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Praktikumsbericht

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Praktikum in einer Apotheke



Schülerin:

Klasse:

Koordinator:

Lehrerin:
Art des Praktikums: schulisches Berufspraktikum
Berufszweig: Krankenhausapotheke

Einrichtung:
Berufsfelder: pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA) und Apothekerin
Inhaltsverzeichnis
1) Die Einrichtung. 3
2) Marktentwicklung und Reaktion der Apotheke. 6
3) Arbeitsplatz. 7
4) Interessenvertretung. 10
5) Betrieb, Umweltschutz, Arbeitsmedizin. 11
6) Tagesberichte. 12
7) Schlussreflexion. 15
1) Die Einrichtung
1.1. Bezeichnung der Einrichtung
Apotheke

1.2. Branche/Geschäftzweig
Bei dieser Apotheke handelt es sich um eine Krankenhausapotheke. Ihre Räume befinden sich im Versorgungsgebäude neben dem Krankenhaus. Das Krankenhaus und das Versorgungsgebäude sind unterirdisch miteinander verbunden.
1.3. Art der Produkte und Dienstleistungen
Die umfangsreiche Versorgungsaufgabe der Apotheke lässt sich in 3 Kernbereiche unterteilen: Versorgung der Patienten mit Arzneimitteln, Arzneimittelinformation und Eigenherstellung. Zur Versorgung der Patienten mit Arzneimitteln gehören sachgemäße Lagerhaltung der Arzneimittel, kurzfristige Beschaffung von Arzneimitteln, die nicht in der Arzneimittelliste des Hauses stehen, die tägliche Belieferung der Stationen und Kontrolle der Arzneimittelvorräte auf den Stationen. Des Weiteren versorgt die Apotheke Stationen, Institute und Forschungseinrichtungen des Klinikums mit medizinischen und technischen Gasen, Labordiagnostika und Chemikalien.
In der Arzneimittelinformation wird die Tätigkeit der Ärzte- und Pflegeteams durch Bereitstellung von Informationen und durch Beratung bei konkreten Problemstellungen unterstützt. So werden zum Beispiel Hinweise zur korrekten Anwendung von Medikamenten gegeben sowie Fragen zu Neben- und Wechselwirkungen oder Unverträglichkeit beantwortet. Besonders wichtig ist ebenfalls die Beratung der Ärzte zu einer möglichst kostengünstigen Arzneimittelanwendung.
Die Eigenherstellung eines Arzneimittels ist immer dann erforderlich, wenn es in entsprechender Zusammensetzung oder Stärke auf dem Markt nicht verfügbar ist. Die Herstellung in der Apotheke umfasst die Bereiche Rezeptur, Defektur und Mischinfusionsherstellung. Hinzu kommt der wichtige Bereich der Zentralen Zytostatika–Zubereitung. Rezepturen sind Einzelanfertigungen auf ärztliche Anforderung. Defektur–Mittel werden auf Vorrat hergestellt. Im Bereich „Mischinfusionsherstellung“ werden individuelle Mischbeutel zur parentalen Ernährung hergestellt. In der „Zentralen Zytostatika–Zubereitung“ werden die für Krebstherapien nötigen Arzneimittel für den einzelnen Patienten gebrauchsfertig gemacht.
Es geht in der Apotheke jedoch nicht nur um Arzneimittel, sondern auch um die Aus- und Weiterbildung des Pflegepersonals, die Teilnahme an klinischen Studien und die Ausbildung von Nachwuchsapothekerinnen und -apothekern.
1.4. Rechtsform der Einrichtung sowie die rechtliche Grundlegung
Die Apotheke ist eine Einrichtung des Universitätsklinikums Aachen und gehört zu den Logistikcentern. Das heißt, dass der Klinikum die Apotheke betreibt. Die Vorraussetzung ist jedoch, dass als Leiter(in) ein(e) Apotheker(in) eingestellt ist.

1.5. Unternehmensstruktur
Die Apotheke wird von einer Chefapothekerin geleitet. Die Apotheke ist in verschiedene Bereiche unterteilt: Rezeptur, Arzneimittelausgabe, Büro, Zytostatika–Abteilung, Analytik und die Mischinfusionsherstellung. Diese Bereiche arbeiten Hand in Hand. So werden zum Beispiel in der Analytik Arzneistoffe überprüft, aus denen in der Rezeptur Arzneimittel hergestellt, die bei der Arzneimittelausgabe wieder abgegeben werden.
1.6. Wirtschaftliche Verflechtung
Öffentliche Apotheken kaufen die Arzneimittel, die sie vertreiben, bei Großhändlern, deshalb sind diese Arzneimittel sehr teuer, weil alle Beteiligten etwas an dem Verkauf verdienen wollen. Klinikapotheken können direkt bei den Pharmaunternehmen einkaufen. Dadurch sind die Arzneimittel deutlich preiswerter. Nur Arzneimittel, die kurzfristig beschafft werden müssen, werden bei einem Großhändler bestellt.
1.7. Infrastruktur
Die Apotheke hat einige Räume im Versorgungsgebäude, dieses liegt direkt neben dem Krankenhaus.
1.8. Personalstruktur der Einrichtung
In der Einrichtung gibt es verschiedene Qualifikationen: Apothekerinnen und Apotheker, pharmazeutisch–technische Assistentinnen (PTA), pharmazeutisch–kaufmännische Angestellte (PKA), Lagerarbeiter und Putzfrauen.
Die Apotheke des UK Aachen beschäftigt insgesamt 39 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Jeder der in 1.5. genannten Bereiche wird von einer Apothekerin oder einem Apotheker geleitet. Im Urlaubs- oder Krankheitsfalle vertreten sich die Apotheker gegenseitig.
In der Rezeptur arbeiten 2 Apothekerinnen und eine PTA. In der Abgabe sind hauptsächlich PKAs beschäftigt, sie füllen die Kästen für die Stationen. Diese werden von PTAs oder Apothekerinnen oder Apothekern kontrolliert. 4 Lagerarbeiter füllen die Arzneimittelvorräte in den Regalen der Arzneimittelabgabe auf und machen die Kisten für die Stationen versandfertig, indem sie sie mit Deckel und Plombe versehen. In der Zytostatika–Abteilung werden Krebsmedikamente hauptsächlich von PTAs hergestellt. Auch für die Stationsbegehungen sind Apothekerinnen und Apotheker zuständig.
In der Analytik arbeiten ausschließlich Apothekerinnen und Apotheker.
Die Mischinfusionen werden von PTAs und Apothekerinnen bzw. Apothekern hergestellt.

1.9. Fort- und Weiterbildung
Es finden regelmäßig Weiterbildungsseminare statt, bei denen man eine Zertifikation erreichen kann, die 3 Jahre gültig ist. Durch die Teilnahme an solchen Seminaren sammelt man Punkte. Wenn man 60 Punkte gesammelt hat, bekommt man ein Zertifikat.
Außerdem gibt es Fortbildungen zu neuen Sicherheitsmaßnahmen und bei Änderung wichtiger Gesetze und Vorschriften.
Jede Apothekerin und jeder Apotheker kann ebenfalls an einer Weiterbildungsmaßnahme teilnehmen, durch die sie bzw. er Fachapotheker/in für klinische Pharmazie wird.
2) Marktentwicklung und Reaktion der Apotheke
2.1. Gesellschaftliche, politische und gesetzliche Rahmenbedingungen
Mit der Gesundheitsreform sind auch einige Änderungen für die Krankenhausapotheke in Kraft getreten.
Die Krankenhausapotheke darf jetzt ambulante Rezepte von Patientinnen und Patienten annehmen, die im Krankenhaus behandelt werden. Es müssen für ambulante Rezepte immer die preiswertesten Medikamente verwendet werden. Das heißt, Originalmedikamente dürfen meist nicht verwendet werden, da sie viel teurer sind als Generika.
2.2. Marktposition der Einrichtung
Apotheken von Universitätskrankenhäusern stehen auf dem Arzneimittelmarkt an oberster Stelle. Die Pharmaunternehmen verkaufen ihre Produkte am liebsten an diese Apotheke, danach kommen die normalen Krakenhausapotheken und die Großhändler, die die Arzneimittel an die öffentlichen Apotheken weiter verkaufen.
Bei bestimmten Erkrankungen müssen die Patienten ein bestimmtes Arzneimittel ihr ganzes Leben lang einnehmen. Für die Pharmaunternehmen ist es günstig, wenn Patienten auf ihre Medikamente eingestellt werden. Daher bieten sie ihre Produkte den Kliniken günstig an.
2.3. Rationalisierungsmaßnahmen
Die Apotheke versucht mit möglichst wenig Personal auszukommen und auch den Zeitaufwand möglich gering zu halten.

2.4. Qualitätsmanagement
Um eine sehr hohe Qualität der Arzneimittel, auch wenn die selber hergestellt wurden, zu gewährleisten, gibt es Hygienevorschriften für Personal, Räume und Geräte sowie Vorschriften zum Schutz der Arzneimittel, die zwingend eingehalten werden müssen. Außerdem wird das so genannte Vier-Augen-Prinzip angewendet, das heißt, wenn jemand eine Rezeptur anfertigt, muss er sich jede Einwägung von einer zweiten unabhängigen Person bestätigen lassen.
3) Arbeitsplatz
3.1. Beschreibung des Arbeitsplatzes
Ich war hauptsächlich in der Rezeptur tätig, dort werden Sonderanforderungen der Stationen und Defekturen (z.B. Nasensalbe) hergestellt.
Ich hab allerdings nicht nur in der Rezeptur gearbeitet. Auch die Labore, die zu den Bereichen Analytik, Mischinfusionsherstellung und Zytostatika–Herstellung gehören, habe ich kennen gelernt, sowie die Arzneimittelausgabe und einige Stationen des UKA bei Stationsbegehungen.

3.2. Art der Tätigkeit
Meine Hauptaufgabe bestand darin, unter Aufsicht Lösungen und Gemische herzustellen, abzufüllen, die Flaschen bzw. Tuben zu verschließen und mit Etiketten, die die Inhaltstoffe bezeichnen und auf Gefahren, Informationen zur Anwendung und wichtige Lagerbedingungen hinweisen, zu versehen. Eine weitere sehr wichtige Aufgabe der Apotheke ist die Vernichtung von Betäubungsmitteln (BTMs). Bei diesen Vernichtungen durfte ich zusehen und auch selber BTMs vernichten. Granulat und der Inhalt von Kapseln werden mit Wasser aufgeschwemmt, Tabletten zerstoßen und ebenfalls mit Wasser aufgeschwemmt, Ampullen geöffnet, deren Inhalt mit Wasser gemischt, das Glas zerstoßen und in den Mülleimer geworfen.
Außerdem habe ich geholfen, Arzneimittel in der Ausgabe zu kontrollieren, in Kisten zu verpacken, Flaschen aus dem Lager im Keller zu holen, Analysen von neu gelieferten Arzneistoffen durchzuführen und die Arzneimittel der Stationen auf Haltbarkeit und ordnungsgemäße Aufbewahrung zu überprüfen. In der Ausgabe müssen jeden Tag die Arzneimittel, die nicht in der Apotheke hergestellt werden, geprüft werden. Im Rahmen dieser Prüfung werden von allen Arzneimitteln, die geprüft werden, das Prüfdatum, die Bezeichnung, die Packungsgröße, der Hersteller und die Chargenbezeichnung in eine Liste eintragen (Beispiel s. Anlage Nr. 7). Danach muss die zu prüfende Packung geöffnet werden, um nachzusehen, ob die Packungsbeilage vorhanden ist und ob die richtige Packungsgröße vorliegt. Wenn sie zugeklebt waren, wird sie nach der Prüfung mit einem Etikett, auf dem das Datum und der Grund der Öffnung stehen, wieder verschlossen. Nun werden die Arzneimittel noch einer sogenannten Organoleptischen Prüfung unterzogen. Eine Organoleptische Prüfung ist die Beurteilung des Geruchs und Geschmacks von Lebensmitteln nach weitgehend messbaren und reproduzierbaren Maßstäben, d.h. man muss die Tabletten, Kapseln oder Flüssigkeiten ansehen und, wenn einem etwas auffällt, einem Apotheker Bescheid sagen. Wenn etwas mit den Arzneimitteln nicht stimmt, müssen diese Auffälligkeiten der Arzneimittelkommission gemeldet werden, diese überprüft die Auffälligkeit und veröffentlicht dann ggf. einen Arzneimitterückruf in den führenden Fachzeitschriften, zum Beispiel „Die Apotheker Zeitung“.
In der Analytik werden neu gelieferte Arzneistoffe überprüft, um sicher zu gehen, ob auch das in dem Behälter ist, was außen drauf steht. Die Identität eines Stoffes kann zum Beispiel durch eine IR-Analyse (Infrarot-Analyse) bestätigt werden. Dazu wird der zu testende Stoff in einem Achat-Mörser mit Kaliumbromid gemischt. Aus diesem Gemisch wird ein hauchdünnes Plättchen (s. Anlage Nr. 6) gepresst, das man dann in ein Gerät einlegt, das die IR-Anlayse durchführt. Anhand eines Diagramms, dass das Gerät aufzeichnet (s. Anlage Nr. 9), kann überprüft werden, ob es sich um den angegeben Stoff handelt. Außerdem können noch die Schmelztemperatur und die Löslichkeit in Wasser (H2O) und in wasserfreiem Ethanol (EtOH) und der Brechungsindex zum Identitätsnachweis herangezogen werden. Alle Ergebnisse werden in einem Prüfungsprotokoll (s. Anlage Nr. 8) festgehalten, dieses muss 3 Jahre aufbewahrt werden. In der Analytik werden jedoch nicht nur gelieferte Stoffe, die zur weiteren Verarbeitung bestimmt sind getestet.
Auch Arzneimittel, die in der Rezeptur hergestellt werden und in zu starker Dosierung tödlich sein können, werden in der Analytik überprüft. Dazu wird ein Verfahren angewendet, das sich „Direkttitration nach Mohr“ nennt. Dies ist ein Verfahren zur Gehaltsbestimmung. Es wird so lange Silbernitrat (AgNo3) unter Schütteln in eine verdünnte Probe der Testlösung gegeben, bis sich das gelbe Kaliumchromat, das als Indikator dient, braun färbt. Nun kann man die Menge, die man an Silbernitrat dazu gegeben hat, ablesen und den prozentualen Gehalt, also die eigentliche Konzentration, bestimmen.
In der Zytostatika–Abteilung durfte ich leider nur zugucken, wie die Arzneimittel zur Behandlung von Krebs hergestellt werden, da der Umgang mit diesen Arzneimitteln sehr gefährlich ist.

3.3. Dienstliches Umfeld
Kunden der Apotheke sind die Ärzte, Krankenschwestern, Pfleger und letztendlich auch die Patienten des Krankanhauses.
Meine Vorgesetzen waren die Leiterin des Apothekencenters, und die Leiter der einzelnen Abteilungen der Apotheke. Meine Kolleginnen und Kollegen waren alle anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Apotheke, die PTAs, die PKAs und die Lagerarbeiter.

3.4. Räumlichkeiten
Die Rezeptur besteht aus 3 Arbeitsräumen mit verschiedener Ausstattung. Außerdem gehören noch einen Kühlraum (+2°C - +8°C), in dem hauptsächlich Flüssigkeiten lagern, und der sogenannte Pulverraum, in dem hauptsächlich Feststoffe lagern, zur Rezeptur.
Des weiteren verfügt die Apotheke über einen großen Verkaufsraum, ein Analyselabor, ein Labor zur Zytostatika-Herstellung, ein Labor zu Herstellung von Mischinfusionen, einen Raum mit Spülbecken und der Destillationsanlage, einen Raum, in dem verschiedene Computer stehen und in dem man die Herstellungsprotokolle und den Etikettendrucker findet, er wird „Die Salbe“ genannt. Des weiteren gibt es einen Pausenraum, einen Besprechungsraum und mehrere Büroräume.
3.5. Was ist an dem Arbeitsplatz interessant?
Ich finde es sehr interessant, zu sehen, wie bei einem sehr lockeren Betriebklima gearbeitet wird. Jeder Handgriff sitzt perfekt, alle Abteilungen arbeiten Hand in Hand. Außerdem finde ich es interessant, selber Lösungen und Arzneimittel herzustellen und zu sehen, wie hoch komplizierte Tätigkeiten von geübtem Fachpersonal ohne größere Probleme ausgeführt werden. Es ist ebenfalls sehr interessant zu sehen, wie unterschiedlich die Räume ausgestattet sind und was für ein breites Spektrum an Produkten und Dienstleistungen eine Krankenhausapotheke im Vergleich zu einer öffentlichen Apotheke anbietet.
3.6. Welche Belastungen treten auf?
Den Beruf finde ich sehr anstrengend, weil fast alle Tätigkeiten im Stehen ausgeübt werden, man den ganzen Tag unterwegs ist und ich es nicht gewöhnt bin, den ganzen Tag zu arbeiten. Manchmal stellen auch die verschiedenen Gerüche der Chemikalien eine Belastung dar.
4) Interessenvertretung

4.1. Personalrat
Das Krankenhaus hat 2 Personalräte: einen für das wissenschaftliche Personal und einen für das nicht wissenschaftliche Personal. Nun sollte man ja meinen, das die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Apotheke zum wissenschaftlichen Personal gehören. Da die Apotheke aber der Verwaltung unterstellt ist gehören die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Apothekencenters zum nicht wissenschaftlichen Personal.
Der Personalrat muss allen Änderungen, durch die sich der Arbeitsplatz eines Angestellten verändern kann, zustimmen, auch wenn beispielsweise nur ein neuer Computer angeschafft wird. Außerdem entscheidet der Personalrat über die Einstellung einer neuen Arbeitskraft und vieles mehr.
4.2. Gleichstellungsbeauftragte
Das Klinikum beschäftigt eine Gleichstellungsbeauftragte, die für die Gleichberechtigung der Frauen verantwortlich ist. Allerdings würden die Männer in einigen Abteilungen des UK, zum Beispiel der Apotheke, einen Gleichstellungsbeauftragten brauchen.

4.3. Tarifverbände
Es gilt für die Besoldung der Angestellten einer Klinikapotheke der Bundesangestelltentarif (BAT). Die Berufsvertretung wird von der Gewerkschaft VdLA wahrgenommen.
5) Betrieb, Umweltschutz, Arbeitsmedizin
5.1. umweltschädliche Stoffe, gesetzliche Auflagen
Gefährliche Stoffe sind mit den entsprechenden Gefahrensymbolen gekennzeichnet.
Wenn solche Stoffe in der Apotheke verwendet werden, so müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Gefahrenstoffgesetz und die Entsorgungshinweise beachten.
5.2. Arbeitsmedizinische Versorgung
Auch hier gelten die Hygienevorschriften für Personal, Räume und Geräte. Außerdem gibt es Bestimmungen zum Eigenschutz, die beim Arbeiten mit Arzneimitteln beachtet werden müssen. Das Personal wird in regelmäßigen Abständen untersucht und alle Angestellten sowie neue Beschäftigten müssen regelmäßig an Seminaren zur Arbeitsmedizinischen Versorgung teilnehmen.
6) Tagesberichte
6.1. Tag: 5 Freitag, 18.02.2005
Jeden Freitag Morgen wird aus der Destillationsanlage eine Probe gezogen und zur Mikrobiologie geschickt. Dort wird kontrolliert, ob das Wasser keimfrei ist, deshalb wird die Probe in sterile Fläschchen abgefüllt.
Sehr interessant war zu sehen, wir Betäubungsmittel zerstört werden. Nach diesen beiden hoch interessanten Beobachtungsaufgaben durfte ich 4x 200g Salbeiblätter abfassen. Danach stellten wir 2x Mundspüllösung á 12l her. Dazu mischten wir 120g Natriumhydrogencarbonat, 8907g aqua dest., 600g Hexoral, 480g Nystatin Suspension und 2,5g Orangenaroma. Diese Mischung füllten wir in 24 Flaschen á 500ml ab.
Nun nahm ich wieder an einer Stationsbegehung teil, diesmal ging es zur Abteilung für Neurologie in die Station für Endoskopie. Da dort nur sehr wenig Arzneimittel benötigt werden, nahmen wir um so genauer die Spritzen und Kanülen unter die Lupe.
Als wir wieder zurück in der Apotheke waren, durfte ich in der Analytik helfen. Zuerst analysierten wir Mannitol, dazu führten wir eine IR-Analyse (s. 3.2.), bestimmten die Schmelztemperatur und überprüften die Löslichkeit in Wasser (H2O) und wasserfreiem Ethanol (EtOH).
Als zweites überprüften wir einen Eimer mit Kühlsalbe. Dazu suchten wir uns aus der entsprechenden Literatur die Angaben für das Aussehen und den Geruch. Diese Angaben stimmten mit denen des vorliegenden Stoffes überein. Nun überprüften wir noch die Kühlwirkung. Dazu durfte ich ein bisschen Substanz auf meinem Handrücken verteilen, die Kühlwirkung war vorhanden, auch hier wurde wieder ein Prüfungsprotokoll geschrieben.
Als letztes testeten wir noch Lavendelöl, indem wir den Berechungsindex und die Löslichkeit in Wasser (H2O) und in wasserfreiem Ethanol (EtOH) bestimmten.
Nach meiner Mittagspause arbeitete ich wieder in der Rezeptur. Wir stellten 3%ige Wasserstoffperoxidlösung (H2O2) her, dazu mischten wir in 8980g aqua dest., 1000g Wasserstoffperoxid 30% und 20g Phosphorsäure 25%. Diese Lösung füllten wir in blaue säurebeständige Plastikflaschen und versahen sie mit roten Etiketten.
Nun füllte ich noch einmal 4x 200g Salbeiblätter ab. Danach entleerten wir die Destillationsanlage und sterilisierten sie. Im Keller holten wir das sterilisierte Glycerin ab, etikettierten es, räumten die Arbeitsflächen auf, wischten sie sauber und badeten die Blutegel (s. Anlage Nr. 14).
6.2. Tag: 7 Dienstag, 22.02.2005
Heute morgen war ich in der Arzneimittelausgabe tätig. Zuerst durfte ich die Prüfung von nicht in der Apotheke hergestellten Arzneimitteln durchführen (s. 3.2.). Dazu sah ich in der Liste nach, welches Arzneimittel als letztes geprüft worden war, und nahm mir von den 5 im Alphabet nachfolgenden Arzneimitteln je eine Packung raus und überprüfte sie. Da mir nichts aufgefallen ist, konnte ich die Arzneimittel wieder einpacken und an ihre Plätze zurück bringen
Nun durfte ich ein paar kleine Anforderung von Stationen zusammen suchen und in Kisten packen.
Nach der Mittagspause hatte ich die Gelegenheit, in der Analytik bei einer Direkttitration der am Tag zuvor hergestellten 26,12%igen Kaliumchloridlösung zuzugucken. Leider schafften wir nur die erste Charge, die zweite und dritte bestimmten wir am nächsten Tag (Ergebnistabelle s. Anlage Nr. 10).
6.3. Tag: 9 Donnerstag, 24.02.2005
Heute stand ein große Auftrag an, wir mussten für das Lager 6000 Kapseln mit Aptamil FMS füllen. FMS ist ein Muttermilch-Supplement, es enthält wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Wenn Frauen Muttermilch abpumpen wird dieses Supplement dazu gegeben, um die Kleinkinder zusätzlich in der Entwicklung zustärken.
Um Zeit zu sparen, benutzten wir die große Kapselfüllmaschine. Mit Hilfe einer anderen Maschine füllten wir die Kapseln in die Steckbretter. Diese setzten wir auf die Kapselfüllmaschine. Dann wurden sie von uns mit Hilfe der Maschine geöffnet, gefüllt und wieder verschossen, diesen Vorgang wiederholten wir 40 mal. Die gefüllten Kapseln füllten wir zu je 600 Stück in braune Gläser und versahen diese mit Etiketten. Für die Füllung von 150 Kapseln benötigten wir 63 g Aptamil FMS. Wir nahmen 4 Fantaschalen und füllten jede mit 63 g Muttermilch-Supplement. Jedesmal wenn alle 4 Schalen leer waren, konnten wir die Kapseln in ein Glas füllen, da wir uns so sicher sein konnten, das immer 600 Kapseln in ein Glas kommen.
Nachdem wir diesen Großauftrag bewältigt hatten, machte ich Mittagspause.
Als meine Arbeitszeit wieder anfing, durfte ich Betäubungsmittel vernichten (s. 3.2.). Danach wurden in der sterilen Bank Augentropfen mit dem schönen Namen „Aachener-Cocktail“ hergestellt. Da vor der sterilen Bank nur eine Person Platz findet, schaute ich zu.
Auf dem Rezepturenzettel stand mittlerweile eine neue Anforderung. Also stellten wir 100g 0,5%ige Silbernitratlösung her.
Nachdem ich diese Rezeptur in unser Rezepturenfach gestellt hatte, befand sich bereits eine neue Anforderung auf dem Zettel. Wir sollten 200 Kapseln füllen. Hierzu benutzten wir die kleine Kapselfüllmaschine, da es sich nicht gelohnt hätte, die große Maschine ein zweites mal auszupacken.
Als ich endlich Feierabend hatte, konnte ich keine Kapseln mehr sehen.
6.4. Tag: 10 Freitag, 25.02.2005
Zu Begin meines letzten Praktikumstages durfte ich 10%ige Salicylsäurensalbe herstellen. Dazu mischte ich 120g Salicylsäure (in Pulverform) und 150g dickflüssiges Paraffinöl. Nachdem sich die Stoffe gut vermischt hatten, gab ich schrittweise weiße Vaseline dazu, bis die Masse 1500g wog. Durch die viele Vaseline konnte ich die Salbe nur schwer rühren, deshalb stellte ich die Schüssel in die kleine Schalenrührmaschine und schaltete diese für 4 Minuten ein. Danach füllte ich die Salbe in 10 150g Kruken, verschloss diese und versah sie mit Etiketten. Nach der Frühstückspause wogen wir 7,5g Harnstoff ab und mischten diesen mit 92,5g Kühlsalbe. Nun durfte ich bei der Herstellung von öligen Dronabinol-Tropfen 2,3% helfen. Dronabinol ist der Hauptbestandteil von Haschisch und fällt deshalb unter das Betäubungsmittelgesetz. Dronabinol ist ein Harz ähnlicher Stoff, er wird in einer Spritze geliefert. Um ihn von der Spritze in ein Becherglas umfüllen zu können, muss man ihn mit einem Föhn erhitzten, gleichzeitig muss man Triglyceride im Wasserbad auf 60-80°C erhitzten. Wenn man das Dronabinol aus der Spritze in ein Becherglas gefüllt hat, sollte man die Spritze mit Triglyceride nachspülen. Damit sich das Dronabinol im Triglyceride löst, muss man das Gemisch ebenfalls im Wasserbad erhitzten, bis keine Schlieren mehr im Gemisch erkennbar sind. Die Flasche, in die das ölige Dronabinol-Triglyceride-Gemisch füllte wird, muss mit einem kindersicheren Verschluss versehen werden.
Auf dem Rezepturenzettel stand noch keine neue Anforderung, deshalb stellten wir die Herverios-Hausrezeptur her, dazu mischten wir 1,5g Aminoquinuriddihydrochlorid, 3,0g Tetracainhydrochlorid und füllten bis 300,0g Glycerin 85% auf. Da sich die Aminoquinuriddihydrochlorid und Tetracainhydrochlorid nur schwer in Glxcerin lösen, mussten wir die Rezeptur für 90 Minuten auf eine Heizplatte stellen.
In der Zwischenzeit stellten wir ACT-Mundgel her, dazu mussten wir 498,62mg Tobramycinisulfat in 20ml destilliertem Wasser und 568,72mg Colistinsulfat in 40ml destilliertem Wasser lösen. In einer großen Metallschüssel mischten wir 20,4g Ampho Moronal Suspension, die Tobramycinsulfat- und die Colistinsulfatlösung. Nun gaben wir noch 119,69g ACT Gelgrundlage dazu. Das entstandene Mundgel füllten wir in 10 Flaschen á 20g.
Nach der Mittagspause durfte ich die Herverios Hausreptur in 30 Fläschchen zu je 10g abfüllen. Danach brachten wir 7 Pinzetten und 7 kleine Bechergläser zur Zentralsterilisation, dort werden die Sachen sterilisiert und steril verpackt. Außerdem wird dort auch OP-Kleidung wieder sterilisiert und steril verpackt.
Zum Schluss meines Praktikums durfte ich BTMs vernichten. Danach wurde ich verabschiedet.
7) Schlussreflexion
7.1. Zusammenfassende Beschreibung und Bewertung des Praktikums
Während meines Praktikums in der Apotheke habe ich einen Einblick in die verschiedenen Aufgabenbereiche einer Krankenhausapotheke bekommen. Ich konnte in alle Abteilungen reinschnuppern und ihre Vor- und Nachteile kennen lernen. Ich fand das Praktikum sehr abwechslungsreich und ich habe mir ein Bild von den Tätigkeiten in einer Krankenhausapotheke machen können.
7.2. Entspricht dieser Berufszweig meinen Interessen, Fertigkeiten und Fähigkeiten?
Die Berufszweige in der Krankenhausapotheke entsprechen voll und ganz meinen Interessen. Sowohl mein Lieblingsfach Chemie als auch meine Liebe zu Ordnung und sorgfältigem Arbeiten kommen in einer Krankenhausapotheke zur Geltung. Ich denke die Fähigkeiten für einen pharmazeutischen Beruf zu haben.
7.3. Inwiefern hat mir das Praktikum neue Einsichten vermittelt und meine Vorstellungen korrigiert?
In den Sommerferien hatte ich bereits eine öffentliche Apotheke kennen gelernt, daher hatte ich schon einen Einblick in den Alltag einer Apotheke. Die Krankenhausapotheke ist ganz anders aufgebaut als eine öffentliche Apotheke. Es gibt keinen direkten Kontakt mit den Patienten und es werden viel mehr Arzneimittel selber hergestellt und kontrolliert. Außerdem werden in der Krankenhausapotheke sehr viele Mischbeutel und Zytostatika hergestellt, auch diese Bereich fehlen in einer öffentlichen Apotheke.
7.4. Hat es meine Berufsauswahl bestärkt?
Das Praktikum hat meine Berufswahl sehr bestärkt, ich bin mir nun sicher, dass ich etwas in Richtung Apotheke machen werden
, wenn ich mit der Schule fertig bin. Wahrscheinlich werde ich nach dem Abitur eine Ausbildung zur PTA machen und danach vielleicht Pharmazie studieren, um Apothekerin zu werden.
7.5. Was nehme ich aus dem Praktikum mit in die Schule?
Im Praktikum habe ich gelernt, dass ordentliches Arbeiten die Qualität des Ergebnisses erhöht. Außerdem habe ich gelernt, dass organisiertes Arbeiten und eine ordentliche Umgebung sehr wichtig für die Qualität der Arbeit sind. Deshalb habe ich mir vorgenommen, ab sofort noch ordentlicher zu arbeiten.
Inhalt
Diese Datei enthält einen von der Form her völlig korrekten Praktikumsbericht, der euch bei der Ausarbeitung eures Berichts hilfreich sein kann!
Aus Gründen des Datenschutzes habe ich alle Namen und die korrekte Bezeichnung der Einrichtung gelöscht!

Inhaltsverzeichnis:
1) Die Einrichtung. 3
2) Marktentwicklung und Reaktion der Apotheke. 6
3) Arbeitsplatz. 7
4) Interessenvertretung. 10
5) Betrieb, Umweltschutz, Arbeitsmedizin. 11
6) Tagesberichte. 12
7) Schlussreflexion (3518 Wörter)
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27.03.2005 von unbekannt
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