformen sind nun nicht mehr harmonisch und „die Hormone spielen verrückt“. Mädchen bekommen in dieser Zeit ihre erste Menstruation, die anfangs noch sehr unregelmäßig auftritt, und die Achsel- und Schambehaarung beginnt zu wachsen. Die Brüste entwickeln sich. Bei den Jungen kommt es nun zu unwillkürlichen Samenergüssen im Schlaf und die Achsel- und Schambehaarung beginnt ebenfalls sich auszubilden. Sie haben bereits einen kleinen Bartflaum und kommen in den Stimmbruch. Durch die vielen körperlichen Veränderungen, vor allem durch die hormonalen Veränderungen, kommt es in der Intelligenz-, Gefühls- und Empfindungswelt zu Disharmonisierung und zu inneren Spannungen. Oft schätzt der Jugendliche nun sein eigenes Leistungsvermögen falsch ein und durch zahlreiche Tagträume zeigt sich eine Tendenz zum Leistungsabfall auf. In dieser Zeit bemerkt man bei ihm starke Stimmungsschwankungen, er ist sehr reizbar und oft niedergeschlagen, er weist oft eine negative Grundhaltung gegenüber der Erwachsenenwelt auf. Auch der Erziehung durch andere lehnt er ab trotzdem er unfähig ist sich selbst zu erziehen. Jetzt erwacht auch das Interesse an sexuellen Bildern und Schriften obwohl man zu Gleichaltrigen des gleichen Geschlechts eher ablehnend gegenüber steht.
In der Pubertät oder Reifezeit (15. und 16. Lebensjahr) nähert sich das äußere Erscheinungsbild des Pubertierenden immer näher an das des Erwachsenen an. In diesem Lebendabschnitt denkt er vermehrt über sich selbst nach und es treten wieder sehr starke Gefühlsschwankungen auf doch diesmal sind die Gefühle wesentlich tiefer. Man findet in diesem Alter den ersten Kontakt zum anderen Geschlecht, auf körperlicher sowie emotionaler Ebene, der Geschlechtstrieb lässt sich beherrschen.
Im siebzehnten und achtzehnten Lebensjahr spricht man vom „Einbruch der Jugendkrise“. Der Jugendliche hat grundsätzlich eine pessimistische Grundhaltung und Affektausbrüche. Er neigt zu motorischer Unruhe, seelischer Labilität und negativer Selbsteinschätzung und Weltbetrachtung. Es tritt eine höhere Bereitschaft zu kriminellen Handlungen und zur Flucht in Selbstmord, Jugendreligionen und Drogenkonsum auf.
In der Adoleszenz gleicht der Körper dann endlich dem eines Erwachsenen und die körperliche Entwicklung ist so gut wie abgeschlossen. Der junge Mensch ist nun selbstständiger, lebensgewandter und offener anderen Personen gegenüber geworden. Er setzt sich mit Generationskonflikten auseinander und ist für sich selbst und für andere verantwortlich.
Die Jugendlichen stehen also im Laufe ihrer Entwicklung vielen Aufgaben gegenüber die sie bewältigen müssen. Eine wichtige Rolle dabei, spielen die Beziehungen zu ihren Altersgenossen beiderlei Geschlechts, sie bauen neue und reifere Beziehungen auf. Die Rolle, die die Jugendlichen einnehmen ist immer mehr geschlechtsspezifisch. Auch müssen sie die eigene körperliche Erscheinung akzeptieren um ihren Körper effektiv nutzen zu können. Sie werden von den Eltern und von anderen Erwachsenen emotional unabhängig. Im weiteren Sinne bereiten sie sich sogar schon auf ein heterosexuelles Leben, auf Ehe und Familie, vor oder aber auch auf eine berufliche Karriere. Sie müssen nun eine eigene Ideologie entwickeln, also eigene Normen und Werte für sich selbst bestimmen nach denen sie ihr Handeln ausrichten. Sie erstreben das Ziel sich in der Gesellschaft sozial verantwortlich verhalten und wollen es auch erreichen. Auch die Entwicklung eigener Handlungsmuster für die Nutzung des Konsumwahrenmarktes steht mit im Vordergrund im einen eigenen Stil zu entwickeln.
Mode, Kleidung Schuhe Handy Sparbuch Getränke Eintrittskarten, z.B. fürs Kino oder für Konzerte Musik-CDs/-Kassetten Imbissbuden, McDonald's, Burger King etc. Süßigkeiten, Riegel, Eis Geburtstagsgeschenke für andere Sportartikel Körper-, Haarpflege Zeitschriften Computer, Computer-software, Videogames Salzige Knabbersachen Haarstyling Videos, Bücher, DVDs (gekaufte o. ausgellehene) Schulsachen Duft, z.B. Eau de Toilette und Parfum Taschen, Rucksäcke Im Groben kann man also zusammenfassen, dass die Hauptentwicklungsaufgabe von Jugendlichen darin besteht sich von den Eltern psycho-sozial abzulösen und eine eigene Identität zu entwickeln. Heranwachsende sind also auf der Suche nach ihrem Sinn des Lebens, sich eine eigene Lebensvision zu suchen. Damit sind Werte uns Ideale gemeint, für die es sich lohnt, zu arbeiten und seine Zeit zu investieren. Sie machen sich ganz spezifische Handlungsweisen zu Eigen und setzen sich ganz spezifische Ziele für die Zukunft, egal in welche Richtung.
Entwicklungsaufgaben von Eltern mit Jugendlichen
Wenn die Kinder in die Pubertät kommen beginnt auch für deren Eltern ein schwieriger Lebensabschnitt in der Erziehung ihrer Kinder. Denn diese werden nun langsam erwachsen und die Eltern müssen anfangen loszulassen. Die Elterliche Einflussnahme und Kontrolle gegenüber ihren Kindern nimmt im Laufe der Entwicklung der Kinder ab und die Eigenständigkeit und Selbstkontrolle des Kindes zu.
Zu einer der wichtigsten Aufgaben der Eltern gehört, dass sie versuchen die Heranwachsenden zu verstehen. Sie müssen lernen, dass sich die Zeit gewandelt hat und die Herausforderungen an die Jugendlichen heutzutage viel größer geworden sind, zum Beispiel machten sich deren Eltern früher hauptsächlich Sorgen um den Alkoholkonsum ihrer Kinder. Heute stehen Jugendlichen sämtliche Drogenarten zur Verfügung. Die Eltern müssen begreifen, dass die geschaffenen Produkte und die eigenen Werte und Erkenntnisse nur begrenzt an die nächste Generation weitergegeben werden können. Wenn die Eltern ihren Kindern erfolgreich beistehen wollen, müssen sie die Welt des Jugendlichen mit ihren Herausforderungen und ihren Gefahren kennen lernen. Sie müssen informiert bleiben um ein kompetenter Gesprächpartner zu sein. Als Eltern kann man seinem Kind auch helfen seine eigene Identität zu finden. Sie sollen mit ihm Sinnfragen diskutieren und über Persönlichkeitsstärken und –schwächen reden.
Während in den Kinderjahren das Prinzip „trainieren und unterweisen“ galt, wird es nun vom Prinzip „beraten und begleiten“ abgelöst. Der Jugendliche braucht nun größere Eigenständigkeit und Freiheit um seine Kreativität ausüben und sich auf das spätere Leben vorbereiten zu können. Es sollten zwei Botschaften an den Teenager gebracht werden. Sie sollten wissen, dass es soviel Freiheit gibt, wie Vertrauen möglich ist und dass Eigenverantwortung bedeutet, Konsequenzen selbst zu tragen auch wenn sie manchmal vielleicht nicht sehr angenehm sind.
Eine weitere Aufgabe die Erwachsenen ist es die Eigenständigkeit ihrer Kinder zu schulen. Diese brauchen in der Pubertät eine gute Beratung, aber darüber hinaus Möglichkeiten eigene Entscheidungen zu treffen und sich zu bewähren. Die Eltern sollten ihrem Kind zeigen, das sie Wachstum und Reife erwarten, aber gleichzeitig auch, dass die ihm etwas zutrauen. Sie sollten über Dinge, wie persönliche Pflege, sinnvolle Freizeitgestaltung, Arbeitsverhalten in Schule und Familie, Umgang mit Stress, eigene Geldverwaltung, Umgang mit anderen Menschen und gute Entscheidungen treffen, reden.
Für Jugendliche ist es wichtig ein ausgeprägtes Selbstwertgefühl zu besitzen, die Aufgabe der Eltern besteht darin, dies zu stärken. Um dies zu erfüllen müssen die Eltern als gutes Beispiel vorausgehen, sie müssen an sich selbst glauben, an das Kind glauben und sich so verhalten, dass ihr Kind an sie glauben kann, also vertrauenswürdig leben und aufrichtig, gerecht und natürlich sein. Sie sollen ihrem Kind helfen an sich selbst zu glauben, zum Beispiel in dem sie ihm zeigen, dass sie sich für das, was ihr Kind tut, interessieren und mal ein Fußballspiel besuchen. Vor allem sollte man die Meinung, Vorstellungen und Gefühle des Kindes akzeptieren und mit ihm über seine Einzigartigkeit sprechen. So kann das Kind Erfolge erleben, trotzdem sollte man ihm helfen Misserfolge zu umgehen.
Eltern sind also nur Begleiter die ihr Kind zur Selbstständigkeit, Eigenständigkeit und Unabhängigkeit vom Elternhaus führen und begleiten. Weiterhin müssen sie sich um die Versorgung und Betreuung der gesamten Familie kümmern. Eine schwierige Aufgabe für sie besteht darin ihre eigenen Gefühle zu verarbeiten, denn es ist nicht leicht seine Kinder gehen zu lassen, zumal man nun seine Freizeit anders gestalten muss. Viele Paare nutzen die Zeit wenn alle Kinder aus dem Haus sind wieder für ihr Eheleben und um wieder neu zueinander zu finden.
Entwicklungsaufgaben von Familien mit Jugendlichen
Der Jugendliche beschäftigt intensiv mit der eigenen Identität und dem Autonomiebestreben, deswegen ist eine Neuorientierung der Beziehungen zwischen Eltern und Jugendlichen notwendig. Den Anspruch auf zusätzliche Freiheit des Jugendlichen müssen die Eltern respektieren und ihre eigene neu gewonnene Freizeit neu strukturieren. Die emotionalen Beziehungen können durch diese neue Situation innerhalb der Familie auf die Probe gestellt werden. „Das Ausbalancieren von mehr Freiheiten und Verantwortlichkeiten für Jugendliche stellt neben der Aufrechterhaltung der familiären Stützungsfunktion eine zentrale Entwicklungsaufgabe von Familien mit Jugendlich dar.“ (vgl. MANSEL&HURRELMANN 1991) Die Jugendlichen lösen sich innerlich von der Familie und verselbstständigen ihre Freizeitaktivitäten, dadurch büßt die Familie ihren Charakter als primäre Bezugsgruppe ein, aber bleibt dennoch eine Stütze für den Jugendlichen. Das Abhängigkeitsverhältnis zur Herkunftsfamilie bleibt jedoch weiterhin durch die finanzielle und materielle Abhängigkeit bestehen. Eine gute Qualität der Beziehung ist von Vorteil für das Miteinander. Wichtig ist die Kommunikation zwischen beiden Seiten zu pflegen.

Stellungnahme
Die Übersicht über Entwicklungsaufgaben ist eine gute Orientierung vor allem für Eltern die daran erkennen können ob ihr Kind altersgerecht entwickelt ist. Jugendliche könnte dies eher verwirren, wenn sie merken, dass sie noch nicht so weit wie andere, oder schon sehr viel weiter entwickelt sind. Das würde die Unsicherheit der Jugendlichen nur noch mehr verstärken und nicht grade zu einem großen Selbstwertgefühl führen. Man sollte diese Entwicklungsaufgaben also nur als Bezugssysteme sehen, jedenfalls so weit, dass man das einhalten der Aufgaben berücksichtig, denn die Altersgrenzen dazwischen sind variabel. Einige Entwicklungsaufgaben sollte man als Angebote mit Empfehlungscharakter verstehen, andere sind Forderungen die durch Sanktionen gestützt sind. Gut ist das nicht alle Aufgaben vorgegeben sind, ein weiterer Teil setzt sich aus persönlichen Zielen und Projekten zusammen. Die Entwicklungsaufgaben gliedern also den Lebenslauf und geben einzelne Sozialisationsziele vor. Die nicht altersgerechte Bewältigung der Entwicklungsaufgaben wird in der Gesellschaft wenig respektiert. Den Jugendlichen wird von Erwachsenen, je nach dem ob sie die Aufgaben zu früh, zum richtigen Zeitpunkt oder zu spät lösen, Überraschung, Achtung oder Mitleid entgegen gebracht.
Ich denke, dass die Jugendlichen dadurch nur unter Druck gesetzt werden und nur noch versuchen es anderen recht zu machen. Sie vergessen dabei ihre eigentlichen Ziele und Wünsche und werden so auf dem Weg zur eigenen Identitätsbildung behindert. Außerdem kann es, wenn man den Entwicklungsaufgaben nicht gewachsen ist, zu Verhaltensstörungen, Drogenkonsum, Magersucht und sogar zu Suizid führen.

Jugendszene
Eine Jugendszene ist eine Richtung, welche man als Szene bezeichnen kann, wenn dort Menschen freiwillig gemeinsame Interessen, Wertvorstellungen und Freizeitaktivitäten entwickeln oder wenn sie ganz einfach die gleichen Konsumartikel schön finden.

Peer-group
Mit diesem Begriff wird eine Gruppe von Jugendlichen im selben Alter bezeichnet. Entwickelt wurde dieser Begriff in der US-amerikanischen Soziologie. „Peer“ bedeutet aber nicht nur das man das selbe Alter hat, sondern auch gleich ist von Rang und Status. Peer-groups übernehmen bei Kindern und Jugendlichen wichtigste Sozialisationsfunktionen. Ebenso dienen sie der Emanzipation vom Elternhaus. Die Jugendlichen orientieren sich mehr an der Gleichaltrigengruppe und nicht mehr so sehr stark an den Eltern oder anderen Erwachsenen.
Identitätsbildung von Jugendlichen
Jugendliche wollen ihre eigene Identität finden, wollen anders als ihre Eltern sein. das Bedürfnis nach Unabhängigkeit und von Gleichaltrigen anerkannt zu werden und sich unter ihnen zu bewähren sind enorm wichtige Themen für einen Heranwachsenden.
Die Zuordnung zu einer Peer-group oder Jugendszene findet man meistens bei den Jugendlichen, die nicht genau wissen wo sie sich einordnen sollen, bei Kindern oder bei Erwachsenen? Dies führt zu einer Identitätskrise, welche wiederum bei manchen Jugendlichen verständlicherweise zu Spannungen mit der Umwelt und mit ihren Eltern führt. Solche Jugendliche schaffen sich dann eine so genannte Subkultur. Dies ist ein Versuch eine eigene Identität auszurichten. Da auf unsere Generation heute andere Faktoren wirken als es noch bei unseren Eltern der Fall war, können wir uns nicht mehr so stark an ihnen orientieren und richten uns deswegen nach der Gleichaltrigengruppe, der Peer-group. Innerhalb von Schulen kann man etwa acht bis zehn unterschiedliche Gruppen von Schülern beobachten, zum Beispiel die Fixer, die Angeber und die Abgebrannten, dann kommen die Sportler und Stimmungsmacher, Politische und Musterschüler usw.. die jugendlichen fühlen sich unsicher und suchen sich deswegen eine Gruppe an der sie sich orientieren können. Die jungen Leute überlegen sich, zu welcher Gruppe sie gehören wollen. Ihren Entschluss kann man der Aufmachung, ihrer Musik und ihren „Sprüchen“ erkennen
Jugendliche stehen unter einem gewissen Gruppendruck und gehen mit der Masse, was zum Beispiel bestimmte Modestile betrifft, da sie ihren persönlichen Stil noch nicht gefunden haben. Sie stehen unter dem Druck, sexuell aktiv zu werden, unter dem Druck gut auszusehen, unter dem sozialen Druck durch Partys und Drogen und unter dem Druck durch Materialismus, Cliquen und Vorurteile, sowie der geistliche Druck unter dem Jugendliche stehen. Wenn man gegen den Strom schwimmt kann es passieren, dass man von Gleichaltrigen ausgelacht wird und in dem Alter ist das Selbstbewusstsein meist auch noch nicht so ausgeprägt, dass der Jugendliche seine Meinung auch durchsetzen kann.
In meinen Erfahrungen habe ich schon oft mitbekommen das Jugendliche gemoppt wurden da sie nicht die neue stylische Markenjeans trugen. Einige von ihnen kauften sich daraufhin auch so eine Hose obwohl sie das Geld eigentlich für etwas ganz anderes gespart hatten.
Aber auch lernen Jugendliche im Zusammensein mit Gleichaltrigen soziale Verhaltensweisen, der Jugendliche kann auf diesem „Spielfeld“ seine Grenzen austesten, den Umgang mit anderen erlernen, eigene Grenzen auszutesten und den Übergang ins Erwachsenensein zunächst im geschützten Raum der Gleichaltrigen zu erfahren. Sie dienen darüber hinaus auch dem gegenseitigen Austausch zum Beispiel über Probleme. Im problematischen Umfeld können Peer-groups Jugendliche zu Gewalthandlungen veranlassen und einen dominierenden Einfluss ausüben. Es kann zu gewalttätigen Handlungen, Drogenkonsum und Risikoverhalten veranlassen und über Aufnahmerituale, Mutproben und Erpressungen können sie einen schädigenden Einfluss besonders auf identitätsschwache Jugendliche ausüben.
Auch bei Jugendszenen wird Einfluss auf die Identität des Jugendlichen genommen.

Gothic
klingt mittelalterlich, dunkel und mystisch, jedoch zugleich - aufgrund des Anglizismus - irgendwie 'modern'
kennzeichnend für die 'Gothic-Szene' sind Widersprüchlichkeiten
hängt Einerseits einer längst vergangenen Zeit romantisierend nach und verleiht dem in ihrem Lebens- und Kleidungsstile deutlich Ausdruck
andererseits pflegt sie durch ihren Fokus auf Ästhetik und Individualität eine ausgeprägt spätmoderne Existenzform
gilt immer noch als missverstanden und geheimnisumwittert
allgemeinen Interessenskomplexe bilden den Hintergrund für spezifischere kollektive Werthaltungen und Gefühlslagen
Traurigkeit, Melancholie und Demut stehen im Vordergrund
die Gothics sehen Ihre spezifischen Haltungen und Weltdeutungsmuster in einem eigenständigen "schwarzen Kosmos", der sie von der (begrenzten) 'Normalgesellschaft' abhebt
die individuelle Kreativität wird besonders groß geschrieben
es gibt den klassischen Gothic-Stil, den Romantik-Stil, den Industrial-Stil, den Cyber-Gothic-Stil usw.
kunstvolles Make-up ist sehr kennzeichnend für diese Szene und auch bei Männern nicht ungewöhnlich
die Mitglieder tauschen sich häufig im Internet aus
Kritik an der gegenwärtigen Gesellschaft löst eine Suche nach alternativen Sinnangeboten aus
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-Entwicklungsaufgaben von Eltern sowie Jugendlichen -wichtige Begriffsklärungen (5374 Wörter)
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23.04.2008 von hannam.p
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