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Mignon parodieren

Frage: Mignon parodieren
(6 Antworten)


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Hi

Ist zwar etwas spät, ich wollte es erst auch selber machen, kam aber viel arbeit dazwischen.
Ich soll für Deutsch das Gedicht Mignon parodiere, also die Form des Gedichtes beibehalten (Reimschema allem), aber mich darin über einen politischen oder geselschaftlichen Zustand oder Anlass lustig machen. Z.B. Kennst du das Land wo die Arbeitsämter blühn?
Es gibt bereits eine sehr bekannte Parodie von Erich Kästner "Kennst du das Land wo die Kannonen blühn?"
Ich brauch das ganze bis morgen, mache es notfalls selber. Schreibt bitte auch schon, wenn ihrb anfangt etwas zu schreiben.
Herzlichen dank
Robert

Mignon
Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn,
Im dunkeln Laub die Gold-Orangen glühn,
Ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht,
Die Myrte still und hoch der Lorbeer steht?
Kennst du es wohl?
Dahin! Dahin
Möcht ich mit dir, o mein Geliebter, ziehn.

Kennst du das Haus? Auf Säulen ruht sein Dach,
Es glänzt der Saal, es schimmert das Gemach,
Und Marmorbilder stehn und sehn mich an:
Was hat man dir, du armes Kind, getan?
Kennst du es wohl?
Dahin! Dahin
Möcht ich mit dir, o mein Beschützer, ziehn.

Kennst du den Berg und seinen Wolkensteg?
Das Maultier sucht im Nebel seinen Weg,
In Höhlen wohnt der Drachen alte Brut;
Es stürzt der Fels und über ihn die Flut.
Kennst du ihn wohl?
Dahin! Dahin
Geht unser Weg! o Vater, laß uns ziehn!

Goethe

Kennst Du das Land, wo die Kanonen blühn?
Du kennst es nicht? Du wirst es kennenlernen!
Dort stehn die Prokuristen stolz und kühn
in den Büros, als wären es Kasernen.

Dort wachsen unterm Schlips Gefreitenknöpfe.
Und unsichtbare Helme trägt man dort.
Gesichter hat man dort, doch keine Köpfe.
Und wer zu Bett geht, pflanzt sich auch schon fort!

Wenn dort ein Vorgesetzter etwas will
- und es ist sein Beruf etwas zu wollen -
steht der Verstand erst stramm und zweitens still.
Die Augen rechts! Und mit dem Rückgrat rollen!

Die Kinder kommen dort mit kleinen Sporen
und mit gezognem Scheitel auf die Welt.
Dort wird man nicht als Zivilist geboren.
Dort wird befördert, wer die Schnauze hält.

Kennst Du das Land? Es könnte glücklich sein.
Es könnte glücklich sein und glücklich machen.
Dort gibt es Äcker, Kohle, Stahl und Stein
und Fleiß und Kraft und andre schöne Sachen.

Selbst Geist und Güte gibt"s dort dann und wann!
Und wahres Heldentum. Doch nicht bei vielen.
Dort steckt ein Kind in jedem zweiten Mann.
Das will mit Bleisoldaten spielen.

Dort reift die Freiheit nicht. Dort bleibt sie grün.
Was man auch baut - es werden stets Kasernen.
Kennst Du das Land, wo die Kanonen blühn?
Du kennst es nicht? Du wirst es kennenlernen!
Frage von McManus | am 09.03.2005 - 20:11


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Antwort von McManus | 09.03.2005 - 20:13
Ähm scheint nicht eindeutig zu sein, sehe ich gerade.
Also nur die ersten drei Strophen sind zu parodieren. Ist also nur ganz kurz. Der Rest unter dem Goethe ist von Kästner eine Parodie.

 
Antwort von GAST | 09.03.2005 - 20:24
kennst du das land in dem die blüten blühen?
du kennst es nicht? dann wirst du sehen....
dort stehen die nutten, prostituieren sich kühn
an den straßen, als wären sie laternen...

naja...ok is nich so toll...aber immerhin mal ne idee...


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Antwort von McManus | 09.03.2005 - 20:26
Wenn du es weiter machst und Politiker kritisierst ist es okay.

 
Antwort von GAST | 09.03.2005 - 20:33
Wie wäre es hiermit? ;)

Kennst du das Land, wo zu viele Rentner hängen,
In dunkeln Ecken die Obdachlosen sich zwängen,
Ein sanfter Hauch vom grauen Himmel weht,
Die Konjunktur still und hoch die Arbeitslosenquote steht?
Kennst du es wohl?
Dahin! Dahin
Möcht ich mit dir, o mein Gott, niemals ziehn.

Kennst du die Regierung? Auf Lügen ruhen ihre Versprechen,
Es glänzt die Intoleranz, es schimmert das Verbrechen,
Und leere Schaufenster stehn und sehn mich an:
Was hat man dir, du armer Mann, getan?
Kennst du es wohl?
Dahin! Dahin
Möcht ich mit dir, o mein Gott, nicht hinziehn.

Kennst du das soziale Netz und den Sozialstaat?
Die Gesellschaft sucht im Nebel einen Rat,
Im Keller ist das Wirtschaftswachstum;
Es stürzt das Ansehen und darüber den Ruhm.
Kennst du es wohl?
Dahin! Dahin
Geht unser Weg! o Gott, laß uns nicht untergehen!

MfG Breitmaulfrosch

 
Antwort von GAST | 09.03.2005 - 20:33
dort fließen unter der hand die spenden fleißig
und unsichtbare nebenjobs hat man dort.
köpfe hat man dort doch keine hirne

ach kein plan...mir fällt nix mehr ein...ich kann sowas nich...


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Antwort von Rostgnom | 30.05.2008 - 15:56
Respekt, das ding ist echt gut.

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