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Kurzgeschichte bewerten

Frage: Kurzgeschichte bewerten
(7 Antworten)

 
Hallo. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mal meine Kurzgeschichte lesen würdet. Wir sollten eine über Probleme schreiben, die auch Leute in unserem Alter ( 14/15 ) haben können. Sagt einfach, was ihr davon haltet...Nur nochmal als Info: Ich bin KEIN Emo! xD


Morgen…


Langsam, ganz langsam führte ich sie auf meine Hand hinunter. Sie glitt durch meine Haut. Überall, wo sie längs führ hinterließ sie ein warmes Gefühl. Das Kribbeln in meinem ganzen Körper bestätigte, dass dies hier der einzige richtige Weg war, dem Ganzen zu entkommen. Die Rasierklinge schnitt weiter durch meine Haut. Jetzt lief mir nicht nur das Blut über den Arm, sondern auch meine Tränen. Ich versuchte sie zu unterdrücken, doch es ging nicht: Sie tropften weiter von meinen Wangen. Mit jedem weiteren Schnitt in meine Haut, hatte ich das Gefühl, dass ein weiterer Tag voller Schmerz und Enttäuschung aus meinem Herzen gelöscht wurde. Es gab so viele Tage, an denen ich mir gewünscht hatte, niemals geboren zu sein. Immer dieses Gefühl zu haben, dass man jemand anderes sein musste, damit die anderen einen akzeptieren machte mich schon länger total fertig. Doch bis jetzt hatte ich noch nie die Kraft gefunden, mich einmal so zu geben, wie ich mich fühle. Ich habe zu große angst, dass die Leute mich so nicht akzeptieren würden. Die Leute kannten mich nur als das Mädchen, dass immer lachte und fröhlich war, das soviel Selbstbewusstsein hat, dass man ihr alles ins Gesicht sagen kann. Doch all dies traf in Wirklichkeit nicht auf mich zu. Ich war noch nie gut darin, anderen meine Gefühle zu zeigen, doch durch die Demütigungen wurde es immer schlimmer. Nun wusste ich, was ich tun musste. Ich hatte genug von dieser Welt gesehen. Meine Hände zitterten, als ich mit der Rasierklinge auf meine Pulsadern zukam. Ich merkte, dass ich jetzt, wo es ernst wurde, mir nicht sicher war, ob ich es tun sollte. Trotzdem legte ich die Rasierklinge auf meine Pulsadern; bereit sie zu durch trennen. Plötzlich klingelte es. Ich schreckte auf. Wer konnte das sein? Ich hatte alles geplant: Ich war alleine und wusste, dass meine Eltern nicht so schnell wieder kommen würden. Ich hätte die Klingel ignorieren können, entschied mich aber dagegen. Ich stand auf und rief in Richtung Tür: „ Ich komme gleich.“ Ich ging zum Spiegel. Schob den Ärmel über meinen blutenden Arm und wischte die Tränen weg. Ich lächelte meinem total verheulten Spiegelbild entgegen: Jetzt musste ich wieder das starke, lachende Mädchen sein. Ich öffnete die Tür. Ich hatte mit jedem gerechnet, nur nicht mit ihm: Meinem Freund! Er strahlte mich an. Er musste sehen, dass meine Augen rot und geschwollen waren, denn er fragte: „ Alles okay? Du siehst ein bisschen fertig aus.“ Ich lächelte ihn an, hoffend, dass er überzeigen aussah und sagt: „ Ach…ich hatte nur ein bisschen Streit mit meiner Mutter.“ Schon wieder konnte ich nicht sagen, was wirklich mit mir los war. Jetzt, da mein Freund noch mal vorbei gekommen war, fiel es mir noch schwerer dem Ganzen ein Ende zu setzten. In Gedanken sagte ich mir:“ Morgen…morgen mach ich es.“ Ich nahm die Hand meines Freundes. Diesen letzten Tag meines Lebens wollte ich nur mit der Person verbringen, die ich über alles liebte. Er war das einzige, was mic solange am Leben gehalten hat. Mir kamen die Tränen. Ich war mir sicher, morgen werde ich es wirklich tun!
GAST stellte diese Frage am 18.06.2009 - 20:45

 
Antwort von GAST | 18.06.2009 - 20:58
Also^^

ich find sie eigentlich gut, deine Geschichte.
Am Anfang hat man nicht gleich erfahren, dass sie sich ritzt, bzw. sogar töten will, das hat mich zum weiterlesen verleitet --> gut. Auch die Aspekte einer Kurzgeschichte sind weitgehend drin. Wenige Personen, offener Schluss, Ein Ort, Dingsymbol könnte die Klinge sein, kurze Zeitphase, `Normalos`, aktuelle Probleme, Pointe, die am Höhepunkt schön abflacht. --> auch gut.


Was mir nicht so gut gefallen hat ist TEILWEISE Dein Ausruck.
So wie z.B.: `...machte mich schon länger total fertig...` --> nicht gut.
Meistens aber hats du eine schöne Ausrducksweise benutzt.
Was mich am meisten stört ist, dass sie sich trotz der Tatsache, dass ihr Freund kommt und man erfährt, dass sie ihn sehr liebt, umbringen will. Würde man das in der Realität machen? Wenn man jemanden liebt, der einen länger am Leben hielt, sich umbringen? Ich denke, alleine demzuliebe hält sie sich noch weiter am Leben. -->MEINE Meinung.

Alles in allem, gut, spannend und gut geschrieben.


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Antwort von SG1-Pingu | 18.06.2009 - 20:59
Ein Paar Fehler:
Mit jedem weiteren Schnitt in meine Haut hatte ich das Gefühl (kein Komma)
Die Leute kannten mich nur als das Mädchen, das immer lachte und fröhlich war
„Ich komme gleich.“ (1 Leerzeichen zu viel)
dass es überzeugend aussah und sagte
fiel es mir noch schwerer, dem Ganzen ein Ende zu setzten
was mich solange am Leben gehalten hat

Mir gefällt die Geschichte sehr gut :)


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Beiträge 163
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Antwort von SG1-Pingu | 18.06.2009 - 21:01
ähm.. bei:

Die Leute kannten mich nur als das Mädchen, das immer lachte und fröhlich war

dieses "das" (hab das falsche vorhin fett gemacht ^^)

 
Antwort von GAST | 18.06.2009 - 21:04
danke, dass habe ich auch schonmal berichtig, bloß dann die falsche Fassung hier rein gestellt sorry. Aber trotzdem danke. Ich denke ich werde an dem Ende noch ein bisschen feilen müssen. :-)

 
Antwort von GAST | 18.06.2009 - 21:08
also ich würd das ende unbedingt so lassen! find das gut, so offen, je nach sichtweise wird der leser selbst entscheiden können, ob er denkt, dass das mädchen zu seinen worten steht oder ob er denkt, dass sie es eh nicht tut und wieder verschiebt... ich find sie echt gut!;)


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Antwort von donytoni (ehem. Mitglied) | 18.06.2009 - 21:21
Hey,

ich kann kaum glauben, dass eine 14jährige sowas schreibt, aber wenn doch, dann respekt!

Ich find die Geschichte echt super gemacht.. am anfang wie dangerous schon gesagt hat - sehr viel spannung - verleitet zum Weiterlesen.

Du hättest vllt. den Übergang zur Rasierklinge etwas einfallsreicher gestalten können..

aber überhaupt ist das aus meiner Sicht keine Kurzgeschichte ..
du hast einen unmittelbaren Einstik - okay

.. aber

1. es ist meines Wissens nicht üblich eine KG in der ICH-Perspektive zu schreiben, sondern nur in der 3. Person, generell soll ja alles unpersonifiziert bleiben und das gehört dazu..
wenn man deine Geschichte liest macht es keinen "unpersonifizierten" Eindruck

2. Mit dem Ende versaust du alles.. Die ganze schöne Gänsehautstimmung vom Anfang nimmst du weg und sagst am Ende noch "Ich war mich sicher, morgen werde ich es wirklich tun!" - das kann doch niemand mehr ernstnehmen^^
außerdem ist das kein offenes Ende "Diesen letzten Tag meines Lebens wollte ich nur mit der Person verbringen, die ich über alles liebte. Er war das einzige, was mic solange am Leben gehalten hat." - Das passt da in dieser Form nicht rein!


soll nur konstruktive kritik sein, ansonsten tolle geschichte, respect

 
Antwort von GAST | 18.06.2009 - 21:36
KZ müssen nicht nur in der 3. Person geschrieben werden. In der Ich-Perspektive können sich die Leser im Übrigen besser reinempfinden, als wenn alles neutral geschrieben wird, also, selbst wenn donytoni recht hat, das mit der Ich-Perspektive finde ich gut!
Und JA, das IST eine Kurzgeschichte. Es sind doch fast alle Aspekte drin, wieso sollte es keine sein ;)
Und das Ende ist wohl offen. Wenn man die Geschichte nämlich gelesen hat, dann könnte es sein, dass wieder etwas dazwischenkommt, und sie sich wieder nicht traut usw. Weil sie war sich schon am Anfang der Geschichte sicher, dass sie es heute machen wird, hat sie aber nicht. =]

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