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Meine Eltern reden von einen Scheidungsplan!

Frage: Meine Eltern reden von einen Scheidungsplan!
(2 Antworten)


Autor
Beiträge 14
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Hallo, letzter Zeit gab es oft in der Familie Streit.
Problem:
Mein Vater will jeden Tag Sport treiben, aber meine Mutter lässt ihn nur 3-Mal in der Woche.
Da ist noch nicht das Problem. Wenn es vielleicht einmal ausfällt oder wir etwas anderes machen dann möchte mein Vater es nachholen. Meine Mutter reicht es langsam und sie will sich nicht um uns kümmern, denn wir sind groß genug (13, 10 Jahre alt). Also geht sie oft einfach weg und kommt erst spät wieder zurück. Sogar unsere Ferienpläne wurden mehrmals abgebrochen! Meine Eltern haben sich ab und zu immer wieder gestritten, aber in letzter Zeit war es deutlich mehr. Ich habe Angst, denn wir haben bis jetzt ein super Leben zusammen geführt. Ich möchte es verhindern, denn ich liebe meine Eltern beide sehr. Meine Mutter ist temperamentvoll und mein Vater ruhiger, aber kann auch sehr wütend werden. Meine Mutter hat mich immer in allem unterstützt und sie ist auch immer diejenige gewesen, die mit meiner Schwester und mir gekuschelt hat. Ich will es nicht zulassen. Es wird sehr schwer für uns alle. Meine Schwester weiß es noch nicht, denn es steht noch nicht ganz fest.Sie reden oft darüber. In der Schule habe ich viele Freunde, die es schon erlebt haben. Bitte hilft mir! Ich kann nicht mit ihnen reden. Sie würden sagen , dass ich zu klein bin um so etwas zu regeln. Ich brauch Hilfe !

LG emily
Frage von Emily00511 | am 17.04.2019 - 14:18


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Beiträge 11106
695
Antwort von cleosulz | 17.04.2019 - 15:37
Hallo Emily00511,

Eltern sind Menschen, die irgendwann sich gefunden und eine Familie gegründet haben.
Im besten Fall sind es Menschen, die sich lieb haben.
Mit der Liebe ist es aber so eine Sache. Mal hält sie ein Leben lang, mal nur eine kurze Zeit und mal ein halbes Leben. Manchmal wird aus Liebe auch Gewohnheit. Weil das Pflänzchen Liebe muss gehegt und gepflegt werden. Und wenn aus einem Liebespaar Eltern werden, fehlt manchmal die Zeit für diese Pflege.
Und so wie sich kleine Kinder entwickeln, entwickeln sich auch Erwachsene. Wenn zwei Menschen eine Familie gründen, dann meistens mit Blick auf ein gemeinsames Leben.
Deine Eltern haben mit dir und deiner Schwester 2 Kinder die - wohl aus der Sicht deiner Mutter - aus dem Gröbsten heraus sind.
Diese Zeit ist für viele Partnerschaften eine heikle Phase.

Ich beschreibe es jetzt etwas überspitzt:
Das einstige Liebespaar, das nur Augen für sich selbst hatte, gründete eine Familie.
Erst kam Kind 1 und dann Kind 2. Aus dem Liebespaar wurde ein Elternpaar.
Das Elternpaar hat sich immer noch lieb oder gern. Jedoch ist im Vordergrund der Partnerschaft nicht Er oder Sie sondern das "Dasein für die Kinder." = Familie
Das geht wunderbar und ohne große Auffälligkeiten weiter.
Als dem Liebespaar wird das Elternpaar, dass für die Kinder und Haus/Familie schafft und wurstelt. Die Bedürfnisse der Eheleute werden hintenangestellt.
Dann werden die Kinder größer, brauchen nicht mehr für jeden Schritt Mama und Papa.
Die Eltern haben jetzt (plötzlich) vielleicht auch mehr Zeit für eigene Bedürfnisse. Das sind aber nicht unbedingt gemeinsame Bedürfnisse der Eltern. => Sie haben sich in den letzten 15-20 Jahren auch persönlich weiterentwickelt.
Euer Papa findet den Sport für sich. Am liebsten 7 x die Woche.
Eure Mama findet das Sporteln nicht so toll, vielleicht möchte sie auch mehr wahrgenommen werden. Vielleicht möchte sie, dass der Pappa sich mehr um sie kümmert und nicht so oft weg ist. Jedenfalls ist es so, dass sie eigene Interessen hat (sie ist lebhafter und geht jetzt plötzlich alleine aus. Alleine, weil der Papa nicht mit will oder lieber mit den Sportfreunden unterwegs ist.)
Ob die neuen Interessen jetzt mit denen vom Papa/Mama zusammenpassen oder nicht, dahingestellt. Jeder unternimmt etwas außerhalb der Familie, wenig gemeinsam.
Was der Grund dafür sein könnte, darüber kann man spekulieren. Ist aber auch egal.
Jedenfalls ist es so, dass viele Ehen in dieser Phase kriseln. Jeder Partner besinnt sich plötzlich auf sich - wird vielleicht auch etwas egoistisch. Wenn einer es sich leisten kann, sich aus der Gemeinschaft Familie auszuklinken, dann nimmt der andere sich auch das selbe Recht heraus. Aus Unmut, Ärger, Trotz. Du beschreibst das auch mit "sie streiten häufiger".
Und wenn dann die Eltern - außer das Großziehen der gemeinsamen Kindern - immer weniger Gemeinsamkeiten finden, wird es in einem Familienleben ein bisschen duster.
Vor allem auch deshalb: hat man früher mit den Kindern zusammen etwas unternommen, so macht man dies mit größeren Kindern nicht mehr so oft. Ist dann auch noch einer der Partner ständig weg, fühlt sich der andere vielleicht verlassen und bricht auch aus. Und irgendwann stellen die einstigen Liebesleute von vor 15-20 Jahren fest, dass sie sich ganz entgegengesetzt entwickeln. Dass sie keine oder nur noch wenige Gemeinsamkeiten haben und eine ganz andere Vorstellung von ihrem weiteren Leben.

Das ist schade.
Aber genau wie Kindern muss man auch Eltern/erwachsenen Menschen zugestehen, dass sie sich entwickeln. Schön und wünschenswert für Paare ist, wenn diese Entwicklung in die gleiche Richtung geht.

Es gibt einen Spruch, der mir ganz gut gefällt:
Lieben heißt nicht, sich gegenseitig anzuschauen, sondern in die gleiche Richtung zu blicken.

Und das gilt vor allem für Paare, deren Kinder langsam flügge werden.
Nun ja, deine 10 Jahre alte Schwester ist zwar noch nicht ganz so weit. Aber du mit 15 (oder 13 oder 18) bist nicht mehr weit davon entfernt, eigene Interessen in den Vordergrund zu stellen.

Und für eine gute Paarbeziehung ist es halt wichtig, dass beide Partner sich angenommen fühlen und wenigstens ein paar gemeinsame Interessen haben. Das muss nicht heißen, dass man ständig alles miteinander unternimmt. Aber man muss (außer der Elternschaft) noch sich gemeinsam für etwas interessieren, ähnliche Ziele haben. Sei es Sport, Verein, Hobby usw.
Etwas, für das sich beide interessieren und auch gemeinsam hin und wieder etwas unternehmen.
Aber das ist etwas, daran könnt ihr als Kinder nichts machen.
Da müssen die Eltern selbst drauf kommen.

Wenn du und deine Schwester einen Ansprechpartner sucht, dann empfehle ich euch das Kinder- und Jugendtelefon => die Nummer gegen Kummer.
Dort kannst du kostenlos anrufen und auch anonym. Du kannst dich mit Erwachsenen und auch mit Jugendlichen austauschen.
=> https://www.nummergegenkummer.de/



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Antwort von cleosulz | 17.04.2019 - 15:46
www.youtube.com
==> ein kurzes Video zum Thema "Kinder- und Jugendtelefon"

LG
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