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Referat: Die goldenen Zwanziger Jahre

Alles zu Goldene Zwanziger JahreDie goldenen Zwanziger Jahre: das kulturelle Leben

Im Laufe des Jahres 1924 stabilisierte sich die Weimarer Republik, sowohl wirtschaftlich als auch sozial-politisch. Dass es zu dieser Stabilisierung kam, war jedoch nicht nur das Ergebnis der Währungsreform, sondern beruhte auch auf der Einsicht der Westmächte, vor allem Charles Dawes. Dieser schlug Anfang 1924 ein weitreichendes Anleihesystem vor, dass dann als "Dawes Plan" in die Geschichte einging. Es war das Ziel dieses Plans, die dt. Wirtschaft, die aus der Währungsreform gestärkt hervorgegangen war, wieder auf Hochtouren zu bringen. Die innenpolitische Lage beruhigte sich und Kunst und Kultur erlebten eine Blütezeit.
Durch diese Phase des Aufschwungs nahmen Produktion, Konsum und Volkseinkommen zwischen 1924 und 1929 stetig zu. Dieser Wirtschaftsaufschwung kam nicht nur Unternehmern, Handwerkern und Kaufleuten, sondern auch Arbeitern, Angestellten und Beamten zugute. Die Löhne erreichten wieder Vorkriegsniveau, bei einer deutlich geringeren Wochenarbeitszeit. Durch diese hohe Löhne und die längere Freizeit wurde der soziale Frieden mitgesichert. Durch die Erfahrungen von Krieg und der Inflation von 1923 waren die Leute nicht geneigt zu sparen oder sich ein gewissen Kapital aufzubauen.
Die Künste gelangten während dieser Zeit zu hoher Blüte, dabei gab es aber weder eine einheitliche kulturelle oder politische Strömung. Es entstand eine Fülle von Büchern und Zeitschriften, Opern und Schauspielen, Gemälden und Bauwerken, die heute zur Weltkultur gehören. Das Kapitol dieser kulturellen Entwicklung war Berlin. Berlin war die Kultur- und Vergnügungsmetropole Europas mit zahlreichen Opernhäusern, Museen, Konzertsälen, Bibliotheken und wissenschaftlichen Instituten.
Doch waren es höchstens die fünf Jahre zwischen 1924 und 1929, in denen die Entwicklung Deutschlands relativ krisenfrei verlief.

Die kulturelle Vielfalt
Musik
In der Musik gab es wie in allen kulturellen Gebieten zur Zeit der Zwanziger keine einheitliche Richtung.
Folgende drei Richtungen waren am häufigsten: Klassik, Schlager und Tanzmusik.

Bei der Klassik unterschied man zwischen der "Neuen Wiener Schule" und der "Gebrauchsmusik".
Die neue Wiener Schule arbeitete mit der Zwölftontechnik in der Atonalität ( → disharmonische Musik). Erfunden bzw. weiterentwickelte wurde diese bahnbrechende Musik von Schönberg. Von seinem Schüler Alban Berg war die Oper "Wozzek", die 1925 mit ihrer Premiere für Aufsehen sorgte. Die Atonalität wurde später von den Nazis totgeschwiegen.
Der bedeutendste Name der Gebrauchsmusik war Paul Hindemith. Er war eine Gegner der Atonalität und vertrat die Tonalität ( → harmonische Musik). Gebrauchsmusik wurde meist für Varieté, Kabarett, Kino und Revue geschrieben. Besonders berühmt wurde die "Dreigroschenoper" 1928 von Berthold Brecht (Text) und Kurt Weill (Musik).
Des weiteren gehörte Strawinsky zu den Vertretern der Tonalität. Strawinsky wurde u.a. durch seine Oper "Oedipus rex" berühmt. Beispiel Strawinsky Marsch.
Die klassische Musik wurde bevorzugt von der Oberschicht gehört.

Im Bereich der musikalischen Massenkultur entstand der deutsche Schlager - zum Teil mit witzigen Nonsenstexten -, durch den besonders die seit 1928 auftretende Gesangsgruppe "Comedian Harmonists" ("Veronika, der Lenz ist da", "Wochenend und Sonnenschein", "Mein kleiner grüner Kaktus") rasch populär wurde.

In den Tanzlokalen und Nachtclubs wurden Jazz immer beliebter, man tanzte Charleston und Shimmy. Ab 1925 gab es erste elektrische Schallplattenaufnahmen auf dem Markt und nun konnte man die wilde Musik aus Amerika auch auf dem Grammophon oder im Radio hören.
Der berühmteste Jazz-Trompeter war wohl Louis Armstrong.
Die Menschen tanzten sich zu solchen Klängen ins Delirium. Die Leute wollte sich den Hunger, die Hysterie, die Angst, die Panik und das Entsetzen vom Leibe tanzen. Das Volk suchte Vergessenheit im Tanz.
Die aus den USA importierten neuen Rhythmen wurden von Linken als Protestmusik rezipiert und von Rechten als Angriff auf die "nationale kulturelle Identität" wahrgenommen.
Eigentlich war solche Musik nicht politisch, die breite Masse wollte sich dabei nur abreagieren. Das Politische dieser Musik ergibt sich erst durch den praktischen Umgang mit ihr. Für die Linken war dieser Import nur einfach deshalb Protestmusik, weil der politische Gegner sie hasste.

Theater
Zu Beginn der Weimarer Republik galt das Theater als einer der wenigen Bereiche, in denen die Revolution von 1918 tatsächliche Spuren hinterlassen hatte. Grund dafür war die weitgehende Übernahme des Theaterapparats durch die öffentliche Hand, während vor dem ersten Weltkrieg das sogenannte Geschäftstheater überwogen hatte. In den ersten Nachkriegsjahren beherrschten expressionistische Stücke mit "revolutionär" anmutenden Inhalten und Techniken die deutschen Bühnen. Erwin Piscator war Protagonist des linksorientierten politischen Theaters, der die Stücke von Ernst Toller oder Walter Mehring inszenierte. Vorherrschend waren sozialkritische Stücke wie Tollers "Masse Mensch" oder "Gas" von Georg Kaiser, in denen Pazifismus, Massenelend und Hunger thematisiert wurden.

Zu einer Weltmetropole des Theaters entwickelte sich Berlin, wo das Deutsche Theater die Kammerspiele und das Große Schauspielhaus.
Die ersten aufgeführten Dramen Bertholt Brechts ("Trommel in der Nacht", "Im Dickicht der Städte", "Mann ist Mann") riefen zwiespältige Reaktionen hervor und erregten Beifall und Zorn zugleich. Seine 1928 im Berliner Theater uraufgeführte "Dreigroschenoper" wurde der größte Theatererfolg in der Weimarer Republik. . ( Stellt die dunkle, kriminelle Seite der großstädtischen Welt dar, obwohl das Drama in "England" spielte, kritisiert Brecht mit Satire und Spott die bürgerlich-kapitalistische Welt der WR)
Neben dem Kino konnte das Theater nicht mehr als geeignetes Medium zur Abbildung der Wirklichkeit bestehen und musste sich auf neue Wege begeben. So wuchs in Deutschland zunächst eine dichte spannende Theaterlandschaft heran. Letztendlich endete 1930/1931 die erfolgreiche Epoche des Theaters abrupt. Denn durch die Konkurrenz der Lichtspielhäuser mit Einführung des Tonfilms war im Deutschen Reich das Jahr des großen "Theatersterbens" angebrochen.

Kino
Bereits vor dem Ersten Weltkrieg gab es in Deutschland zahlreiche Lichtspielhäuser, in denen Stummfilme vorgeführt wurden. In den Jahren der Weimarer Republik konnte sich der Film als einflussreiches Massenmedium etablieren und die Lichtspielhäuser nahmen einen rasanten Aufstieg. Deutschland war der europäische Staat mit den meisten Kinos, deren Anzahl zwischen 1918 und 1930 von 2300 auf 5000 anwuchs. Mitte der 20er Jahre gingen, auf der Suche nach Unterhaltung und Freizeitvergnügen, täglich etwa zwei Millionen Menschen in die Kinos. Für ihr Eintrittsgeld bekamen sie neben den Hauptfilm kurze Vorfilme, gelegentlich Natur- oder Reisefilme und stets die Wochenschau zu sehen.

Der Film als Medium bewegter Bilder inspirierte die Fotographen und Filmemacher der damaligen Zeit. In den Großstädten erlebte das Kino, trotz der allgemein äußerst schlechten Wirtschaftslage mit der Hyperinflation, einen ungeheuren wirtschaftlichen Aufschwung und es galt als besonders schick ins Kino zu gehen.

Der deutsch Film brachte einige große Regisseure mit bedeutenden Produktionen hervor. Unter ihnen z.b. Das Kabinett des Dr. Caligari (1919/1920) von Robert Wiene, oder von Josef von Sternbergs Der blaue Engel (1930/1931) mit Marlene Dietrich.
Das Publikum in vielen Teilen der Welt sehnte sich nach schönen Frauen und eleganten Männern, die auf den Leinwänden abenteuerliche Schicksale durchlebten. Die Traumbilder vieler Völker ähnelten sich, oder wurden durch die Unterhaltungsindustrie einander angenähert.
Der Film machte es möglich, dass ein und derselbe Schwarm junger Männer und Frauen am gleichen Abend in Hunderte, gar Tausende von Kinos zu sehen war. Und die Vorliebe des Publikums für bestimmte Künstler machte sich die Filmindustrie zunutze. Millionen von Zuschauern wollten den Angebeteten nahe sein, und deshalb wurden ihre Filme wieder und wieder gesehen. Für den Einzelnen im dunklen Zuschauerraum entstand der Eindruck, dass das riesig Bild auf der Leinwand nur für ihn selbst da war, und wer dann die Starpostkarten kaufte, hatte das Gefühl, dass er sein Idol ganz für sich hatte. Rudolph Valentino war einer der großen Stummfilmstars in Hollywood der Zwanziger Jahre. Mit seiner männlichen Ausstrahlung beeindruckte der Darsteller vor allem die Frauenwelt. Er blieb weitgehend auf Rollen des temperamentvollen Liebhabers festgelegt. Als er am 23. August 1926 im Alter von 31 Jahren starb, nahmen sich zahllose seiner Verehrerinnen aus Verzweiflung das Leben.
Das war eines der Geheimnisse des Kinos. Es zeigte das reale Abbild wirklicher Menschen in intimen Situationen, in Begegnungen, Gesprächen, bei Berührungen, und bezog damit den Zuschauer in die Intimität ein, ließ Wünsche entstehen, weckte das Begehren nach den Menschen, die auf der Leinwand so nahe erschienen.

Die Hälfte der Bevölkerung der meisten europäischen Länder gingen wenigstens einmal in der Woche ins Kino. Um diese Nachfrage zu befriedigen, zeigten die Kinos jeweils zwischen 100 und 400 Filme im Jahr. Die Karten kosteten nicht viel. So konnten sich die Besucher für den Preis von einem Glas Bier mehrere Stunden Unterhaltung leisten. Darüber hinaus kaufte man Popcorn und auch das Rauchen war erlaubt.
Oft wurden "nicht gesellschaftsfähige" Filme gezeigt, somit gab es ab 1921 die Filmzensur. Filmprüfstellen legten jetzt strengere Maßstäbe auf. Deutsche, russische und französische Filme genossen während der Zwanziger Jahre hohes Ansehen und die Filmfabrik Hollywood hatte längst die deutschen Kinos erobert und setzte 1927 mit dem ersten Tonfilm neue Maßstäbe. Doch waren 1929 nur acht von 183 deutschen Spielfilme vertont, so veränderte sich die Relation ein Jahr später auf 101 von 146 Filmen. 1932 wurden bereits alle 127 in Deutschland produzierten Spielfilme als Tonfilme hergestellt. Tausende von Berufsmusikern wurden Arbeitslos, die zuvor die Stummfilmvorführungen in den Kinos musikalisch untermalt hatten.


Kunst

Art Deco
Für die angewandte Kunst zwischen den beiden Weltkriegen hat sich der Name "Art Deco" herauskristallisiert. Der Name kommt von der ersten internationalen Ausstellung für Objekte des Kunstgewerbes "Exposition des Arts decoratifs et Industriels Modernes" in Paris 1925.
Art deco hat sich aus dem Jungendstil entwickelt.
Nach dem eher überladen wirkenden Jugendstil mit den floralen, geschwungenen Stilelementen war Art Déco mit einem geometrischen, linearen und funktionalen Stil der Geist der Moderne, der das Neue suchte.
Zunächst wurden Art-Deco-Objekte nur aus teuren und selten Materialien angefertigt (z.B. Elfenbein, Bronze ....). Später kopierte man sie und brachte sie in preiswerten Versionen massenhaft auf den Markt.
Art Deco war ein Stil, der alle Bereiche erfasste: Kunst und Kunsthandwerk, Film und Technik, Alltagsgegenstände wie Möbel und Geschirr , Werbung und Mode. Art Deco ist nahe verwandt mit dem Bauhaus, darüber werde ich später berichten.

Die neue Sachlichkeit
Verdankt ihren Namen ebenso wie "Art Deco" einer Ausstellung aus dem Jahre 1925. Nur diese fand nicht in Paris, sondern in Mannheim statt. Die Kunstwerke der Ausstellung "Neue Sachlichkeit. Deutsche Malerei seit dem Expressionismus" standen für die realistische Darstellung der Wirklichkeit ihrer Zeit.
Neue Sachlichkeit war eine für die zweite Hälfte der zwanziger Jahre besonders typische Kunstrichtung, die das damalige Lebensgefühl der Menschen, ihr nüchternes Streben nach Bewältigung des Alltags, einzufangen versuchte.
Die Neue Sachlichkeit wurde bald zum allgemeinen Begriff für künstlerisches Bemühen um eine konkrete, distanzierte Auseinandersetzung mit der "greifbaren Wirklichkeit", die dem Inhalt den Vorrang vor der Form einräumte und das Schlichte gegenüber dem Ornamentalen bevorzugte.
Die jeweiligen Stilrichtungen der Neuen Sachlichkeit kamen in der Malerei besonders prägnant zum Ausdruck. In der Malerei zeichnete sich der neue Stil durch unsentimentale Darstellungsweisen aus. Die Abbildung der nüchternen Wirklichkeit stand im Vordergrund.
Eine politisch links orientierte Strömung repräsentierten vor allem Georg Grosz der ein zynischer Kommentartor und Karikaturist der WR war. Beispiel: Portrait Hunger (damit will er sagen: "Hunger rührt nicht vom Mangel an Nahrungsmittel her, sondern von der ungerechten Verteilung des Wohlstand"), Explosion) und Otto Dix. Mit ihren zum Teil grotesk verzerrten, karikierenden Bildern übten sie scharfe Kritik an den sozialen Zuständen der zwanziger Jahre.
Von rechts orientierten Künstlern ist wenig zu finden, sicherlich weil das heute für Deutschland "peinlich" ist und vielleicht nicht mehr als Kunst angesehen werden kann. Franz Radziwill war Mitglied in der NSDAP und unterstützte den Nationalsozialismus, auch nachdem er von ihnen als "entartet" gekennzeichnet wurde. Franz Radziwill gehörte auch zu den bekanntesten Vertretern der [/i] in Deutschland.
Ein weiteres Beispiel dafür, dass Politik und Kunst auf engste verwoben waren ist der Künstler Otto Griebel. Denn er stellte sein Talent (wie viele andere Künstler auch) in den Dienst einer politischen Partei. 1912 zeichnet er noch für die SPD, 1919 tritt er in die KPD ein und beteiligt sich am kommunistischen Kampf gegen den Kapp-Putsch. Sein zwischen 1928 und 1930 entstandenes Gemälde "Die Internationale" gilt als herausragendes Beispiel der proletarisch-revolutionären Kunst. (Beispiel: Die Internationale) Er illustriert die Idealvorstellung des über Partei- und Landesgrenzen hinaus gemeinsam vorwärtsschreitenden Weltproletariats: Nur die internationale Solidarität der Arbeiter kann die herrschenden Missstände überwinden. So ermutigt das Bild zum Klassenkampf. Griebel selbst ist rechts in der zweiten Reihe zu erkennen. Er demonstriert die Solidarität zwischen Künstlern und Arbeitern, indem er seine Hand auf die Schulter des vor ihm stehenden Bergmannes legt.
Auch Käthe Kollwitz stellte ihre Kunst (Beispiel: Die Überlebenden, Krieg dem Kriege) in den Dienst der proletarisch-revolutionären Kunst mit ihren Bildern für den Pazifismus[color=#ff0000].

Die Pazifisten erinnerten während der Weimarer Republik immer wieder an das Leiden im Krieg, um Abrüstung und friedliches Miteinander der Völker zu fordern.
Unwiderruflich zu Ende war die Vielfalt der Neuen Sachlichkeit und deren Ideale nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933.



Architektur
Bauhaus
Der bekannteste architektonische Stil der 20er ist das "Bauhaus". Es wurde schon vor den "goldenen Zwanzigern" gegründet, und zwar im Jahre 1919 in Weimar von dem Architekten Walter Gropius.
Das Bauhaus wollte zur Erneuerung der jungen deutschen Republik beitragen, bis es 1933 von den Nationalsozialisten aufgelöst wurde.
Was ist Bauhaus genau?
Bauhaus ist dreierlei:
  • zum einem war das Bauhaus eine staatliche Schule mit Werkstätten für gestaltendes Handwerk, Architektur und bildende Künste. Erst in Weimar, später in Dessau (1925) wohin man aus politischen Zwängen, die aus dem starken Antiliberalismus resultierten, hinziehen musste.
  • Zum anderen war Bauhaus eine Philosophie: es hatte die Idee aus der Katastrophe der 1.WK einen neuen Menschen entstehen zu lassen. "Ein Geschöpf, das mit allen Sinnen begabt und geschult durch die besten Künstler und Architekten der Zeit befähigt sei, Gegenwart und Zukunft eines neuen Jahrhunderts zu erfinden" Die Idee war also, dass man durch Kunst gekoppelt mit handwerklichem Können die besten Entwürfe für industrielle Erzeugnisse im neuen Maschinenzeitalter hervorbringen kann. Bilderhauerei, Malerei, Kunstgewerbe und Handwerk sollten unablöslich miteinander verknüpft werden zu einer neuen Baukunst. Kunst und Technik waren somit eine neue Einheit.
  • Zu guter Letzt ist Bauhaus aber auch ein Architektur-Stil, der Funktionalität (also das Praktische) mit der Ästhetik (also dem Schönen) verbinden will. Bei Bauhausgebäuden wurde auf traditionelle Architekturelemente verzichtet, die klassische Symmetrie wurde vermieden, wobei trotzdem beachtet wurde, dass die Proportionen stimmen. Dieser schlichte Baustil wurde vom "Bauhaus" genutzt, um ein sozial ausgerichtetes Wohnungsbauprogramm zu verfolgen. Vom Krieg waren sehr viele Wohnungsgebiete zerstört und nun versuchte man den Menschenmassen einen günstigen und äsethisch ansprechenden Wohnraum zu schaffen. Nach diesem Konzept entstanden Arbeitersiedlungen in Frankfurt a.M., Berlin und Wien. Das Bauhaus schuf aber nicht nur Siedlungen, sondern designte auch Gebrauchsgegenstände. Die die realen Bedürfnisse der Gesellschaft sollten befriedigt werden. So wurden Möbel, Besteck, Porzellan und Lampen gestaltet, die Einfachheit, Strenge der Form und Schönheit verbanden.


Wichtige Personen im Bauhaus: Walter Gropius, Mies van der Rohe, Wassily Kandinsky, Paul Klee usw.
In konservativen Kreisen schätzte man sowohl die Mitglieder, also auch den Modernismus des Bauhauses nicht. Spruch: "Wenn Du nicht brav bist, kommst Du ins Bauhaus"
Das Bauhaus bestand, solange es existierte, unter dem Beschuss rechtsstehender Gruppen, die hinter seiner Aktivität lasterhafte politische Ziele vermuteten oder sich über seinen unbekümmerten Umgang mit der Tradition ereiferten.

Tanz/Mode/Sport/Radio
In den Zwanziger Jahren tanzten die Menschen zuerst zu Ragtime (Jazz). Charleston, Shimmy, Foxtrott, Tango und Black-Bottom hießen die vermeintlich "wilden" Tanzstile. Die amerikanische Musik und ihre neuen Tänze schockierten vor allem die ältere Generation. Der Charleston trug dazu bei, dass die Frauen einen Teil ihrer beengenden Unterkleidung ablegten. Der Modetanz Charleston bewegte eine ganze Generation von Tänzern und eroberte in Kürze die Metropolen der Welt.
In der dazu passenden Mode und aufgrund des seit 1919 bestehendes Wahlrecht für Frauen zeigten die Frauen erstmals ein ganz neues Selbstbewusstsein. Die Damenmode wurde immer männlicher. Frauen trugen nun strenge männliche Haarschnitte, mit ausrasiertem Hals, die Haare streng nach hinten gebürstet und kurz geschnitten. ( Der Bubikopf) Dies stieß allerdings auch auf Gegenstimmen: Die ältere Generation sah darin der Verfall der Moral, wenn Frauen alleine mit Bubikopf und kurzen Rock die ganze Nacht tanzen gingen. Der Titel eines Kommentars in der "Berliner Illustrierten" lautete "Nun aber genug". Doch in diesem Frühjahr störte es jedoch keinen, wenn Frauen die Mäntel ihrer Männer trugen.
Diese Abwendung von den traditionell als weiblich empfundenen pflegeintensiven Langhaarfrisuren hin zur pflegeleichten Kurzhaarfrisur, entsprach gesellschaftlich der fortschreitenden Emanzipation bürgerlicher Frauen und ökonomisch dem Entstehen neuer moderner Angestelltenberufen für Frauen.

Auch der Sport zog in der Weimarer Republik ein Massenpublikum an. Zum Fußball strömten wöchentlich Hunderttausende in die Stadien. Rad- und Autorennen zogen ebenso wie Boxveranstaltungen riesige Zuschauermengen an, die Kämpfe von Max Schmeling verfolgten Millionen Zuhörer an den Radiogeräten. Das neue Medium Rundfunk trat ab 1923 unaufhaltsam seinen Vormarsch an, innerhalb von zehn Jahren erhöhte sich die Zahl der in Deutschland angemeldeten Rundfunkgeräte von knapp 10.000 auf über 5,4 Millionen.
Der Zuwachs verdankte sich vor allem technischen Verbesserungen: der Mikrophon- und Lautsprechertechnik 1924, der Schallplattentechnik 1926.
Das Programmangebot orientierte sich grundsätzlich am erwarteten tageszeitlichen Hörverhalten (Mittagspause, Feierabend). Sie folgten einem Massengeschmack und förderten die Verbreitung schnell abwechselnder Unterhaltungsschlager und Gesellschaftstänze.
Obwohl der Arbeiteranteil (aufgrund der relativ hohen Gebühren von zwei Mark) bei nur 25% lag, bildeten sich bei fast allen Sendern spezifische Arbeitsprogramme aus. Es gab z.b. einen "Arbeiterrundfunk" oder andere sendeten gewerkschaftliche und arbeitsrechtliche Informationen oder Arbeiterbildungsveranstaltungen.
Das neue Massenmedium wurde gegen Ende der Republik immer stärker zum Austragungsort politischer Auseinandersetzungen. Vor allem für die rechtsorientierte Politik. Wahlwerbung der Parteien wurde mit Einschluss der NSDAP, aber unter Ausschluss der KPD zugelassen. Zugleich wurde der Rundfunk verstärkt zum Direktivorgan der Regierungspolitik, zu einer Art "interministerieller Kommunikationsbehörde".

Literatur
Die polarisierenden Tendenzen in der Politik der Weimarer Republik zeichnen sich auch im literarischen Bereich ab. Die sich als radikale Linke verstehenden Autoren traten im "Bund proletarisch-revolutionären Schriftsteller", der 1928 gegründet wurde, auch organisiert in Erscheinung. Während diese Autoren später ins Exil gingen, bildeten die meisten rechtsorientierten wie auch einige konservative Schriftsteller den Kern der im Nazireich offiziellen Literatur. Parteilich zumeist nicht gebunden waren dagegen die in der Weimarer Republik eigentlich als repräsentativ geltenden liberalen und linksliberalen Autoren.
Um eine breite Öffentlichkeit anzusprechen, wählten alle Literaten eine allgemeinverständliche Sprache und wirklichkeitsnahe Darstellungen. Die "Neue Sachlichkeit" trat ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Aber in der Literatur wechselten die Stile in bunter Folge: Expressionismus, Naturalismus oder neue Sachlichkeit. Man sprach nicht mehr von Kunst sonder von Kunstbetrieb. Die Literatur war ein Medium aktueller Wirkung und ein zeitgeschichtliches Zeugnis.
Ein entscheidendes Thema fanden die Romanschriftsteller in der Auseinadersetzung mit dem Kriegsgeschehen. Die größten literarischen Erfolge erzielten Werke, die über den Soldaten in der Materialschlacht berichten, ( Erich Maria Remarques "Im Westen nichts Neues") oder über die bürgerliche Familie während des Krieges aus der Sicht Halbwüchsiger (Ernst Glaesers "Jahrgang 1902-1928). Es versteht sich, dass zahlreiche Romane Gegenwartsstoffe behandeln: Erfahrungen ehemaliger Frontsoldaten, Heimkehrerschicksale, Probleme politischer Entscheidungen und moralische Konflikte in einer sich wandelnden Gesellschaft.
Zu einem vielgelesenen Klassiker avancierte der 1924 erschienene Roman "Der Zauberberg" von Thomas Mann.
Das vielfältige kulturelle und literarische Leben erlaubte es auch schreibenden Frauen, ein neues Selbstbewusstsein zu entwickeln. In den Romanen der 20er Jahre wurden Frauen dargestellt, die sich in fast allen Berufsfeldern profilieren. Ebenso neu war es, sexuelle Themen anzusprechen und zu diskutieren.

Das Leben
In traditionellen Gesellschaften hatten Männer und Frauen einen großen Teil des geselligen Lebens getrennt verbracht. Nun waren Ehepaare länger miteinander und mit ihren Kindern zusammen, dank kürzerer Arbeitszeit hatten sie mehr Gelegenheit dazu. Hinzu kam vermutlich, dass selbstbewusste Ehefrauen ihren Männern schlicht Familienleben abverlangten. In Arbeiterfamilien gab es noch einen anderen Grund: Die beengten Verhältnisse, in denen so viele Arbeiter in den Städten während der früheren Jahrzehnte gewohnt hatten, führten dazu, dass das Zuhause bestenfalls ein Ort war, an dem man aß und schlief.
Männer und Frauen gingen auch häufiger zusammen aus: Kinos, Bars und Speiselokale luden nun zur gemeinsamen Abendunterhaltung ein. Es war nicht mehr nur eine exklusive Schicht, die sich das anrüchige Vergnügen in exklusiven Lokalen leisten konnte, es artikulierte sich nach Jahren von Krieg, Hunger, Kälte und Inflation eine neue Lust zu leben. In Tanzsälen, bei Tanztees am Nachmittag oder zu Hause zur Musik aus dem Grammophon, oder aus dem Radio konnte man sein Leben genießen. Die feine Gesellschaft schwang in vornehmen Hotels das Tanzbein, bevor sie in die Nachtklubs oder zu privaten Partys weiterzogen. Man schlenderte durch die Nacht und bewunderte die Leuchtreklame.
Die unmittelbaren Nachkriegsjahren führten in den deutschen Großstädten zu einer allgemeinen Lockerung der Sitten. Was für die einen Befreiung von lästigen Fesseln war, war für die anderen Kulturverfall. Die Ermöglichung dieses Verfalls wurde von den antidemokratisch Gesinnten dem gesellschaftlichen und politischen System der Weimarer Republik angelastet und zu ihren propagandistischen Zwecken genutzt.
Außerdem bestand hinter weiterhin der glitzernder Fassade der "goldenen Zwanziger" viel Not und Armut. So sank zwar die Arbeitslosigkeit zunächst, aber ganz ausgerottet werden konnte sie natürlich nicht. Vor allem in den Jahren 1926 und 1929 standen jeweils über 2 Millionen Arbeitslose auf der Straße. Von solchen Dingen ist in den bürgerlichen Zeitungen dieser Jahre allerdings selten oder nie die Rede.
Der Oberschicht und dem Mittelstand ging es also wirklich gut, doch die Unterschicht lebte in einer für uns nicht mehr vorstellbaren Armut, keiner hatte ein Bett für sich allein, 7-13 Menschen schliefen in einem Zimmer, die Kinder mussten alle arbeiten gehen, bis zu 14 Stunden am Tag ohne Wochenende oder Ferien.

Kultur als politischer Ausdruck
Wer an die Zwanziger Jahre als an die "goldenen" denkt, denkt gewiss nicht so sehr an die soziale und wirtschaftliche, wohl auch nicht an die politische Entwicklung. Da können die Jahre von 1924/25 bis 1927/28 allenfalls deswegen (leicht) vergoldet erscheinen, weil der Rahmen – die Kriegs- und Nachkriegskrise sowie die Weltwirtschaftskrise – so dunkel ist. Im Hinblick auf die kulturelle Entwicklung sieht das jedoch anders aus. Da erscheinen die Zwanziger Jahre als die Blütezeit der Klassischen Moderne. Doch ist das die ganze Wahrheit?
Die Weimarer Kultur blieb - bei fließenden Grenzen - stets mehrfach gespalten: in anspruchsvolle Kultur und Massenkultur, in avantgardistische und traditionalistische Strömungen, in proletarisch-revolutionäre, linksliberale, konservative und völkische Richtungen. Die politischen Auseinandersetzungen wurden also auch mit den Mitteln der Kunst ausgetragen.
Die Epoche zwischen den beiden Weltkriegen hatte einen unverwechselbaren und widersprüchlichen Charakter. Es war die Zeit wirtschaftlicher Not, aber auch die unruhigste und wildeste Epoche in der Kunstgeschichte unseres (des letzten) Jahrhunderts.
Die Kunst in ihrer jugendlichen Vitalität wollte vom Krieg nichts wissen. Es war die Zeit des Jazz, des Swings, des Charleston, der Jugend, die Zeit Hollywoods und die Zeit der Art deco, aber auch die Zeit der Großen Depression, des Börsenkrachs, der Inflation und des heraufziehenden Faschismus. Es gehört zu den Merkwürdigkeiten der menschlichen Natur, dass gerade in den Zeiten der tiefsten Krise und Niedergeschlagenheit der Geist alle seine Kräfte bündelt, um etwas Schönes zu schaffen. In einem geringen Maße waren die unzähligen Teekannen, Untertassen, Teller und Zigarettenanzünder, die mit ihren hellen Farben und ihrem klaren Design für jedermann erschwinglich waren, eine unbewusste Hilfe für die niedergeschlagenen Menschen. Gleichzeitig war etwas Neues entstanden: die Massenproduktion.
Nach dem Jugendstil mit seinen komplizierten, floralen Mustern und den verschlungenen Weinranken, erfüllte der Art-Deco-Stil mit seiner reinen Einfachheit (auch in den Alltagsobjekten) die Menschen mit Erleichterung und Wohlbefinden. Aber auch wenn Art-Deco kühn, hell und unschuldig war, so war die Realität des Zeitalters düster und weit weniger angenehm.
Denn der Mann auf der Straße hatte andere Probleme, er musste sich um die einfachsten Dinge wie Arbeit, Essen oder ein "Dach über dem Kopf" kümmern. Er bekam von dem "Goldenen" dieser Zeit herzlich wenig mit.
Die Mittelschicht, die Oberschicht und die Neureichen – die breite Masse - genoss zwar den Aufschwung dieser Zeit, doch hatte sie keine politische Meinung. Sie fand Politik grau und öde und suchte Zuflucht in den Massenmedien wie Radio, Kino, Trivialliteratur, Sportveranstaltungen oder Musik. Dies alles half ihnen Luftschlösser zu bauen und die Schrecken des Krieges zu vergessen. Nach den vergangen schlimmen Jahren wollte man einfach nur mal das Leben genießen und sich um nichts Sorgen machen müssen.
Deswegen verstanden sie auch die Avantgardisten, die aufrütteln und anklagen wollten, nicht.
Die Mehrheit wurde viel eher von den Massenmedien erreicht als von intellektuellen Büchern oder Kunstwerken.
Trotz alle dem versuchten manche Künstler die Verelendung der Bevölkerung in ihren Werken ungeschminkt wieder zuspiegeln: Hunger und Arbeitslosigkeit wurden zu Bildthemen der Milieumalerei und Photographie, Romane wie Erich Kästners "Fabian – Die Geschichte eines Moralisten" (1931) oder Hans Falladas "Kleiner Mann was nun?" (1932) thematisierten die Not und den alltäglichen Überlebenskampf der Bevölkerung.
Die proletarische Kultur mit ihren speziellen Arbeiterliedern war noch in großen Teilen "links", aber die Anhängerschaft der rechten Heilsverkünder wuchs stetig. Der politische Kampf zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten wurde auch zum Kulturkampf.
In diesen letzten Jahren der Republik entstanden, sozusagen beflügelt durch die Konfrontation mit den Nationalsozialisten, einige ihrer interessantesten Werke.
Die Machtübernahme der Nationalsozialisten beendete 1933 die kulturelle Vielfalt in Deutschland schlagartig.

Quellen
" Information zur politischen Bildung – Weimarer Republik"
" Art Deco – Die aufregende Bewegung" von Arie van der Lemme, Merit Verlag
" Weimar – Ein Lesebuch zur dt. Geschichte 1918-1933" Beck’sche Reihe
www.zwanziger-jahre.de
www.dhm.de
" Die Kultur der Weimarer Republik" – von Jost Hermann und Frank Trommler, Nymphenburger Verlagshandlung
Inhalt
Das kulturelle Leben der Zwanziger Jahre mit der Fragestellung: Waren die Zwanziger Jahre wirklich so golden?"

Diese Facharbeit beinhaltet einen Überblick über die damalige Zeit in den Bereichen
Musik
Theater
Kino
Kunst (Art Deco, Die Neue Sachlichkeit)
Architektur (Bauhaus)
Tanz, Mode, Sport, Radio
Literatur
Alltagsleben
Kultur und Politik (4113 Wörter)
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06.09.2002 von unbekannt
Schlagwörter
die goldenen Zwanziger Jahre | Kino | Theater | Literatur | Musik | Architektur | Tanz | Mode | Sport | Radio | Kultur als politischer Ausdruck
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