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Facharbeit: Kurze Hausarbeit zu Jom Kippur

Alles zu Jüdische Fest- und Feiertage

Vorwort


Für viele Menschen sind Feiertage im 21. Jahrhundert nur zum Entspannen, für das Familientreffen oder zur Erhöhung des Einkommens durch Feiertagsarbeit von Bedeutung. Nicht jedoch für einen Großteil der Juden, denn für sie stehen die Fei-ertage ihrer Religion ganz oben auf der Agenda. Obgleich sie durch eben diese Feiertage schon einmal am Rande der Existenz standen, dennoch hält sie keiner davon ab, so zu leben wie es in der Tora geschrieben ist.
Zusammenfassung
Jom Kippur, übersetzt Tag der Sühne, Versöhnungstag oder Versöhnungsfest, ist ein jüdischer Feiertag, an dem die Sünde der Israeliten durch Gott gesühnt wurde. Er ist neben dem Sabbat der strengste Feier und Fastentag der Juden.
Jom Kippur findet nach dem jüdischen Kalender am zehnten Tag des Monats Tisch-ri statt. Nach dem Gregorianischen Kalender liegt dieser Tag durch die Nutzung des Mondstandes bei den Juden im September oder Oktober.
Es handelt sich aber nicht um einen ganzen Feiertag, sondern um einen Zeitraum, denn er beginnt bereits einen Tag zuvor bei Sonnenuntergang. Ab da an heißt es für die Juden 25 Stunden bis Einbruch der Nacht, am eigentlichen Jom Kippur, auf vieles Alltägliche zu verzichten. Jom Kippur ist für die Juden was für die deutschen Bevölkerung der Buß und Bettag ist, nur dass er bei uns kein einheitlicher Feiertag mehr und ohne große Bedeutung ist.
Überlieferung
Jom Kippur ist aus geschichtlicher Sicht der Tag, an dem das israelische Volk ihre Sünde von Gott vergeben wurde, nachdem sie drei Monate zuvor ein goldenes Kalb erschaffen und angebetet haben. Die Israeliten sind die Angehörigen aller zwölf Stämme Israels. Darunter befinden sich die Juda, von welchen sich der Name Jude oder Judäer ableitet. Auch besteht der hebräische Name Jehudi zum Teil aus dem unsagbaren Namen JHWH, welcher für den HERRN, oder anders ausgedrückt Gott, steht. Der andere hebräische Name Israel hat als letzte Silbe „-el“, was auf Hebrä-isch Gott bedeutet.
Nachdem das Volk Israels aus Ägypten geflohen ist und sich am Berg Sinai nieder-gelassen hatte, begab sich Moses auf zum Berggipfel um die 10 Gebote von Gott entgegen zu nehmen.
Als Moses nach 40 Tagen nicht zurückgekommen ist, fertigten sie nach Aarons Anweisung ein goldenes Kalb aus ihrem eigenem Goldschmuck. Am nächsten Tag feierten sie, indem Tiere als Opfer für das goldene Kalb verbrannt wurden, und ver-ehrten es als den Gott, der sie aus Ägypten geführt hat. Obwohl Gott ihnen zuvor gesagt habe, „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.“ , und er es war, der sie aus Ägypten geführt hat mit den Worten: „Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe.“
Währenddessen sagte Gott zu Moses, dass sein Volk ins Verderben läuft und Mose zu ihnen solle, in dem der HERR sagte: „[…] Geh, steig hinab; denn dein Volk, das du aus Ägyptenland geführt hast, hat schändlich gehandelt.“ . Nachdem Moses den Zorn Gottes besänftigt hatte, stieg er mit den zwei Steintafeln, auf denen die zehn Gebote standen, den Berg hinab, nur um sie bei Ankunft aus Zorn zu zerschmet-tern. Auch das goldene Kalb zerstörte er und gab die Überreste den Israeliten ins Trinken. Infolge dessen wies er die Leviten an samt Schwert durch das Lager zu ziehen und jeder solle seinen Bruder, Freund und Nachbarn erschlagen. „Als Mose aber nahe zum Lager kam und das Kalb und das Tanzen sah, entbrannte sein Zorn, und er warf die Tafeln aus der Hand und zerbrach sie unten am Berge 20 und nahm das Kalb, das sie gemacht hatten, und verbrannte es im Feuer und zermalmte es zu Pulver und streute es aufs Wasser und gab's den Israeliten zu trinken.“
Am Tag darauf sprach Moses zum Volk über ihre Sünde, welche er nun versuche bei Gott wieder ungeschehen zu machen, um dadurch Sühne zu erwirken. Nach dem Moses drei Monate auf dem Berg Sinai verbrachte war es am zehnten Tag des siebten Monats Tischri vollbracht und Gott hat dem Volk vergeben.
Für diese Tat des Vergebens mussten verschiedene Rituale durchgeführt werden, welche zur Reinigung der Selle führten. Diese werden im 3. Buch Mose Kapitel 16 genauer erläutert. Als Beispiel wurde aufgeführt: „er soll sich mit Wasser abwa-schen an heiliger Stätte und seine eigenen Kleider anziehen und wieder hinaus-gehen und sein Brandopfer und des Volkes Brandopfer darbringen und sich und das Volk entsühnen“ .
Um die Sünden des Volkes von ihnen abzunehmen, wurde nach Überlieferung eine Ziege mit ihren Sünden beladen und in Richtung Wüste geleitet. Aus dieser Überlieferung entstand auch der Begriff des Sündenbocks, welche die Sünden an-dere auf sich nimmt.
Im Anschluss sprach der HERR: „Auch soll euch dies eine ewige Ordnung sein: Am zehnten Tage des siebenten Monats sollt ihr fasten und keine Arbeit tun, weder ein Einheimischer noch ein Fremdling unter euch. Denn an diesem Tage geschieht eure Entsühnung, dass ihr gereinigt werdet; von allen euren Sünden werdet ihr ge-reinigt vor dem HERRN.“ . Die Beschreibung ist passend zu Jom Kippur, dem Ver-söhnungstag.
Eine weitere Erwähnung des Versöhnungstags oder Jom Kippur aus dem hebräi-schen, wie er zu meist genannt wird, findet sich in der Lutherbibel, 3. Buch Mose 23:26-32 als Teil einer Aufzählung von Feiertagen samt Erläuterung seiner Rah-menbedingungen. „Am zehnten Tage in diesem siebenten Monat ist der Versöh-nungstag.“ Hier wird auch erläutert welchen Umfang der Tag, sprich vom Abend des neunten Tischri bis zum Abend des zehnten Tischri, hat.
Ablauf
Zur Vorbereitung auf Jom Kippur wird den Tag zuvor gefeiert und vor allem viel ge-gessen, um genügend Energie für die kommenden 25 Stunden des Fastens zu ha-ben. Am Nachmittag vor Jom Kippur wird die Mikwe (ein Tauchbad zum Reinigen) besucht, um „rituell rein vor Gott zu stehen“ . Das letzte Mahl wird nach dem Nach-mittagsgebet „Mincha“ zu sich genommen.
Am Abend vor Beginn des Jom Kippur versammeln sich die Juden in der Synagoge und singen gemeinsam das „Kol Nidre“ im Zuge des jüdischen Abendgebetes „Maa-riv“, durch welches alle Verträge und Gelübde, die ohne das Wissen oder ohne Be-dacht mit Gott geschlossen wurden, für ungültig erklärt werden.
Dadurch werden die Anwesenden vor Gewissenskonflikten bewahrt, wodurch sie ohne störende Gedanken das Wort Gottes empfangen können.
Am Morgen nach Sonnenaufgang wird das morgendliche Gebet „Schacharit“ gehal-ten, welches durch das „Musaf“ Zusatzgebet, speziell an jüdischen Feiertagen er-gänzt wird. Zum Nachmittag wird das „Mincha“ gehalten. Zusätzlich wird während allen Gebeten aus der „Tora“, im christlichen Sprachgebrauch die 5 Bücher Mose, gelesen.
Am Versöhnungstag ist die Synagoge komplett in weiß gehüllt und auch die beich-tenden Juden tragen weiße Kleidung samt weißer Kopfbedeckung. Einige tragen dafür ihr Totenhemd, welches sie später im Grabe tragen, um zu verdeutlichen wie wichtig ihnen ihr Glaube ist. Auch gibt es Verbote für bestimmte Kleidungsgegen-stände, welche als Luxusartikel getragen werden oder mit denen eine Sünde in Zu-sammenhang steht. Darunter fällt zum Beispiel Leder, welches durch das Töten von Tieren erbeutet wird, aber auch an die Lederhaut von Schlangen erinnert, und somit nicht koscher ist.
Auch der Verzicht auf Körperpflege, wie Duschen oder die Nutzung von Kosmetik-artikeln, ist für die meisten Juden ein Teil des Feiertages. Nur die wichtigsten Maß-nahmen, wie das waschen der Hände mit reinem Wasser, dürfen durchgeführt wer-den.
In der heutigen Gesellschaft halten sich nicht mehr alle Juden an diese Praktiken. Die Zahl der teilnehmenden Juden fällt seit Jahren immer weiter und wird durch den demographischen Wandel begünstigt. Trotz allem ist der Sinn des Feiertages erhalten geblieben.
Der nationale Rundfunk und auch das gesamte Fernsehnetz in Israel stellt seine Dienste ein und würde nur im Notfall aktuelle Nachrichten übertragen. Auch von den sonstigen Medien ist an diesem Tag nichts zu hören. Infolgedessen leihen sich einige Anwohner in Tel Aviv Filme aus, um die Zeit am Feiertag zu überbrücken.
Der Rest der Bevölkerung ist von der Arbeit und Schule freigestellt und soll auch im privaten Umfeld nicht arbeiten. Da aber nicht alle streng gläubig sind und sich in der Synagoge versammeln, nutzen viele die Zeit für erholsame Tätigkeiten. In grö-ßeren israelischen Stätten kommt der Verkehr komplett zum Erliegen und auf den sonst von Autos befahrenen Straßen sind Menschen zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs. Dabei besuchen sie zum Beispiel Friedhöfe, um den Verstorbenen zu gedenken. Ziel soll es dabei sein, sich seiner Schuld und Missetaten bewusst zu sein, um anschließend Buße tun zu können Besonders die jüngeren werden den Tag außerhalb der Synagoge verbringen.
An Jom Kippur nehmen Mädchen ab 12 und Jungen ab 13 Jahren teil, welche be-reits ihre Bat-Mizwa und Bar-Mizwa hinter sich haben. Aber auch die jüngeren Kin-der können sich ab 6 Jahren im Fasten üben. Jedoch werden die wenigsten der jungen Juden sich dem 10 stündigen Gebet hingeben, welches den Tag über in der Synagoge stattfindet. Infolge des hohen Menschen und Fahrradaufkommens auf den Straßen kommt es an Jom Kippur in israelischen Stätten dadurch häufig zu kleineren Unfällen, welche durch die Notversorgung behandelt werden.
Konflikte
Für viele jüngere Juden steht der Feiertag häufig im Konflikt mit Prüfungsterminen von Hochschulen. In Deutschland versucht der Zentralrat der Juden eine höhere Akzeptanz im Zuge der Religionsfreiheit bei den Behörden der Länder zu erwirken, jedoch ohne großen Erfolg. Somit stehen viele Juden vor dem Dilemma, ob sie solche Prüfungen im kommenden Halbjahr, wodurch sie im Pessach-Fest liegen, wiederholen oder doch am Jom Kippur die Prüfung absolvieren. Einige wiederrum hat das dazu bewegt, das Land zu verlassen. Häufig werden für Prüfungen nur die örtlichen Feiertage berücksichtigt.
Wie für einen Feiertag üblich, ist das Arbeiten an diesem Tag untersagt. Um die Si-cherheit der Gläubigen zu schützen, schloss Israel 2012 die Landesgrenzen, erhöh-te die Polizeipräsenz und stockte an wichtigen Stellen das Personal auf. Auch die Notversorgung durch Krankenhäuser und Feuerwehr muss an diesem Tag gewähr-leistet werden, da es an diesem Tag auch zu Auseinandersetzungen mit Menschen aus den arabischen Gegenden geben kann. Jedoch wird aller Verkehr nach außen unterbrochen, sodass der Flughafen außerbetrieb und die Grenzen geschlossen bleiben
Die erhöhte Alarmbereitschaft des Militärs in Israels ist auf den Jom-Kippur-Krieg im Jahre 1973 zurückzuführen. Damals fielen Ägypten, Syrien und weitere Länder in Israel am Jom Kippur ein, und starteten einen 20 -tägigen Krieg der auf beiden Sei-ten große Verluste zu verzeichnen hatte. Sie machten sich zunutze, dass damals keiner mit einem solchen Überfall gerechnet hat, und störten den Frieden und die Ruhe des wichtigsten jüdischen Feiertages. Dadurch wurden die Juden und Israel beinahe ausgelöscht.

Aktuelles
Am 9.10.2019, dem zweiten Tag des Jom Kippur, gegen Mittag attackierte ein radika-lisierter Deutscher die Synagoge in Halle. Dort wollte er die anwesenden Juden er-morden. Er scheiterte daran sich Zutritt zur Synagoge zu verschaffen und ermordete nebenher zwei Passanten auf seinem Weg. Später wurde er nach einer Flucht mit einem Taxi festgenommen.
Infolgedessen wurden die Sicherheitsvorkehrungen im Bereich von Synagogen erhöht. Der mangelnde Schutz durch die Polizei wurde nach dem Angriff von ver-schiedenen Seiten kritisiert. Auch der Zentralrat der Juden kritisierte die nicht vor-handene Sicherheit, da an Feiertagen erhöhte Gefahr für Minderheiten bestehe.
Fazit
Der Jom Kippur hat für die Juden von allen Feiertagen die größte Bedeutung, da er tief mit ihrer Geschichte verankert ist. Er verkörpert die Erlösung durch den HERRN, nachdem ihr Volk bei ihm in Ungnade gefallen ist. Diese in der christlichen Bibel als die fünf Bücher Mose überlieferte Vergangenheit der Juden, ist als Ganzes in der Tora wiedergegeben. Das Volk der Juden ist an diesem Tag besonders angreif-bar, wie es der Jom-Kippur-Krieg verdeutlicht hat.
Am Beispiel von Halle zeigt sich wie unwichtig einigen die Religionsfreiheit ist. Be-dingt durch die immer zunehmende Radikalisierung geraten Minderheiten häufiger in Konflikte, welche sie alleine nicht immer gewinnen können.
Viele sehen deshalb die Politik in der Schuld sich dem Schutz anderer Bevölke-rungsgruppen anzunehmen, und für jeden einen Platz zum ausüben seiner Religi-on zu gewährleisten.
Inhalt
Beschreibung von Jom Kippur.
Überlieferung und Ablauf des Feiertages in Verbindung mit aktuellen Themen von 2019. (2067 Wörter)
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24.10.2019 von Chris_Baerthel
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