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Facharbeit: Rem Koolhaas

Alles zu Architekten

Inhaltsverzeichnis


1. Biografie 2
2. Leitidee 4
3. Ausgeführtes Objekt 5
3.1. Maison à Bordeaux 5
4. Werkverzeichnis 7
5. Quellenangabe 9
5.1. Bücher 9
5.2. Internet 9
5.3. Video 9
Rem Koolhaas
Biografie

Rem Koolhaas
Rem Koolhaas wird 1944 als ältester von 3 Kindern in Rotterdam, Niederlande geboren. Sein Vater, ein Schriftsteller, Theaterkritiker und Direktor einer Filmschule wird 1952 von der Indonesischen Regierung eingeladen, Kulturdirektor des Landes zu werden. Also verbringt Rem 4 Jahre seiner Kindheit in Indonesien. Danach zieht die Familie nach Amsterdam.
Koolhaas arbeitet zuerst als Journalist bei der Tageszeitung "Haagse Post" und später als Drehbuchautor in Holland und Hollywood: Er schreibt Skripte für die Sex-and-Crime-Filme des amerikanischen Regisseurs Russ Meyer und auch Filme für den holländischen Direktor Rene Daalder.
Architektur studiert er erst mit 24 Jahren, von 1968 bis 1972 in London an der "Architectural Association School".
1972 erhält Rem Koolhaas ein "Harkness Fellowship", ein Stipendium, dass ihm einen Aufenthalt in den USA ermöglicht.
Er studiert 1972/ 73 an der "Cornell University" in Ithaca, New York. In dieser Schule entwickelt er gemeinsam mit dem deutschen Architekten Oswald Mathias Ungers Architekturtheorien.
Von 73-79 ist er ein "Visiting Fellow" am "Institute for Architecture and Urban Studies" in New York. Ausserdem ist Koolhaas während seines Aufenthalts in den USA als Dozent an der "Columbia University" tätig.
1975 gründet Koolhaas zusammen mit seiner Frau Madelon Vriesendorp, dem griechisch-britischen Architekten Elia Zenghelis und dessen Frau, der Künstlerin Zoé Zenghelis das OMA (Office for Metropolitan Architecture) in London. Das OMA dient dem Zweck der Neudefinition des Verhältnisses von Architektur und der jeweiligen kulturellen Situation.
Elia Zenghelis und Arbeitskollegin Ab 1976 hält er Vorlesungen an der "Architectural Association School" in London und an der "University of Delft" in den Niederlanden. Mit seinem Buch "Delirious New York" wird er 1978 weithin bekannt, bevor er auch nur ein einziges Gebäude gebaut hat.
Wegen der vielen Aufträge in den Niederlanden gründet Koolhaas 1980 ein weiteres Büro in Rotterdam zusammen mit der irakischen Architektin Zaha Hadid und Elia Zenghelis. Rotterdam ist heute mit seinen 80 Mitarbeitern und einer New Yorker Zweigstelle der Hauptsitz des OMA.

Zaha Hadid
1994 erscheint sein neues Buch "S, M, L, XL", das er mit dem kanadischen Grafiker Bruce Mau entwickelt hat. Das Buch wird beschrieben als Novelle über Architektur. Es ist eine Kombination aus ausgeführten Projekten des OMA und Fotos, Plänen, Cartoons, und Randgedanken.
Seit 1995 ist Rem Koolhaas Professor für Architekturpraxis an der "Harvard Univesity". Er unterrichtet jedoch keine Architektur, sondern untersucht mit einem ausgewählten Studienkreis spezielle Themen über die städtischen Verhältnisse.
Im Mai 2000 hat Rem Koolhaas in Israel den Pritzker-Preis erhalten, bei dem er gelobt wurde für seine gewagte, schrille und überlegt-provokative Architektur.
2003 hat er ausserdem den angesehenen japanischen Kunstpreis Praemium Imperiale erhalten.
Heute teilt er seine Zeit zwischen dem Londoner Zuhause seiner Frau Madelon Vriesendorp, der Mutter ihrer beiden erwachsenen Kinder und dem Amsterdamer Zuhause von Petra Baisse, seiner Partnerin seit beinahe 20 Jahren. Erstere ist, wie schon oben erwähnt Mitbegründerin des OMA und Letztere ist seit langem Designerin für das gleiche Büro.
Petra Baisse

Leitidee
Koolhaas, der 1944 geboren wurde, wuchs in einem Rotterdam auf, dass vom Krieg vollkommen zerstört war. Er beschrieb seine frühere Umgebung einmal so: „überall Ruinen und sehr arm." Danach folgte der exotische Kontrast von Indonesien. Diese beiden Gegensätze scheinen sich in seinen Werken widerzuspiegeln. Bei seinen Objekten findet man den klaren Unterschied zwischen dem Provisorischen, Unfertigen und dem absolut Perfekten. Für ihn kann Schönheit ohne Hässlichkeit nicht existieren.
Auf dem Dach von der Villa Dall'Ava sieht man die "provisorisch" aussehenden Begrenzungen
Bei Koolhaas ist kein klarer Stil erkennbar, doch er findet, wenn man in verschiedenen Umgebungen und unter verschiedenen Umständen baut, müssen auch die ausgeführten Arbeiten unterschiedlich sein. Er widersetzt sich so einer Kategorisierung. Was bei ihm jedoch immer erkennbar ist, ist die Beziehung zwischen der Klarheit und dem Chaos. Rem Koolhaas ist fasziniert von Japan und der städtebaulichen Struktur, die in diesem Land besteht. Diese chaotische Gestaltung ist für ihn ein Ausdruck von Flexibilität und Dauerhaftigkeit.
Das Chaos ist für ihn ein Gegenstand der Bestätigung an Stelle von etwas Ablehnendem. Die Unordnung verteidigt er genauso wie die Masslosigkeit. Er behauptet, die Architektur sei ein Bündel an Widersprüchen, die mit gewünschten Spannungen angereichert wurde.
Er verbindet Gegensätze und erzeugt eine räumliche Gestaltung durch die Verwendung von neuen Topologien: „heftige Bewegungen, architektonische Spaziergänge, die sich in richtige Kamerafahrten verwandeln, Rampen, Schrägen, Neigungen, vorgetäuschte Unsicherheit". Diese abrupten und perfekt durchdachten Collagen unterstreicht er mit absurden, überspannten Elementen, die wie fehl am Platz wirken.
So z.B.: Eine Zugbrücke, Kurbeln, ein ganz schmaler, in die Länge gezogener Swimmingpool auf dem Dach oder bunkerartige Türen aus Beton.
Zu diesen eigenartigen Elementen bildet er einen Kontrast, der wie eine vorgetäuschte Unbekümmertheit wirkt. So werden Trennwände gepolstert oder Vorhänge verwendet, die ausserhalb vom Haus im Winde wehen. Es werden auch völlig alltägliche Baustoffe wie Bambus oder Plastik verwendet.
Ausgeführtes Objekt
Maison à Bordeaux

Hinteransicht des Hauses
Das Haus wurde als Resultat der Notwendigkeit für eine Familie gebaut, weil der Mann, nach einem schweren Autounfall, mit seinem Rollstuhl im alten Haus gefangen war. Das Paar kaufte einen Berg, mit einer schönen Aussicht auf die Stadt und beauftragten Koolhaas, ein komplexes Haus zu bauen, da dieses die Welt des Mannes bestimmen würde.
Der Architekt schlug ein Haus mit drei verschiedenen Ebenen vor, beziehungsweise drei unterschiedliche Häuser, die aufeinander gelegt wurden.
Das unterste Level ist höhlenartig - verschiedene aneinander gereihte Höhlen, die für das privateste Familienleben aus dem Hügel heraus geschlagen wurden.
Das oberste ist zweigeteilt in Räume für die Eltern und die Kinder.
In der Mitte befindet sich jedoch die wichtigste Ebene. Es ist ein beinahe unsichtbarer Glasraum zum Wohnen, der sich zur Hälfte innen und zur Hälfte aussen befindet. Der Mann hat so seinen eigenen Raum.
Ein Aufzug von 3 x 3.5 Meter bewegt sich frei zwischen den drei aufeinander liegenden Häusern. Je nach Etage in der sich dieser Lift befindet ändert sich auch der Grundriss des jeweiligen Stockwerkes. Nur eine einzige Wand durchschneidet jedes Haus neben dem Fahrstuhl. In dieser Wand befindet sich alles was der Mann brauchen könnte. Bücher, Kunstwerke und im Keller auch Weine. Auf dem Fahrstuhl selbst befindet sich ein voll ausgestatteter Schreibtisch.
horizontaler Raum mit Bücherwand
Durch die Veränderung, die der Grundriss bei der Bewegung des Lifts erfährt, wird dieser als das Herz des Hauses bezeichnet.
Die Idee für den Fahrstuhl als beweglichen, vertikalen Raum, kommt von den Lastkähnen, die in Holland durch die Kanäle fahren. Lange Zeit bestand das Problem, dass man diese Kähne wegen der niedrigen Brücken vom Heck aus steuern musste. Dieses Problem wurde gelöst, indem man mobile Plattformen schuf, die auf und ab bewegt werden können.
Am Haus ist ausserdem die oberste Gebäudehülle speziell. In der massiven Betonwand sind nur wenige, kleine Öffnungen eingelassen, die den Blick des Betrachters auf die "richtigen" aussenliegenden Gegenstände lenkt.
Plan des Obergeschosses mit den eingezeichneten Öffnungen
Auch das Tragsystem des Hauses gestaltet sich speziell. Die Statik des Gebäudes erlaubt keine grösseren Öffnungen in den tragenden Wänden.
Tragsystem des Obergeschosses
Auf diesem Plan sieht man die tragenden Wände der nordwestlichen Seite (rechts im Bild). Diese Ruhen auf einer Balkenkonstruktion und sind auf der südöstlichen Seite von einem Stahlträger abgehängt. Er liegt asymmetrisch auf der Hülle der Wendeltreppe (Zylinder im linken Bereich des Bildes). Durch diese Asymmetrie braucht er auf der auskragenden Seite ein zusätzliches Gewicht (als Quadrat am unteren Bildrand gekennzeichnet).
Dieses Haus wurde von der Times Zeitschrift mit dem Titel "Best Design of 1998" gelobt.

Werkverzeichnis
Von den vielen Werken, die von Rem Koolhaas und seinem Büro OMA ausgeführt wurden, sind die wichtigsten hier aufgelistet und kurz beschrieben.

Villa Dall'Ava
Villa Dall'Ava ist ein EFH für drei Personen. Es liegt in einem Vorort von Paris an der Saine und besteht aus 3 Ebenen. Vom Dach aus, auf dem ein Schwimmbecken ist, kann man den Eiffelturm sehen und hat einen guten Ausblick über Paris.

Patio Villa
Patio Villa ist eine Parodie über das ursprüngliche niederländische Haus. Im Wohn- und Essraum befinden sich zwei elementare Teile: Eine Wand, die man mit Schiebetüren vergrössern, bzw. verschliessen kann und ein Innenhof.

Kunsthal
Kunsthal ist ein Museum in Rotterdam, Niederlande. Das Museum liegt zwischen einer stark befahrenen Strasse und dem Museum Park. Das Gebäude bildet somit den Übergang vom Lebendigen zum Ruhigen.

Nexus World Housing
Nexus World Housing gehört zu einem städtebaulichen Projekt in der japanischen Hafenstadt Fukuoka. Nexus besteht aus 24 Einzelhäusern, die in zwei Einheiten à 12 dreistöckige Einfamilienhäuser zusammengefasst sind.

Congrexpo
Congrexpo ist eine Wortkombination aus Congres (Kongresszentrum) und Expo (Ausstellungspalast). Denn aus diesen beiden Elementen besteht der in Lille gebaute Komplex. Ausserdem ist unter dem gleichen Dach noch ein Saal für Rockkonzerte untergebracht.

1992 Dutch House
Dieses Haus befindet sich auf einer Endmoräne in einem Kiefernwald in Holland. Die Bauvorschriften aber auch die Tatsache, dass das Haus in Abwesenheit der drei Töchter nicht leer wirken soll, trugen dazu bei, dass das Haus sehr flach gestaltet wurde.

1992 Educatorium
Der Name ist ein frei erfundenes Wort, dass eine "Lernfabrik" beschreiben soll, da dieses Gebäude ein Teil der Universität von Utrecht (Niederlande) ist. In dem Gebäude ist eine Cafeteria, Auditorien, Studien- Tagungs- und Prüfungsräume untergebracht.

1993 Maison à Bordeaux
Dieses Haus wurde gebaut, nachdem der Ehemann, des Paars einen schweren Verkehrsunfall hatte. Der Auftrag des Mannes, der nun im Rollstuhl sitzt lautete: "Ich will ein komplexes Haus, weil das Haus meine Welt bestimmen wird."

IIT Campus Center
Das Universitätsgelände vom "Illinois Institute of Technology" befindet sich im Niemandsland von Illinois. Das OMA kam zum Schluss, in diese Gegend ein Gebäude mit kleinstmöglicher Bausubstanz zu stellen. Mit dem Gebäude bietet sich jedoch die Möglichkeit, die Gegend wieder neu bewohnbar zu machen.

Prada New York
Der Prada Shop im New Yorker Stadtteil Soho wurde von Rem Koolhaas unter Mittwirkung des Büros ARO entwickelt. Das Erdgeschoss und das Obergeschoss sind durch eine Treppe und eine Welle, die den oberen Fussboden bildet verbunden.

Guggenheim Museum
Für das Guggenheim Museum in Los Angeles ist Rem Koolhaas verantwortlich. Das Museum gehört zu dem Hotel The Venetian und wurde für Ausstellungen für Moderne Kunst konzipiert.
CCTV - China Centeral Television
Das CCTV in Peking wird das neue 553'000 m2 grosse Hauptquartier des Chinesischen Fernsehens. Dieses Gebäude wird unter den ersten der 300 neuen Türme sein, die im neuen Geschäftsbezirk von Peking entstehen. Das Projekt soll bis zu den Olympischen Spielen 2008 fertig gestellt werden.
Quellenangabe
Bücher
Michel Jaques
OMA Rem Koolhaas
Living Vivre Leben
arc en rêve centre d'architecture/ Birkhäuser
Basel; Berlin; Boston, 1998
Paco Asensio
Rem Koolhaas/ OMA
teNeues
Barcelona, 2002
Philip Jodidio
Architecture Now!
Architektur heute/ L'architecture d'aujourd'hui
TASCHEN
Köln, 2002
Richard C. Levene und Fernando Márquez Cecilia
1992 1996 oma/ rem koolhaas
el croquis
Barcelona, 1996
Sanford Kwinter
Rem Koolhaas: conversations with students
Princeton Architectural Press
New York, 1996
V+K Publishing, Balaricum
Colours
Rem Koolhaas/ OMA
Norman Foster
Alessandro Mendini
Birkhäuser
Basel; Berlin; Boston, 2001
Internet
http://architecture.about.com
http://on1.zkm.de/zkm/stories/storyReader$1144
http://provost.syr.edu/lectures/koolhaas.asp
http://seattlepi.nwsource.com
www.archimagazine.com
www.dw-world.de
www.nzz.ch
www.oma.nl
www.steg0.de
Video
Video von Herrn Riesen über Rem Koolhaas
Inhalt
Eine Vertiefungsarbeit über den Architekten Rem Koolhaas. Er arbeitet im OMA. Das Mainson à Bordeaux ist etwas vertiefter.

-Biografie
-Leitidee
-Ausgeführtes Onjekt (Mainson à Bordeaux)
-Werkverzeichnis
-Quellenangaben (Bücher, Internet u Video )
(, viele Abbildungen) (1824 Wörter)
Hochgeladen
23.11.2005 von schaaaf
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