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Facharbeit: Das menschliche Auge - Sehfehler und deren Behandlung

Alles zu Sinnesorgane (Ohr, Auge, Nase, Haut, Zunge)

2 Das menschliche Auge


Die Augen zählen zu den wichtigsten Sinnesorganen des Menschen, denn durch sie nehmen wir den größten Teil unserer Eindrücke wahr.

2.1 Der Bau des menschlichen Auges
Das Auge ist ähnlich wie eine Kamera aufgebaut. Wenn man sich dann das Auge von außen einmal anschaut, sieht man das jeweilige Lid mit den Wimpern und darunter befindet sich der weiße Augapfel mit der Iris und der Pupille. Die Pupille ist das schwarze Loch in der Mitte und die Iris umgibt die Pupille mit einem farbigen Ring.
Wie man in der Abbildung gut erkennen kann ist der Augapfel von einer Wand umgeben, diese Wand besteht aus der Lederhaut, der Aderhaut und der Netzhaut. Für uns ist nur die weiße Lederhaut sichtbar, in der Abbildung die graue. An der Lederhaut befinden sich die Augenmuskeln und dadurch wird ermöglicht, dass der Augapfel sich bewegt, wenn die Blickrichtung geändert wird. Die Lederhaut geht an der Vorderseite des Auges in die Hornhaut über, diese wird von der Tränenflüssigkeit geschützt. Die Aderhaut befindet sich unter der Lederhaut und hier befinden sich reichlich Blutgefäße, diese versorgen das Auge mit den Nährstoffen. Die Aderhaut bildet die Regenbogenhaut, diese wird auch Iris genannt.
Diese ist vorne im Auge gut zu erkennen. In ihr befindet sich eine kleine Öffnung, die durch den dunklen Hintergrund als schwarze Pupille sichtbar ist. Sie regelt den Lichteinfall, genau wie die Blende bei der Kamera. Wenn die Pupille eng zusammen gezogen ist, sieht man schärfer. Bei Helligkeit wird die Pupille eng gestellt und bei Dunkelheit weit gestellt.
Vorne in den Augen befindet sich noch die vordere Augenkammer, sie befindet sich zwischen Hornhaut, Iris und Linse und ist mit Flüssigkeit gefüllt. Die Hintere Augenkammer befindet sich zwischen der Linse und den hinteren Teil der Iris.
Hinter der Pupille befindet sich die Augenlinse, sie ist am Ziliarmuskel befestigt. Dann gibt es noch den Glaskörper, dieser ist der größte Teil des Auges.

2.2 Der Sehvorgang
Zusammen durch Linse, Pupille und Glaskörper gelangt dass Licht dann auf die Netzhaut. Die dritte Haut aus der die Wand des Augapfels besteht, ist die Netzhaut und hier befinden sich Millionen Lichtzellen.
Hier entsteht dann ein umgekehrtes Bild. Denn die Pupille lässt nicht alle Lichtstrahlen durch, vergleichbar mit einer Lochblende. Sie lässt nur die Lichtstrahlen durch, die durch das Loch gelangen. Die Lichtstrahlen, die von unten kommen, werden nach oben abgelenkt und umgekehrt. Also ist das Bild seitenverkehrt, doch im Gehirn wird es dann gedreht und wir erkennen alles richtig herum.
In der Mitte ist die Netzhaut am empfindlichsten und dadurch können wir hier am schärfsten Sehen, dieses Gebiet wird als gelber Fleck bezeichnet. An der Stelle, an der der Sehnerv das Auge verlässt, befinden sich keine lichtempfindlichen Zellen mehr und hier wird der Teil des Bildes nicht wahrgenommen. Dieses Gebiet wird als blinder Fleck bezeichnet. Wir bekommen davon nichts mit, weil bei beiden Augen dieses Gebiet an einer anderen Stelle sitzt.

3 Leistungen des Auges
3.1 Akkommodation (Einstellung des Auges auf die Entfernung)
Als Akkommodation bezeichnet man die dynamische Anpassung der Brechkraft.
Der Ciliarmuskel ist in Ruhe entspannt und die Linse flach, dadurch können wir Gegenstände in der Ferne scharf erkennen. Bei Betrachtung eines Gegenstandes in der Nähe spannt sich der Ciliarmuskel an und die Linse ist stark gewölbt.

3.2 Adaptation (Anpassung des Auges an die Helligkeit)
Bei Helligkeit strecken sich die Zapfen und tauchen in einen braunen Farbstoff, um sich vor dem Licht zu schützen. Die Stäbchen verkürzen sich bei der Dunkelheit und werden aus dem dunklen Teil herausgezogen.
Zusammengefasst: Bei Dunkelheit ist die Pupille sehr groß und das einfallende wird ganz ausgenutzt. Bei Helligkeit ist die Pupille ganz klein, um das Auge zu schützen.

3.3 Farbensehen
Mithilfe der Zapfen, der Netzhaut, können wir Farben wahrnehmen, aber dies ist auch nur bei genügend Licht der Fall. Der Mensch besitzt drei Zapfentypen, einen blauen, einen grünen und einen roten. Durch Reizung einzelner oder mehrerer Zapfen ist das Sehen aller Farben möglich.

3.4 Raumsehen (räumliches Sehen)
Immer wenn wir einen Gegenstand betrachten, erhält das Gehirn zwei Bilder. Denn das linke Auge sieht diesen Gegenstand aus einem anderen Blickwinkel als das rechte Auge.
Das Gehirn vergleicht dann die beiden Bilder miteinander und desto größer der Unterschied, desto näher ist der Gegenstand.

4 Sehfehler des menschlichen Auges
4.1 Normalsichtigkeit (Emmetropie)
Die Definition eines normalsichtigen Auges wird nicht nach dem Durchschnittswert bestimmt, sondern entspricht einer Idealform. Denn der Durchschnitt zeigt, dass es eine Fehlsichtigkeit häufiger als eine Normalsichtigkeit gibt.
Ein Auge ist normalsichtig, wenn es sowohl in der Ferne als auch in der Nähe alles scharf auf der Netzhaut abbildet und es auch keine Abweichungen bei verschiedenen Lichtverhältnissen gibt. Die einfallenden Lichtstrahlen treffen auf das ruhende Auge auf und es kann ohne eine Akkommodation weit entfernte Gegenstände wahrnehmen.
Die Brechkraft der Hornhaut bleibt bei einem normalsichtigen auch unverändert. Auch bei dem Blick in die Ferne bleibt die Augenlinse ganz entspannt und bei dem Blick in die Nähe wölbt und verdickt sich dann die Augenlinse.
Die einfallenden Lichtstrahlen werden so genau auf der Netzhaut gebündelt. Treffen die Lichtstrahlen nicht genau auf die Netzhaut auf, sondern davor oder danach spricht man dann von einer Fehlsichtigkeit.
Doch häufig lässt dann bei einem normalsichtigen Auge die Brechkraft und die Akkommodation im Alter nach und die Augen werden dann weitsichtig. Doch dazu im späteren Teil mehr.

4.2 Ametropie
Ametropie heißt übersetzt Fehlsichtigkeit. Eine Fehlsichtigkeit ist ein Missverhältnis zwischen der Länge des Auges und der Brechkraft, es ist also keine Erkrankung. Es gibt zwei unterschiedliche Ursachen einer Ametropie. Einmal gibt es die Achsenametropie, dann entspricht der Augapfel nicht der richtigen Länge. Als zweites gibt es dann die Brechungsametropie, hier ist die Brechkraft von Hornhaut oder Linse unterschiedlich stark verändert.
Man kann dann zwischen Kurzsichtigkeit und Weitsichtigkeit unterscheiden. Doch trotzdem kann man nicht sagen, dass immer nur eine Ursache ausschlaggebend für eine Ametropie ist, meistens handelt es sich um Gemisch aus den beiden Ursachen. Denn es ist wichtiger wie stark eine Ametropie vorliegt, statt die Ursache genau zu kennen.
Es kann auch die Linse oder die Hornhaut betroffen sein, in so einem Fall spricht man dann von einer Hornhautverkrümmung, dieser wird auch Astigmatismus bezeichnet.

4.2.1 Kurzsichtigkeit (Myopie)
Die Kurzsichtig wird auch als Myopie bezeichnet, weil das griechische Wort "Myops" übersetzt "Blinzelgesicht" bedeutet. Denn Menschen mit einer Kurzsichtigkeit kneifen die Augen bei dem Blick in die Ferne zusammen und blinzeln dann dabei. Dadurch wird dann die Schärfe des Bildes verbessert.
Zusammengefasst kann man sagen, dass man bei einer Kurzsichtig Gegenstände in der Nähe gut erkennen kann, aber Gegenstände in der Ferne nur unscharf erkennen kann. Der Grund hierfür ist, dass das Auge zu lang ist. Die einfallenden Lichtstrahlen fallen dann nicht genau auf der Netzhaut zusammen, sondern kurz vor der Netzhaut. Dadurch erkennt man Gegenstände in der Ferne nur noch unscharf und verschwommen.
Eine weitere Ursache für eine Kurzsichtigkeit ist, dass die Augen mehr Brechkraft als normalsichtige Augen besitzen und dadurch können sie Gegenstände besser in der Nähe erkennen als Normalsichtige.
Denn bei einer Kurzsichtigkeit muss der Gegenstand einen bestimmten Abstand zu dem Auge haben, damit das Bild dann direkt auf der Netzhaut abgebildet wird.

4.2.2 Weitsichtigkeit (Hyperopie)
Bei einer Weitsichtigkeit kann man Gegenstände in der Ferne besser erkennen als in der Nähe.
Die Ursache hierfür ist, dass das Auge zu kurz oder das Auge eine zu geringe Brechkraft von Hornhaut und Linse besitzt. So fallen die Lichtstrahlen nicht genau auf der Netzhaut zusammen, sondern dahinter.
Mithilfe der Akkommodationsfähigkeit wird diese Fehlsichtigkeit für weit entfernte Gegenstände ausgeglichen, doch bei Gegenständen in der Nähe ist hier das Auge überfordert, da die Linsenbrechkraft begrenzt ist. Doch mit zunehmenden Alter nimmt auch die Dehnbarkeit der Linse und somit auch ihre Brechkraft ab, sodass die Beschwerden verstärkt werden.

4.2.3 Stabsichtigkeit (Astigmatismus)
Bei einer Stabsichtigkeit, sieht man sowohl in der Ferne als auch in der Nähe unscharf. Der Grund hierfür ist, dass die Hornhaut des Auges nicht regelmäßig geformt ist.
So werden dann die einfallenden Lichtstrahlen nicht auf der Netzhaut zu einem Punkt gebündelt, sondern sie bilden dann eine Linie.
Im normalen Fall ist die Hornhaut in allen Richtungen gleichmäßig gekrümmt, so wird das Licht überall gleich gebrochen. Doch bei der Stabsichtigkeit ist die Hornhaut in eine bestimmte Richtung stärker gekrümmt, dadurch wird bei der stärker gekrümmten Seite das Licht gebrochen und so ist der Brennpunkt weiter vorne. Der andere Teil des Lichtes, der durch den schwächer gekrümmten Teil verläuft, hat seinen Brennpunkt weiter hinten. Heißt also bei einer Hornhautverkrümmung entstehen zwei Brennpunkte und sie sind für unterschiedliche Bereiche verantwortlich.
Bei der Stabsichtigkeit wird zwischen einem inneren und äußeren Astigmatismus unterschieden. Aufgrund einer Hornhautverkrümmung entsteht der äußere Astigmatismus und aufgrund einer Linsenverkrümmung entsteht der innere Astigmatismus.
Es gibt zwei unterschiedliche Formen der Stabsichtigkeit. Es gibt zu einem dem regulären Astigmatismus, dieser ist meistens angeboren, hier ist die Oberfläche an jeder Stelle gleich stark gekrümmt. Dann gibt es noch den irregulären Astigmatismus, hier ist die Oberfläche an verschiedenen Stellen ungleichmäßig gekrümmt. Im Gegensatz zu dem regulären Astigmatismus ist der irreguläre nicht angeboren, sonder entsteht nach Verletzungen oder Entzündungen, indem sich dann Narben bilden.

4.3 Alterssichtigkeit/Altersweitsichtigkeit (Presbyopie)
Presbyopie stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie "altes Auge".
Wie schon in der Weitsichtigkeit erwähnt, nimmt die Elastizität mit zunehmenden Alter ab und wird immer härter. Das heißt die Anpassungsfähigkeit nimmt ab und auch die Akkommodationsfähigkeit nimmt ab.
Eine Altersweitsichtigkeit kann bei Weitsichtigen, Kurzsichtigen aber auch bei Normalsichtigen auftreten. Bei einem Normalsichtigen führt es dazu, dass das Auge nicht mehr ausreichend die Linsenmuskeln anspannen kann, um Gegenstände in der Nähe scharf zu erkennen. Doch bei der Sicht in der Ferne hat sich nichts verändert.
Wenn ein Kurzsichtiger jetzt alterssichtig wird, hat es sich nicht geändert, dass er die Gegenstände in der Ferne unscharf erkennt. Doch jetzt kann er auch die Gegenstände in der Nähe nicht mehr scharf erkennen, seine minimale Sehweite hat sich dadurch vergrößert.
Wenn ein Weitsichtiger mit zunehmenden Alter auch noch alterssichtig wird, somit vergrößert er die Weitsichtigkeit nur noch mehr und damit auch seine minimale Sehweite.
Minimale Sehweite heißt bei welchem kleinsten Abstand man einem Gegenstand noch scharf erkennen kann.

4.4 Schielen (Strabismus)
Im normalen Fall schauen beide Augen in dieselbe Richtung und nehmen einen Gegenstand wahr. Hierbei nimmt jedes Auge ein Bild wahr, diese unterscheiden sich aber nur ein wenig. Diese beiden Bilder werden dann im Gehirn zu einem Bild zusammengesetzt. Also die Augen fassen das Bild auf und geben es an das Sehzentrum weiter.
Aber beim Schielen schauen die beiden Augen nicht in dieselbe Richtung, sondern die Augen weisen eine Fehlstellung auf. Die Sehachsen zeigen auf zwei unterschiedliche Gegenstände und so werden zwei Bilder aufgenommen und es entstehen so genannte Doppelbilder.
Schielen kann unterschiedliche Ursachen haben. Es kann zum Schielen kommen, wenn ein Teil von den Eltern schielt, es bei der Schwangerschaft oder Geburt zu Komplikationen gekommen ist oder wenn der Körper durch Krankheiten oder Infekte geschwächt ist.
Es gibt drei unterschiedliche Formen des Schielens, dazu gehören das latente Schielen, das manifeste Schielen und das Lähmungsschielen.

4.4.1 Manifestes und Latentes Schielen (Heterophorie)
Beim manifesten Schielen weicht ein Auge permanent von der Blickrichtung des andren Auges ab. Es gibt das Außenschielen, das Innenschielen, das Höhenschielen und das Verrolungsschielen, hierbei kommt es dann auf die Richtung des Auges an. Doch es können auch mehrere dieser Formen gleichzeitig auftreten.
Zu diesen Formen gibt es dann auch noch das Begleitschielen, es ist einer der häufigsten Form. Hier kann das Ungleichgewicht der Augenmuskel nicht ausgeglichen werden. Bei Bewegung der Augen ändert sich der Winkel und die Sehachsen der Augen schauen auch nicht auf denselben Gegenstand.
Das latente Schielen gehört zu der häufigsten Form des Schielens. Im Gegensatz zu dem manifesten Schielen ist hier das Gehirn in der Lage, die Störung auszugleichen.
Das latente Schielen wird sichtbar bei nachlassen der Konzentration oder bei Abdeckung eines Auges. Das Gehirn kann diese Fehlstellung der Augen ausgleichen, doch nur bei Entspannung. Es gibt bestimmte Anweisungen an die Augenmuskeln und so werden beide Augen auf denselben Gegenstand gerichtet. Durch diesen Ausgleich wird das Gehirn stark beansprucht, deswegen funktioniert es nicht mehr bei Müdigkeit.

4.4.2 Lähmungschielen (Strabismus paralyticus)
Das Lähmungsschielen tritt auf einmal plötzlich, sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen. Dann kommt es zum Ausfall von einem oder mehreren Augenmuskeln, diese Ausfälle führen dann zu der Augenfehlstellung. Deswegen können die Muskeln, des betroffenen Augapfel, die Blickrichtung nicht mehr ausführen. Je nach Blickrichtung ändert sich entsprechend der Schielwinkel. Um den Muskel zu entlasten, wird der Kopf schief gehalten. Folgen des Schielens könne Doppelbilder und Orientierungsstörungen sein.

4.5 Farbsehstörung
Die Farbsehschwäche und die Farbenblindheit gehören zu der Farbsehstörung, sie können sowohl angeboren aber auch erworben sein. Doch in den meisten Fällen sind sie angeboren und können weiter vererbt werden.
Bei der Farbenblindheit gibt es drei unterschiedliche Formen. Es gibt die Achromasie das heißt man kann gar keine Farbe erkennen, die Monochromasie, man kann nur eine bestimmte Farbe erkennen und die Dichromasie, hier kann man zwei Farben nur sehr schwer oder gar nicht voneinander unterschieden.
Bei einer Farbenblindheit fehlt eine der Sinneszellen und es sind nur noch zwei Zapfentypen vorhanden. Wenn man zum Beispiel die Grünblindheit besitzt, fehlen einem die Grün-Zapfen.
Bei einer Farbsehschwäche kann man bestimmte Farben nicht erkennen oder unterscheiden. Die Sinneszellen in der Netzhaut, wie Rot-Zapfen, Grün-Zapfen und Blau-Zapfen sind zwar da, aber sind fehlerhaft. Zu den Farbsehstörungen gehören Rot-Grün-Schwäche, Rot-Grün-Blindheit, Blaustörungen und vollständige Farbenblindheit.
Als Beispiel einmal die Rot-Grün-Schwäche und die Rot-Grün-Blindheit. Die Rot-Grün-Schwäche wird dann noch mal in die Grünschwäche und die Rotschwäche unterteilt. Aber bei beiden kann man die Farben rot und grün nur schwer voneinander unterscheiden. Die Ursache hierfür, dass die Zapfen der Netzhaut beschädigt sind. Bei der Grünschwäche ist der Grün-Zapfen beschädigt. Bei der Rot-Grün-Blindheit können die Farben rot und grün gar nicht mehr unterschieden werden. Genau wie bei der Rot-Grün-Schwäche gibt es die Grünblindheit und die Rotblindheit. Die Ursache hierfür liegt wieder bei den Zapfen, doch jetzt ist der jeweilige Zapfentyp erst gar nicht vorhanden.

5 Behandlungsmöglichkeiten eines Sehfehlers
Es gibt verschiedene Möglichkeiten einen Sehfehler zu behandeln. Doch alle Verfahren verfolgen dasselbe Ziel, nämlich die Brennweite des Auges anzupassen, sodass die Gegenstände wieder auf der Netzhaut abgebildet werden.

5.1 Brillen
Brillen werden verwendet, um den Fernpunkt des Auges zu verschieben. Es gibt unterschiedliche Brillengläser für Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Stabsichtigkeit. Es können mehrere Sehfehler in einer Brillenfassung kombiniert werden.

5.1.1 Zerstreuungslinse
Die Zerstreuungslinse oder auch als Konkavlinse bezeichnet, wird bei der Kurzsichtigkeit eingesetzt. Wie schon erklärt liegt hier der Brennpunkt vor der Netzhaut. Die Zerstreuungslinsen sind in die Mitte dünner als am Rand außerdem sind sie durchsichtig, an einer Stelle nach innen gewölbt und bestehen entweder aus Kunststoff, Glas oder Quarz. Es gibt drei unterschiedliche Formen von
Zerstreuungslinsen. Es gibt die bikonkave, die plankonkave und die konvexkonvave. Nachdem die Lichtstrahlen die Linse passiert haben, werden die Lichtstrahlen danach verstreut. Während die Lichtstrahlen durch die Linse laufen, werden sie gebrochen. Diesen Punkt, indem die Strahlen auseinander laufen, heißt Brennpunkt. Es wird mit einem F abgekürzt, dieses steht für focus. Als Brennweite bezeichnet man den Abstand zwischen Linse und Brennpunkt und dieses wird mit einem f abgekürzt. Diese gilt für alle Linsenformen, doch bei der Zerstreuungslinse wird die Brennweite in mm, cm oder m angeben und davor steht ein negatives Vorzeichen. Die Brechkraft wird umso größer, desto kleiner die Brennweite ist. Diese Brechkraft wird bei Brillen auch als Brechwert bezeichnet, dieses wird mit einem D abgekürzt und in der Einheit Dioptrie gemessen. Denn es gibt einen Zusammenhang zwischen der Brechkraft und der Brennweite. . Dadurch ergibt sich dann die Einheit der Dioptrie: . Das Licht wird umso stärker, desto größer der Brechwert ist. Also umso größer der Brechwert, umso größer die Brechkraft.

5.1.2 Sammellinse
Eine Sammellinse ist aus Glas oder Kunststoff und wird dadurch charakterisiert, dass sie parallel einfallendes Licht hinter der Linse in einem Punkt bündeln.

Die Sammellinse wird auch als Konvexlinse bezeichnet und wird bei der Weitsichtigkeit eingesetzt, denn hier liegt der Brennpunkt hinter der Netzhaut.
Da die Linse, die Lichtstrahlen in einem Punkt bündelt, wird sie als Sammellinse bezeichnet. Dieser Punkt heißt, genau wie bei der Zerstreuungslinse, auch Brennpunkt doch im Gegensatz zur Zerstreuungslinse ist auf beiden Seiten nach außen gewölbt. Je stärker die Krümmung der Linse umso kleiner die Brennweite und umso größer die Brechkraft. Doch bei einer Sammellinse wird die Brennweite mit einem positiven Vorzeichen versehen. Nach außen gewölbt heißt, dass die Dicke der Linsen in der Mitte größer ist als am Rand. Auch hier können unterschiedliche Formen auftreten. Die bikonvexe Linse ist nach beiden Seiten nach außen gewölbt, die plankonvexe Linse ist an einer Seite nach außen gewölbt und an der anderen Seite gerade und die konkavkonvexe Linse ist auf beiden Seiten in die gleiche Richtung gewölbt.

5.1.3 Gleitsichtbrille
Eine Gleitsichtbrille wird bei einer Alterssichtigkeit eingesetzt. Gleitsichtgläser besitzen drei Zonen. Dazu gehören der Fernbereich, der Nahbereich und der Zwischenbereich. Der Übergang der verschiedenen Zonen ist ohne Unterbrechung.
Der Zwischenbereich ist für einen angenehmen Übergang zwischen Nah-und Fernbereich. Der Fernbereich ist für die scharfe Abbildung der entfernten Gegenstände und der Nahbereich für die scharfe Abbildung der nahen Gegenstände.

5.1.4 Torische Gläser
Bei einer Stabsichtigkeit werden zur Behandlung zylindrische Gläser verwendet, dies ist aber nur bei einer regulärer Stabsichtigkeit mit vererblicher Hornhautverkrümmung möglich.
Denn bei einer Stabsichtigkeit ist die Hornhautverkrümmung unterschiedlich stark gewölbt und zur Behandlung werden dann Gläser die auch unterschiedlich stark gewölbt sind benutzt, so werden die Lichtstrahlen wieder in einem Punkt vereint. Durch diese unterschiedliche Krümmung lässt sich die Verkrümmung der Hornhaut ausgleichen und zusammen ergibt sich dann ein optisches System aus dem Auge und dem Brillenglas.
Die torischen Gläser müssen auf die Achse, den Zylinder und der Sphäre eingestellt werden. Die Sphäre ist abhängig von der Brennweite und gibt den Wert zwischen dem optimalen Sehen und dem reelem Sehen an.

5.2 Kontaktlinsen
Eine Kontaktlinse dient "als Ersatz für eine Brille". Sie ist eine "dünne, durchsichtige kleine Schale aus Kunststoff, die unmittelbar auf die Hornhaut des Auges aufgesetzt wird." Eine Kontaktlinse wird nach unterschiedlichen Funktionen eingeteilt. Es gibt Unterschiede in der Tragezeit, in dem Korrekturverfahren und in der Stabilität der Linse. Eine Kontaktlinse hat die gleiche Funktion wie eine Brille, auch hier gibt es unterschiedliche Sehfehler zu behandeln. Genau wie bei einer Brille gibt es Konkavlinse zur Behandlung von einer Kurzsichtigkeit und Konvexlinsen zur Behandlung einer Weitsichtigkeit. Eine Alterssichtigkeit kann mit einer Multifocalen Linse behandelt werden, denn diese dient als Korrektur für alle Entfernungen. Weiterhin kann man zwischen formstabilen, den sogenannten harten Linsen, und den Weichen Kontaktlinsen unterscheiden. Bei der formstabilen Linse wird diese auf den Tränenfilm aufgetragen und hat keine Berührung mit der Hornhaut. Bei jedem Schlag der Wimper bewegt sich diese Linse.
Sie können auch noch eine starke Fehlsichtigkeit ausgleichen und bis zu einem bestimmten Punkt sogar eine Hornhautverkrümmung. Doch dadurch, dass sie sehr stabil sind ist die Eingewöhnungsphase sehr lang und die Gefahr, dass die Linse herausfällt ist auch sehr groß. Bei der weichen Kontaktlinse kann man dann auch zwischen hydrophilen und hydrophoben Linsen unterscheiden. Doch beide sitzen direkt auf der Hornhaut und hier ist der die Eingewöhnungsphase auch nicht so lang wie bei einer harten Linse. Außerdem ist die Tragezeit unterschiedlich. Es gibt Einweglinsen, Dauerlinsen, Monatslinsen, 14-tägige Linsen und Langzeitlinsen, diese haben eine Tragezeit von über drei Monaten.

5.3 Laserbehandlungen
5.3.1 LASIK
Die LASIK Augenlaser-Behandlung ist zurzeit die meist verwendete Korrektur von Fehlsichtigkeiten, meistens bei einer Kurzsichtigkeit. Der Begriff laserassistierte In-situ-Keratomileusis kommt aus dem Griechischen und bedeutet "Schnitzen der Hornhaut".
Bei dieser Art der Behandlung wird nicht das äußere der Hornhaut geschliffen, sondern das Innere. Als erstes wird mit einem computergesteuerten "Hobel" eine dünne Scheibe der Hornhaut abgetrennt und dann nach oben geklappt, dies wird gemacht um an das Innere der Hornhaut zu gelangen. Dann wird mit dem Laser das Innere der Hornhaut geschliffen. Als letztes wird die Hornhaut wieder zurückgeklappt und angedrückt. Es muss nicht angenäht werden, da es sich von selber ansaugt. Man darf aber das Auge nach der Behandlung nicht berühren.
Besonders erfolgreich ist die Behandlung, wenn bei einer Kurzsichtigkeit der Richtwert von , bei der Weitsichtigkeit der Richtwert von und bei der Stabsichtigkeit der Richtwert von nicht überschritten wird.
Diese Behandlungsart wird ambulant durchgeführt, wenn beide Augen behandelt werden müssen, passiert dies auf zwei aufeinanderfolgende Termine.
Es ist aber auch möglich beide Augen in einer Operation zu korrigieren. Doch vor der Operation müssen die Augen noch untersucht werden. Dann wird das Auge betäubt und danach wird operiert, dies dauert nur wenige Minuten.
Bei dieser Behandlung wird die Brechkraft verändert, sodass man keine Brille mehr benötigt. Denn dadurch, dass man einen Teil der Hornhaut wegschleift, wird die Hornhaut dünner und die Brechkraft ist optimiert. Bei der Kurzsichtigkeit wird am Rand weniger abgetragen als in der Mitte und bei der Weitsichtigkeit wird am Rand mehr abgetragen als in der Mitte.
Die LASIK Laserbehandlung kann auch bei einer Hornhautverkrümmung angewendet werden, in diesem Fall wird dann die Wölbung wieder ausgeglichen, sodass die Wölbung direkt vor der Linse ist.

5.3.2 PRK
Diese Laserbehandlung wird vor allem bei Patienten mit einem geringen Brechkraftfehler eingesetzt. Im Gegensatz zur LASIK Behandlung wird hier direkt die Oberfläche der Hornhaut entfernt.
Als erstes wird mit einem Mikroskop die oberste Hornhautschicht mithilfe von Alkohol abgelöst und dann mit einem Schaber entfernt. Hier nach wird mit einem Computer die neue Form der Hornhaut errechnet und geformt. Zum Schluss wird eine Kontaktlinse auf das Auge gesetzt, diese als natürliches Pflaster dient. Direkt nach der Operation ist die Sehkraft erstmals schlechter, doch dieses verbessert sich innerhalb der nächsten sechs Monate. Dadurch, dass die Hornhaut abgelöst ist, ist eine Wunde entstanden und diese kann zu Schmerzen führen.
Auch diese Behandlung wird ambulant durchgeführt und dauert nicht länger als fünfzehn Minuten für ein Auge.
Eine Weiterführung dieser Behandlung ist das LASEK - Verfahren doch hier wird die oberste Schicht der Hornhaut nicht entfernt, sondern mit einer Alkohollösung abgetrennt und beiseite geschoben. Dann folgt auch hier die Errechnung mit dem Computer und anschließend wird die Hornhaut zurück geschoben.
5.4 Linsenimplantation
Bei einer Linsenimplantation wird nicht die Hornhaut verändert, sondern eine Linse in das Auge eingesetzt. Es könne sowohl Linsen getauscht als auch implantiert werden. Die Linsenimplantation wird vor allem bei Personen mit einer sehr hohen Fehlsichtigkeit eingesetzt. Sie kann Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Altersichtigkeit beheben.
Wenn die eigene Linse erhalten bleibt, spricht man von einer phaken Linsenimplantation. Hierbei wird eine künstliche Linse in das Innere des Auges eingefügt. Dieses ist ähnlich wie bei einer Kontaktlinse, doch hier muss die Linse nicht ausgetauscht werden und ist auch nicht spürbar.

5.5 Okklusionsbehandlung
Die Behandlung wird beim Schielen eingesetzt und Okklusion bedeutet so viel wie Verschluss. Hierbei wird das schielende Auge zur Fixierung gezwungen und das geschieht indem man das gesunde Auge zuklebt.
Dadurch wird das schwächere Auge so zu sagen gezwungen um etwas zu sehen und es wird gestärkt.
Inhalt
In dieser Facharbeit wird der Aufbau des menschlichen Auges beschrieben. Dann werden verschiedene Sehfehler und deren Behandlungsmöglichkeit erläutert. (4024 Wörter)
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